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Auf der Suche nach mehr Marktmacht: Funke liebäugelt nach Magazin-Deals mit weiteren Übernahmen

Funke-Geschäftsführer Andreas Schoo (l.) und Ove Saffe
Funke-Geschäftsführer Andreas Schoo (l.) und Ove Saffe

Die Funke Mediengruppe, bereits unter den zehn größten Medienhäusern Deutschlands, ist offenbar weiter auf Einkaufstour. Laut kürzlich veröffentlichtem Geschäftsbericht für das Jahr 2017 plant das Haus den Erwerb weiterer Verlage und Titel, um durch mehr Machtmacht weitere Skaleneffekte zu heben. Für das Jahr 2018 erwartet das Unternehmen ein moderates Umsatzwachstum und beim EBITDA ein Ergebnis auf Vorjahresniveau.

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Andreas Schoo, als Geschäftsführer für das Zeitschriftensegment und Digitales bei Funke verantwortlich, sowie der Zeitungschef Ove Saffe sind in Angriffslaune. Wie aus der vor Jahresende veröffentlichten Bilanz für das Jahr 2017 hervorgeht, will das Medienhaus durch Akquisitionen wachsen. So plant das Unternehmen „Allianzen mit anderen Verlagshäusern einzugehen sowie durch den Zukauf von Verlagen und Titeln durch Größe resultierende Skaleneffekte zu nutzen“. Damit wolle man die bestehende Marktposition ausbauen. Der Verlag hatte 2017 die Frauenzeitschrift myself vom Münchener Magazinverlag Condé Nast erworben. Wenig später kauften die Essener auch noch den Titel Donna vom Großverlag Hubert Burda hinzu, um marktstrategisch im Premiumsegment Fuß zu fassen.

Für das Geschäftsjahr 2018 erwarten die Essener ein moderates Wachstum. So soll der Konzernumsatz „im unteren einstelligen Prozentbereich“ zulegen, wesentlich getrieben „durch wachsende Umsätze im Digitalbereich und der Aufnahme des Postgeschäfts in Thüringen“. Das Ebitda, also das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen, soll auf Vorjahresniveau verharren.

In 2017 war der Konzernumsatz auf 1,257 (Vorjahr 1,303) Milliarden Euro gesunken, das Ebitda verringerte sich auf 181,5 (198,7) Millionen Euro. Grund für den Ertragsrückgang war, dass Kosteneinsparungen beim Materialaufwand und bei den sonstigen betrieblichen Aufwendungen nicht ausreichten, um den Umsatzrückgang zu kompensieren. Zudem hätten sich die Personalkosten im geringen Umfang erhöht, heißt es. Das Konzernergebnis nach Steuern kletterte 2017 deutlich auf mehr als 18,2 Millionen Euro, im Jahr zuvor waren es hingegen nur mehr als 212.000 Euro. Die Umsatz- und Ertragserwartungen für 2018 können sich allerdings mittlerweile verschoben haben, da die Firmenspitze ihre Prognosen Mitte vergangenen Jahres abgegeben hat.

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Doch nicht alles ist positiv. Jüngst machten Berichte die Runde, wonach die Funke Mediengruppe möglicherweise wieder vor einer Sparrunde steht. Auslöser hierfür ist laut Betriebsräten die neue Digitalstrategie. „Von Euphorie in den Redaktionen kann keine Rede sein. Die könnte vielleicht entstehen, wenn wir nicht ständig in der Angst leben müssten, dass User first nicht doch ein Sparmodell ist und es eigentlich darum geht, noch weniger Menschen noch mehr Qualität abzuverlangen“, monierten die Arbeitnehmervertreter jüngst in einem Schreiben.

Die Essener wollen bei den Zeitungen – darunter Hamburger Abendblatt, WAZ – künftig stärker auf digitale Abomodelle setzen, weil das Unternehmen hier wenig Zukunft für Printprodukte sieht. „Wir gehen diese Offensive konsequent an und stellen das Digitale radikal und ohne Kompromisse in den Mittelpunkt. Print alleine verteidigen zu wollen, ist der falsche Weg“, rechtfertigte Funke-Geschäftsführer Schoo den Strategieschwenk. Angesichts der digitalen Neuausrichtung halten sich zudem seit Wochen hartnäckig Gerüchte, wonach Funke den Zeitungsstandort Berlin mit der Berliner Morgenpost neu ausrichten will. Doch die Essener hatten dies auf MEEDIA-Anfrage im vergangenen Jahr dementiert.

Die Funke Mediengruppe mit Sitz in Essen ist im Wesentlichen in zwei Geschäftsfeldern aktiv. Zum Bereich Regionalmedien gehören Tageszeitungen wie die Westdeutsche Allgemeine Zeitung, die Berliner Morgenpost und das Hamburger Abendblatt. Zum Geschäftsfeld Frauen- und Programmzeitschriften zählen hingegen Titel wie Hörzu, Gong oder Bild der Frau. Die Essener hatten 2013 von dem Berliner Konkurrenten Axel Springer ein ganzes Paket an Zeitungen und Zeitschriften gekauft – darunter traditionsreiche Titel wie das Hamburger Abendblatt, die Berliner Morgenpost sowie Fernsehzeitschriften wie die Hörzu oder TV Digital. Der Preis hierfür war beachtlich: rund 920 Millionen Euro.

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