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„Ich kriege mein Leben zurück“: Jörg Kachelmann über sein Moderatoren-Comeback beim MDR-Talk „Riverboat“

Rückkehr als Moderator beim MDR-"Riverboat": Jörg Kachelmann

Nach neun Jahren endet für Jörg Kachelmann der öffentlich-rechtliche Bann als Moderator. In diesem Monat kehrt der 60-Jährige beim MDR-Talk „Riverboat“ auf den Bildschirm zurück. Für Jörg Kachelmann ist das Comeback eine späte Genugtuung. Im Zeit-Interview sagt der ehemalige ARD-Wetterexperte, er habe sich schon nach seinem Freispruch im Strafprozess vorgenommen: „Ich kriege mein Leben zurück.“

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„Manche haben meine Fernsehabwesenheit wie ein Monstranz vor sich hergetragen“, so  Kachelmann gegenüber der Wochenzeitung. Es sei im Laufe der vergangenen sieben Jahre immer weniger geworden, was man ihm vorwerfen konnte: „Aber das kam immer: Wenigstens darf er nicht mehr ins Fernsehen!“ Das sei für ihn der Grund gewesen, wieder als Moderator in einer Talkshow aufzutreten. Im Januar ist es nun soweit, seine 2019 Co-Moderatorin bei „Riverboat“ wird wie zuvor wieder Kim Fisher sein.

Nach seinem Freispruch vom Vorwurf der Vergewaltigung hatte Kachelmann jahrelang mit allen Mitteln darum gekämpft, seinen Ruf wieder herzustellen. In dem Interview berichtet er außerdem, dass er von Zeitungsverlagen, die während des Strafverfahrens seine Persönlichkeitsrechte verletzt hatten, vor Gericht Entschädigungssummen erstritten habe, die insgesamt „nicht weit unter einer Million“ gelegen hätten. Mit ihm habe „jahrelang kein Journalist sprechen“ wollen, so Kachelmann, daher habe er selbst sich in den sozialen Medien Gehör verschafft. Kachelmann: „Ich hatte natürlich das Glück, dass ich mich auf Twitter äußern und eine Art Paralleluniversum erschaffen konnte.“

 

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Die Leute, die 2010 beim MDR das Sagen hatten, seien heute nicht mehr da, sagt Kachelmann im Interview. Die Anbahnung seiner Rückkehr habe sich über ein halbes Jahr erstreckt, „dann gab es ein diskretes Vorabtreffen – wahrscheinlich, um zu sehen, ob ich bei Trost bin. Auf Twitter schreibe ich ja sehr engagiert und auch polemisch. Ich habe offenbar „bei Trost“ gewirkt, danach gab es das nächste Gespräch mit höheren Etagen“. Vor der Aufzeichnung der ersten Sendung habe er „vor Aufregung kaum geschlafen“ und sei „abends fix und fertig“ gewesen, „als es losging“.

Kachelmann war nach dem Vergewaltigungsvorwurf einer Ex-Geliebten 2010 erst in Untersuchungshaft und dann vor ein Strafgericht gebracht worden und vom Fernsehbildschirm verschwunden. Daran ändert auch der Freispruch 2011 nichts. Die Belastungszeugin war 2016 vom Oberlandesgericht Frankfurt am Main wegen Falschbeschuldigung zur Zahlung von Schadensersatz an Kachelmann verurteilt worden.

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