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Tekkie-Mekka CES: TV-Sender und Streamingdienste machen gemeinsame Sache – die Technologietrends 2019

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Samsungs Mega-Fernseher "The Wall"

Die Consumer Electronics Show (CES) in Las Vegas ist nicht nur die größte Technikmesse der Welt. Heute offiziell gestartet gilt sie auch als Trendschau – auch für die Medienhäuser, die die Innovationen aufmerksam mit Blick auf eigene Geschäftsmodelle sichten. Was hier vorgestellt wird, landet demnächst in den Regalen der Händler und bei den Verbrauchern. Was 2019 in der Techwelt wichtig wird.

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4K ist sowas von 2018

Die Big Player im TV-Geschäft, allen voran Samsung und LG, scheint den ultrahochauflösenden Bildstandard zumindest hinter sich gelassen zu haben: Unter “8K” geht nichts mehr bei Samsung und LG. Während der Ottonormal-Verbraucher praktisch nur alle acht Jahre den Fernseher austauscht, feilen die Unternehmen bereits an neuen Display-Technologien.

Samsung präsentiert in Las Vegas einen rahmenlosen Wand-Fernseher. “The Wall” stellten die Koreaner bereits 2018 vor, damals allerdings nur für Firmenkunden, die sich mit der neuen microLED-Technologie beliebig große TVs an die Wand hängen können. Diese Technologie will man nun auch Privatkunden Version anbieten: Bis auf gigantische 219 Zoll (rund 5,5 Meter Diagonale) lässt sich der Fernseher modular erweitern.

LG zeigt auf der CES in Las Vegas zudem zwei TV-Varianten, die trotz großer Bilddiagonalen viel Platz sparen sollen. Unter anderem einen sogenannten Kurzdistanz-Projektor, der mit nur wenigen Zentimetern Abstand zur Wand ein drei Meter breites Bild erzeugen soll. Das Highlight ist aber ein aufrollbarer Fernseher der edlen Signature-Reihe.

Auf Knopfdruck verschwindet das riesige 65-Zoll-Display in einem Gehäuse. Offenbar ist das Gerät auch schon serienreif und soll dieses Jahr in den Handel kommen. Zudem wollen die Koreaner künftig in ausgewählten TVs neue Chipgenerationen mit Künstlicher Intelligenz verbauen. Diese sollen dann gezeigte Bildschirminhalte erkennen und die Qualität des Gezeigten verbessern. Vergleichbare Technologie kommt bereits in Smartphone-Chipsätzen zum Einsatz, die beim Fotografieren das Motiv erkennen und dynamisch Bildwerte anpassen.

TV-Sender und Streaminganbieter machen gemeinsame Sache

Zeitgleich zur Techmesse findet in Las Vegas die Medien- und Marketingkonferenz C Space statt. Der Fokus liegt in diesem Jahr auf der Annäherung von linearem und digitalem Fernsehen. Turner-Chef David Levy spricht über zielgenaue Werbung im klassischen TV-Geschäft,  während Hulu und YouTube ihre Pläne für 2019 vorstellen. Facebook will zusammen mit dem US-Sender CBS Neuigkeiten zu seinem Video-on-Demand-Dienst “Watch” verkünden. Abgesehen von den Branchengrößen, die sich in Las Vegas anzunähern scheinen, ist “Connected TV” aber auch ein Thema mit praktischem Nutzen für die Verbraucher: Kurz vor des CES gaben Apple und Samsung bekannt, dass die iTunes-App künftig auch auf TVs der Koreaner funktionieren wird – ohne ein angeschlossenes Apple TV.

Smartphones? Kannste knicken!

Fällt eher in die Kategorie “Kurioses”, aber ist dennoch eine Erwähnung wert: Der in Europa weitestgehend unbekannte Hersteller “Royole Cooperation” zeigt auf der CES sein faltbares Smartphone. Das Ende 2018 angekündigte “FlexiPai” soll im Herbst 2019 in China auf den Markt kommen.

Neu ist die Idee aber nicht: Samsung arbeitet bereits seit mehreren Jahren an der Technologie und stelle bereits 2018 ein Smartphone vor. Zudem soll Sony ein neues Device präsentieren. Wirklich relevant ist die CES für die Mobilbranche aber längst nicht mehr. Diese trifft sich Ende Februar auf dem Mobile World Congress (MWC). In Barcelona zeigen die Hersteller dann ihre neuen Smartphones, Tablets und Wearables.

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Smarte Autos: Byton stiehlt der Konkurrenz die Show

Die CES gilt unter Automobilherstellern seit Jahren als “chic”. Im Hightech-Umfeld kann man sich schließlich innovativ zeigen. BMW, Audi und Co. präsentieren hier ihre Ansätze zum autonomen Fahren – zulasten der Automobilmesse IAA in Frankfurt, die über Ausstellerschwund klagt. Dennoch schafft es die Autobranche seit Jahren in Las Vegas nicht von den kleinen Hallen ins große Rampenlicht der CES. Hier dominieren weiterhin die großen Techkonzerne Samsung, LG, Sony und Co..

Für eine Überraschung sorgte der chinesische Tesla-Konkurrent Byton: Noch vor Messestart enthüllte das Startup den Innenraum seines ersten halbautonomen Elektroautos. Klingt erstmal unspannend, aber das Zukunftsmobil soll sich durch eine “Reihe von wegweisenden Human Machine Interface (HMI) Technologien” auszeichnen. Konkret heißt das: Statt starrer Bedienung soll sich das Cockpit dynamisch den Anforderung der Insassen anpassen. Ende 2019 will Byton, das bereits Mitarbeiter von BMW, Tesla, Google und Apple abgeworben hat, mit der Serienproduktion seines smarten SUVs beginnen.

Mit “Holoride” gelang derweil einer Audi-Ausgliederung ein kleiner PR-Stunt. Unter CEO Nils Wollny, bei den Ingolstädtern für die Digitalstrategie verantwortlich, will man Virtual Reality und In-Car-Entertainment verschmelzen. Audi selbst hält nur eine Minderheit der Anteile. Das Startup will VR-Inhalte für Insassen anbieten, um die Fahrzeit unterhaltsamer zu gestalten. Das Produkt soll nicht Audi vorbehalten sein, sondern auch für andere Automobilhersteller auf Nachfrage lizenziert werden.

Und sonst so? Künstliche Intelligenz, 5G, Alexa, Apple

“AI”, also Artificial Intelligence bzw. Künstliche Intelligenz ist auch in diesem Jahr das Buzzword in Las Vegas. Keine auch noch so kleine Neuvorstellung kommt ohne das Schlagwort aus. Ob Geldbörse, Hausroboter oder Türklingel – alles muss smart sein. Wirklich beeindrucken können die Hersteller damit 2019 aber nicht mehr. Vielmehr sind Selbstmanagement und -steuerung im Consumerbereich längst Standard.

Ähnliches könnte man von Alexa behaupten. Amazons KI ist laut dem Konzern mittlerweile in 100 Millionen Geräten im Einsatz – vom Lautsprecher über die Mikrowelle bis zum Automobil. War 2018 noch das Jahr, in dem man mit Implementierung der smarten Sprachassistentin in unterschiedlichsten Produkten punkten konnte, geht es 2019 vor allem um die Erschließung neuer Use Cases und die Frage: Ist das nur eine Spielerei oder bringt Voice-Technologie tatsächlichen Mehrwert im Alltag.

Apropos Alltagsnutzen: Der pfeilschnelle Mobilfunkstandard 5G ist auch in diesem Jahr eines der Top-Gesprächsthemen auf der CES. Die US-Provider AT&T und Verizon stellen ihre Pläne für den Netzausbau vor, Automobilhersteller und die Entertainmentbranche diskutieren munter über Anwendungsszenarien. Mit Blick auf die deutschen Versäumnisse im Netzausbau ist ein flächendeckendes 5G-Angebot in den kommenden Jahren hierzulande aber utopisch.

Für ordentlich Gesprächsstoff sorgte in Las Vegas übrigens ausgerechnet der Techriese, der selbst nicht als Aussteller vetreten ist: Auf einer gigantischen Reklametafel in unmittelbarer Nähe zum Kongresszentrum wirbt Apple für seine Privacy-Kampagne. “What happens on your iPhone, stays on your iPhone“, also „Was auf Deinem iPhone passiert, bleibt auf Deinem iPhone” heißt es dort für alle Messebesucher- und aussteller schon aus der Ferne lesbar. Mit der Anspielung an den Tourismus-Slogan “Was in Las Vegas passiert, bleibt in Vegas” präsentiert sich der Konzern aus Cupertino als das gute Gewissen der Techbranche, die im vergangenen Jahr mehr als einen Datenschutzskandal zu verkraften hatte.

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