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Übergangslösung bei Condé Nast: Wolfgang Blau wird Interims-Chef für das deutsche Verlagsgeschäft

Deutschland-Comeback: Wolfgang Blau, Vice President von Condé Nast International, wird vorläufig auch die hiesigen Geschäfte leiten
Deutschland-Comeback: Wolfgang Blau, Vice President von Condé Nast International, wird vorläufig auch die hiesigen Geschäfte leiten

Wolfgang Blau, Präsident von Condé Nast International in London und ehemals Chefredakteur von Zeit Online, übernimmt interimistisch die Geschäftsführung des Münchener Magazinhauses Condé Nast. Grund ist, dass der Geschäftsführer Moritz von Laffert das Zeitschriftenhaus eher als geplant bereits Anfang nächsten Jahres verlässt. Er hatte dem Unternehmen zuletzt einen harten Sanierungskurs verordnet.

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Eher als geplant gibt Moritz von Laffert die Geschäftsführung des Münchener Verlagshauses Condé Nast bereits Anfang nächsten Jahres ab. Dies teilt der Magazinverlag mit, zu dem Titel wie Vogue, AD, Glamour, GQ gehören. Von Laffert, zugleich auch Vice President von Condé Nast International (CNI), wollte ursprünglich erst im Laufe des nächsten Jahres das Unternehmen verlassen. Nun habe er sich aber mit den Gesellschaftern darauf verständigt, dass er „seine operativen Ämter Anfang 2019 niederlegt“.

Für eine Übergangsphase übernimmt nun Wolfgang Blau die Geschäftsführung des Unternehmens, bis eine neue Führung feststeht. Blau ist Präsident von CNI. Unterstützt wird der ehemalige Zeit Online-Chefredakteur von einem Management-Team − bestehend aus Personal-HR-Director Kelly Heitzer, Finance Director Roland Riedesser und Digital Director Jan Sobota. Sie sollen die laufenden Geschäfte interimistisch leiten, heißt es. Gerüchte, wonach Blau langfristig die Geschäftsführung in Deutschland übernimmt, hatte der frühere Chefredakteur stets zurückgewiesen.

„Ich finde Deutschland ein sehr lebenswertes Land, mache hier auch gerne Urlaub und spreche mit meinen Kindern Deutsch. Eine meiner Stärken und Leidenschaften liegt aber darin, internationale Unternehmen zu führen und diesen Traum erfüllt mir Condé Nast International in London“, erklärte er vor wenigen Monaten im MEEDIA-Interview. Möglich ist aber, dass Blau das Deutschlandgeschäft – zusammen mit dem derzeitigen Management – von London aus steuert. Hier befindet sich der Sitz von CNI. Denn der US-Konzern will nach der Neuausrichtung des internationalen Geschäfts die Auslandsgesellschaften außerhalb der USA stärker von der britischen Hauptstadt führen.

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Von Laffert, der zehn Jahre Condé Nast ist in Deutschland leitete, stand zuletzt massiv in der Kritik. Der gebürtige Hamburger hatte in den vergangenen Jahren einen harten Sanierungskurs gefahren, um die Ertragslage des Unternehmens zu verbessern. Der Grund: Hohe Auflagenverluste bei den Flaggschiffen Vogue, AD, Glamour, GQ belasteten 2017 das Geschäft schwer. So verkaufte der Deutschland-Chef unter anderem die Frauenzeitschrift myself, zentralisierte die Vermarktung und stellte die Print- und Online-Ausgabe des Magazins Wired ein. Auch die Schlussredaktionen fielen dem Rotstift zum Opfer. Zuletzt gab es in der Belegschaft Unruhe. Teile forderten einen Betriebsrat, um ihre Interessen zu wahren. Doch das lehnte er ab.

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