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Berliner Newsroom von DuMont erhält Doppelspitze: Ex-Spiegel Online-Mann Thilo Knott verlässt Chefredaktion

Soll sich künftig bei DuMont um Digitalprojekte kümmern: der ehemalige Spiegel-Online-Ressortchef Thilo Knott
Soll sich künftig bei DuMont um Digitalprojekte kümmern: der ehemalige Spiegel-Online-Ressortchef Thilo Knott

Die DuMont Mediengruppe richtet ihren Berliner Newsroom personell neu aus. Thilo Knott, ehemals Chef vom Dienst bei Spiegel Online, ist als Chefredakteur zum Jahresende ausgeschieden. Er soll zentrale Digitalprojekte übernehmen. Künftig wird der 2016 gegründete Newsroom, der die publizistische Existenz der Berliner Zeitung und der Berliner Kuriers am hart umkämpften Markt der Hauptstadttitel sichern soll, von einer Doppelspitze geführt.

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Beim Berliner Newsroom der Kölner DuMont Mediengruppe geht der personelle Umbau weiter. Erst übernahm Aljoscha Brell Anfang des Jahresdie Geschäftsführung und löste Patrick Wölke ab, der sich künftig ganz auf den Ausbau des Geschäftsbereichs Marketing und Technology konzentrieren soll. Jetzt wird bekannt, dass sich auch die redaktionelle Führung neu aufstellt. Nach MEEDIA-Informationen hat Thilo Knott Ende vergangenen Jahres überraschend die Chefredaktion abgegeben. Wie MEEDIA weiter erfuhr, bleibt er aber der DuMont Mediengruppe erhalten. Er soll künftig zentrale Digitalprojekte im Newsroom übernehmen, heißt es in Redaktionskreisen. Dies bestätigte eine Sprecherin der Unternehmensgruppe auf Anfrage.

Der ehemalige Spiegel Online-Chef vom Dienst war seit Mai 2016 einer von drei Chefredakteuren im Newsroom, der Inhalte für die Berliner Zeitung und den Berliner Kurier übergreifend über alle Kanäle produziert – ob Print oder Online. „In dieser Zeit hat er ein übergreifendes Organisationskonzept für die digitale Transformation der Berliner Zeitung und des Berliner Kuriers entwickelt“, erklärt Tilo Schelsky, Geschäftsleitung DuMont Regionalmedien. Knott, 1972 in Schrozberg (Baden-Württemberg) geboren, arbeitete zuvor als Chef vom Dienst bei Spiegel Online. Er erhielt 2001 den Theodor-Wolff-Preis. Warum der Top-Journalist die Chefredaktion abgibt, ist unklar. Vielleicht hängt dies mit dem Wechsel der Geschäftsführung zusammen. Möglicherweise sind aber auch Kostenaspekte ein Auslöser. Zu den Gründen für den Ausstieg aus der Chefredaktion machte eine Unternehmenssprecherin keine Abgaben. Fest steht: Mit dem Ausscheiden von Knott bekommt der Berliner Newsroom eine Doppelspitze, die künftig aus den beiden Chefredakteuren Jochen Arntz und Elmar Zehn besteht.

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Die DuMont Mediengruppe hatte 2016 aus wirtschaftlichen Gründen die Redaktionen der Berliner Zeitung und des Berliner Kuriers fusioniert und die Berliner Newsroom GmbH gegründet. Begleitet wurde der Zusammenschluss von einem massiven Stellenabbau. Die Maßnahmen dienten dazu, um den Berliner Verlag als Unternehmen zu erhalten und die publizistische Vielfalt zu sichern. Denn der Zeitungsmarkt in der Hauptstadt ist ruinös. Alle Tageszeitungen leiden seit Jahren unter sinkenden Auflagen. Und eine Entspannung der Lage ist nicht in Sicht. Besonders betroffen von der Entwicklung sind unverändert der Berliner Kurier und die Berliner Zeitung. Die verkaufte Auflage des Berliner Kuriers sank im 3. Quartal 2018 um 8,54 Prozent auf 68.063 Exemplaren, bei der Berliner Zeitung um 6,48 Prozent auf 86.595 Stück. Zudem belasten steigende Kosten für Papier und die Zeitungszustellung das Unternehmen zunehmend – ebenso wie die Wettbewerber.

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