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Apple-Krise: Research-Firma prognostiziert Absatzeinbruch der neuen iPhones von 20 Prozent

Marketingchef Phil Schiller präsentiert das iPhone XR – ab 2020 mit OLED-Display?
Marketingchef Phil Schiller präsentiert das iPhone XR – ab 2020 mit OLED-Display? © Apple

Zahlen wird es von Apple zu den iPhone-Absätzen nicht mehr geben. Mit gutem Grund: Sie sind für den nur noch viertwertvollsten Konzern der Welt nämlich wenig schmeichelhaft. Wegen schwacher iPhone-Verkäufe musste Apple seine Absatzschätzungen im Weihnachtsquartal deutlich nach unten korrigieren. Wie massiv die Verkäufe des Kultsmartphones zumindest im November eingebrochen sind, hat nun der Marktforscher Counterpoint errechnet. Das iPhone XR bleibt in der Flaute offenbar das bestverkaufte Modell.

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Es war der Augenblick, der die Schatten der kommenden Apple-Krise vorauswarf: Bei Vermeldung der Geschäftsbilanz für das dritte Kalenderquartal kündigte Finanzchef Luca Maestri an, dass Apple ab sofort in seinen Quartalsbilanzen nicht mehr die Stückzahlenverkäufe seiner Hardware-Produkte (iPhone-, iPad- und Mac-Sparte) ausweisen wird.

Anleger und Analysten reagierten entgeistert: Nach den seit einigen Quartalen rückläufigen Verkäufen der Mac- und iPad-Sparte, vor allem aber den seit Jahren stagnierenden und mit den neuen Modellen offenbar rückläufigen iPhone-Absätzen sah es nun so aus, als habe Apple etwas zu verbergen.

Die iPhone-Absätze fallen – doch wie stark?

Die Bestätigung kam genau zwei Monate später. Zum Jahresbeginn musste der nur noch viertwertvollste Konzern vor einer schwächeren Geschäftsentwicklung warnen – das erste Mal in 17 Jahren. Der Hauptgrund für die geharnischte Umsatzrevision: das schwächelnde iPhone-Geschäft.

Nach den immer neuen Hiobsbotschaften aus der Zuliefererkette rätselt die Wall Street seit Monaten, wie schwach die Smartphone-Verkäufe denn nun tatsächlich ausfallen dürften. Neue Anhaltspunkte will der Marktforscher Counterpoint in seinen monatsweisen Erhebungen gefunden haben.

Neue iPhones um 20 Prozent weniger nachfragt als 2017er-Modelle
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So berichtet der Researcher, dass sich die neuen Modelle – das iPhone XS, iPhone XS Max und das iPhone XR – zusammengenommen im November um 20 Prozent schwächer verkauft haben als die neuen Modelle des Vorjahres, das iPhone X, das iPhone 8 und 8 Plus.

Das günstigste Modell der neuen Apple-Smartphones – das iPhone XR – hat sich nach Erhebungen von Counterpoint am besten verkauft – genau wie Apples Produktmarketingchef Greg Joswiak es Ende November selbst verkündet hatte.

Hätte Apple Anleger eher warnen müssen?

In der Rückschau wirft die Bemerkung von Joswiak im Interview mit CNET indes mehr Fragen als Antworten auf. Wenn Apple im Detail die wenig erbaulichen Absatzdaten vorlagen, warum hatte der Techpionier seinerzeit nicht von seiner Informationspflicht an Investoren Gebrauch gemacht?

Genau das stellt der frühere Fortune-Reporter Philip Elmer-DeWitt, der heute das seit drei Jahren bestehende  Apple-Blog Apple 3.0 betreibt, in Frage: “Apple muss damals  befürchtet haben, dass sie eine Revision des Ausblicks herausgeben müssen. Warum haben sie damit bis zum neuen Jahr gewartet, Investoren zu warnen?” Zwei US-Kanzleien streben wegen Irreführung von Anlegern deswegen bereits Sammelklagen gegen den ehemals wertvollsten Konzern der Welt an.

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