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Money for nothing: Tim Cook verpulvert in drei Jahren 135 Milliarden Dollar für Aktienrückkäufe, ohne Apples Wert zu steigern

Cooks Cash: Apple hat sein sagenhaftes Barvermögen wenig  sinnvoll eingesetzt
Cooks Cash: Apple hat sein sagenhaftes Barvermögen wenig sinnvoll eingesetzt

Es ist seit Jahren das Luxusproblem des lange Zeit wertvollsten Konzerns der Welt: Wohin mit den vielen Milliarden? Immer großzügiger hat Apple in den vergangenen Jahren das überschüssige Kapital in Form von Aktienrückkäufen abgebaut – und sich damit einen Bärendienst erwiesen. Im vergangenen Jahr hat der iKonzern durch weitaus überteuerte Käufe mehr als 15 Milliarden Dollar vernichtet, und selbst auf 3-Jahresssicht fällt die Bilanz düster aus.

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Es ist die Crux vieler Kleinanleger: hoch kaufen, tief verkaufen. Dass auch Apple zumindest kein glückliches Händchen dabei bewiesen hat, seine Aktien gewinnbringend einzusammeln, dokumentierte das Wall Street Journal kurz vor dem Jahreswechsel.

“Das Investment, das Apple 2018 9 Milliarden Dollar kostete”, titelte die Wirtschaftszeitung von Rupert Murdoch – und meinte damit Apples Investment in die eigene Aktie via des 2012 gestarteten und in der Folge immer massiver ausgeweiteten Aktienrückkaufprogramms.

Apple hat 2018 durch Aktienrückkäufe 15 Milliarden Dollar verbrannt

Doch die Wahrheit ist noch viel schlimmer. Die Musterrechnung des WSJ hatte seinerzeit lediglich drei Quartale des Kalenderjahres 2018 berücksichtigt – und das zu höheren Kursen von 157 Dollar. Das gesamte Fiskaljahr betrachtet (inklusive des ersten Quartals 2018, das kalendarisch noch in 2017 fiel) und das jüngste Kursniveau zugrunde gelegt, hatte Apple sogar 15 Milliarden Dollar an Aktionärskapital im Fiskaljahr 2018 verbrannt, wie Walter Piecyk von der Investmentbank BTIG vorrechnet.

Für den CEO des inzwischen nur noch viertwertvollsten Konzerns der Welt ist das ein Armutszeugnis: Apple hat für den Rückkauf eigener Aktien 182 Dollar bezahlt, doch der aktuelle Kurs liegt bei nur noch 147 Dollar – so massiv hat Tim Cook Apples Wert überschätzt.

Auf 3-Jahressicht mit Apple-Aktie schlechtere Renditen als mit Tagesgeld

Doch es kommt noch dicker. Selbst auf 3-Jahressicht hat der Apple-Chef praktisch keine sinnvolle Verwendung für die immensen Cashbestände gefunden, die Cook ja abbauen will. Die enorme Summe von 135 Milliarden Dollar hat Apple von Anfang 2016 bis Ende 2018 für Aktienrückkäufe aufgewendet – und dafür einen Durchschnittspreis von 146 Dollar bezahlt, wie Piecyk vorrechnet.

Gegenüber den Kursen im heutigen Handelsverlauf beträgt das Plus nur wenige Cents – nach drei Jahren. Vergangene Woche, als Apple nach der geharnischten Umsatzwarnung bis auf 142 Dollar abgestürzt war, lag das zurückgekaufte Aktienpaket sogar um drei Prozent unter dem gegenwärtigen Marktwert.

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Zum Vergleich: Aktuell werden in den USA Tages- und Festgeldsätze von deutlich über 2 Prozent bezahlt. Apple-CEO Tim Cook hätte seinen Aktionären also einen besseren Dienst erwiesen, wenn er das Geld risikolos auf der Bank belassen hätte – anstatt es durch das Investment in das eigene Unternehmen entwerten zu lassen.

Übernahmechancen außer Acht gelassen

Andere Möglichkeiten hätte es freilich auch gegeben: Bei einem Investment in andere Technologieunternehmen hätte Cook Apples Barbestände sinnvoll vermehren können. Tatsächlich hat sich kein Unternehmen aus dem sogenannten FAANG-Komplex (Facebook, Amazon, Apple, Netflix und Google-Mutter Alphabet) in den vergangenen drei oder fünf Jahren so schlecht entwickelt wie Apple.

Im Falle einer größeren Übernahme, der sich Apple seit jeher beharrlich verweigert, wären noch ganz andere Wertsteigerungen drin gewesen, wie etwa Facebooks Akquisition von Instagram und WhatsApp oder Amazons Übernahme von WholeFoods bzw. Googles Griff nach YouTube beweisen.

“Apples bestes Argument für das umfangreiche Kapitalrückführungsprogramm war, dass eine größere Übernahme an kartellrechtlichen Bedenken gescheitert wäre. Sie hätten zumindest einige durchführen können und wären sehr wahrscheinlich heute in einer besseren Position”, gibt Fondsmanager Eric Jackson zu bedenken.

Bittere Bilanz für Tim Cook

Tim Cook jedoch zog es vor, auf Apple selbst zu wetten – und steht nun gleich doppelt mit leeren Händen da. Potenzielle Übernahmekandidaten wie Netflix haben immens an Wert gewonnen, während die eigene Aktie seit drei Jahren keinen Wertzuwachs verbuchen kann.

Sinnloser kann man den eigenen Unternehmenswert um 135 Milliarden Dollar kaum abbauen, denn der erhoffte Effekt, durch die verringerte Aktienzahl über einen steigenden Gewinn je Aktie am Ende auch den Kurs zu steigern, ist komplett ausgeblieben. Eine dürftigere Bilanz kann ein CEO mit einem Aktienrückkaufprogramm in diesen Dimensionen kaum vorweisen.

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