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Schwächster Neujahrs-“Tatort” seit 1996 siegt nur knapp gegen sehr stabiles “Traumschiff”

“Tatort: Der höllische Heinz” mit Christian Ulmen und Nora Tschirner
"Tatort: Der höllische Heinz" mit Christian Ulmen und Nora Tschirner

Ein etwas blasser "Tatort"-Start ins neue Jahr 2019: Zwar gewann der neueste Fall aus Weimar mit 7,10 Mio. Zuschauern und 19,4% die Prime Time, doch die Zahlen sind die schwächsten, die ein "Tatort" seit Ewigkeiten am Neujahrstag erreicht hat, seitdem der Feiertag zum "Tatort"-Tag wurde. "Das Traumschiff" hielt sich hingegen extrem stabil, landete nach 6,70 Mio. Sehern vor einem Jahr diesmal bei 6,69 Mio. Überaus stark im jungen Publikum: Sat.1 mit "Zoomania".

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Das sind die fünf Dinge, die Sie über die Quoten vom Dienstag wissen müssen:

1. Der “Tatort” siegt mit bisher schwächsten Neujahrs-Zahlen

7,10 Mio. Menschen entschieden sich also für “Der höllische Heinz”, den neuesten “Tatort” mit Nora Tschirner und Christian Ulmen. Der Marktanteil lag bei 19,4%. Das sind schon auf den ersten Blick unterdurchschnittliche “Tatort”-Zahlen, die zum Teil aber noch mit dem Sendetag – immerhin ein Dienstag bzw. Feiertag und kein Sonntag – erklärt werden können. Der zweite Blick zeigt aber, dass es auch am Neujahrstag in der Vergangenheit immer besser lief als diesmal. Immer wieder zeigte Das Erste am 1. Januar einen neuen “Tatort”, z.B. in den Jahren 1991, 1995, 1996, 2006, 2007 und seit 2012 dann regelmäßig mit Ausnahme des 1. Januars 2017, als ein “Polizeiruf 110” dran war. In den Jahren 2012 bis 2018 sahen die Neujahrs-“Tatorte” immer mehr als 8 Mio. Leute, diesmal also nur 7,10 Mio. Weniger als diese 7,10 Mio. waren es an einem 1. Januar zuletzt 1996 mit dem “Tatort: Der Spezialist” und dem damaligen WDR-Ermittler Flemming (Martin Lüttge). Damals sahen sogar nur 5,39 Mio. zu. Für den ersten Prime-Time-Sieg 2019 reichten die 7,10 Mio. dennoch, in den Tages-Charts musste sich der Krimi aber der 20-Uhr-“Tagesschau” (8,04 Mio. / 23,3%) des Ersten geschlagen geben.

2. Sehr stabiles “Traumschiff” kommt dem “Tatort” deutlich näher als zuletzt, Neujahrs-Skispringen ebenfalls sehr erfolgreich

Näher als zuletzt kam dem “Tatort” der ZDF-Klassiker “Das Traumschiff”: 6,69 Mio. Menschen sahen ab 20.15 Uhr die Reise nach Japan, der Marktanteil lag bei 18,3%. Damit erwies sich die Reihe als sehr stabil, ein Jahr zuvor sahen 6,70 Mio. (18,1%) zu. Die “Kreuzfahrt ins Glück” erreichte im Anschluss noch 4,80 Mio. Menschen (16,2%), 350.000 weniger als am 1. Januar 2018. Ganz knapp hinter dem “Traumschiff” landete in den ersten Quotencharts des neuen Jahres der zweite Durchgang des Neujahrs-Skispringens im Rahmen der Vierschanzentournee. Ihn sahen im Ersten ab 15.15 Uhr 6,65 Mio. Fans (29,7%). Durchgang 1 erreichte vorher ab 14 Uhr schon 5,90 Mio. Menschen (28,6%). Im Vergleich zum Vorjahr entspricht das allerdings einem recht klaren Rückgang, damals sahen 6,32 Mio. bzw. 6,99 Mio. zu.

3. Sat.1 startet mit starkem “Zoomania” ins Jahr, RTL mit “größten Fernsehmomenten” um 20.15 Uhr nur auf Rang 5 im jungen Publikum

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Bei den 14- bis 49-Jährigen gewann der “Tatort” den 1. Januar: mit 1,98 Mio. Sehern und 16,0% ging es hier im Vergleich zum Vorjahr sogar leicht nach oben. Junge Zuschauer locken Tschirner und Ulmen also weiterhin an. Der Sieg fiel hier aber noch wesentlich knapper aus als insgesamt. Der Grund hieß aber nicht “Traumschiff”, sondern “Zoomania”. Die Free-TV-Premiere des Animationsfilms bescherte Sat.1 um 20.15 Uhr Top-Quoten von 1,95 Mio. 14- bis 49-Jährigen und 16,0%. “Das Traumschiff” schalteten bei den Unter-50-Jährigen immerhin 1,42 Mio. (11,4%) ein, mehr als den ProSieben-Film “Kingsman: The Secret Service” (1,24 Mio. / 10,5%). Erst dahinter folgt RTL mit den “größten Fernsehmomenten der Welt” und 1,16 Mio. 14- bis 49-Jährigen, bzw. 11,3%. Immerhin: “Life! – Dumm gelaufen” war am Vorabend mit 1,46 Mio. und 14,9% deutlich erfolgreicher

4. Zweite Privat-TV-Liga komplett unter Soll, DMAX triumphiert mit “Steel Buddies”-Marathon

Vox, RTL II und kabel eins sind nicht gerade erfolgreich ins neue Jahr gestartet. So blieb Vox um 20.15 Uhr mit dem Film “Lone Ranger” bei Werten von 510.000 14- bis 49-Jährigen und 4,5% hängen, kabel eins erreichte mit “Louis und seine außerirdischen Kohlköpfe” 400.000 und 3,3%, RTL II mit “Die Schöne und das Biest” nur 390.000 und 3,2%. RTL II und kabel eins landeten damit sogar hinter DMAX, das mit “Steel Buddies” um 20.15 Uhr 500.000 14- bis 49-Jährige (4,4%) anlockte. Auch beim Tages-Marktanteil mussten sich die beiden Sender mit 4,0% und 3,7% DMAX geschlagen geben, das mit 4,7% einen neuen Rekord aufstellte. Der Grund: Doku-Soap “Steel Buddies” lief als Marathon rund um die Uhr und war extrem erfolgreich. Neben der 20.15-Uhr-Folge mit 500.000 jungen Zuschauern erreichten vier weitere am Nachmittag und Vorabend 400.000 14- bis 49-Jährige und mehr.

5. 850.000 sehen Darts-WM-Übertragung bei sport1, 1,40 Mio. alten Münster-“Tatort” im WDR

Sogar noch ein paar mehr junge Zuschauer als DMAX mit seinen “Steel Buddies” sammelte sport1 mit der Übertragung der Darts-WM ein: 520.000 14- bis 49-Jährige sahen im Durchschnitt der 4:05 Stunden ab 18.30 Uhr zu, der Marktanteil lag am gesamten Abend bei tollen 5,1%. Insgesamt lag die Zuschauerzahl bei 850.000. Das eigentliche Finale erreichte zwischen 21.25 Uhr und 23.10 Uhr sogar um die 1,5 Mio. Zuschauer, eine genaue Zahl liegt hier nicht vor, da sport1 das Finale nur gemeinsam mit sämtlichen Vor- und Nachberichten ausweist. Im Vergleich zum Vorjahr gingen dem Finale auf jeden Fall Fans verloren: Damals sahen noch 2,15 Mio. Menschen zu. Erfolgreich war am Abend auch noch eine Münster-“Tatort”-Wiederholung des WDR Fernsehens mit 1,40 Mio. Zuschauern ab 21.45 Uhr.

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Alle Kommentare

  1. Es geht bei Tartort-Produktionen gar nicht darum, ob die Filme den Finanzierern, also den Beitragszahlern, gefallen oder nicht.
    Es handelt sich um zielgruppengerichtete Lehrfilme. Gestern ging es um die großzügige Beinfreiheit von Polizeibeamten in Thüringen.

  2. Werden bei diesen Quoten im Sinne einer Langzeitbetrachtung überhaupt berücksichtigt, dass immer mehr Menschen – wie auch ich – die öffentlichen Angebote nach Möglichkeit über die Mediathek anschauen?

    Dank Smart-TV und PC ist diese Variante die weit intelligentere und komfortablere, da sie zeitunabhängig und ohne den für Aufnahmen benötigten Freiraum auf einem Speichermedium erfolgen kann.

    Da Tatort Weimar ein eher junges und jung gebliebenes Publikum anspricht, welches sich durchaus der digitalen Möglichkeiten der Gegenwart bewusst ist und diese vermutlich weit intensiver nutzt als die reifere Traumschiff-Zuseherschaft, wundert es mich jedenfalls nicht, wenn Produktionen für ein altersmäßig breiter gefächertes Publikum mit der Zeit immer verhaltener auf altmodische Weise konsumiert wird, das Steinzeitschiff hingegen weiterhin ehern “stabil” bleibt.

    In meinem Bekanntenkreis inklusive mir wird Tatort Weimar immer geschaut und das so gut wie nie anachronistisch im Life-Modus. Dazu wäre er auch zu schade, denn nur zu gern sieht man manche Szene gerne gleich mehrmals. Dahingehend sind diese Einschaltquoten irreführend, wenn sie nicht einmal das tatsächliche Konsumverhalten der Endverbraucher erfassen können.

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