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Anstalten wollen mehr Geld: ARD-Chef Ulrich Wilhelm erwägt Verfassungsklage als “Ultima Ratio”

BR-Intendant und ARD-Vorsitzender Ulrich Wilhelm
BR-Intendant und ARD-Vorsitzender Ulrich Wilhelm

Halbzeit für den ARD-Vorsitzenden Wilhelm: Noch ein Jahr lang führt er den Senderverbund. In diese Zeit fällt die Vorentscheidung über eine Erhöhung des Rundfunkbeitrags. Wilhelm hat aber auch noch weitere Ziele. Ein Gespräch über das "europäische YouTube" und ein Rundfunkbetrag auf Grundlage der Inflationsrate.

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Der ARD-Vorsitzende Ulrich Wilhelm will im neuen Jahr eine gemeinsame Video-Plattform mit den Zeitungs- und Zeitschriftenverlagen starten. Dies habe für beide Seiten Vorteile, sagte Wilhelm in einem Interview der Deutschen Presse-Agentur in München. Die Verlage könnten mit den Videos der öffentlich-rechtlichen Sender ihre eigene Berichterstattung stärken. “ARD und ZDF würden ihre Herkunftsbezeichnung auf den Videos behalten und insofern auch nichts verlieren.” Auch private TV-Sender könnten Teil einer solchen Plattform werden.

Herr Wilhelm, was haben Sie sich für Ihr zweites Jahr als ARD-Vorsitzender vorgenommen?
Ulrich Wilhelm: Mich mit voller Kraft dafür einzusetzen, dass wir auch in Zukunft innovatives und vielfältiges Programm für die Menschen in unserem Land machen und alle Lebenswirklichkeiten abbilden. Dazu gehören neben Information, Kultur und Bildung auch Sport, Fiktionales und Unterhaltung als Teil eines umfassenden und gesetzlich festgeschriebenen Auftrags. Für den ungeschmälerten Erhalt dieses Auftrags werden wir weiter kämpfen. Umso mehr freue ich mich auf Programm-Highlights wie starke Serien und Dokumentationen.

Zum Beispiel?
Im Februar startet zum Beispiel im Ersten die zweite Staffel der Erfolgsserie “Charité” über das weltbekannte Berliner Krankenhaus. Außerdem gibt es einen Themenabend “100 Jahre Bauhaus”. Und Heinrich Breloer erzählt das wild bewegte Leben des Jahrhundert-Literaten Bertolt Brecht. Für das BR-Fernsehen planen wir eine Literatursendung mit Thomas Gottschalk.

Was genau planen Sie da?
Es geht um einen neuen Zugang zum Thema Literatur und darum, Bücher einem breiteren Publikumskreis zu erschließen. Dafür wird Gottschalk viermal im Jahr mit Gästen über deren Neuerscheinungen sowie andere Kulturthemen sprechen.

Herr Gottschalk hat mit allen Sendungen nach “Wetten, dass..?” Schiffbruch erlitten. Was macht Sie zuversichtlich, dass es diesmal anders sein wird?
Thomas Gottschalk hat seine Laufbahn beim BR begonnen und ist tief in Bayern verankert. In unserem Hörfunkprogramm Bayern 1 präsentiert er seit Anfang 2017 in seiner “Radioshow” jeden Monat drei Stunden lang die großen Hits der Rock- und Popgeschichte und hat damit einen großen Programmerfolg. Thomas Gottschalk wird in diesem Jahr im Ersten durch das Silvesterkonzert des Symphonieorchesters des Bayerischen Rundfunks führen. Anschließend moderiert er mit Fritz Egner schon zum zweiten Mal die große Silvesterparty im BR-Funkhaus, die live in Bayern 1 übertragen wird. Ich habe erlebt, dass Thomas Gottschalk unverändert Strahlkraft hat und Menschen mitnehmen kann. Gerade das Thema Literatur verdient ja eine breitere Wahrnehmung. Da wollen wir im BR-Fernsehen ein Zeichen setzen.

Bertolt Brecht und das Bauhaus sind schon lange her. Erreichen Sie damit auch das junge Publikum?
Lange her heißt ja nicht, dass es überholt oder unzeitgemäß ist. Wir müssen vielmehr immer überlegen, wie wir auch solche Themen innovativ für unser Publikum aufbereiten können. Nehmen Sie das digitale Storytelling-Projekt “Ich, Eisner” vom Bayerischen Rundfunk, das die packende Geschichte der Revolution in Bayern von 1918/19 unter den Bedingungen der heutigen Medienwelt erzählt. Hier verschickt Kurt Eisner quasi in Echtzeit Texte, Bilder, Videos und Sprachnachrichten über Messenger-Dienste wie WhatsApp. Das Projekt zählt zu unseren absoluten Spitzenreitern im Digitalen und wird etwa für den Schulunterricht auch von ganz jungen Leuten genutzt.

Kritiker sagen, an manchen Tagen seien auf ARD und ZDF zehn Krimis gleichzeitig zu sehen. Wollen Sie mehr Anspruch und weniger Krimis ins Fernsehen bringen?
In jedem Fall wollen wir eine größere Bandbreite bieten. Das Bild, das Sie von der heutigen Situation zeichnen, ist mir aber zu einseitig. Der Großteil unseres Programms entfällt auf Information und Kultur. Wenn Sie alle Dritten Programme zusammennehmen, macht der Anteil der Kultur- und Informationssendungen sogar rund zwei Drittel aus. Angebote, die es bei den kommerziellen Anbietern so überhaupt nicht gibt. Und auch Unterhaltung ist ja nicht gleich Krimi. Die Verfilmung etwa von “Der Turm” oder “Weissensee” ist bildend und unterhaltend zugleich, hier gibt es keine Trennschärfe zwischen den Genres.

Sie werben für eine gemeinsame europäische Plattform von Qualitätsanbietern. Aus der Politik gibt es dafür aber bisher wenig Unterstützung.
In Frankreich gab es eine sehr positive Resonanz, auch vonseiten der EU in Brüssel. Richtig ist, dass sich die Diskussion in Deutschland noch sortieren muss. Ich werbe für einen ambitionierten Ansatz, der Europa eine Selbstbehauptung im digitalen Raum ermöglicht: eine gemeinsame digitale Infrastruktur, die von unterschiedlichsten Anbietern etwa aus Kultur, Wissenschaft, Bildung und den Medien für die Verbreitung ihrer Inhalte genutzt werden kann, als Alternative zu den Plattformen der US-Giganten. Mitunter wird darüber so diskutiert, als gehe es um ein Entweder-Oder zwischen Regulierung der amerikanischen Plattformen und eigenen Initiativen in Europa.

Worum geht es stattdessen?
Um ein Sowohl-Als-Auch. Natürlich müssen die amerikanischen Monopolanbieter stärker reguliert werden. Sie sind nicht nur neutrale Plattformen, technische Drehscheiben, wie sie von sich behaupten, sondern natürlich auch Inhalteanbieter. Europäische Marktlösungen allein haben aufgrund des großen Vorsprungs der US-Anbieter nicht die Kraft, dem etwas Gleichwertiges entgegenzusetzen. Hier braucht es einen politischen Rahmen. Denn alles, was in Europa an Start-ups erfolgversprechend ist, wird sonst aufgekauft oder in ein Ökosystem der amerikanischen Anbieter eingemeindet, wenn es zu erfolgreich und damit zu gefährlich werden würde.

Ihr Vorschlag wird oft als “europäisches YouTube” bezeichnet. Trägt der Vergleich?
Der Vergleich trägt insofern, als Video aktuell die wichtigste Währung im Netz darstellt und wir auch für alle, die Bewegtbild einer großen Mehrheit zugänglich machen wollen, nur YouTube und Facebook haben. Auch Häuser, die wie wir traditionell eine starke Kraft in der herkömmlichen Medienwelt haben, kommen derzeit um die sozialen Medien und damit die US-Plattformen nicht herum, wenn sie ihr Publikum im digitalen öffentlichen Raum erreichen wollen. Daher plädiere ich für eine europäische Alternative. Mir schwebt eine digitale Infrastruktur vor, über die Qualitätsinhalte angeboten werden können und die den Austausch mit den Nutzern ermöglicht, Elemente von YouTube, Facebook und Google bietet sowie unterschiedlichste Geschäftsmodelle zulässt.

Fühlen Sie sich dabei von deutschen Medienpolitikern belächelt?
Hin und wieder wird das als Träumerei eingestuft. Damit kann ich leben. Wer dies aber abtut, muss eine andere überzeugende Antwort auf die Schlüsselfrage präsentieren: Wie können wir das Entstehen immer neuer Teilöffentlichkeiten und damit die wachsende Polarisierung unserer Gesellschaften abwenden, dieses Maß an Abgrenzung, Hass und Feindseligkeit im Netz, das den inneren Frieden und die Stabilität der Demokratie gefährdet.

Was ist der größte Widerstand gegen Ihre Idee?
Ich fürchte: das mangelnde Vorstellungsvermögen, dass Europa so etwas überhaupt noch leisten kann. Viele haben sich einfach abgefunden mit einer faktischen Vormacht der US-Anbieter.

In einem weiteren Projekt haben Sie den deutschen Zeitungs- und Zeitschriftenverlagen angeboten, Ihre Bewegtbildinhalte auf eine gemeinsame Plattform zu stellen. Das Echo war ebenfalls verhalten, oder?
Teil, teils. Verlage, die selber keine Möglichkeit haben, attraktiven Videocontent zu erstellen, haben uns signalisiert, dass sie für eine solche Initiative aufgeschlossen sind und sie gerne verwirklicht sehen. Aber es gibt innerhalb der Gesamtheit der Verlage noch Diskussionsbedarf. Den warten wir ab. Anders als bei der großangelegten europäischen Plattform-Idee geht es hier jedenfalls um ein Modell, das wir ohne Hilfe der Politik allein mit Bordmitteln, mit den Mitteln aller Beteiligten, realisieren könnten. Vorbild wäre dabei ein Lizenzierungsmodell, vergleichbar mit dem Ansatz der Austria Presse Agentur in Österreich.

Wollen Sie das noch in Ihrer Amtszeit als ARD-Vorsitzender umsetzen?
Ja, ich würde das gerne verwirklicht sehen, weil ich daran glaube, dass es für beide Seiten Vorteile hat.

Welche denn?
Die Verlage könnten mit diesen Videos ihre qualitativ gute Berichterstattung ergänzen und stärken und dadurch – soweit die Redaktionen das wollen – den hohen Aufwand vermeiden, in diesem Umfang selbst Videocontent zu erstellen. ARD und ZDF würden ihre Herkunftsbezeichnung auf den Videos behalten und insofern auch nichts verlieren. Wir bekämen dadurch eine weitere Anerkennung in der Gesellschaft für die Leistungen, die wir erstellen. Zudem wäre das Modell offen für weitere Partner.

Auch für private TV-Sender?
Auch das Modell in Österreich ist ja durchaus offen für weitere Partner. Grundsätzlich würden wir den Weg mitgehen.

Die Ministerpräsidenten haben sich Anfang Dezember nicht auf die künftige Finanzierung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks einigen können. Wie geht es jetzt weiter? Die Länder könnten die Unterhaltung, den Film und den Sport aus dem Programmauftrag nehmen, oder?
Das wäre so aus unserer Sicht mit der Rundfunkfreiheit nicht vereinbar. Zumal es wie gesagt auch keine trennscharfe Abgrenzung der Genres gibt. “Charité” ist Unterhaltung, aber auch Bildung und Information. “Babylon Berlin” unterhält hervorragend und transportiert gleichzeitig sehr viel Geschichtswissen über die Weimarer Zeit. Eine solche Veränderung des Auftrags würde zu unlösbaren Abgrenzungsschwierigkeiten führen. Auch Sport ist nicht nur Champions League und Spitzenfußball, sondern auch Paralympics, junge Sportarten, die Breite des Wintersports, Frauenfußball und so weiter. Sport ist Teil des Lebens, ein Integrationsfaktor.

Was ist, wenn die Ministerpräsidenten sich auch in einem Jahr noch nicht einig sind? Bleibt dann der Status quo bei 17,50 Euro Rundfunkbeitrag im Monat?
Die aktuelle Höhe des Rundfunkbeitrags von 17,50 Euro entspricht nicht mehr dem realen Aufwand. Denn wir verwenden heute zusätzlich die Gelder der Beitragsrücklage, die zwischen 2013 und 2016 angespart wurde. Rechnet man diese angesparten Mittel auf die Höhe des monatlichen Beitrags um, dann liegen wir heute schon real bei 18,35 Euro. Diese zusätzliche Rücklage wird bis 2020 gänzlich aufgebraucht sein.

Das beantwortet noch nicht die Frage.
So lange es kein anderes geltendes Recht gibt, bleibt es beim bisherigen Verfahren: Ende April melden wir unseren Finanzbedarf für die Jahre 2021 bis 2024 bei der Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten (KEF) an. Dann müsste im heutigen Verfahren die KEF bis Ende nächsten Jahres ihre Empfehlung abgeben. Am Ende müsste eine Entscheidung der Ministerpräsidenten in 16 Landtagen ratifiziert werden.

Und wenn ein oder zwei Landtage sagen würden: “Wir stimmen dem nicht zu”?
In so einem Fall bliebe als Ultima Ratio die Klärung beim Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe. Dies würde freilich eine jahrelange Hängepartie bedeuten. In dieser Zeit könnte nicht ordnungsgemäß gearbeitet werden. Es wäre auch der Respekt vor dem Recht verletzt. Deshalb arbeiten wir mit den Ländern daran, ob es ein gutes faires, alternatives Modell gibt, das die verfassungsrechtliche Vorgabe einer bedarfsgerechten Finanzierung des Rundfunks beachtet.

Im Gespräch ist ein Indexmodell, wonach der Rundfunkbeitrag entsprechend der Inflationsrate steigt und die Sender mit ihrem Budget freier umgehen können. Das wäre für Sie gut. Hätte das auch Nachteile?
Ja, denn wir reden nicht über einen Index, der unsere wahren Kostensteigerungen abdeckt. Die rundfunkspezifische Teuerung etwa, die beispielsweise die Entwicklung der Kosten für Musik-, Film- oder Sportrechte berücksichtigt, lag zwischen 2009 und 2017 bei rund 17 Prozent, während die Verbraucherpreise in diesem Zeitraum um 10,6 Prozent gestiegen sind. Der Unterschied ist beachtlich. Ein solcher Index wäre für uns also eine stetige Schrumpfung. Dennoch könnte ein solcher Index am Ende ein gangbarer Weg sein.

Das Gespräch führten Bernward Loheide, Sven Gösmann und Roland Freund, dpa

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Alle Kommentare

  1. Die Öffentlich-Rechtlichen borden über mit ihren Forderungen: „Die aktuelle Höhe des Rundfunkbeitrags von 17,50 Euro entspricht nicht mehr dem realen Aufwand.“ – Wir unterscheiden fein zwischen Aufwand und echter Erfordernis.

  2. Die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten sollten offenlegen, wieviel vom Etat Pensionslasten, Witwenrenten und andere Zahlungen sind, die nicht den Programmbugets zuzurechnen sind. Es sind vermutlich über 65-70%.

    Mit dem demografischen Wandel sinken die Pensionslasten, und die Generation Zeitvertrag folgt nach, die nur noch Mager-Renten bezieht.

    Damit entstehen gewaltige freie finanzielle Ressourcen, die in neue Programme investierbar sind.

    Da auf kommunaler und regionaler Ebene Pressefreiheit nicht mehr durch Werbung abgesichert werden kann, muss es zukünftig einen Finanzausgleich für freie Lokalmedien und qualitativen Bürger-Journalismus geben.

    Hinzu kommt ein Strukturproblem der Politik:

    Nur noch 1,71% der Bürgerinnen & Bürger (über 16 Jahre) sind in politischen Parteien organisiert. Dies ist überwiegend ehrenamtlich organisiert und so gibt es eine sozioökonomische Schieflage zu Lasten derer, die wegen knapper Einkommen nicht ehrenamtlich mithalten können.

    Parteipolitisch orientierte festangestellte Journalisten bei den öffentlichen Rundfunkanstalten verstärken diese sozioökonomischen Schieflagen noch.

    Die politischen Parteien haben darauf längst reagiert, und weisen immer mehr Mittel für politische Kampagnen aus, die letztlich eine schleichende Verstaatlichung der Presselandschaft bewirken, und eine politische Vergabe von Sponsoring- und Werbegeldern.

    Die Dimensionen:
    Allein die Kampage “Demokratie leben” hat im Jahr mehr gekostet, als die Einbrüche der Abo-Umsätze der gesamten Zeitungsbranche in Deutschland im
    Jahr 2016/17.
    Schwindende Umsätze der “inklusiv-öffentlichen” Zeitungsbranche werden so durch steigende PR-Umsätze konterkariert, und durch Bedienug “nicht-inklusiv-öffentlicher” Social-Media-Kanäle.

  3. Einfach die Gehälter & Pensionen auf ein vernünftiges Maß zurückführen und die Häuptlingsdichte dieses seltsamen Indianerstamms etwas auslichten; dann könnte man die Anzahl der prekären “freien” Beschäftigungsverhältnisse auf Null reduzieren und der Gebührenzahler bekäme noch was raus.

    1. Tun Sie das denen nicht an, Es würde auch andere treffen:

      Festangestellter Malergeselle (ja die gibt es noch beim NDR, keine Kinder, unverheiratet, 10 Jahre dabei) geht nicht unter 6.000 € brutto nach Hause. Ein Pförtner im Nachtdienst (12 Stunden Schicht, verheiratet, 2 Kinder) nicht unter 7.000 €. Ich hätte noch mehr Beispiele …

  4. Ich muss es zu diesem Beitrag noch einmal sagen:
    Nach wie vor bin ich der Meinung, dass öffentlich-rechtliche Sender wichtig sind und auch die Qualität gehalten werden,- bzw. sogar unbedingt verbessert werden muss.
    Aber kein Mensch braucht diese unfassbaren Massen von staatlichen Sendern! (einfach mal die staatliche Senderliste Radio & TV anschauen und staunen)
    Lösung:
    Beitrag um ein Drittel senken, die Hälfte der bestehenden Sender einstellen (z.B. im TV nur noch 2-4x die Dritten und nicht für jedes Kaff) und mit dem, dadurch um knapp 20% gestiegenem Beitrag das Program verbessern.

    Ach ja, was die Höhe der Pensionen anbelangt … da fehlen mir nicht nur im Zusammenhang mit den öffentlichen Sendern schlicht die Worte.

    1. ..nicht nur die Höhe der Pensionen lassen einem die Worte fehlen sondern auch der gesamte Schlendrian dieser Konstrukte, denen inzwischen ja mehrfach bestätigt wurde, dass sie – natürlich wegen der 9 Milliarden Gebührengelder – einen geschlossenen Markt verursacht und die einstmals gute Produzentenlandschaft zu Bittstellern gemacht haben, die – ohne den völlig unnötigen Redaktions-Bauch der Sender plus “wenigen Entscheidern” (Macht korrumpiert!) – genug Geld hätten um viel bessere Filme zu machen. Kein Redakteur hat eine Konsequenz zu fürchten, wenn “seine” von ihm “betreuten” Filme, Flops sind. Wozu wird er/sie also gebraucht, wenn am Ende nur die Produktion die Zeche zahlt. Eine ehemalige ARTE-Geschäftsführerin sagte: “Der gesamte Redaktionsbauch muss weg, niemand braucht den wirklich”. Statt dessen werden die Sender immer irrer, denn – wie man vor kurzem hörte, werden vom ZDF bei allen Soko-Reihen jetzt zwei Redakteure eingesetzt. Sollte einer krank werden, ist die seit Jahren eine Soko-produzierende Firma nicht ohne Redakteur…da könnte ja etwas schiefgehen hahahahaha… So ticken diese Sender. Nicht zu vergessen die ARD/ZDF-Studie, die ALLEN ÖFFENTLICH-RECHTLICHEN SENDERN UND IHREN FILMEN UND SERIEN bestätigt hat, dass sie “massiv Frauen diskriminieren” und noch massiver Männer in unverschämter Art und Weise bevorzugen: Titelrollen und die unglaubliche Menge von 80 % aller Rollen nur für Schauspieler, denen sie auch noch Filme auf den Leib schreiben und sich zusätzlich erdreisten, alte Männer wieder aus der Versenkung ihrer beendeten Titelrollen zu holen, während sie für alte Frauen kaum Rollen haben und überhaupt nicht wissen und in der Lage sind, moderne Frauenrollen überhaupt zu entwickeln. Dazu gehen 85 % aller Regie-Aufträge an Männer. Ich kann mir gut vorstellen, dass eine Verfassungsklage zu diesem 9-Milliarden-Zwangsgebühren-Konstrukt-bevorzugt-für-Männer wegen massiver Frauen-Diskriminierung (trotzdem zahlen alle)Erfolg beim Verfassungsgericht hat. Denn: Das Grundgesetz vom 23. Mai 1949 in der jeweils aktuellen Fassung ist die Verfassung der Bundesrepublik Deutschland. Die öffentlich-rechtlichen Sender (da steht das “RECHT”schon in der Bezeichnung und wird permanent verletzt!), die von Bürgern und Bürgerinnen finanziert werden, verstoßen mit der “massiven Frauendiskriminierung” gegen diese Verfassung. Mit hoher Wahrscheinlichkeit ist eine Klage der Frauen – am besten bevor Herr Wilhelm weitere Milliarden von den Bürgern erklagen will – erfolgreich. Mit der Einstellung der Gebührenzahlungen bis zur Gleichheit 50/50 könnten Frauen sicherlich ebenfalls ein starkes und bei derartiger Diskriminierung erlaubtes Mittel zum Zweck sein. Die Schweden haben es gezeigt – in kürzester Zeit nach 50/50-Vorschrift hat das funktioniert – bis heute problemlos. Zudem machen die Schweden auch noch bessere Filme und bessere Frauenrollen. Mitschuldig sind die Politiker, die das alles wissen aber nichts tun – egal ob der Vorwurf Diskriminierung, Bevorzugung, Kartell, geschlossener Markt, Desinteresse am Nachwuchs, Geldverschwendung oder Unfähigkeit lautet. Es ist ihnen offensichtlich einfach egal! Warum eine derartige Frauendiskriminierung beim ÖR im Parlament nicht zu einer – wie bei Ehe für Alle – schnellen Entscheidung für 50/50 geführt hat, ist mehr als erschreckend. Die Hälfte der Bevölkerung darf wirklich permanent diskriminiert werden? Mit öffentlichen Geldern? Echt jetzt?

  5. 8 Milliarden bzw. 8.000 Millionen und kein Ende

    Es ist eine Krake, die nimmer satt wird! Die neun Landesrundfunkanstalten der ARD haben insgesamt rund 23.000 fest angestellte Mitarbeiter, sie veranstalten elf Fernsehprogramme, 55 Hörfunkprogramme und verfügen über 16 Orchester und acht Chöre. Das Gesamtbudget der neun Anstalten beträgt pro Jahr rund 6,3 Milliarden Euro.Davon entfallen 366 Millionen Euro auf Sportrechte. Die Mitglieder der ARD sind mit etwa 100 eigenen Hörfunk- und Fernsehkorrespondenten an 30 Orten der Welt ständig präsent.

    Das ZDF beschäftigt aktuell rund 3600 feste Mitarbeiter. Der Etat des ZDF lag 2005 bei ca. 1,6 Milliarden Euro (kaufkraftbereinigt heute: rund 1,92 Milliarden Euro). Vier Jahre später überschreitet das ZDF mit einem Ansatz von 2,048 Milliarden Euro erstmals knapp die Zwei-Milliarden-Grenze. Im Jahr 2012 verzeichnet das ZDF einen Umsatz von 2,028 Mrd. Euro. Für Sportrechte wurden in den Jahren 2013 bis 2016 durchschnittlich 243 Millionen Euro ausgegeben.

    “TV-Serien wie „Charité“ und „Babylon Berlin“ seien Unterhaltung, aber auch Bildung und Information.”

    Oha. Da habe ich wohl etwas verpasst. Aus meiner Sicht ist die “Rundfunkabgabe” und ein Staats-Fernsehen in der heutigen Zeit nicht mehr vernünftig. Es würden drei TV Programme völlig ausreichen (und nicht zig verschiedene inkl. Dritte Programme und Spartensender). Radio ist sicher auch wichtig, aber eben nicht in dem Umfang.

    Eine Halbierung des Rundfunkbeitrags und Gesund-Schrumpfen des Apparates, der mehr und mehr zu einer Beschäftigungsgarantie für Drittklassige Schauspieler und einer riesigen Administration samt überzogenen Altersbezügen verkommt, braucht kein Mensch.

    Da wir mit der Berichterstattung meist nicht einverstanden sind (wir fühlen uns nicht objektiv und sachlich informiert), schauen wir praktisch kein ÖR-TV mehr: Spielfilme über Streaming Dienste und auf YouTube findet man sehr spannende Clips. Aus meiner Sicht würde mir Radio im ÖR Bereich ausreichen. Wir zahlen, und haben keinen Nutzen.

    1. Gute Aufstellung und gute Forderungen, denn Gesund-Schrumpfen, Transparenz der Pensionslasten, der Riesenkonstrukte in jedem “Land” sind dringend nötig. So lange die Politiker nur für sich selbst das eigene Landesrundfunk-Bohei brauchen, das ihnen ständig ein Mikro vor die Nase hält, muss erst mal dieser Politik-ÖR-Sumpf geklärt werden. Denn solange werden sie die Transparenz nicht fordern und auch dieses Spass-Konstrukt namens “Fernsehrat” oder “Rundfunkrat”nicht gegen eine richtige Aufsicht austauschen. Diese angeblichen, gesellschaftlich relevanten “Mitglieder” haben wirklich keine Ahnung vom Kartell ÖR und dessen Auswirkungen auf die ganze Branche. Geschlossener Markt heißt – auch das wissen diese Räte nicht – dass ständig neuer Nachwuchs ausgebildet wird aber keine Arbeit für sie da ist. Außerdem steckt dieser ÖR auch noch enorm viel Geld in andere europäische Länder, beschäftigt EU-Schauspieler (die gar keine Gebühren zahlen, ignoriert dafür den Nachwuchs) dreht permanent im Ausland (billiger, längere Arbeitszeiten) statt die Gebühren der Leute auch in Deutschland einzusetzen. Auch davon verstehen diese Räte nichts. Da wird alles abgesegnet, was der jeweilige Intendant auf einem netten, geselligen Sitzungs-Trallala vorgibt. Ich habe auch mit Fernsehräten gesprochen – wenn man denen ein paar dieser Sätze vorwirft.. starren sie einen an wie Kühe beim Grasen. Null Ahnung… da sind Strukturen gewachsen, die gezielt auf Intransparenz setzen. Warum dürfen diese Sender 160 eigene Tochterfirmen haben (bei denen lässt sich einiges vertuschen) oder seit neuestem GmbHs, die gar nicht kontrolliert werden. Warum wohl drehen sie so gerne in Tschechien oder Südafrika (billige Leute, lange Arbeitszeiten, weniger Kosten)… Warum sich wohl plötzlich speziell in Berlin viele große europäische Produktionen niederlassen. Die wollen auch noch an unsere Gebühren-Tröge.. Könnte ja sein wie bei Griechenland, dass “die Politik” es so richtig gut findet, dass die deutschen Fernseh-Gebühren ins europäische Ausland fließen und damit den “armen Europäern geholfen” wird von den “reichen Deutschen”, die sich sowieso permanent schämen müssen.

      1. Warum dürfen diese Sender 160 eigene Tochterfirmen haben (bei denen lässt sich einiges vertuschen) oder seit neuestem GmbHs, die gar nicht kontrolliert werden.

        Ich weiß nicht woher Ihre 160 stammen. Nach meiner Information hat alleine der ARD + Landesfunkhäuser per 2016 rund 2.600 Tochterfirmen. In der freien Wirtschaft wären das Sub-Unternehmer bzw. Sub-Sub-Unternehmer. Derzeit sollen es ca. 2750 sein. Wie gesagt “sollen”. Prüfen kann das nur jemand mit Bucheinsicht und ich kann mir nicht vorstellen, daß hier überhaupt jemand auch nur im Ansatz etwas prüft. Der könnte doch höchstens die geschlossenen Verträge lesen …

  6. Also ich finde das super. 3000 Mindestlohnempfänger müssen das Gehalt eines einzigen Intendanten, die Pensionen seines Vorgängers und die des Abgreifers davor aufbringen. Das wird auch gnadenlos eingetrieben. Im Gegenzug gibt es weder öffentliche Ausschreibungen, Revisionsabteilungen, oder gar Zensurkontrolle. Verfassungsverstöße sind an der Tagesordnung und werden trotz Urteil nicht abgestellt. An eine Anpassung an tatsächliche Einschaltquoten (es schauen ja fast nur noch Rentner zu) ist schon gar nicht zu denken.

    Grundversorgung meint nun mal nicht die des TV Konsumenten, sondern die eigene. Werbung, Lizenzhandel und Posten und Pensionen in Tochtergesellschaften” sind on top.

    Ein System der schamlosen Bereicherung mit einer immanenten Negativauslese. Damit kommt nur der entsprechende Menschenschlag klar (aka Beamtenmentalität). Davon abhängige mit ethischen Mindeststandards sind in der Regel Suchtkrank, jedenfalls alle die ich kenne.

    Trotzdem toll, dieses widerliche System befreit einen selbst ja von jeder Verantwortung. Enrichissez-vous, jeder Lug, jeder Betrug jedes wirtschaften in die eigenen Tasche ist mit einem Hinweis auf diesen verdorbene Struktur nicht nur statthaft sondern notwendige Notwehr.

  7. Der Krieg ist seit 1945 vorbei! Es gibt keinen Grundversorgungsauftrag für Informationen mehr. Infos sind in Wort und Bild im Netz für jedermann kostenlos und frei zugänglich. Dafür braucht es keine Zwangsgebühren und maßlose ÖR-Anstalten. Kürzt dort sofort lieber die unverschämten 80-100 Prozentpensionen des letzten Gehaltes für alle Mitarbeiter mit Altverträgen. Diese Pensionen auf Kosten aller Gebührenzahler sind höchst unsozial gegenüber jedem gesetzlichen Rentner.
    Wir brauchen vielmehr eine Volksabstimmung zur Abschaffung der Zwangsgebühren, die dann die Politik zwingt, die Gesetze zu ändern. Welcher sonst so wohltätige Millionär könnte dies fürs Volk mal bitte organisieren?

  8. “… eine weitere Anerkennung in der Gesellschaft für die Leistungen, die wir erstellen.”
    Frechheit siegt….

    1. “Der öffentlich-rechtliche Hörfunk erhielt Gebühren; er brauche, so formulierte einmal ein ehemaliger ARD-Intendant, keine Hörer, sondern Gebührenzahler” Quelle: heise.de, 06.08.2011
      Daran hat sich nichts geändert. Sondern er wurde durch die Umstellung der Berechnungsgrundlage sogar noch schlimmer. Gestützt durch Urteile des Bundesverfasśungsgerichts unter Verfassungsrichter Ferdinand Kirchhof und basierend auf den Rechtsgutachten eines Bruders dieses Richters. (Google)
      Und dann über das System Putin lästern……

  9. Knapp € 4,00 mehr p.a. läßt hier viele das ideologische Fass wiedermal aufmachen: den öffentlich Rechtlichen Sparmaßnahmen anempfehlen und gleich dazuzubemerken man könne ja auf das reichhaltige Angebot zurückgreifen, das mittlerweile als allgemeinverfügbar gilt, wenngleich zusehends als pay content abrufbar.
    Da stören Preisanpassungen weniger und falls doch: dumm gelaufen…

    Was unsere braungetönt wirkenden Argumentierer hier unterschlagen: dass nicht jeder von Fahnenappell an nationalistischer Soße behelligt zu werden wünscht.

    1. Geil, Kritik an einem grundsätzlichen Unrechtssystem wird mit nationalsozialistischen Unterstellung beantwortet.

      Kann man besser darstellen wie krank die Befürworter in ihren absurden Verrenkungen geworden sind?

      Sieht nach schweren psychische Problemen aus. Die Gier der einen nach Posten und Pension und die Unredlichkeit derer die andere für ihren Konsum mitbezahlen lassen wollen sind imo die Ursache.

      Wie wäre es mit einem fairen Deal? Grundverschlüsseln, Konsumenten zahlen das doppelte und der Rest ist mit 5 Euro StaatsfunkSoli++ dabei.

      Dafür Ausschreibung der Leistungen und Abschaffung des Starkultes. Der mündige Bürger wird dann die Antwort geben. Ich fürchte das diese in ihren verschrobenen Wertesystem voll Nazi wäre.

    2. Diese Argumentation gegen “Preisanpassungen” der Zwangsbeiträge müsste sogar den Vertretern, Angehörigen oder sonstigen Nutznießern wie Lieferanten etc. ausgesprochen peinlich sein

  10. Exakt, was ist realer Aufwand, was Erfordernis – und was schierer Wunsch ? Die ÖR-Mixer rühren gerne alles zusammen. So wie Herr Wilhelm im Interview. Dabei wird es die Zukunft weisen: Downsizing – weniger ÖR-Kanäle, weniger ÖR-Sender, ist das Gebot der Stunde. Auch das Verfassungsgericht könnte evtl. in dieser Richtung urteilen. Denn damit ließen sich ordentlich Resourcen sparen – und die GEZ-Gebühren können für die Audienz gut um die Hälfte gekürzt werden. Den Rest machen private Streamingdienste, neue Sender und gute Journalistenplattformen, die mit Autoren-Journalismus auf Plattformen Geld verdienen. Die europäische Lösung wird nicht laufen: Language ! Aber davon haben deutsche Medienmacher keine Ahnung. Wilhelm geht es ums Kaschieren. Die Zeit der ÖR-Hypertrophie ist abgelaufen. Die Audienz verlangt mehr Wahlfreiheit, keine weitere Gängelung im überteuerten gebührenfinanzierten Programm-Gedöns der ÖR.

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