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Preisgekrönte Frauenfreunde: Thomas Fischers Rückschau auf ein Medienjahr der Skandale von “Wedel” bis “Relotius”

Thomas Fischer, Bundesrichter a.D., ist Autor der MEEDIA-Kolumne Fischers kleine Presseschau
Thomas Fischer, Bundesrichter a.D., ist Autor der MEEDIA-Kolumne Fischers kleine Presseschau

Das Medienjahr 2018 geht zuende, wie es angefangen hat: Mit einem ganz großen Knaller, einem ganz großen „Aufarbeiten“ und der Suche nach einem „System“, das dahintersteckt, wenn unter den Engeln der Wahrheit und Schönheit sich ein Teufel der Lüge und der Niedertracht verborgen hält. Was mit „Wedel“ begann, endet mit „Relotius“. In Fischers kleine Presseschau zieht Kolumnist Thomas Fischer Bilanz.

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Preise!

Dass die heutige Medien-Kolumne ein wenig persönlich gefärbt ist, muss verschmerzt werden; es gilt in unseren empathischen Zeiten ja auch als Zeichen guter Absicht. Man darf die Empathie allerdings auch nicht übertreiben, wie es der preisgekrönte Spitzenjournalist R.  frecherweise jahrelang tat, indem sich zunächst in das Stimmungsbild des umgebenden Soundsystems einfühlte und dann die passenden Tatsachen dazu erfand. Vielleicht ist er psychisch krank. Das wäre nicht nur schadensersatzmäßig eine gute Prophylaxe, sondern auch erklärungstechnisch. Und weil der Wahnsinn im Premium-Journalismus praktisch nie vorkommt, fällt er auch so selten auf. Vor allem, wenn die Fake-Texte allesamt von allerhöchster Qualität sind: Meisterwerke am laufenden Band. Das wird schon dadurch bewiesen, dass ja sonst auf keinen Fall die noch meisterhafteren Chefs und Juroren darauf hereinfallen könnten.

Natürlich gibt es Ausnahmen. Der Chefredakteur der ZEIT ist Mitglied der Jury des „Nannen-Preises“ und hat es schon immer gewusst: Zwar hatte man „Zweifel nicht in dem Sinne, dass es Fälschungen waren“; andererseits aber waren die Stücke so, „dass es einige von uns nicht glauben konnten. Auch ich nicht“ (di Lorenzo im SPIEGEL-Interview vom 21.12.2018). Das Nicht-Glauben-Können führte aber, soweit ersichtlich, nicht zu Nachfragen, sondern allein zur Höchststrafe im Nannen-Himmel: Kein Nannen-Preis.

Die Branche wälzt sich seit zehn Tagen im erhitzten Öl stellvertretenden Schämens und tiefgründiger Elegien. Wie konnte es soweit kommen? Wer wusste, wer ahnte etwas? Haben  am Ende gar wir alle versagt, wie einst in Gladbeck? Jedenfalls muss jetzt alles anders werden. Die Schraube dreht sich im Zweistundentakt der Updates, denn unter einem Geysir selbstreferentieller Metatexte tut es die Qualitätspresse nicht. Auf „Facebook“ und „Twitter“ tragen die Kundigen nach, was in die Leitartikel nicht mehr passte.

Es gibt bekanntlich ungefähr 500 deutsche „Journalistenpreise“, fast so viel wie DLG-prämierte Dauerwürste. Der letzte Preis, den der Meisterschreiber R. aus Hamburg erhielt, war der „Reporterpreis“, Anfang Dezember. Auch das „Wedel“-Team der ZEIT war dort und kriegte den Preis dafür, dass es am 4. Januar 2018 enthüllt hat, wer der bis dahin unbekannte Täter war, der zwischen 1975 und 1996 Frauen aus sexuellen Motiven ausgenutzt, bedrängt und genötigt und die gesamte Film-, Fernseh- und Medienbranche in jahrzehntelange Angststarre versetzt hatte. Der Schuldige wurde enttarnt; ihm halfen weder freches Bestreiten noch alte Kumpels. Seinem „System“ wurde mittels Task-Forces und einer Anlaufstelle für Opfer in Bad Hersfeld der Garaus gemacht.

Ein Rechtsanwalt aus München twitterte, die ZEIT habe die von ihr vorgeführten Opfer am Füllhorn des Reporterpreises nicht beteiligt. Das brachte ihm eine Abmahnung des ZEIT-Rechtsanwalts ein, weil es beim Reporterpreis gar kein Preisgeld gibt. Das gibt es beim „Leuchtturmpreis“, den die ZEIT-Redakteure für dieselbe Leistung im Juni auch schon erhalten hatten. Damals teilte die ZEIT mit, dass das Preisgeld von 3.000 € an ein Opferprojekt gespendet werden solle. Man ist bis heute sehr gerührt über die vorbildliche Fürsorge und Loyalität, die man den „die Frauen, die sich uns unter erheblichem Risiko anvertraut haben“ (die stellvertretende ZEIT-Chefredakteurin Sabine Rückert, nach SZ vom 25. 3. 2018), zuteilwerden ließ. Im „Jahresrückblick“ am 3. Dezember schob man daher ein langes Interview mit einer Unternehmerin aus Berlin nach, die – wie gerüchteweise behauptet wird – die einzig selbstrecherchierte unter den präsentierten „Opferzeuginnen“  der ZEIT gewesen sein soll.

 

Opfer!

Der erwähnte Rechtsanwalt aus München vertritt die einst von der ZEIT ins gleißende Scheinwerferlicht getauchte Auskunftsperson Jany Tempel. Sie ist die namentlich bekannte, von der ZEIT am 4. 1. 2018 als Opfer vorgeführte Person. Die ZEIT präsentierte sie für ihre „vorbildliche Verdachtsberichterstattung“ mitsamt ihren psychischen Erkrankungen und Kindheitstraumata, wertete Befragungen ihrer Psychotherapeutin aus, grub sich in die Seele ihrer Kronzeugin, wie man es halt macht als Journalistenpreisträger.

Frau Tempel soll vom bekannten „Medienanwalt“ Sch. aus Berlin an die Redaktion vermittelt worden sein – was, wie man hört, „geheim“ gehalten werden sollte. In langen Besprechungen mit Unter-, Ober- und Chefredakteurinnen soll sie bewegt worden sein, ihren Wunsch nach Anonymität aufzugeben. Bedingung dafür war, so sagt ihr Anwalt, dass das von Tempel geschilderte Tatgeschehen aus dem Jahr 1996 verjährt sei, die Beschuldigung also nicht in einem justiziellen Verfahren überprüft werden könne.

Die Zeugin Tempel benannte weitere mögliche Auskunftspersonen. Mindestens eine davon taucht im preisgekrönten „Zwielicht“-Stück im Zeit-Magazin auf. Diese Zeugin bestand darauf, anonym zu bleiben. Noch vor Veröffentlichung teilte sie mit, dass sie sich nicht richtig wiedergegeben fühle, und verlangte aus dem Text gestrichen zu werden. Die Antwort sei gewesen: Zu spät, die Story stehe, und man verwende das aus ihren Mitteilungen nachrecherchierte Material. Der „Wie ich Wedel einmal vorlesen musste“-Abschnitt kam im „Magazin“-Stück vom 4.1. ohne wörtliche Zitate aus. Die Frauenfreundschaft mit dem ersten Opfer war damit schon beendet, bevor überhaupt der Bericht über „die Frauen, die sich uns unter erheblichem persönlichen Risiko anvertraut haben“, erschien.

Die leidige Verjährungsfrage war ja bei der ZEIT eigentlich gut aufgehoben:

„Frage: Denken Sie, Sie wissen manchmal mehr als die Richter?

Rückert: Ja, manchmal denke ich das. Das klingt jetzt hybrid, aber es ist so. (…) Ich bin Journalistin und ich kenne mich mit Fakten aus. (…) Ich bin eine Fachjournalistin, davon gibt es auch nicht so viele auf diesem Gebiet. Was mich stört, ist die Unwissenheit der Anderen.“

(Quelle: SAKIDA – für Frauen, die mehr wollen, Mai 2011)

 

Und dann gab es ja auch drei Spitzenanwälte: einen für Medienrecht, einen für Zivilrecht, einen für Strafrecht, die mit der Chefredaktion zusammensaßen. Der Zeugin Tempel teilte diese mit: Alles verjährt! Wer genau für die falsche Auskunft verantwortlich und wer überhaupt beauftragt und bezahlt wurde, über die Frage nachzudenken, ist heute streitig. Der Medienanwalt jedenfalls soll gleich nach Irrtumsaufdeckung klargestellt haben, er habe damit nichts zu tun.

Jedenfalls war die Auskunft falsch. Die behauptete Tat gegen Tempel wäre erst 2019 verjährt. Das beruht auf einer Gesetzesänderung von 2015  (§§ 78, 78b StGB), die man gewiss nicht übersehen durfte, wenn man als Rechtsanwalt mit dieser Frage befasst war.

Nun soll auf eine Anfrage der Journalistin Gisela Friedrichsen, die in der vergangenen Woche in der WELT auf die Sache hingewiesen hat, die von der Unwissenheit der anderen gestörte Redakteurin der ZEIT ihre Kollegin darauf hingewiesen haben, selbst der ehemalige Bundesrichter Fischer habe nach Veröffentlichung der Wedel-Story kritisch gefragt, warum eigentlich man „nur verjährte“ Taten präsentiere. Da kann man sehen, sollte das wohl heißen, wie schwer erkennbar der Irrtum war!

Wenn das zutrifft, würde ich mich natürlich darüber freuen, von der ZEIT-Chefredaktion einmal wieder als Referenz zitiert worden zu sein. Denn in der Tat schrieb ich das in einer E-Mail an die Redakteurin, ungefähr eine Stunde nach der ersten Lektüre des ZEIT-Magazins vom 4. 1. 2018. Ich hatte zu diesem Zeitpunkt die im Text verborgenen Informationen zu Tatzeit (die Mutter des damaligen Lebensgefährten erinnert sich, es sei 1996 gewesen) und Lebensalter („Jany Tempel ist heute 48 und hat braune Haare“) noch nicht entschlüsselt.

Die Staatsanwaltschaft München eröffnete ein Ermittlungsverfahren gegen Wedel, das – soweit erkennbar – noch nicht abgeschlossen ist. Die Zeugin Tempel wurde, begleitet von Medienanwalt Sch., von der Staatsanwaltschaft vernommen. Da sie kein Zeugnisverweigerungsrecht hat, musste sie auch alle von ihr bekannten Auskunftspersonen benennen, die anonym bleiben wollten. Alle dürfen sich seither, je nach Ausgang des Ermittlungsverfahrens, auf umfangreiche Vernehmungen in der Hauptverhandlungsschlacht einstellen. Dumm gelaufen!

Die Chefredaktion bedauert natürlich sehr: Wer hätte das ahnen können! Der Zeugin Tempel soll man allerlei Navigationshilfe sowie finanzielle Unterstützung bei möglichen Zivilprozessen Wedels gegen sie versprochen haben. Für die hohen Aufwendungen der Zeugin in dem Strafverfahren gegen Wedel (als „Opferzeugin“ oder Nebenklägerin) reichte die Fürsorge der lieben preisgekrönten Freundinnen allerdings nicht mehr.

Ergebnis: Frau Tempel weiß nun, wie es ist, wenn man sich der ZEIT „unter erheblichem persönlichen Risiko anvertraut“. Sie hat gekriegt, was sie unter allen Umständen verhindern wollte (ein öffentliches Strafverfahren) und sitzt auf einer Kostenrechnung von vorerst 31.000 €. Ihr Rechtsanwalt soll inzwischen Klage gegen die ZEIT erhoben haben. Es scheint fast, als gebe es im großen Wedel-Tribunal der ZEIT nur einen einzigen Gewinner: sie selbst.

 

Frauenfreundschaft

Bekanntlich wird der Kolumnist gern als „Frauenfeind“ beschimpft. Wenn die Burmesters und Schwarzers, Schmollacks und Mayrs losgelassen sind, helfen auch Wortlaut und gute Absicht nichts: Als der Kolumnist zu „#metoo“ ironisch anmerkte, Meldungen über Frauen-Erniedrigung hätten heuchlerische TV-Sender von Frauen verlesen lassen, deren stereotype Herrichtung als sexualisierte Fernsehsternchen die angebliche Betroffenheit Lügen strafte, wurde selbst diese Solidaritätskundgebung von tiefgläubigen Fundamentalistinnen als Nachweis krankhaften Frauenhasses gedeutet. Da muss man durch.

Auch ich, so bekenne ich, habe gesündigt. Einst schrieb ich im Entwurf einer Kolumne folgende Zeilen über Widersprüche in Opfer-Definitionen:

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„(…) Und dann, vielleicht, wird die Selbst-Bestimmung der deutschen Frau ein Niveau erreicht haben, das ihrer Natur genügt: Die Verschmelzung von Louboutin-Trägerin, Aufsichtsratsvorsitzender und Kind: Immerzu missbraucht, immerzu zu kurz gekommen, immerzu im Schmerz. Nie genug.“

 

Das war nach Ansicht der ZEIT-Redakteurin zwar ganz nett, reichte aber nicht aus. Nach redaktioneller Bearbeitung lautete die im Juni 2016 veröffentlichte Passage daher so:

„…Und dann – vielleicht, eventuell – wird die Selbst-Bestimmung der deutschen Frau ein Niveau erreicht haben, das ihrer Sehnsucht genügt: Die Verschmelzung von Louboutin-Trägerin, Aufsichtsratsvorsitzender und ewigem Kind. Auf hohen Absätzen, doch immerzu missbraucht. Auf lukrativen Posten, doch immer noch zu kurz gekommen. Auf immer unverstanden sowieso: Kaum trippelt man selbstbestimmt im kurzen schwarzen Spitzenkleidchen übers Parkett, honigblond hochgesteckt, die Augen falsch bewimpert, die Lippen geschürzt, die Brust gestützt ­– da starren schon wieder Männer, es ist doch zum Verzweifeln.“

 

„Soll das Journalismus sein?“, demütigte einst die stellvertretende Chefredakteurin der ZEIT öffentliche eine kleine Möchtegern-Schweigenbrecherin aus der Berliner Online-Redaktion. Das Mäuschen aus der Schar der von manchen Hamburgern gern „Online-Tanten“ Genannten wusste vermutlich noch nicht, wie richtige Loyalität geht.

Aus welchem psychologischen Dunkel sich die Bilder vom schwarzen Spitzenkleidchen, honigblonden Trippeln und der Lukrativität der Dienstleistung speisten, ist nicht mein Problem. Es ist aber, finde ich, ein bisschen ungerecht, dass der angebliche Autor dafür als sexistischer Drecksack beschimpft wird, dieweil sich die Urheberin über Preise für Frauen-Solidarität freut.

 

Jahrestag

Manchmal verbinden sich, wie jeder Hamburger Journalist weiß, Fäden des Lebens auf wundersame Weise. Am 22.10.2016 erreichte mich – damals noch gern gesehener ZEIT-Kolumnist – aus der Chefredaktion die Anregung, ich möge mich in der nächsten Kolumne mit „Maden im Speck“ beschäftigen und mich in diesem Zusammenhang der Trägerin des Friedenspreises des deutschen Buchhandels, Carolin Emcke, annehmen. Die E-Mail war – zurückhaltend ausgedrückt – sehr deftig formuliert und ließ weder fachlich noch persönlich ein gutes Haar an der ehemaligen ZEIT-Kollegin. Mir waren damals weder die Preisträgerin bekannt noch ihre Texte geläufig. Ich las (und sah) die Paulskirchenrede und das dort preisgekrönte Werk „Gegen den Hass“, und schrieb am 25. Oktober 2016 auf ZEIT Online einen ironischen und nicht wirklich freundlichen, aber gegenüber der Anregung vom 22.10. stark abgemilderten Text, für den ich von der Chefredaktion wiederum sehr gelobt wurde.

Nun geschah – Gerüchten zufolge – Folgendes: Eine hochgestellte Person soll der ZEIT-Chefredaktion die Botschaft haben zukommen lassen, man möge bitte den Kritiker Fischer unverzüglich seines Kolumnistenamtes entheben. Diese gewiss dezent und höflich vorgetragene Bitte hätte – wenn sie denn erfolgte – eine knifflige Lage geschaffen, denn die Umsetzung wäre kaum vollstreckbar gewesen, ohne dass herauskam, aus welchem hasserfüllten Dünger der Frauen-Loyalität die Ironie entsprungen war. Mitglieder der Chefredaktion warfen sich für die Freiheit der Presse und für eine nachträgliche Probezeit für den Kolumnisten (nicht etwa für die Quelle seiner Inspiration!) ins Zeug. Der hochgestellten Person wurden, wie mir berichtet wurde, aus Berlin Ausdrucke sämtlicher Fischer-Kolumnen zur Prüfung zugeleitet.

Es verging ein Jahr. Dann kamen Wedel I (ZEIT Magazin 4.1.2018), und Wedel II (ZEIT Dossier 24.01.2018), und Fischers Kritik daran bei MEEDIA. Er erfuhr am 25. März 2018 aus der Süddeutschen Zeitung, dass die ZEIT sich von ihm „getrennt“ habe:

„Grund sei, dass ein Text Fischers ‚illoyal gewesen (sei) gegenüber unseren eigenen Reportern, die mit erheblichem Aufwand recherchierten, und vor allem auch gegenüber den Frauen, die sich uns unter erheblichem persönlichen Risiko anvertraut haben. Außerdem hatte Herr Fischer keine Argumente‘, sagte Rückert der SZ.“

Die fristlose Kündigung war der Chefredaktion keine Zeile oder Briefmarke wert, und als eine  Journalistin bald danach den Autor via DLF als mutmaßlich impotenten, abgehalfterten alten Mann beschimpfte, voraussichtlich auf dem Weg zu rechtsradikalen Ansichten, meldete der stellvertretende Chefredakteur Ulrich per Twitter, dieser Text habe ihm den Karfreitag erhellt. (Nur zur Erinnerung: Wenn man eine Journalistin als mutmaßlich „ausgemolkene Ziege“ bezeichnet, geht man in die Deutsche Rechtsgeschichte ein als Gegenstand des „Fernsehansagerinnen-Urteils“ des BGH vom 5.3.1963 – VI ZR 55/62. Man kann das vermeiden, indem man schreibt: Ob das Äußere der Dame, das von manchen als „ausgemolken“ empfunden werde, auf zunehmende Frigidität zurückzuführen sei, wisse man nicht genau. So geht Preisjournalismus heute.) Herrn Ulrichs (journalistisches) Credo brach sich am 24.12.2018 auf Twitter Bahn wie folgt: „Gottvater, Gottes Sohn und der Heilige Geist – die Einheit von Macht, Liebe und Wahrheit, nur zusammen bringen sie Heil.“

 

Höllensturz

Den Rechercheuren sei zu verdanken, „dass ein altes Wertesystem ins Wanken geraten ist”, sprach die Vorsitzende des „Netzwerks Recherche“ bei der Verleihung des „Leuchtturmpreises“ für die Wedel-Enthüllung. Das war vielleicht nur die halbe Wahrheit, denn gerüchteweise soll tatsächlich die ganze Recherche in jedem einzelnen Schritt von der stellvertretenden Chefredakteurin geleitet und betreut worden sein. Jedenfalls ist es ein etwas alberner Euphemismus: Das „alte Wertesystem“ ist nämlich weder am 4.1.2018 und noch aufgrund der Ermittlungsarbeit der ZEIT „ins Wanken geraten“, sondern spätestens 40 Jahr früher.

Das „Wanken des Systems“ ist aber natürlich eine Metapher, die zu einer Journalistenpreisverleihung im Jahr 2018 unbedingt dazugehört. Das ganze Medienjahr war ja ein einziges Wanken, bis am Ende der Journalismus selbst wankt unter der Last des ständigen „Schweigen-Brechens“ und der beängstigenden Stille am Schluss einer jeden Enthüllungs-Fanfare.

Nehmen wir das „System“, das die ZEIT frühzeitig als „System Wedel“ aburteilte: Die meines Wissens umfangreichsten, breitesten und lautesten Aufrufe zur Denunziation, zum Begleichen alter Rechnungen und zum „Schweigen-Brechen“, welche die deutsche Gesellschaft in den letzten Jahrzehnten hervorgebracht hat, ergaben als meistgelesene Antwort „So etwas wäre heute nicht mehr möglich“. Außer dem von der ZEIT bereits abgeurteilten Herrn Wedel fanden sich in der weiten Welt der Kunst- und Medienindustrie zwar ein Münchner Pianist und der eine oder andere peinliche Redakteur, aber kein aktuell knackiger Fall. Trotz allen Suchens ließen sich in Deutschlands Kulturbetrieben und Redaktionen auch keine halbwegs prominenten Schwulen und Lesben finden, die jemals aus sexuellen Motiven Macht missbraucht oder irgendeinen anderen Menschen ausgenutzt hätten. Selbst die von der ZEIT am Jahresanfang angekündigten „zahlreichen weiteren protokollierten Fälle“ (mal 18, mal 22, mal 26) dürfen nach 10 Monaten wohl als verhungerte Cliffhanger angesehen werden. Über das Fallaufkommen bei der Opfer-Anlaufstelle der Bad Hersfelder Festspiele ist ebenfalls nichts bekannt.

Umso besser! Ein Grund zur Freude! Und nicht dazu, einfach immer weiter im Jammersound zu behaupten, es müsse das „Schweigen gebrochen“ werden, welches ersichtlich aus sich überbietendem Geschrei besteht. Und ganz gewiss nicht dazu, sich auf Kosten der Opfer mit Tapferkeitsmedaillen behängen zu lassen.

So mag sich für heute der Kreis zum Anfang schließen: „Das System, das die ZEIT sucht, hat sie selbst geschaffen, gefördert, gestützt“, schrieb ich einst. Die angeblich psychisch gestörten oder einfach bösen schwarzen Schafe, deren Höllensturz unter lautem Betroffenheits-Schluchzen wir miterleben dürfen, sind von den preisgekrönten Erzengeln selbst zuvor dahin befördert worden, wo sie waren. In Hamburg und anderswo.

 

 

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Alle Kommentare

  1. Ich muss Frau Rückert in einer Beziehung verteidigen: im Fall Kachelmann sowie im Fall Amelie (Artikel und Buch “Unrecht im Namen des Volkes”) wusste sie tatsächlich mehr als die Richter und hauptsächlich sie sorgte für die Aufhebung eines Fehlurteils in letzterem und für eine aussichtsreiche Verteidigung in ersterem Fall. Und sicher eine sie sich im Fall Wedel etwas Gutes tun, aber das ging ja nun nach hinten los.

    1. Theoretische Anmerkungen, offen bleibende Fragen zum Thema: Wenn einige mehr wissen, wo es doch eigentlich darum geht, dass die stets alles wissen und immer alles richtig machen, weil sie perfekt sind. Mögliche Folgen und eventuelle Konsequenzen, die es aber nicht gibt.

      Don Rumata muss verteidigen, das ist doch gut, denn wer fürwahrspricht, hat schon mal einen Gerechtigkeitspreis gewonnen, zumindest einen fiktiven. Was wußte er/sie oder wer auch immer denn mehr und mehr von was? Und womit kennt er/sie sich aus? Jetzt mal echt.
      Im Fall Amelie? Die war dann sowieso nicht o.k. laut wem? Laut Verteidiger? Laut R. oder S. oder B.? Und da hatten alle Unrecht, die sich mit ihr jahrelang befassten? Wirklich? Womit denn konkret? Mit Suggestibiliät? Mit Vorfällen und Auswirkungen aus frühester Kindheit? Mit anderen Problematiken?
      Dann im Fall Kachelmann? Der war sowieso sogleich un/schuldig laut wem? R., oder er/sie standen immer hinter ihm, seit Anfang an und warum eigentlich? Wie kam es denn zu diesen Ideen und zu dieser Parteilichkeit für ihn? War R. oder er oder sie die wahre Verteidigerin als graue Eminenz, und warum hätte er/sie das wollen und sollen?
      Was wußte Frau R. oder er/sie konkret mehr als ein Richter zb über Menschen, die (angeblich oder tatsächlich) unter dem sogenannten Borderlinesydrom leiden würden? Wieviele Fälle kennt R. aus eigener Arbeit, aus dem Umfeld, die zb im Heim missbraucht wurden u später am Strich landeten und es halt so ist und es auch kein normaler Mensch jemandem vorwirft?
      Was ist eben, theoretisch betrachtet, wenn diese Menschen sehr früh schon selbst sexuelle Übergriffe, es muss ja keine Vergewaltigung im herkömmlichen Sinn sein, erlitten haben, die sie nicht einordnen können, die sehr verwirren, Angst machen, das Gefühl von Ausgeliefertsein sich entwickelt, oder Vorfälle von massiven psychischen Übergriffen und Gewalt an anderen Familienmitgliedern, Augen/zeuge von Vergewaltigungen, brutaler Gewalt i d Familie werden u das intern “verarbeiten” müssen? Da war ja nie ein Kläger, nie ein Richter, wurde nix aufgeklärt, über Jahre hinweg, war alles wurscht.
      Was ist, wenn sich jemand Verletzungen zuführt, suizidal ist, an schwammigen, konkreten Erinnerungen leidet, weil es sogenannte Geheimnisse gibt, damit meine ich Vorfälle, die tabu, unangenehm und beschämend sind und ich meine damit keine verrückten Mütter, denen ihre Kinder immer scheißegal waren, sind u es bleiben.

      Wer weiß bis heute wirklich was mit Amelie bereits in der Kindheit passiert ist und was sonst so vorgefallen ist, das sie geprägt hat, welche Schmerzen hat sie gehabt und warum, was war mit der Mutter, die sie nicht mehr schützen konnte? Wer hat sie manipuliert bzw wo konnte sie keine Grenzen ziehen zw Fiktion, Realität und Symptomheischerinnen? Wenn man ein Leben einer Benachteiligten und ihrer Familie betrachtet, dann ganz, würde ich meinen -und nicht einfach ohne Rücksicht auf Verluste zur eigenen Glorifizierung reißerisch und rein aufklatschend, um angebliche Fehlurteile aufzuklären. Das tut weh, denn da wiederum ist der R. das Beziehungsystem u Beziehungsgeflecht Familie einfach ebenso scheißegal.
      Muss man ein Mädchen u sein gesamtes Umfeld per Buch vorführen, das mehr hinter sich hat als sich eine Frau R. nur im Ansatz vorstellen kann? Leute fertigmachen, die sie am Kicker haben, sie mittels negativer, manipulativer und vorwerfender Psychotricks terrorisieren, das tun einige skrupellose Anwälte, der Gegenseite, wenn es angeblich um Geld geht und Selbstbefriedigung/Verdeckung der eigenen miesen Anteile (rein psychologisch gesehn) u um Zerstörung von Leben, das kennt man, aber sicher keine anständige Reporterin, die was im Kasten hat. Ich meine damit das Menschliche, Menschenwürdige, Menschenachtende und somit ein normales psychologisches Feingefühl, das einem normalen Menschkind von normalen Eltern, Pflegeeltern, Erziehern mitgegeben wird. Zwecks sozialem Frieden. Zwecks Rechtsfrieden. Ahja, es geht ja um angebliche Mängel in der Rechtssprechung, die endlich ans Tageslicht mussten. Aber ist es das gewesen?
      Und jetzt dann wiederum, wer weiß denn was in all den Jahren bei K. und Exfreundin alles abgelaufen ist? Wer war bei den Intimitäten dabei und welche Variationen es gab und welches Abhängigkeitsverhältnis von beiden? Aber woher hatten R., oder er/sie ihre Infos, vor allem welche Infos u worüber im Detail? Liefen da Kameras mit, gibt es Aufnahmen und wer brauchte sowas und was wurde damit gemacht, ich frag ja nur? Welche war ihre, Rs oder Ss oder wessen sonstige Rolle, deren job? Wer hat die eigentlich beauftragt? Der Verteidigung zuarbeiten? Vorher schon klar stellen, dass er unschuldig oder klar schuldig ist? Warum? Der Kampf der mächtigen Frauen von Deutschland für/gegen das jeweilige Recht oder Unrechtsempfinden oder was? Gerichtsreporterinnen und wer noch?
      Bei Mollath sahen R. oder er/sie aber auch nicht, dass der gar nicht krank war, sondern einer saumäßigen Schwarzgeldaffäre auf der Spur war? Wie das? Ich dachte, er und sie kennten sich aus u wüßten sowieso mehr als Richter u Staatsanwälte und alle sonstigen Experten. Vor allem mehr als Psychiater. Jetzt muss ich beinahe lachen, weil bei Amelie wußte er/sie mehr, aber bei Mollath nicht. Vielleicht liegt ja auch in diesem Detail ein Problem, wer weiß.
      Im Fall Wedel vorher schon per Werbetrommel und selbst inszeniertem Zeitungsklatschtratsch klarstellen, dass er schuldig sei? Warum? Weil man unfassbare, hochspannende Geschichten braucht von Märchenonkeltanten, weil das eigene Leben so urlangweilig ist und LeserInnen beglücken will, damit sie zumindest gefühlsmäßig etwas vom angeblich entsetzlichen, schaurigen Leben anderer hätten? Müssten wir nicht jetzt auch noch Angst haben, dass wir selbst gar nicht erkannt haben bisher, dass in jedem Haus mindestens ein Sexattentäter lebt, man mit solch einem Arschloch gar Tür an Tür wohnte und deshalb ständig bedroht in Panik verfallen muss? Dass man als Frau permanent gefährdet ist und dem niemals entkommen kann, aber es zumindest gut ist, dass es Chefaufklärerinnen diesbezüglich gibt, die uns endlich die Augen öffnen u uns naiven Volltrotteln die Welt wie sie wirklich ist, erklären.

      Dann wieder: Um als große, einzigartige Aufdeckerin von angeblich stets mies arbeitender Justiz zu gelten? Skandale, Skandale, Skandale, wo es doch um ganz “normale Justizirrtümer” geht, wie R. oder wer eigentlich wahrhaftig schreibt? Das ist es doch. Aber warum, wozu? Und immer geht es um kleine Leute. Nachbarn, Bekannte, Freunde, wie du u ich. Und R. hält Gericht über Gerichte und sonst gleich mal über viele Involvierte. Größenwahn? Mit Kritik, die man ja üben kann und soll und mit ganz normalem Hinterfragen hat das jedenfalls nichts zu tun, denn es ist bloßes Schüren von Misstrauen gegen die Justiz, irgendwann gegen jede und jeden, Angst soll inszeniert werden. Aber wer aller sollte/könnte daran so großes Interesse haben? Ist es eine gottähnliche Idee? Ein Wahn? Kleiner Exkurs: Ein Nachbar hat ein riesiges Holzkreuz mitten im Garten aufgestellt, um Gott ganz nahe zu sein, das hilft ihm endlich mehr bei sich zu bleiben.
      Können sich ein Reporter, ein Aufdecker und eine Skandalwerberin vorstellen, wie ein zerstörtes Familienleben ist? Ein zerstörtes Leben überhaupt? Völlig ungeschützt der Meute ausgeliefert zu sein? Nein, können sie nicht, wie all jene es sich nicht vorstellen können, die stets auf der Butterseite gelandet sind, nie selbst was leisten u nie jemand unterstützen mussten, sondern immer erste Reihe spielen, getragen, bevorteilt werden und sich ihre abhängigen Heinzelmännchen um sich scharen . Keiner von denen musste jemals selbst durch die Scheißhausgasse des Lebens, das ist es, was ich absolut verwerflich finde. Mit den Gefühlen u der Empathie von Menschen spielt man nicht. Weder so, noch anders rum.

      Allgemeine Fragen:
      Wenn man zb plötzlich öffentlich bloßgestellt wird, zb mails von völlig unbekannten Menschen bekommt, zb jemand am Arbeitsplatz auftaucht und Stress macht, zb Briefleins mit drohendem und persönlich verletzendem Inhalt erhält, zb nächtliche Telefonanrufe bekommt, die verstören, das gesamte Umfeld durchleuchtet wird, zb die Vergangenheit durchforstet wird, persönliche Daten weitergegeben werden, weil jemand das Privatleben breittritt und einen erpressen will, oder tatsächlich erpresst und Unwahrheiten verbreitet, Geschichten erfindet, Lügen verbreitet, dann kann man sich wie genau wehren? Und was sind diese Menschen, die sowas machen? Geil auf was? Geil auf das Problemeschüren? Geil auf Unfrieden? Geil auf publicity? Hunger nach Anerkennung. Bitte ich weiß was, ich, ich, ich, ich, ich. Das ist es doch.

      Welche Rolle spiel(t)en denn in so manchem Dauerscheißhausleben oder höchst angespanntem Leben dann noch aggressive, erpresserische, forsche, sich ständig im Ton vergreifende und skrupellose, arrogante, anklagende, anprangernde “Anwältinnen”, “Fürsprecher”, Unfriedenstifterinnen, Mobberinnen, die nicht mal davor zurückschrecken jemand in den (schleichenden) Suizid zu treiben, in Suizidversuche treiben u Leben zu zerstören? Wer gibt denen denn freiwillig soviel Macht?
      Man möchte rufen, haltet endlich euer Maul, schleichts euch und gebt Ruhe.

  2. Was die Dame diese Blattes in ihrem fortgeschrittenen Alter noch an Urteilskraft hat kann man wunderbar am Fall Mollath sehen. Ihre inhaltlich unhaltbaren Positionen hat die ex Staatsanwältin Gabriele Wolff auf ihrer Seite förmlich seziert. Übrigens auch im Fall Kachelmann. Dort wurde ebenfalls eine Justiz gezeigt die nicht nur jenseits des Rechts sondern jenseits des sog. gesunden Menschenverstandes (bestehend aus simpler Logik die ein Kita Kind beherrscht) herumrichtet.

    Diesem “anderen Blatt mit 4 Buchstaben” – aber gleichem Niveau wie der “Marktführer” ergo Schandfleck Nr. 1 – wünsche ich einen deutschen Hulk Hogan der es genau so in die Pleite treibt wie Gawker es in den USA passiert ist. Dieses Denunziantenblatt ist nur noch ekelerregend. Wie hier ja zu lesen ist wird dort Debilität die nur noch durch Unfähigkeit übertroffen.

    1. Mir fällt nur ein wenig Spaß ein; für eine geile Parodie hab ich momentan leider keinen Kopf, aber später mal, wenns passt.

      Was könnte man also über total minderbegabte, zugleich völlig überschätzte Reporterinnen und Reporter denken, die wenig Ahnung davon hätten worüber sie schreiben, stattdessen über mangelnden Realitätssinn verfügten, irgendwas Widersinniges zusammenfantasierten, absurde Behauptungen aufstellten und sich irrerweise stets für unwiderstehlich hielten? Es hätte doch mit einem Wahnsystem zu tun, das man als Normalsterblicher nicht braucht. Und damit, dass es sicher sauschwer ist, zu verstehen was jemand sagt, meint und schreibt. Oder eben nicht sagt. Aber das ist alles auch wieder reine Fitkion in einer Welt, die sich manche halt so zsammbasteln wie es ihnen gefällt, weil wie wir wissen: Morgen kann alles wieder ganz anders sein. Nur die fixe Idee und die Besessenheit bleibt.

  3. Fischer sagt: “Inzwischen meint die Professorin übrigens, strafbar solle auch sein, wenn eine Person in eine sexuelle Handlung einwillige, weil sie sich in der Person des Sexualpartners GETÄUSCHT habe (siehe “KriPOZ” _ Zeitschrift für Kriminalpolitik, Heft 03/2018, S. 156 ff.)”

    Hatte ich mich doch vor einiger Zeit nach Movie meets Media auf eine (mittel-bekannte) Schauspielerin eingelassen, bei der sich im Nachhinein herausstellte, dass sie sich (auch bei Wikipedia und bei ihrer Agentur) glatte vier Jahre jünger macht. Wenn ich das vorher gewusst hätte! Na, wenn das kein Grund zur Klage ist …

  4. Die journalistische Qualität des ehemaligen Vorsitzenden Richters am Bundesgerichtshof Fischer ist außergewöhnlich. Wenn alle Journalisten seinem Bemühen um Wahrheit folgen würden, hätten wir vermutlich keine Diskussion über Fake-News. Respektvoller Umgang mit Frauen sollte für jeden Mann eine Selbstverständlichkeit sein, und jede Grenzüberschreitung in sexuellen Belangen muss eine der Intensität der Überschreitung angemessene Strafe nach sich ziehen. Allein schon wegen der verheerenden gesellschaftlichen Folgen, sind an den Schuldnachweis allerdings höchste Anforderungen zu stellen. Dem werden die Ausführungen Fischers gerecht. Dass er sich dabei einer einer Sprache bedient, die nicht jeder verinnerlichen kann, hat manch merkwürdigen Kommentar zur Folge.Wenn Fischer sein Amt als Richter (zeitweilig zusammen mit meinem besten Freund) genau so gewissenhaft ausgeübt hat, war er auch ein hervorragender Richter.

  5. Siehe auch “The Untouchables” (Brian dePalma, 1987):
    “Here’s how you get him. He pulls a knife, you pull a gun. He sends one of yours to the hospital, you send one of his to the morgue!”

  6. Zu diesem von Fischer:

    (Nur zur Erinnerung: Wenn man eine Journalistin als mutmaßlich „ausgemolkene Ziege“ bezeichnet, geht man in die Deutsche Rechtsgeschichte ein als Gegenstand des „Fernsehansagerinnen-Urteils“ des BGH vom 5.3.1963 – VI ZR 55/62. Man kann das vermeiden, indem man schreibt: Ob das Äußere der Dame, das von manchen als „ausgemolken“ empfunden werde, auf zunehmende Frigidität zurückzuführen sei, wisse man nicht genau. So geht Preisjournalismus heute.)

    fiel mir ein, was Karl Marx geschrieben hatte:

    Massenhafte, während 10 Jahren in der deutschen und deutseh-amerikanischen Presse gegen mich aufgetürmte Schimpfereien hatte ich nur in ganz seltnen Ausnahmsfällen, wo ein Parteiinteresse im Spiel schien, wie bei Gelegenheit des Kölner Kommunistenprozesses, literarisch berücksichtigt. Nach meiner Ansicht besitzt die Presse das Recht, Schriftsteller, Politiker, Komödianten und andre öffentliche Charaktere zu beleidigen. Achtete ich den Angriff einer Notiz wert, so galt mir in solchen Fällen der Wahlspruch: à corsaire, corsaire et demi [auf einen Schelmen anderthalbe].

    Quelle: http://www.mlwerke.de/me/me14/me14_614.htm

    und warum er in diesem einen Falle von diesen seinen Grundsätzen abgewichen sei.

    Ich halts mit dem alten Charlie, dem “Mohr”, wie ihn seine engen Freunde nannten.

    1. Warum müsste man denn “zunehmende” Frigidität schreiben, es könnte ja eine immerwährende sein, oder etwa nicht? Was glaubten Sie, wie sich sowas eventuell auf kognitive Leistungen auswirken könnte? Wäre es denn nicht möglich, dass sich eine stete Unzufriedenheit im besagten Bereich sogar auf Tagträume niederschlagen würde? Es könnte sogar so sein, dass sich ein schöpferischer Drang völlig verselbständigte und dazu führte nicht mehr zwischen Realität und Fiktion unterscheiden zu können oder noch schlimmer, gar nicht mehr zu wissen woher das eigene dämonische Ich letztlich kommt…hihihihi.

  7. Einfach KLASSE! Nicht nur der Artikel, auch die Diskussion. Wo gibt es das heute noch? Ihnen Herr Fischer wünsche ich ein gesundes Neues Jahr und viele weitere Essays inklusive Diskussionen mit den Lesern.

  8. “… und schrieb am 25. Oktober 2016 auf ZEIT Online einen ironischen und nicht wirklich freundlichen, aber gegenüber der Anregung vom 22.10. stark abgemilderten Text…”

    Ich entsinne mich der beiden Kolumnen, meiner Verwunderung ob der Emcke-Texte (‘Was soll das? Das passt nicht.’) und Sie wegen Ihrer Meinungskundgabe gescholten zu haben. Der Einblick in die Abgründe der Preisträger und -macher hinterlässt, gerade vor dem Hintergrund der länger währenden Diskussion zur Medienkritik, einen etwas seltsamen Beigeschmack – nämlich den einer fehlenden Ernsthaftigkeit bei manchen Medienmachern.

    Gut, dass Sie die Karten auf den Tisch legen (und mein Bauchgefühl mich damals nicht trog). Schlecht, dass Sie den Eingriff in Ihre Unabhängigkeit zu spät bemerkten. Bisweilen fällt das Hinterfragen der Motive vermeintlicher Freunde oder Weggefährten schwer. Manchmal, weil das Vermeintliche nicht auf den ersten Blick sichtbar wird. Manchmal scheut man einfach nur den Blick darauf. Manchmal hat man sich in Selbstreflexion, Wünschen, Hoffnungen, Erwartungen verfangen. Bleiben Sie kritisch und unabhängig, TF. Vor allem denen gegenüber, die zujubeln, hofieren und deren Integrität Sie nicht beschwören können. Das Warum ist immer eine lohnenswerte Frage, auch wenn die Antwort darauf eine herbe Enttäuschung sein kann. Denn der “Fluch der bösen Tat” ist ein unangenehmer Verfolger.

    Noch immer kein Fan, doch noch immer wohlmeinend: Gesundes Neues Jahr, Zuherzennehmender.

    1. @riverx

      Wie kommen Sie denn darauf, er hätte “den Eingriff in die Unabhängigkeit” zu spät bemerkt. Natürlich wird er ihn wahrgenommen haben. (Könnt mir sogar vorstellen, dass er selbst das schlechte Gewissen – quasi schon als “Allegorie” – bei dem Verein darstellte). Auch trainierte teilnehmende Beobachter schnallen als distanzierte und doch involvierte Interessierte Abläufe, Muster, Fehler, Zusammenhänge, Motive usw. Da geht es überhaupt nicht um Wünsche, Erwartungen, Hoffnungen, sondern um Reflexion und Kompetenz, zb erkennen von Sachebeneproblematiken, erkennen von Beziehungsebeneproblematiken. usw

      Was das alles mit Freundschaften und Fanschaften zu tun haben sollte, erschließt sich mir absolut nicht. Ob man Freundschaften pflegt oder Fan von was auch immer ist, sollte man den Leuten selbst überlassen.

      1. An Gangsterwally:
        “Frohes neues Jahr!”

        und etwas zu meiner Art und Weise
        mich mit meinen Freunden zu befassen:

        Fax an BVerfG vom 2 Januar 2019
        wegen §28h SGB IV und BSG Urteil wegen dem II Halbjahr 1996 altes Recht gegen neues Recht insbesondere
        im Spiegel der Rede vom BGH Präsidenten Hirsch und dem von ihm angesprochenen BGH Urteil, dieses
        im Hinblick auf die Berufungsjuristen im Standgerichtsurteil gegen Admiral Canaris und Co :

        https://drive.google.com/file/d/1epm7pE-w2_LQ-2DqgdN96sX8WNE1Jm7O/view?usp=sharing

      2. Gangsterwally: “Wie kommen Sie denn darauf, er hätte “den Eingriff in die Unabhängigkeit” zu spät bemerkt. Natürlich wird er ihn wahrgenommen haben.”

        Was meinen Sie, wessen Zitat “Fluch der bösen Tat” ist? Lesen Sie des Kolumnisten Kommentare.

        Warum auch immer Sie sich angesprochen fühlten, Gangsterwally – TL;DR der Botschaft an TF ist: kritisch gegenüber allem bleiben, sich und andere hinterfragen.
        Die schlichte und wertungsfreie Feststellung ist nämlich: Der Kolumnist hat sich von den Medienmachern instrumentalisieren lassen, nicht nur einmal sondern mehrfach. Der Frage nach dem Warum, nach der Ursache, kann er sich stellen oder auch nicht. Es wäre anmaßend von mir, den Leuten vorzuschreiben, welche Freundschaften sie zu pflegen haben. Jedoch enthält mein unerbetener Rat beileibe keine neuen Weisheiten. Falsche Freunde gibt es, seit es Freunde gibt. Und Personenkult war schon immer ein gesellschaftliches Problem, wie man an der #metoo Debatte sehr schön sehen kann.

      3. @ riverx

        Hahahaha. Warum ich mich angesprochen fühlte? Weil ich, wenn es mir passt, immer meine Meinung habe und sie dann auch abgebe, wiederum unabhängig davon, ob es anderen gefällt oder nicht. Und dann kommt was retour, oder nicht; so ist das eben.

        Der Kolumnist hat sich von skrupellosen nMedienmacherInnen instrumentalisieren lassen? Der nächste Brüller. Das hätten manche gerne so gehabt, dass er die Klappe hält, mitmacht, weil er zb der hausundhofeigene Kolumnenherrgott sei? Oder wo haben Sie das her? Wer hat Ihnen das gesagt?

        Was ich besonders lustig fand, war die Prahlerei mit TF von der Zeit…Plötzlich waren zb hunderte Kommentare hunderte Personen. Da hab ich gebrüllt vor lachen. Man behauptete schädigendes Verhalten meinerseits dem Kolumnisten gegenüber wegen meiner Meinung u Diskussion im Forum. Soweit zu Fakten und Umgang mit Leserschaft bei der Zeit/Zon.

      4. @Riverx
        Nee.
        Seltsam ist nur, wenn großbürgerliche NeurotikerInnen ihre Nase in die Angelegenheiten von ganz normalen Proleten und anderen Primitiven stecken. Wer so massiv auf Sex and crime und Unfrieden steht, kann sich die unmoralischen Wünsche ja am eigenen Leib erfüllen lassen. Dazu muss man nicht andere opfern und krampfhaft versuchen auserkorenen Sündenböcken den eigenen Dreck in die Schuhe schieben.

      5. Lieber Herr Garbers Ihnen auch ein gutes neues und gesundes Jahr. Sie bleiben dran wie ich lese.

      6. Liebe Gangsterwally,
        gestern hatte ich ein sinngemäßes Gespräch:

        Besorgter:
        “Das kann kein Mord, sein, wenn viele unterschiedliche Menschen zufällig Handlungen vollziehen, durch die einem Menschen alle Grundlagen entzogen werden und er an dem Stress stirbt.”

        Ich:
        “Das ist Heimtücke und damit Mord! Es kann ein- oder zweimal solch eine Sache zufällig geschehen, aber nicht immer einsinnig gegen mich und das seit 1997 bis jetzt. Insbesondere nicht in dieser Anzahl und dann auch noch entgegen den im BGBl veröffentlichen Gesetzen und sogar gegen Artikel 20 Absatz 3 Grundgesetz, sowie Artikel 79 Absatz 3 Grundgesetz.”

        Der Besorgte hatte Kummer, wieso frage ich mich…
        Haben Sie eine Vorstellung warum diese paar Worte von mir soviel Resonanz erzeugen?

        Ach noch was, seltsame Menschen wollen immer wieder wissen, welche Anwaltskanzlei mich berät. Das verstehe ich als Lob, denn ich bin nur ein Maurer mit etwas Fortbildung, der sich ungern verschaukeln läßt.

      7. Lieber Herr Garbers. Jemandem die Lebensgrundlagen entziehen, wie zb es auch bei Delogierungen läuft, oder jmd seine Ansprüche vorenthalten, das lebensnotwendige Wasser abdrehen, ihn verhungern u irgendwo krepieren lassen, ihn pfänden, finanziell ruinieren, das ist für die andere Seite Eigennutz und Profit. Wenn jemand schön langsam psychisch zugrunde geht, dann hat die Initiatorin ihr Opfer…

      8. Liebe Gangsterwally,
        wer auch diese Wucherhandlung ( gemäß StGb )
        versucht, er irrt sich, mich kann man durch solche Handlungen
        nur aufbauen.
        Meine Reaktionen sind nicht justiziabel in dem Sinne, dass ich mich angreifbar mache.
        Ich staune aber wie wenig sich seit 1943 in Deutschland geändert hat. Auf der anderen Seite sehe ich, dass meine kleinen Schreiben von sehr mächtigen Menschen genutzt werden und das passt einigen Machtmenschen in Deutschland nicht. Im Fall von Frau Dr. Merkel staune ich. Manchmal mutiert ein Gegner durch Aufklärung zum Nichtgegner, ich bin gespannt.
        Wer Rechtsstaatlichkeit wagen will, dem helfe ich, aber ich vergessen nicht, dass man mich seit 1997 quält und ich verlange die Beendigung dieser Straftat gegen mich und eine angemessene Entschädigung auif der Basis von Gerechtigkeit, nicht auf der Basis von Machtmöglichkeit. Mich mit Schwarzgeld zunächst leise zu machen um mir dann Beteiligung an Geldwäsche vorzuhalten, lehne ich ab !

        Die CDU in Hessen kennt sich aus mit Vermächtnissen…
        Der Minister Grüttner ist ein vernünftiger Realpolitiker …
        In Mannheim sitzt ein solcher Rechtsanwalt, der mich aus dem Baurecht kennt und zur CDU gehört…

    2. @gangsterwally: Vermutlich @riverx überwiegend Recht. Wenn auch nicht so ganz. Denn die wirklich wahren Wahrheiten und Einsichten erschließen sich in der Regel nicht so einfach: Indem man aufs Ergebnis schaut. Und stets muss man aufpassen, dass man nicht die nachträglichen Erkenntnisse zum Maßstab der früheren Beurteilungen macht.

      Nochmal Nähkästchen: Ich habe vermutlich schon 50 Mal ibn den letzten 4 Jahren “meine(n)” Redakteur(in) gefragt, ob ihm/ihr irgendein Thema einfällt, das er/sie für “kolumnen-geeignet hielte. In vielleicht 50 Prozent der Fälle habe ich einen Vorschlag bekommen; vielleicht 25 Prozent der Vorschläge habe ich aufgegriffen.
      So etwas ist keine “Themen-VORGABE”. Ich lese jeden Tag ein paar Zeitungen und ein paar Online-Nachrichten. Aber es wäre doch völlig irrwitzig zu meinen, wöchentlich “Kolumnen” zu schreiben bedeute auf auf einem Hügel zu sitzen und Blockflöte zu spielen.
      In ungefähr 90 Prozent aller Fälle fällt mir, wenn ich ein bisschen nachdenke, ein Thema ein, das mir kolumnenfähig erscheint. Manchmal frage ich Freunde, Kollegen, Redakteure, Feinde oder “Foristen”, ob ihnen vielleicht ein Thema am Herzenj liege. Nicht: “Eine Meinung”!

      Da schließt sich der Kreis: Der Hinweis (m)einer Redakteurin, ich solle mir mal dies oder jenes “anschauen”, ist nicht an sich kritikwürdig. Er wird es aber, indem er mit einem klaren Hinweis auf ein erwünschtes Ergebnis verbunden wird.

      Der Fehler und die Peinlichkeit liegen nicht darin, eine meinung zu haben, die der “angeregten” Meinung entgegenkommt. Sondern darin, diese problematische Nähe von Anregung und Ergebnis übersehen zu haben. Meine Emcke-Kritik vom 26.10.2016 war, soweit ich sehe, nicht falsch. Aber ich wäre ohne die (übergriffige!) vergiftete Anregung vom 22.10.2016 nicht darauf gekommen, sie zu schreiben und zu veröffentlichen.

      Man darf (!) auf solche Einladungen nicht eingehen, selbst wenn sie easy sind, keine inhaltlichen Lügen verlangen und mit Lob bedacht werden. Das ist das Ergebnis, und es war das “ungute Gefühl” damals.

      Am 29. Januar 2018 veröffentlichte ich meine (erste) “Wedel”-Kritik auf meedia.de. Am 30. Januar 2018 stand “Einspruch, Herr Fischer! Die Replik einer Jura-Professorin…” online. Die Jura-Professorin, die den “Einspruch” ersichtlich formulierte, ohne den Gegenstand des Einspruchs verstanden zu haben, war die Veranstalterin der Schwarzer/Kachelmann-Show an der Uni Köln. Sie war Mitarbeiterin an der 64. Auflage meines StGB-Kommentars. Diese Zusammenarbeit hatte ich wenige Wochen zuvor gekündigt. Die stellvertretende Chefredakteurin der ZEIT und Wahrheits-Expertin kraft “ich bin Fachjournalistin” wusste dies. Sie rief, so wurde mir berichtet, alsbald nach Erscheinen meiner “Wedel”-Kritik die Professorin aus (damals) Köln an und bat sie, eine Kritik der Fischer-Kritik zu schreiben. Von Frau zu Frau. Und so geschah es. Ich habe aber keinen Zweifel daran, dass die Professorin nur das schrieb, was sie meinte.

      Da liegt halt das Häschen im Pfeffer! Hinterher weiß man es ja immer nicht mehr so ganz genau, liebe MitbürgerInnen, oder? Und auch Sie, verehrte “Foristen”! Hat man nun immer, stets und wirklich in allen Implikationen zugestimmt bei allen Peinlichkeiten des Lebens? Oder war man im Zweifel? Dachte man Dies oder dachte man Jenes? Waren der arme Autor überwältigt oder die arme Autorin geil auf publicity?

      Inzwischen meint die Professorin übrigens, strafbar solle auch sein, wenn eine Person in eine sexuelle Handlung einwillige, weil sie sich in der Person des Sexualpartners GETÄUSCHT habe (siehe “KriPOZ” _ Zeitschrift für Kriminalpolitik, Heft 03/2018, S. 156 ff.): Wer also aus tiefster Überzeugung “JA!” zu “George Clooney” oder “Rihanna” sagt, obwohl es sich bei diesen beiden Erscheinungen der Nacht in Wahrheit um Timo Meier aus Potsdam und Kerstin Müller aus Fürstenfeldbruck handelte, ist danach ein “Opfer” einer schweren Sexualstraftat. Na ja: Das ist eine andere Geschichte. Die Chefredaktion ist allemal obenauf.

      1. Da könnte ein George Clooney nicht schlecht staunen, sofern er sich als Timo Meier ausgegeben haben sollte. #beyou nach #metoo

        Schlechter Sex, überhaupt Sex sollte strafbar sein.

      2. Danke für Ihre Ausführungen, lieber Herr Fischer.

        Eine übergriffig-toxische Anregung hat ja eine Intention und ein Ziel und will der/diejenige der/die sie bewußt so tätigt, etwas Bestimmtes damit bezwecken.

      3. @ Willi Wahnsinn

        Ja, genau, der Dämon Sexualität. Das ist ja schon mal fix; jetzt muss man nur noch schauen, wie man diesen Teufel ein für allemal aus der Welt treibt.

      4. @TF: muss meine o.g. Äusserung bzgl. Nichtanhörung Wedel revidieren. Habe den ZEIT-Artikel jetzt vollständig gelesen. Er hat Stellung genommen und diese ist wohl auch veröffentlicht worden. Doch: warum ist Wedel nicht mit einer eV gegen die bevorstehende Veröffentlichung vorgegangen? Dass dies in einem solchen Fall möglich ist, hat das LG München I mit Urteil vom 30.11. 2011 entschieden, oder ist ihm die ZEIT zuvorgekommen? Wissen Sie etwas über die Hintergründe?

  9. Es gibt Keine Verschwörung der bedeutenden MedienProduzenten gegen die Wahrheit, schreibt der geschätzte Autor in einem Forumsbeitrag.
    Das freut mich aufrichtig. Ich gehöre zu jenen, die sowas vermuten. Also nicht, dass Chefredakteure in geheimen Zusammenkünften beschließen, die Wahrheiten zu verbannen oder gar, dass sie Regierungsorder oder Befehle ihrer Eigner, also der Besitzer von Medienkonzernen, entgegennehmen. Und wenn sich in diesem Portal nie ein Kritisches Wort zu Holtzbrinck findet und auch nie wird finden lassen, so liegt es daran, dass es nichts Kritisches an der Konzentration medialer Macht gibt. Und im Prinzip, also im Großen und Ganzen, ist die Relotiuspresse in Ordnung.
    Mein Fehler, dass von meinen Abos, das waren dereinst ein Magazin, eine Wochenzeitung -man ahnt welche- und zwei Tageszeitungen, alle ehrlich von regulärem Einkommen bezahlt, nichts blieb.
    Aber ich denke, das ging in Ordnung. Wer will so was wie mich schon als Leser haben. Ich nicht, wäre in Redakteur.

    Bei mir ist es die sehr einheitliche Russlandberichterstattung, die mich zum uneinsichtigen Gegner macht. Zum einen Kenne ich das Land aus eigener Anschauung und teile die Meinung vieler, die das auch tun: Es gibt zwei Russlands. Das in Deutschland medial beschriebene und das, was wir kennenlernten. Und beide haben wenig miteinander zu tun.
    Zum anderen bin ich sehr davon überzeugt, dass es uns als Deutschen gut anstünde, nachdem unsere Vorfahren in der Sowjetunion das größte Verbrechen der Geschichte begingen, auf den Knien um Vergebung zu bitten. Wobei die meisten Russen das das längst getan haben, während in deutschen Redaktionen Menschen schreiben, die Rache für Opas Tod in Stalingrad wollen.

    Nein, es gibt keine Verschwörung . Wozu auch. Die wissen alle von allein, was sie zu tun haben. Und auch, was nicht getan werden darf.
    Und die werden das weitermachen. Beim letzten Mal, bis die Russen auf dem Reichstag die Flagge hißten, diesmal bis Atompilze über Berlin stehen. Ob Hugenberg oder Holtzbrick . Egal…

    1. @Robert Naves,

      ….”Nein, es gibt keine Verschwörung . Wozu auch. Die wissen alle von allein, was sie zu tun haben. Und auch, was nicht getan werden darf”.

      Genau so scheint es zu sein.

      Es ist eine gelebte Liebe zur Resonanz, die heimliche Ahnung der Macht von erzeugter Harmonie und Gleichklang, die uns den Weg in jede Sackgasse ebnet.

      Gut, man kann nachhelfen, den Harmonie-Suchenden etwas Hilfestellung zukommen lassen beispielsweise durch als solche bezeichnete Hintergrundgespräche.

      Da treffen sich dann Lenker und Vervielfältiger, um es der Entfaltung des ersehnten Gleichklanges nicht zu schwer zu machen. So wird eben zu Hintergrundgesprächen geladen. Das ist Fakt. Wer die Omerta bricht, wird natürlich nicht mehr eingeladen, er verliert dadurch nicht nur seinen Zugang zu privilegiertem Wissen, sondern auch Status. Bedeutende Insignien, auf die kein eitler Medienmacher verzichten wollte, und die Uneitlen, so es die denn gäbe nicht verzichten könnten.

      Die Form der Gleichschaltung durch Hintergrundgespräche hat Vorteile gegenüber beispielsweise einer Reichspressekammer schon deswegen, weil sie unsichtbar bleibt.

      Darüber hinaus arbeitet man hier in einem konsensualen Umfeld. darüber hinaus gibt es gelegentlich noch gutes Essen. Oder schweren Rotwein. .

      Ein auf diese Weise herbeigeführter Konsens scheint dermaßen glitschig, daß unser Kolumnist diesem nicht einmal einen eigenen Wert beimessen mochte.

      Dabei geht es hier zunächst nur um den Konsens der Eliten, welcher erst noch in die Gesellschaft getragen werden will, um seine erwünschte Wirkung entfalten zu können.

      Es mag den einen oder anderen geben, der den Eindruck erwecken will, in unserer Republik wären solche Wirkungen eingetreten.

      Naja, Verschwörungstheoretiker eben.

      Ich würde das alles ebenfalls nicht als Verschwörung bezeichnen.

      Vor allem deswegen, weil bereits die Verwendung dieses Begriffes den gesamten dahinter befindlichen Vorgang von jeglicher weiteren Betrachtung befreit hat. Nennen wir es Klüngel, zur gemeinsamen Festigung eigener Bedeutung, allerdings zum Nachteil der Gesellschaft.

    2. @robert naves: “Nein, es gibt keine Verschwörung . Wozu auch.”
      Da haben Sie weitestgehend Recht, nehme ich an.
      Es gibt ja auch keine “Verschwörung”, wonach VW-Verkäufer potenziellen Kunden sagen müssen, dass die “Diesel-Problematik” doch arg überschätzt werde. Und keine Verschwörung der Banken, wonach Zertifikate in Kundenberatungen nicht kritisiert werden dürfen und das ewige unbegrenzte Wachtum der kreditgestützten Geldschöpfung als Naturgesetz der Menschlichkeit dargestellt werden muss.
      So was kommt von ganz allein aus dem Bauch der lebensweltlichen Interessen. Und die meisten Verschwörungs-Theoretiker sind nicht Aufklärer, sondern eine skurrile Kopie dessen, was sie zu entlarven behaupten.
      Das ändert natürlich nichts daran, dass Sie mit dem Hinweis auf die extreme Presse- und Meinungskonzentration und deren dramatische Folgen Recht haben.

  10. Wieder mal ein Genuss! Großartiger Artikel, zumal ich diese miese Geschichte fast schon wieder vergessen hatte. Sollte man aber nicht.

  11. Der Artikel war zunächst frei zugänglich, wurde dann aber entweder aus Prinzip, oder weil die kritischen Fragen zu laut wurden, hinter der Paywall “versteckt”.
    Ich habe selber kein ZEIT-Abo, kaufe sie aber häufiger auf Papier, wobei das tendenziell etwas weniger wird, was nichts mit der Kausa W. zu tun hat. Die Online-Präsenz der ZEIT wird mir, weil sie sehr oft bis ins Rechtsextreme gehende Positionen stützt, immer suspekter, siehe auch unten.

    Bezüglich Herrn Wedel weiss ich vermutlich noch weniger als Sie, ob und wessen er sich “schuldig” gemacht hat oder nicht. Mich hat von Beginn an die mediale bzw. gesellschaftliche Vernichtung gestört, die von der Zeit angestossen und zur Exekution gebracht wurde. Gerade angesichts dieser mitleidlosen Vorverurteilung, die sich auf gewiss viele (bislang meines Wissens “unbewiesene”) Vorwürfe stützt, wundert mich die sanfte Empathie, mit der Herr Kachelmann hofiert wird. Ich empfinde das als krasses Missverhältnis, genauso wie die Bemerkung, “jeder” habe “es” gewusst, wie das so gehe. Mich stört auch das Bild vom gesellschaftlichen Verhältnis; aber vielleicht bin ich auch einfach zu harmoniesüchtig und viel zu unbeleckt für derartige Geschichten. Vielleicht ist es auch die Ansicht, dass es nicht um Männer gegen Frauen usw. gehe, sondern um ein gleichberechtigtes Miteinander, das ich mir zumindest wünsche.

    Das hier ist V2, V1 ist wegen eines ungeschickten Tastendrucks wahrscheinlich untergegangen
    Ich verstehe das Verhalten der ZEIT nicht; ich frage ich auch, wie man da wieder “herauskommen” will, wenn bei den Ermittlungen wieder ein “Mangel an Beweisen” festgestellt würde. Die ZEIT lehnt da sehr weit aus dem Fenster, finde ich.

    1. Vielleicht sind einfach die parteilichen/parteiischen/beratenden ReporterInnen ganz und gar nicht so supertoll, sind es nie gewesen.

    1. … Das kann ich nicht sagen. Denn:
      Man hat mir meinen ZEIT-PLus (Irgendwas)-Zugang (der die Chefredaktion nichts gekostet hat) schon vor 10 Monaten gestrichen. Seither muss ich, finde ich, keine Abbuchungserlaubnis erteilen, um Erkenntnisse der CHEF-Redakteure lesen zu dürfen.

      Nur vorsorglich: Ich bin selbstverständlich Abonnent der PRINT-Ausgabe, und ZAHLE dafür seit Januar 2018 ganz alleine!

      Ich kann mich also zum Rückert/Kachelmann-Interview nicht äußern. Ich weiß über die “Schuld” von Herrn Kachelmann ungefähr genauso viel wie über die Schuld von Herrn Wedel. Mir ist aber über alle Maßen bekannt, dass Frau Rückert über seine UNSCHULD praktisch alles weiß. Dies wiederum ist mir, ehrlich gesagt, schon immer egal (gewesen). Das Landgericht Mannheim hat Herrn Kachelmann freigesprochen (und in der mündlichen Urteilsbegründung m.E. eine peinliche Demonstration der Verkennung seiner Aufgabe geliefert). Das Urteil ist rechtskräftig. Ende.

      Ich fand den Auftritt von Herrn K. im Hörsaal der Uni Köln aus Anlass eines Vortrags der Rechts- und Wahrheitsexpertin Schwarzer wirklich gelungen, vor allem allerdings dank des unvorhersehbar sensationellen “Wer sind Sie denn, Lieber?” der vorgeführten Vorführerin.

      Natürlich war es, glaube ich, nicht ganz so spontan, wie die Youtube-Gemeinde bejubelte. Es wurde mir berichtet, es habe zuvor eine Regie-Besprechung stattgefunden, unter Einbeziehung der Veranstalterin, der vormaligen Gerichtsreporterin sowie eines Hamburger Strafrechtsspezialisten für Verjährungsrecht. Ich weiß aber natürlich nicht, ob das stimmt.

  12. Interessant wie immer.
    Dass der Autor aber nicht etwa freier Kolumnist, sondern ua Themenvorgaben hatte und sich als Auftragsschreiber bzw. -schmutzschleuder gegenüber Frau Emcke betätigt hat, finde ich schon überraschend.

    1. Zuerst würde ich mal ganz genau nachforschen was Frau Emcke, die Kriegsreporterin alles von sich gab und schrieb. Es ist mehr als Dreckschleuderei. Und dafür wurde sie als Friedensapostlin hochgejubelt.

      Als Beispiel: es gibt bei schulischen Deutschaufsätzen auch Themenvorgaben, und was das kleine Mäderl oder der kleine Bub dann schreiben, das kann die liebe Lehrerin nicht wissen; aber wenn die nette Lehrerin vorher schon “abgeklärt” hat, dann wird es problematisch.

      1. Ähm, also meinem Eindruck nach – so wie er auch in den zahlreichen Kommentaren von TF bei seiner ZON-Kolumne zum Ausdruck kam- hatte er freie Hand, den Vergleich mit einem Deutschaufsatz würde er vermutlich recht vehement zurückweisen. Dass ein kolumnierender Bundesrichter redatkionelle Aufsatzvorgaben hatte, finde ich erstaunlich.

        Was Emcke an Dreckschleuderei betreibt ist mir in diesem Kontext wurst, es geht hier darum, ob und warum TF von der Zeit irgendwelche thematischen Vorgaben hatte und darüber hinaus sogar eine bestimmte Stoßrichtung vorgegeben wurde (hier. Emcke eins auszuwischen, von der er nach eigenen Angaben bis dahin noch gar nochts gelesen hatte) und warum er als vermeintlich freier Kolumnist das so mitgemacht hat bis zum großen Wedel-Zerwürfnis. Mein Eindruck aus der ZON-Kolumne war immer, dass er recht große Freiheiten hat, dass er das zur Aufklärung über rechtliche Themen und zum eigenen Vergnügen macht, zumal finanzielle Aspekte eher keine Rolle zu spielen scheinen. Und dieser Eindruck eines “Freigeistes”, den ja viele positive Kommentatoren geteilt haben, hat einen großen Kratzer abbekommen.

      2. Habe keine Ahnung was Sie unter recht großen Freiheiten verstehn, aber wenn man quasi unter der Kontrolle oder sagen wir es klarer unter der Fuchtel steht, dann ist das nur eine Scheinfreiheit. Mein Ding ist sowas jedenfalls nicht, da ich mich nicht herumkommandieren lasse. Hab auch nicht das Bedürfnis andere rumzukommandieren und zu nötigen, da ich keinesfalls rechthaberisch bin. Und ich bin keinesfalls beleidigt, wenn man “meinen” Sachen nicht genügend Hochachtung entgegenbringt und wenn man mich berechtigt kritisiert. Alles andere, wie zb falsche Behauptungen, Verleumdungen, Verdrehungen und Lügereien nehm ich wirklich nicht ernst. Denn: Zickenkrieg oder stellvertretender Hühnerhaufenkrieg ist nur was für infantile Charaktere und unberechenbar Launische. Damit machen sich nur jene lächerlich. Da steh ich drüber, denn das ist reine Anstandssache.

    2. Spät kommen Sie, aber nun doch noch!

      Es ist nicht schlecht, wie – nun zum dritten Mal – die Darlegung einer Peinlichkeit zur Peinlichkeit einer Darlegung umgedeutet wird.

      Aber ich sage es gern auch zum vierten Mal, und auch dreigeteilt:

      Erstens: Der von Ihnen kreierte Titel “freier” Kolumnist” ist etwas schillernd, denn “frei” bedeutet im Journalistik-Kosmos eigentlich nur: ohne Festanstellung. Das bin ich allemal, und das ist auch gut so. Anders (und etwas vereinfacht) gesagt: Der Autor schreibt, wann, was und für wen er will, oder auch nicht.

      Zweitens: “Freiberuflich” ist eine Kategorie aus dem Einkommens-Steuerrecht. Das Thema können Sie hier weglassen. Schriftsteller sind “Freuiberufler” wie Hautärzte, Steuerberater, Kabarettisten oder Rechtsanwälte.

      Drittens: Sie meinen mit “frei” vermutlich etwas anderes: Geistiges, Inhaltliches. Sie überziehen dabei aber leider gleich wieder:_ Von “Themen-Vorgaben” war nicht die Rede, und noch viel weniger von Themen-“Vorschriften”.
      Sondern von einem Themen-VORSCHLAG. Das ist an sich weder schlimm noch skandalös noch sonst irgendwas aus dem Repertoire der Aufregungs-Standards. Ich frage, wie andere auch, gern und öfter mal meinen Redakteur/meine Redakteurin, ob er/sie irgendein Thema für die nächste Kolumne vorschlägt, oder ob ihm/ihr eines einfällt.

      Das hat mit “Freiheit der Meinung” nicht das Geringste zu tun. Der von mir im Text angesprochene Vorschlag (betr. Carolin Emcke) war zwar nichjt explizit erbeten oder abgefragt, aber deshalb keineswegs als kritik- oder skandalwürdig als solcher.

      Ich habe auch keine Meinungs-“Vorgaben” erhalten. Weder in diesem Fall, noch jemals in einem anderen Fall (vorab). Was mir (für mich!) peinlich erschien/erscheint, ist das Erlebnis emotionaler Voreingenommenheit aufgrund der Empfehlung. Ich kannte die Texte der Kritisierten zuvor nicht – dass Sie selbst sie kennen, bezweifle ich vorerst einmal – , und fand es (emotional) im Nachhinein grenzwertig, so schnell auf das THEMA eingestiegen zu sein. Das hat überhaupt nichts mit dem Inhalt zu tun. Es gibt aber immer (!) eine Vielzahl (!) von möglichen Themen, möglichen Kritiken, möglichen Ironien und möglichen Rezensionen.

      Also: Peinlich für den Autor war die eilfertige Auswahl des Themas, auf das er sonst nicht gekommen wäre. Damit könnte man es bewenden lassen.
      Mir scheint nur, dass die “Abarbeitung” der Folgen der Initiierung – sagen wir: im Felsengrund des S. Fischer Verlags und der ZEIT-Chefredaktion, im Zusammenspiel der Letzteren mit dem Autor – optimierungs- und erklärungsbedürftig blieb.

      Sie haben, glaube ich, diesen SINN des Kolumnentextes nicht ganz verstanden. Das ist aber – wirklich! – überhaupt nicht schlimm. Der text erschien auf MEEDIA.de, nicht auf Twitter und auch nicht im “Schwarzwälder Boten”.

      1. Warum sollten Sie in der ZEIT nicht über Carolin Ehmcke schreiben- mit “Fischer im Recht” hatte dies allerdings wohl nicht viel zu tun. Die Anfrage erfolgte wohl eher wegen Ihrer generell kritischen Sichtweise, so what?

        Zu den Preisverleihungen in re ZEIT-Artikeln betreffend vermeintliche Wedel-Opfer: Die Juries trauen den Journalisten solcher Beiträge wohl mehr zu als den staatlichen Institutionen. Man geht lieber zur Presse als dorthin – das hat man schon des öfteren von vermeintlichen Belastungszeugen in Strafprozessen gelesen. Ich bin mit Ihnen einer Meinung: die Presse darf keine Vorverurteilung betreiben, doch das scheint Juries nicht zu interessieren. Das, was Presse darf und was nicht, haben gerade kürzlich die zahlreichen Kachelmann- Klagen gezeigt. Er wurde medial und unter Berufung auf Organe der Rechtspflege vorverurteilt, aber zunächst wurde Polizei eingeschaltet. Kann die Presse die Aufgabe der Polizei übernehmen und über ihre Einschätzung von Aussagen vermeintlicher Opfer, die lediglich ihr gegenüber abgegeben wurden, berichten? Oder kommt dies auch eher “Fiction” wie im Fall Re. gleich? “Wir glauben den Frauen, dass sie Opfer sind und führen hierfür einige ihrer Aussagen an”…….
        Wie steht es mit dem Grundsatz “audiatur et altera pars?”
        Ich weiss nicht, wurde Herr Wedel von der ZEIT vorab zu den Darstellungen der Frauen gehört? Warum hat er dann nicht eine einstweilige Verfügung gegen das Erscheinen dieser Artikel erwirkt?
        Mein Eindruck: die Aussagen der Frauen entsprachen dem Klischee der MeToo -Bewegung, also waren bzw. sind sie glaubwürdig – und dazu haben die Juries applaudiert, so wie C.R. andere Klischees bedient hat, die entsprechend gewürdigt wurden.

  13. Ich möchte versuchen, Herrn Bruns zur Seite zu stehen.

    Es geht nicht lediglich um den Spiegel, obwohl dieser sich mittlerweile in eine Position gebracht hat, die unsere gesamte gesellschaftliche Malaise repräsentiert.

    Ich mache es mir einfach und verweise auf ihre eigenen Kollegen, zum Teil aus höchsten Richterämtern, die sich in Buchform, Zeitungsartikeln und Gutachten zum Teil angemessen vorsichtig zur rechtlichen Problematik der von Merkel losgetretenen Immigration geäußert hatten.

    Die rechtliche Grundlage sowie die Art und Weise, wie alleine dies in Gang gesetzt wurde hat mit Verschwörungstheorie tatsächlich insoweit zu tun, als man mit dieser Etiketierung einen jeden Vorgang, der unter listiger Täuschung durchgeführt wird jeder weiteren kritischen Würdigung zu entziehen trachtet.

    Das wirkt natürlich nur, wenn man diese Strategie der gesamten Gesellschaft überstülpen kann. Insoweit ist es für uns kleine Foristen durchaus ehrenhaft, daß Sie dergleichen sogar für dieses Forum durchführen.

    Nun liegt die Strategie eine Flutung unserer Gesellschaften nicht nur seit spätestens Beginn dieses Jahrtausends als Programm vor, zu dem sich Frau Merkel anerkennend äußerte (youtube) – und selbst wir könnten es unter “Vision 2050” nachlesen. Fischer (Joschka) als AA verfolgte diese Strategie bereits in kleinerem Maßstab durch freihändige Paßvergabe, Pakistan, Kasachstan etc, worüber der Siegel damals allerdings noch berichtete. Die Grünen konnte man bereits Anfang der 90iger wieder verlassen, wenn eine Verfolgung dieser Richtung schon damals nicht gefiel. Es entsprach JFischers Kredo der Verdünnung dessen, was er als Deutsch empfand.

    Gut. Kann man so machen.

    Es ist jedoch insgesamt fraglich, wie man seine eigene Gesellschaft nicht nur in dieser Hinsicht entkernen darf, ohne dabei demokratische Grund-Regeln grob zu mißachten.

    Mit anderen Worten: die Existenz eines Grundgesetz wird funktionalisiert, nimmt inzwischen offenbar eine völlig andere Funktion ein als das, woran einige Menschen sich glauben noch klammern zu können.

    Man könnte das als Täuschung, als eine Form von Betrug bezeichnen, der zum Zwecke einer irgendwie gearteten Ahndung sich derzeit nicht nachweisen läßt, weil – Verschwörungstheorie – darauf ein Deckel sitzt.

    Bis dahin arbeiten wir uns an dem Betrug eines Herrn Herrn Wendt und Konsorten ab.

    Die Spur des Umbaus der Gesellschaft, des Planes genau dazu läßt sich beispielsweise bei Wiki auch unter “Jean Monnet” aufnehmen. Es wäre überraschend, wenn Sie dies alles nicht kennen würden.

    Oder das Wirken und das Selbstbekenntnis eines Maurice Strong, Multimilliardär und Sozialist, Ausrichter des Kyoto- Summit, Master Mind hinter der zum Zwecke des Umbaus der Gesellschaft in Gang gesetzten Klimawandel – Strategie. Übrigens ziemlich zu dem Zeitpunkt, an dem die von Ihnen bewunderte Frau Merkel das Umweltamt von Herrn Töpfer übernahm. Welcher sich nach Nairobi zur UN-Umwelt-Behörde begab. Nichts dagegen, daß man Frau Merkel bewundert. Daß man ihr 10 minütige Standing Ovations entgegenbringt für all das, was auszuführen ihr eine Ehre war. Nur: was genau ist und war dies?

    Sehen wir es schon? Sollen wir es überhaupt schon sehen dürfen?

    Man sollte Raum für Meinung lassen auch für diejenigen, denen eine Bewunderung inzwischen abhanden gekommen ist. Einer verlustig gegangenen Bewunderung könnten spürbare Defizite folgen.

    Unter den noch lebenden Aktionisten möchte ich noch George Soros nennen, der es mit seinem Geld aus dem Stand fertig bringt, Groß-Demonstrationen in Berlin aus dem Boden zu stampfen, die allesamt – ob sie es wissen oder nicht – eher nicht – dieser Richtung Vision 2050 folgen und dabei bereits optisch klar machen, daß sie mit einer BRD nichts am Hut haben. Die dazugehörige Fahne der BRD hat bekanntlich Frau Merkel eingesammelt.

    Wann bekennen Sie sich offen als Gefolgsmann der Vision 2050? Ist es dazu noch zu früh? Muß man immer noch abstreiten, daß man die BRD als überholt ansieht, obwohl doch über sämtliche Ritzen genau diese Botschaft herausgepreßt wird ? Vor wem hat man Angst ?

    Die Themen, denen man inzwischen auch medial aus dem Wege gehen muß sind inzwischen derart vielzahlig, daß diesen Medien garnichts anderes mehr übrig zu bleiben scheint, als auf Rilotius- Geschichten zurückzugreifen.

    An der Stelle, an der Sie offenbar einzuspringen beabsichtigen schließt sich der Bogen. Sie scheinen sich unter Verzicht von Bezugnahmen zu realem Geschehen für die Botschaft verwenden zu wollen, daß der verbliebe Rest seine Ordnung hat.

    Wird Ihrer Einschätzung nach das Jahr 2019 zum Jahr der Entscheidung?

    1. Entschuldigen Sie bitte, wenn ich mich einmische.

      Was bleibt von Ihren Einwänden gegen die aktuelle Poliik der Bundesrepublik, wenn Sie die Immigration für einen Moment beiseite lassen? Ist Immigration das wichtigste oder gar das einzige Problem, dass einer dringenden politischen Lösung harrt?
      Lassen sich Ihre Unterstellungen, das gesamte Pressesystem habe sich gegen uns verschworen, halten, oder hat die “linksgrüne” (Ausdruck des von Ihnen unterstützten Herrn Bruns) Presse vielleicht doch Recht, dass das Thema Migration übertrieben betont wird?

      @Bruns: Herr Wendt ist für mich eine sehr seltsame Figur, deren Wertschätzung politisch rechter Kreise ich nicht nachvollziehen kann. Zählt er doch zu den Leuten, die offen den Staat seiner knappen Mittel berauben. Der aus politischen Gründen mit einer in meinen Augen unredlichen Besoldung installiert wurde. Das spricht doch alles deutlich gegen diese Person und macht sie eben nicht vertrauenswürdig.

      1. @Hafensänger, wir kennen uns bereits.

        Zu Ihrer Frage: “Was bleibt von Ihren Einwänden gegen die aktuelle Poliik der Bundesrepublik, wenn Sie die Immigration für einen Moment beiseite lassen?”

        Immigration ist nicht der eine Punkt, sondern einer unter vielen. Ich habe diesen hier hervorgehoben weil zu diesem Thema eine ganze Reihe vorzeigbarer, kritischer Wortmeldungen von juristisch gebildeten Kollegen des Herrn Fischer vorliegen.

        Kaum zu glauben, daß Sie den Eindruck erwecken, es würden nicht Dutzende weiterer Themen existieren, die ihnen verborgen, ich ihnen also aufzählen sollte.

        Machen Sie sich doch bitte die Mühe und ergoogeln stattdessen stattdessen Vision 2050. Sofern es ihnen wirklich um eine Antwort auf ihre Frage, und nicht um etwas völlig anderes gehen sollte.

        Ihren Vortrag zu Herrn Wendt habe ich, mit einer kleinen Schmähung versehen, sinngemäß so schon bei Herrn Fischer gelesen.

        Die übliche Masche der persönlichen Schmähung und Herabsetzung.

        Argumentative Janusköpfigkeit untergräbt jede Glaubhaftigkeit eines Meinungsaustausches. Worum könnte es dann hier wohl gehen, Hafensänger ?

      2. Mir ist immer noch nicht klar, was Sie so sehr stört. Geht es Ihnem um den Nachhaltigkeitsrat und seinen Kodex, bzw. die anderen dort verlinkten Dokumente?
        Wo liegt da Ihr Problem?
        Über Herrn W. und seine Ansichten müssen wir nicht weiter streiten, da werden wir wohl kaum auf einen gemeinsamen Nenner kommen.

    2. Ihr verschwörungstheoretisches Pamphlet bedeutet für mich den angekündigten Totalabsturz des Forums an dieser Stelle.
      Guter Rat: Immer schön Aluhelm tragen, damit Ihre deutsche Seele nicht verwässert wird.

      1. thomas fischer sagt:
        01.01.2019 um 16:45 Uhr
        Mir scheint, das Forum ist in seine stark absturzgefährdete Phase eingetreten.

        FrauSCZ sagt:
        01.01.2019 um 23:02 Uhr
        Ihr verschwörungstheoretisches Pamphlet bedeutet für mich den angekündigten Totalabsturz des Forums an dieser Stelle.

        Hoffentlich ist wenigstens der TFischer authentisch.

      2. Aber ja doch, Herr Thomas Fischer ist wirklich authentisch, aber bei mir haperts.
        Ich bin leider nur die Fischersche 1/3 Gesamtgewichtinkarnation. Es hätte für mich schlimmer kommen können, z.B. als Spinne, ich bin Arachnophobiker, Glück gehabt.

      3. So dachte ich zunächst auch, FrauSCZ.
        Jedoch: Ich kannte das Projekt “Dialoge Zukunft Vision 2050” bisher nicht. Derartig positive Initiativen gehen heutzutage leider leicht unter.
        Seit 2011 hat sich bereits einiges verändert, gerade darum – aber nicht nur – ist dieser Tipp von Willi wirklich klasse und sehr zu empfehlen:
        https://www.nachhaltigkeitsrat.de/wp-content/uploads/migration/documents/RNE_Visionen_2050_Band_2_texte_Nr_38_Juni_2011.pdf

        Danke Willi!
        Und frohes Neues!

      4. @ FrauSCZ:
        Mein letzer Beitrag bezog sich natürlich auf Ihren vom 01.01. 23:02 und den “Totalabsturz”.

      5. Wenn dann die meditierte Traumtänzerei und die visionären Erlebnisse der NachhaltigkeitsrätInnen von 2011 (?) 2050 als reinstes irdisches Paradies umgesetzt sein werden, befinde ich mich weiterhin nach wie vor im dichtesten Dunkel. Denn dort ist es am schönsten.

      6. Fotobiene sagt:
        02.01.2019 um 00:36 Uhr ….

        Liebe Fotobiene,

        am Projekt “Dialoge Zukunft Vision 2050” arbeiten sich seit Jahren bekannte und unbekannte Verschwörungstheoretiker ab, z.B. hier https://www.freiewelt.net/nachricht/die-vision-die-merkel-bewegt-10072711/
        oder sehr gerne auch im Schmierenblatt Epoch Times, natürlich hat Broder auch diese kruden Theorien in seinem Repertoire.
        Vergleichen Sie den verlinkten Text mit den Schlagworten im Text von Herrn Willi (Klimawandel-Strategie, Soros initiiert und finanziert “Unteilbar”-Demo in Berlin, Masseneinwanderung und angestrebte “Durchmischung”, usw.).
        Speziell George Soros ist immer wieder Gegenstand der VTs, der reiche Jude, der die Welt lenkt, kommt einem doch bekannt vor, oder.
        Foristen wie Herrn Willi begegnet man auf vielen Portalen, ich persönlich habe mich daran genug abgearbeitet und keinen Bock mehr, auf diese Diskussionen einzugehen.

        Ihnen ein gutes neues Jahr.

      7. Danke, solche Links brauche ich wirklich nicht. Ich dachte, das war mit meiner grundsätzlichen Zustimmung klar gewesen.
        Frohes Neues.

  14. Mir scheint, das Forum ist in seine stark absturzgefährdete Phase eingetreten.
    Von “durchschnittsleser” über ” r.mutt”, “spock” bis “niemand” fällt mir nichts ein.

    Zu “Bernd Bruns”:
    Ihre Frage nach Wendt ist von mir bereits beantwortet: am 29.12. um 11.46 Uhr unter Ziffer 3), und dann gleich nochmal am 30.12. um 19.54 Uhr.

    Im Übrigen schütten Sie, finde ich, (wieder) die Kuh mit der Sauermilch aus: Es gibt keine Verschwörung des “Mainstream” gegen eine Wahrheit des Untergrunds. Wenn man das Wahrheits-Niveau der Kanäle und Medien, die dies behaupten, mit dem Wahrheitsniveau derer vergleicht, die sie verdammen, könnte man glatt zum “Eliten”-Fan werden.

    Ich kann schwer verstehen, warum es sinnvoll sein sollte, aus jedem Fehler, jeder Sauerei und jeder Niederträchtigkeit, die passiert, immerzu gleich auf eine ganz große, am besten gigantische, noch besser total geheime und nur den Sehenden erkennbare “Struktur”, Verschwörung usw. zu schließen.

    Es wird damit nur auf albern überzogene Weise wiederholt, was ansonsten leidenschaftlich (und oft durchaus zurecht) gegeißelt wird: “Mainstream”-Erzeugung mittels “Storytelling” und Deutungs-Vorgaben.

    Selbstverständlich kann (sollte) man (seit 60 Jahren) SPIEGEL-Reportagen über Kabinettssitzungen oder Geheimkonferenzen albern finden und kritisch betrachten, in denen abschittelang davon berichtet wird, was wer wann angeblich zu wem sagte und mit welcher Hand er dabei seinen Kräutertee zum Munde führte. Und dass die unvorstellbar “hintergrund”-gesättigten Spezialistinnen der Hauptstadt-Deutungs-Medien zwischen Bad Godesberg und Charlottenburg stets ihre mind-recorder eingeschaltet hatten, als sie feststellten, was die stellvertrennde Arbeitskreis-Vorsitzende dachte, bevor sie dem designierten Geschäftsführer sagte, was nach ihrer Kenntnis der frühere Chef gesagt hatte, bevor er seiner Sekretätin verbot, ein Sterbenswörtchen über den Brief seiner geschiedenen Gattin zu verlieren –
    kann man als normal intelligenter Mensch auch seit 60 Jahren nicht wirklich glauben, oder?

    Das Relotius-Business lebt halt auf einem Smoothie-Niveau zwischen Agententhriller (“Russland-Haus”) und Simmel-Schmarrn (“Liebe ist nur ein Wort”), angereichert mit den Ingredienzien des jeweils upgedateten “Kribbeln im Bauch” von Woodstock bis Festival der Volksmusik. Ist ja auch alles gut: Nicht jede(r) muss sich wohlfühlen als Luhmann oder Sloterdijk in den Räumen, in denen alles schön bunt ist. Der Mensch darf auch ein Tolstoj sein.

    Will sagen, Herr Bruns: Ich widerspreche Ihnen. Man sollte sich davor hüten, den Höhepunkt der (eigenen) Intelligenz darin zu erblicken, dass man beschlossen hat, auf Differenzierzungen zu verzichten.

    1. Erlauben Sie Peter Rühmkorf zu zitieren

      „Phönix voran!

      Was dann nachher so schön fliegt. . .
      wie lange ist darauf rumgebrütet worden.

      Und muß doch wieder raus aus seiner Luft
      und runter in den Eisschleim, in den Bleiverschlag.

      «STARK BELASTBARE FÜHRUNGSKRAFT / VERKAUF (43)
      BEWEGLICHER PRAKTIKER MIT KRISENERFAHRUNG,
      KANN MOTIVIEREN UND AUFBAUEN»:
      mit solchen zusammen mußt du nun in die Arena.

      Hier mal erneuere dich.

      Komm-komm, alter Schmierseifenhansel, ausgerenkte
      der Mensch ist kein Klavierhocker! [Bezugsperson,
      Schraube im Arsch,
      zum Rauf- und Runterdrehn.

      Odu und wie-du-so-sabbelst:
      «Es kotzt mich an, aber es wirft mich nicht um-»
      Das ist auch son Gedanke in Öl, den kannst du dir einrahmen
      [lassen.

      Oder wie du behutsam deine Atemzüge einteilst,
      als wär damit Zeit zu gewinnen.

      Das kannst du aber nicht.
      Das muß erst alles – organisch – mit Gewalt! – entwurzelt werden.

      Schon morgen.
      Heute noch.
      Rechtzeitig ist zu spät.

      Ruhig vom Stuhl geschubst.

      Mit klarem Ruck aus den Angeln.

      Wie dieser ganz normale Neurotiker neulich
      seinem Irrenarzt die Couch vor die Füße kippte und sagte:
      «Mit der Hypo-Bank kamen die Schulden ins Haus
      und mit dem Doktor die Zustände –
      Ich aber will mein Geld zurück und meine Stimmen wieder hören.»

      So etwa!

      Beziehungsweise: «Wenn ich mal richtig ICH sag,
      wieviele da wohl noch mitreden können?!»
      Einspruch? Nichtsda.
      ‘N Ich hat irgendwie jeder, und das ist auch gar nicht so ungewaltig.

      Wenn es die Augen zuklappt,
      geht die Erde unter,
      sind die Sterne aus.

      Und darum will ich
      – jetzt sofort! –
      den Grabstein von der Tür wegwälzen.

      Und darum will ich mich dir völlig unterbreiten,
      wie eine Juniwiese,
      ein Ausbund an Grün.

      Und will dir den Fluß einschenken,
      bis du überläufst,
      unhaltbar,
      fortgerissen,
      u n d m i c h – m i t d i r – e r t r ä n k s t.“

      Ggfls köntte das eine Lust zu fliegen Stürze überstehn?

  15. Und nun Herr Professor Doktor?

    Pladdert Ihnen hier die „ungeschminkte Wahrheit“ auf den Katheder?

    Schaun mer mal – so als Freizeitvergnügen mags durchgehn

    nevertheless Herr Professor Doktor.

  16. Wenn künstliche Intelligenz tatsächlich von blöden Schimpansen gebaut werden sollte: dann sollte die Spezies sich tatsächlich vom Projekt „intelligentes Handeln“ verabschieden – sollte sie es längst nicht bereits getan haben.

  17. @TF

    Das Faible für unterschwellige Blendung, das ganze Wirken eines Relotius: alles für die Katz ?

    Zitat

    “Konsens” oder “Nichtkonsens” ist eine Kategorie ohne eigenständigen Wert. Es gibt keinen sinnvollen Grund, “Konsens” als solchen zu skandalisieren oder zu ironisieren. Konsens ist Vermeidung von Gewalt und Konflikt – was sollte dagegen sprechen? Eine rein formal begründete Denunziation von Konsens ist albern.”

    Zitatende

    Vielleicht etwas zu juristisch gedacht.

    (Mal zum Aufbohren: https://synonyme.woxikon.de/synonyme/konsens.php, ohne darauf noch eingehen zu wollen, wie z.B. eine Frau Merkel den Konsens-Begriff politisch zum Schwingen bringt. Wie dies wohl nur einer Mutti- Figur gelingen dürfe).

    Ein sich in Konsens bereits befindlicher, oder sich begebender Mensch verspürt dabei keine Veränderung einer, womöglich sogar seiner eigenen Wertigkeit? Da werde ich im neuen Jahr wohl nochmals drüber nachdenken müssen.

    1. Es ist ja nicht Ihre private Blödheit, die aufmerksam macht.

      Es ist Ihre öffentlich verkündete Blödheit mit der Sie hier zu glänzen scheinen wollen.

    2. Vlt wirklich nochmal nachdenken sollte es zum eigenständig wirkendem Denken nicht zureichen?

  18. indes, wer und wie in blutverschmierten strassen seine hände mit frischem wasser waschen möchte: aussichtslos.

    Soviel zum Thema: “Persil, da weiss man was man hat“.

  19. ad 1: 250.000 Kriegstote tbc
    ad 2: 25.00“ Kriegstote
    ad 3H 100.000 Kriegstote tbc

    be assured: best Press had ben and will b embedded Press – or so

    Happy New Year

      1. wobei: eine Meta-Ebene back:
        Das Baudrillard-Interview dürfte als korrekt wiedergegeben gelten, ergo authentisch.
        Was glauben Sie ob Baudrillard sich das hätte gefallen lassen ?inkorrekt?

      1. Am Ende steht: Das Interview führten…

        Aber immer öfter tauchen allegorische Figuren und Erscheinungen auf. Das ist sehr schön und freut mich ungemein.

  20. Hahahaha. Frauenverschwörungen. Sie meinen, wenn sich machtgeile Damen zusammentun, um sich das viele Geld und die Wichtigkeit und Berühmtheit untereinander aufzuteilen und dafür ein paar dumme Jungs und Mädels ausnutzen. Und dazu dann noch ein paar Deppen manipulieren, die für sie brav die Drecksarbeit machen. Ja, das ist die hohe Kunst der Manipulation. Und der enormen Freude an der Zerstörung des Lebens anderer. Für derartiges gibt es Fachbegriffe. Man sollte sich vor solchen Gestalten gut schützen und man sollte eine ausgezeichnete Menschenkenntnis haben, um sich dem rechtzeitig zu entziehen. Dazu muss man aber ein sehr bescheidener Mensch bleiben.Schwierig. Nicht mitspielen bringt nämlich Nachteile, aber dafür bleibt man bei sich.

  21. Herr Fischer, ich bin ein wenig enttäuscht. Ich teilte Ihre Meinungen bei weitem nicht immer, fand es aber erfrischend, dass Sie sich bei vielen Themen nicht dem Konsens ergeben, sondern auf die unumstößlichen Fakten geltenden Rechts verweisen. Auch hier ist die eigentliche Kritik an der fehlerhaften Recherche der Zeit zur Verjährungsfrist wichtig und richtig. Die geht jedoch in Ausschweifungen zu persönlichen Befindlichkeiten und nebulösen Andeutungen zu Frauenverschwörungen unter.

    1. Hahahaha. Frauenverschwörungen. Sie meinen, wenn sich machtgeile Damen zusammentun, um sich das viele Geld und die Wichtigkeit und Berühmtheit untereinander aufzuteilen und dafür ein paar dumme Jungs und Mädels ausnutzen. Und dazu dann noch ein paar Deppen manipulieren, die für sie brav die Drecksarbeit machen. Ja, das ist die hohe Kunst der Manipulation. Und der enormen Freude an der Zerstörung des Lebens anderer. Für derartiges gibt es Fachbegriffe. Man sollte sich vor solchen Gestalten gut schützen und man sollte eine ausgezeichnete Menschenkenntnis haben, um sich dem rechtzeitig zu entziehen. Dazu muss man aber ein sehr bescheidener Mensch bleiben.Schwierig. Nicht mitspielen bringt nämlich Nachteile, aber dafür bleibt man bei sich.

      1. und weiter:
        @Jens 75

        Das mit der Verjährungsfrist geht nicht unter. Es ist eben ein Beweis, dass sich die Hinschaften mit den rechtlichen Gegebenheiten nicht(?)/zwar(?) auskennen und den Menschleins was vorgaukeln und falsche Fakten liefern – aus taktischen Gründen gar vielleicht(?). Wie oft wurden Leute schon von Anwälten, die es wissen müssten, völlig falsch beraten – und Gerichte/Richter haben darauf schriftlich (!) hingewiesen, dass man beispielsweise rechtzeitig einen Einspruch hätte machen müssen, sich quasi sogar seiner Selbst und seiner menschlichen Bedürfnisse entsprechend äußern hätte dürfen (unglaublich, aber wahr!) und nicht nur der Schuhabstreifer, Patschn und Gogolori der Ketzer, Hetzer und hinterhältigen Manipulatorinnen und Falschspieler; wer also sind jene, die von der Angst und Panik, Naivität, Gutgläubigkeit von labilen, leicht manipulierbaren, überforderten, drangsalierten, psychisch gequälten, verwirrt gemachten und eingeschüchterten Charakteren profitieren? Angst frisst Hirn. Und das wissen die Unehrenhaften nur zu gut, die sich für gute Menschen halten, aber mies sind, anderen schaden und sich dabei trotzdem für nette Leute halten. Wenn die alle zu Lebzeiten noch in den Abgrund ihrer eigenen häßlichen Seele blickten, ihre unbewußte Feindseligkeit durchleben müssten, und dann endlich andere Leute in Ruhe ließen, indem sie zuallererst den Dreck bei sich beseitigten und sich ums eigene Wohl kümmerten, dann wäre es gut. Sogenannte angebliche Frauen- und Mädchenfreundinnen (auch in Gestalt von Superhelferinnen jeglicher Professionen) wird es immer geben, sie nehmen zum Schein Anteil an erfundenen Problemen, um ihre eigene widerwärtige Dummheit und ihren Menschenhass zu verleugnen. Sie halten sich selbst stets für was besseres und elitäres, Wunderwuzzis, die gezielt über andere herrschen wollen, weil sie selbst in Wahrheit klein und völlig unbedeutend sind, wenig können, wenig wissen, kaum Speicherplatz u wenig Tiefgang haben, und in der Tat auch egal wären, wenn sie sich nicht so groß aufblasen, nicht so laut gackern und sich nicht auf Kosten anderer so großartig inszenieren würden. Sie sind spezielle Energiestaubsauger, die sich alles (wahllos)zunutze machen, das ihnen selbst, ihrem Egomanentum hilft. Alles auf Schein aufgebaut, bis die Fassade zusammenbricht, auch das instabile Mauerwerk. Was dann übrigbleibt? Was bleibt jemandem, der/die sich irgendwann reumütig eingestehen muss, er, sie war hauptsächlich hochmütig, selbstüberschätzend, hielt sich für allmächtig, gar allwissend und für so unwiderstehlich gut, glaubte er/sie könnte die halbe Welt beeindrucken und aufkaufen?

        Wünsche allen einen guten Rutsch. Allen voran Herrn Fischer, der meiner Ansicht nach der beste Kolumnist der Gegenwart ist.

    2. Ja, was will man da machen, jens75?
      Der Mensch ist, wie er ist, sagt Sloterdijk, und hat mal wieder Recht.

      Eine erstaunliche Eigenschaft des alphabetisierten Menschen ist übrigens, dass er/sie im Nachhinein immerzu vollständig überrascht und tief enttäuscht ist von der Erkenntnis, dass die Wirklichkeit, die er angeblich aus einem tiefen Empfinden des Wirklichen in sich generiert, sich gelegentlich als artifiziell entpuppt – was ihm/ihr aber wiederum als Höhepunkt der eigenen Kultur erscheint.

      Einfacher: Ganz bei sich, und ganz aus sich, und doch immer ganz im Außen.

      Ihr Schmerz ist die tiefe Enttäuschung darüber, dass die nächtlichen Tagebuchaufzeichnungen der großen Geister – in der jeweils neuesten Auflage – sich als siebenmal redigierte Kunstprodukte erweisen könnten. Obwohl man doch die ganze Zeit über dachte, dass man das auch hinkriegen kannt – vielleicht im nächsten Urlaub: Die ganz große Selbst-Enthüllung, also das immergleiche Harausposaunen der ultimativen Selbst-Dokumentation.

      Glauben Sie mir: Auch dieser Kolumnist wird Ihnen gewiss nichts verraten, was er nicht will. Wenn Sie aus der BUNTEN einen anderen Eindruck gewonnen haben, ist es nicht mein Problem.

      “Konsens” oder “Nichtkonsens” ist eine Kategorie ohne eigenständigen Wert. Es gibt keinen sinnvollen Grund, “Konsens” als solchen zu skandalisieren oder zu ironisieren. Konsens ist Vermeidung von Gewalt und Konflikt – was sollte dagegen sprechen? Eine rein formal begründete Denunziation von Konsens ist albern. Sie dominiert z. B. ein “Kabarett” genanntes öffentliches Herumschimpfen auf niedrigem intellektuellen Niveau ohne Spur von Selbst-Reflexion.

      Abschließend: “Unumstößliche Fakten des geltende Rechts” hat es weder je gegeben noch habe ich je darauf “verwiesen”. Da sind sie Ihrer eigenen Spur gefolgt.

      1. Nanana, Herr Fischer!
        Nuhr nicht nochmal nachtreten jetzt, auch wenn’s tief sitzt!

        Ich mag jedenfalls beides:
        Einen Nichtkonsens über jene unredigierten nächtlichen Tagebuchaufzeichnungen,
        wie auch einen Konsens über diese selbst- (und fremd-)enthüllenden tiefempfundenen Wirklichkeiten incl. Selbst-Reflexion.

        Ich hatte das – ebenso wie FrauSCZ -schon an anderer Stelle bemerkt:
        Manche Ihrer Kommentare in den Diskussionen mit uns UNTER Ihren Kolumnen sind – ohne damit die Kolumnen abwerten zu wollen – für mich wertvoller als die Hauptbeiträge, ohne diese wiederum ja aber auch nicht denkbar.
        Danke wieder einmal dafür!
        Auf ein neues Jahr hier und bei SPON!
        Alles Gute!

      2. … an diesen N-Reflex hatte ich tatsächlich überhaupt nicht gedacht. Sie überschätzen meinen Arbeitsspeicher beträchtlich.

      3. Das Unterbewusstsein liegt im untersten Ordner der Festplatte….
        Nein, Quatsch, nur ein Scherz.
        Dann werde ich das Cookie mal aus meinem eigenen Cache leeren.

  22. in gewisser Weise kann man Opfer einer #metoo- Bewegung werden, ohne einer Frau jemals zu nahe getreten zu sein,

    Man kann in eine Welt hineingezogen werden, die real nicht existiert. Das ist nicht neu. neu ist vielleicht, daß es dazu eine zusätzliche Geschlechter-Komponente geben könnte, die offenbar an Wirksamkeit gewinnt.

    Wer sich darüber wundert, ist ein potentielles Opfer.

    Dem Vorwurf von Frauenfeindlichkeit liegt in der Regel eine von keinem der Agierenden erkennbare Erwartung nach Unterwerfung zugrunde.

    Loyalität paßt unter keinen Umständen

    Genderisierung ist ein Hirntorpedo. Ernst Jünger: Bereits die Annahme einer Fragestellung bedeutet die Unterwerfung unter diese. Gleichwohl, ob man die Frage bejaht oder verneint.

    Demnach: Nicht-Annahme.

    Frau und Mann sind unüberwindlich unterschiedlicher, als man erwarten möchte.

    1. @Willi Wahnsinn

      Ich wüßte auch nicht wieso es jemand stören sollte, dass Frau und Mann unterschiedlich sind. Ich wüßte auch keinen einzigen Grund, weshalb gerade jemandem Frauenfeindlichkeit oder Illoyalität vorgeworfen werden könnte, der oder die Frauen für voll und eben gar nicht unzurechnungsfähig nimmt. Wenn sich sogenannte Feministen und Feministinnen und deren Unterstützer/innen gerne als jene darstellen, die besser wüssten was für so ein armes Tschapperl gut wäre und wo es denn krankt, dann ist das reine Hybris.

      “Du hast ein Problem” – sowas haben uns schon die feministisch angehauchten Lehrerinnen und anderen ZeitgenossInnen in der Schulzeit u an der Uni anno dazumal reingedrückt; Völlige Distanzlosigkeit, Einmischung, Kontrolle. Die Gier u Lust an der sadistischen Quälerei. Man brauchte ein Opfer, das man unterwirft und mit dem man spielt, wie die Katz mit der Maus. MoralwächterInnen, die sich am tatsächlichen oder inszenierten Leid anderer ergötzen u mit dem Finger auf diese zeigen. Wie pervers!

    1. Vielen Dank für DIESE Frage (sorry; kleines Zitat aus “Strozsek”). Antwort: Da können Sie ziemlich sicher sein, DASS NEIN (kleines Zitat aus “Schwejk”).
      Das ist ja doch das Schöne an der Kunst im Allgemeinen: Ein klitzekleines Steinchen ins tiefe Wasser werfen, und abwarten, wie die über alle Maßen gewaltigen Welse des Grundes ins Rülpsen, Rutschen und Rechtfertigen geraten. Und wenn sie ganz aufgeregt sind: noch ein Steinchen. Meine Erfahrung aus 40 Jahren: Man muss warten können.
      Bekannte Medienanwälte N., Sch. oder X. werden vielleicht die über alle Maßen üblichen furchterregenden Schriftsätze für ca. 400 Euro die Stunde raushauen, oder vielleicht auch nicht.
      Ist ja nicht mein Geld, sagt in solchen Fällen die jeweilige Chefredaktion des Vertrauens; außerdem läuft das buchhalterisch unter Betriebsausgaben.
      Da fürchtet sich ein Nestbeschmutzer natürlich sehr. Vor allem, wenn ihm von einer leibhaftig frauenloyalen Chefredakteurin in der leibhaftigen Süddeutschen Zeitung nachgerufen wurde, er sei m “illoyal gegenüber den Frauen, die sich uns (!) … anvertraut haben”.

  23. Immer noch Liebeskummer ?

    Tja, da erfährt ein (ehem.) BGH-Richter, daß er nicht sui generis ein großer Kolumnist ist, sondern nur so lange, wie er schreibt, was der Redaktion gefällt. *Potzblitz*

    Selbstverständlich hat man aus dem osbkuren Umgang mit “Kachelmann” nichts gelernt. Es ist auch nicht aufgefallen, daß nahezu gleichzeitig in GB zwei Schauprozesse geführt wurden. Bei einem wurde ein junger Fußballprofi als Sexualstraftäter verurteilt, da die Frau mit der er Sex hatte, nicht als “drunk”, sondern als “intoxicated” beschrieben wurde. (Mittlerweile wurde das Urteil aufgehoben.)

    Die “Matratzen-Vergewaltigung” der Sulkowicz wurde nicht wahrgenommen. Der Rolling Stone-hoax einer angeblichen Gruppenvergewaltigung auch nicht. Daß die NYT eine Frau sich als “Vergewaltigte” beschreiben läßt, da ihr Freund sie doch nicht geheiratet hat … nichts ist dem größten deutschen Strafrechtler aufgefallen.

    1. Diese Art und Weise sich zu äußern kenne ich vom Pepito,
      den ich als Drahtzieher sehe, zu dem Vorgang, der beim BGH Strafsenat
      dazu führte, dass der Vorsitzende das Lockvogelopfer “befreite”, was ich sehr lobenswert sehe.
      Pepito sagte mir damals vor dieser “Befreiung”: Der hat die Straftat begangen und er erhält ja einige Monate darum Haftverkürzung.

      Für ihn sind Menschen nur Spielfiguren.
      Er selbst ist aber sehr empfindlich…

    2. Ich habe den Eindruck, dass Sie da auf einem höchstens dreibeinigen Pferd unterwegs sind.
      Oder anders gesagt: Mann muss nicht immer alles, was man “sonst noch” oder immer einmal wieder sagen möchte, mit Gewalt in jeden “Diskurs” reindrücken. Sonst macht man sich zur Witzfigur aus Rorschachtests: Wie auch immer der Tintenklecks aussieht, erkennt sie immer nur kopulierende Schweine. So möchte man doch als seriöser Forums-Teilnehmer nicht dastehen!

      “Sui generis” heißt übrigens nicht “automatisch” oder “von vornj herein”, sondern “eigener Art”. Der Kolumnist ist also zwar nicht automatisch ein großer, aber auf seine Art ein Kolumnist. Aber wir wissen, was Sie meinen; und die gute Absicht ist ja auch schon lobenswert.

    3. @gnoreikat

      Würd das sowieso locker nehmen; denn, was einer Redaktion gefällt oder nicht muss nicht der Maßstab für einen selber sein. Im Grunde gar nicht. Aber gut, wer bin ich schon und was zählt für mich schon. Aber zumindest bin ich heikel bei jeder Frozzelei. Und ein wenig klingt es danach.

      1. PS: Das Pseudonym Frau Recht u Gerechtigkeit hat auf ZON phasenweise auch eine großartige Manipulatorin gespielt, wirklich gut gemacht, hab auch gern “mitgegaukelt”, weil es ein Musterbeispiel war. Ich hoffe, sie braucht mittlerweile keinen Blindenhund mehr 🙂 Und ich hoffe ebenso, der geistig belichtete Großteil weiß, dass man niemals eine Botschafterin eliminieren darf. Das kann folglich nur in die Binsn gehn.

    4. @gnoreikat

      Die Formulierung, mit der Sie Ihren Ausführungen den gewissen Glanz verleihen wollten, lautet nicht sui generis, sondern eo ipso. Fürs nächste Mal!

  24. Wie schon jemand gesagt hat: Köstlich!

    So endet also die Affäre Wedel doch etwas anders, als die ZEIT sich das vorgestellt hatte.

  25. Lieber Herr Fischer, dass Sie Ihr Zerwürfnis mit Frau Rückert immer noch schmerzt tut mir leid. Mich schmerzt als begeisterten Leser Ihrer Kolumnen, dass augenscheinlich nicht unerhebliche Teile gar nicht von Ihnen selbst, sondern von dieser Redakteurin stammten. Dass Sie sich ganze Passagen von Frau Rückert haben hinzuredigieren lassen, hätte ich nicht für möglich gehalten. Nun frage ich mich: habe ich in den vergangenen Jahren Ihre Formulierungen oder die der Frau Rückert bewundert und verteidigt? Ebenfalls bin ich enttäuscht davon, dass Sie sich von der Zeit-Redaktion auf bestimmte Personen haben „ansetzen“ lassen. In meiner naiven Vorstellung waren Sie so etwas wie die Inkarnation der unabhängigen Meinung, die sich wortgewaltig Gehör zu Fragen verschaffte, die sie für diskussionswürdig erachtete. Tröstlich ist nur, dass dieses Bild von Ihnen selbst relativiert worden ist.
    Ein gesundes 2019!
    Michael Tebbe

    1. 1) Tja, so geht’s! Manche Inspirationen kommen aus der großen weiten Welt und manche aus der kleinen. Und an Redakteuren, die immer unter der Unwissenheit der anderen leiden, kommen Sie sowieso nicht vorbei. Im Übrigen: Dass der Ressortleiter oder Chefredakteur besser weiß, was der Leser will, ist schon dadurch bewiesen, dass er/sie Ressortleiter oder Chefredakteur ist.

      Manchmal stimmt’s, manchmal nicht. Insgesamt kann ich mich über meine Zeit bei der ZEIT insoweit nicht beklagen: Nach ein paar schlechten Erfahrungen am Anfang haben wir einen meist ganz gut fuunktionierenden Modus gefunden. Dass man bei wöchentlich 25.000 Zeichen nicht über jedes alberne “Spitzenkleidchen” herumstreitet, das einem von einer überambitionierten Redakteurin reingedrückt wird, ist halt so und ergibt sich aus der Natur der Zusammenarbeit. Mabn kann nicht um jeden Halbsatz einen stundenlangen EMail-Glaubenskrieg führen.

      Ich will mich also keinesfalls als eine Art überwältigtes Opfer darstellen: Am Schluss habe ich zu jedem einzelnen Text ja gesagt und ihn auch zu vertreten. Und die Eingriffe der Redaktion beschränkten sich in aller Regel Fällen auf Kürzungen und Hinweise über überflüssige Girlanden, und waren meist sinnvoll und hilfreich.

      2) Ärgerlich und “ungerecht” ist/war also nicht das Redigieren, sondern die nachträgliche Distanzierung von Haltungen, Einstellungen und Kritiken, die man selbst ausgesprochen aktiv vertreten und betrieben hatte.

      Schon die im Text zitierte Begründung gegenüber der SZ war ja hanebüchen: Nach tagelangem internen Austausch über Argumente öffentlich zu behaupten. Fischer habe “keine Argumente” gehabt – das hatte schon was!
      Und der Vorwurf, “illoyal gegenüber den Frauen…” gewesen zu sein, erschien mir eher gespenstisch: Welche Pflicht zur “Loyalität” sollte ein freiberuflicher Autor (ich war ja nicht einmal mehr Kolumnist) gegenüber Personen haben, die in irgendeiner Story der Zeitung, für die er gelegentlich schreibt, als Auskunftspersonen auftauchen? M.E. eine abwegige Konstruktion eines “Loyalitäts”-Verstoßes.

      Man darf auch – aus Autorensicht – nicht ganz vergessen: Mindestens zum Zeitpunkt meiner beiden ZEIT-Texte (über #meetoo) vom 10. November und 5. Dezember 2017 liefen parallel bereits die Wedel-Ermittlungen und Text-Arbeiten daran auf Hochtouren. Kein Sterbenswörtchen drang ans Ohr des lieben Freunds und Autors, sondern Anfeuern und Lob für jeden #meetoo-kritischen Satz.

      3) Dass ich den Emcke-“Auftrag” vom Oktober 2016 (jedenfalls halbwegs) umgesetzt habe, hat ich mich schon am nächsten Tag und seither immer wieder geärgert. Nicht darüber, dass ich ein Thema behandelt habe, das mir vorgeschlagen wurde, sondern dass ich eine von mir erwartete “Tendenz” umgesetzt habe. Das war, wenn ich mich recht entsinne, das einzige Mal; aber es ist mir noch heute peinlich.

      Insofern war das, was danach geschah, zwar nach Absicht und Ablauf ungerecht, aber auf einer höheren Ebene ein Fluch der bösen Tat.

      Ich hatte schon damals ein schlechtes Gewissen: Nicht weil ich die Texte von Frau Emcke in Wahrheit toll gefunden und die Kritik erlogen hätte, und nicht aus Angst vor der Verlegerin. Sondern weil ich mit einer tendenziösen Voreingenommenheit an die Sache herangegangen war, die mir von außen aufgeschwätzt worden war. Dieser Wurm hat weitergefressen und war eine der Quellen für die Beendigung der Kolumnistentätigkeit durch mich im Mai 2017.
      Dass die Chefredaktion einen heldenhaften Kampf für mich und ihre eigene – noch wesentlich (!) kritischere – Meinung zu Emcke unter Offenlegung der Karten ausgefochten haben könnte, habe ich sowieso nie geglaubt.

      1. Werter Herr Fischer,
        ich danke Ihnen für diesen sehr persönlichen Kommentar im Forum.
        Meistens mochte ich Ihre Kommentare in den jeweiligen Foren sowieso lieber als Ihre Artikel, nun scheint sich zu erschließen, warum, das sollte eigentlich so nicht sein.
        Herr Michael Tebbe sprach mir aus der Seele, ob des Jahresausklangs verkniff ich mir aber meinen Kommentar, weil ich Jahresende immer milde gestimmt bin.
        Ich habe den Emcke-Artikel von 2016 nochmal gelesen unter dieser Prämisse, ich konnte für mich nicht feststellen, dass dies nicht Ihre Meinung sein sollte, aber der wurde ja anscheinend auch redigiert.
        Für mich bleibt der Geschmack des Nachtretens, warten wir ab, wie die ganze “Sache” ausgehen wird.
        Jetzt schreiben Sie für SPON, ich lese Ihre Artikel, aber kommentiere sie bewusst nicht (ist auch nicht irgendwie erheblich und nicht mein bevorzugtes Forumformat). SPON ist für mich seit Jahren ein reißerisches “Blatt” geworden, immer auf der Suche nach Klicks, auf meinem Smartphone schon längst verbannt.
        Aber, ich danke Ihnen an dieser Stelle für Ihre Offenheit der Erklärung zu gewissen Vorgängen ob dieses Emcke-Artikels, ich hoffe nur, der ist der Einzige und alles ist wirklich so.
        Ich (persönlich) halte Die Zeit immer noch seriöser als den Spiegel ( ob der lieben Mely Kiyak u.A.), Geschmackssache halt, letztlich gab es da einen brillanter Artikel von Jan Böhmermann.
        Ich wünsche Ihnen wirklich Gesundheit, Liebe und eine weise Feder für 2019, mir wünsche ich von Ihnen weitere sehr gute Artikel wie die letzten drei und einen Aufstieg(also nicht von Ihnen :-)) in die erste Liga (Dauerkarte für die Gegengerade, die gerade abgerissen wird, Lilien und so “seufz”).
        Freundliche Grüße
        FrauSCZ

      2. Vielen Dank für Ihre ausführliche und offene Antwort. Über Ihre persönliche Beziehung zu Frau Rückert ist mir nichts bekannt. Wenn da eine Freundschaft Schaden genommen hat, ist das natürlich sehr bedauerlich. Journalistisch ist die Beendigung Ihrer Zusammenarbeit kein Verlust, da ich am eigenen Leibe erfahren habe, dass sie es da nicht genauer nimmt als der Durchschnitt. Ich hatte mich im September 2015 dazu hinreißen lassen, Ihre „Fischer im Recht“-Kolumne „Über die Wahrheit“ zu kommentieren. Von Ihrer Art zu schreiben inspiriert, versuchte ich Ihnen unter Bezugnahme auf den von Ihnen in der Kolumne erwähnten Film Aguirre und dessen Hauptdarsteller Ihre Wirkung insbesondere im Kreis des Richterkollegiums zu spiegeln. Dass meine Meinung zu Ihrer kolumnistischen Tätigkeit anders als bei vielen anderen Angehörigen des Justizbetriebes dabei überaus positiv ausfiel, war dem Kommentar – so meine ich auch heute noch – unschwer zu entnehmen. Umso größer war meine Verwunderung als einige Wochen später Frau Rückert während eines Interviews mit Ihnen meine Formulierungen als Beispiele fürchterlicher Schmähungen Ihrer Person durch Ihre Kommentatoren dem Publikum präsentierte. Ja, so scheint Qualitätsjournalismus zu funktionieren und ich begriff, dass bei meinem gut gemeinten Wunsch, Sie mögen nicht irgendwann auf einem Floß voller Affen den Amazonas der Erkenntnis hinabfahren, nicht so sehr – wie eigentlich von mir angenommen – die Kommentatorentrolle sondern vielmehr die Protagonisten der vierten Gewalt in den Blick zu nehmen sind.
        Ich möchte Ihnen dafür danken, dass Sie mich dafür begeistert haben, wieder vertiefter über meine eigene berufliche Tätigkeit nachzudenken und diese kritisch zu hinterfragen.

      3. Frau SCZ:
        Da haben Sie vieleicht was missverstanden. Selbstverständlich war es “meine Meinung”, was ich am 26.10.2016 geschrieben habe. Da wurde auch gar nichts rein-redigiert. Ich dachte, dass ich das hinreichend deutlich gesagt hätte.

        Es gibt keinen Text von mir, in den eine “Meinung” von außen reingedrückt wurde. Das ist / wäre ein völlig anders Kaliber als ein peinliches “Spitzenkleidchen”-Geschreibsel: Über Letzteres kann (und muss) man wegsehen und weggkommen. Es ist nur halt lustig, wenn man für “antifemistische” Formulierungen öffentlich “entlarvt” wird, die definitiv nicht von einem selbst stammen, sondern von super-“frauensolidarischen” Wegbeißerinnen handgeschnitzt entworfen + eingefügt wurden, weil sie es wollen+können und auch noch stolz darauf sind. Und die man schon damals bescheuert fand, aber halt nach dreimal hin + her so “hingenommen” hat. mein Gott: Ist ja nicht mein Spitzenkleidchen, und wenn es Frau Redakteurin R. am looyalen feminsitischen Herzen liegt, den lieben Kolleginnen mit gestützter Brust und kurzem Kleid auch da noch einen mitzugeben: Was soll’s? Ich hab’ mich auch schon oft genug über gegelte Fuzzis mit enmgen Hosen lustig gemacht. Kann man machen, muss man aber nicht. Ärgerlich wir’s doch nur dann, wenn diejenigen, die einem das als supercolol reinredigiergt haben, sich kurz danach als Moralapostelinnen der Frauen-Loyalität aufblasen.

        Das Maß an Text-Genauigkeit und begrifflicher Präzision, das von FORUMS-Foristen jeder Art und Güte für wichtigst gehalten wird, halten dieselben Erbsenzähler/innen für sich selbst übrigens erfahrungsgemäß mit ungefähr zwei Prozent Genauigkeit ein.

        Also: Suchen Sie nicht da, wo nichts ist, und nehmen Sie, was gesagt ist. Das ist ein Prinzip, dass schon dem Englischen Mastiff eingeboren und deshalb auch der Foristin zu empfehlen ist. Man muss nicht immer alles aufblasen. Die Wirklichkeit reicht in der Regel schon aus. Dazu muss man sich halt ein bisschen Zeit und Konzentration nehmen und die Möglichkeit eigener Fehler einkalkulierenm und über die wirkliche Wirklichkeit nachdenken. Und über sich selbst innerhalb derselben. Ich weiß ja, dass das schwer ist, und dass ich auch diese Erkenntnis keinesfalls erfunden habe. Ich beschränke micn darauf nicht znachzulassen daran zu erinnern, dass es menschenmöglich ist.

        Im Übrigen: Vielen Dank für hilfreiche Reflexionen, sogar für die Missverständnisse,
        und die besten Wünsche für 2019!

      4. Interessant wäre es auch, die Gründe für den Rückzug des seinerzeit groß angekündigten Zeit-Kolumnisten Peter Bieri alias Pascal Mercier („Perlmans Schweigen“, „Nachtzug nach Lissabon“) zu erfahren. Der hatte schon nach einem Auftritt die Faxen dicke.

      5. @Michael Tebbe

        Das ist ja interessant. Eine Verdrehung Ihrer Darstellung wurde also in einem Interview von Frau R. vorgenommen, als fürchterliche Schmähung? Wirklich? Machen sowas KommunikationsexpertInnen denn? Ja wozu denn?
        Ich war immer der Ansicht, man sollte zumindest in der Lage sein, Gelesenes, natürlich auch Gehörtes zu verstehen, richtig einzuordnen und im Bedarfsfall bei Unklarheit nachzufragen, wie das denn nun gemeint sei.

        Aber wenn das so lief und vieles andere an persönlicher (!)Abwertung, Diskreditierung von TF eben auch in weiterer Folge, (also keine inhaltliche Auseinandersetzung in einer Sache), dann bleibt nur eine Folgerung: es ging und geht (bei) Frau R. usw um eiskaltes Kalkül. Verzeihung, wenn ich jetzt hellauf lache, aber das hat doch sicher Frau SZC, die mir mal bei ZON wenig Wissen in Bezug auf Umgang mit Problematiken/Personen unterstellte, und ebenso die anderen Damenherren, die sich mit der Psyche des Menschen so gut auskennen, sofort durchschaut; mich wundert nur, dass sie alle damals und generell nichts unternommen haben, wo es doch sicher möglich gewesen wäre, wenn man in solch einer Position quasi fast am Schalthebel sitzt, denk ich mal. Abgesehen davon, ich vergesse sowieso nichts.

        Da stellt sich also die Frage, wem es denn allen so darum ging, ganz gezielt das Vertrauen in den Kolumnisten öffentlich zu untergraben. Wer waren all die FalschspielerInnen?

        Wenn zb eine tendenziöse Voreingenommenheit aufgeschwatzt wurde, dann war das doch ganz gezielt so eingesetzt. Mit der vollen Absicht TF zu schaden, für eigene Zwecke missbrauchen? Aber warum und wozu? Warum war also die Zeit, resp Frau R. TF gegenüber illoyal? Welche Motive?

        Wie passt die Aussage von 2011 von Frau R. sie kenne sich als eine von wenigen mit Fakten aus, wisse oftmals mehr als Richter, es störe sie die Unwissenheit anderer, nun dazu? Oder, dass TF den Reporterinnen und Frauen gegenüber illoyal gewesen wäre, weil er auf den Wahnsinn eines öffentlich geführten Prozesses (strafrechtl Verfahren) hinweist?
        Meine Meinung: gar nicht. Das passt hint und vorn alles nicht zusammen.

        Es geht nur um Manipulation und Suggestion;
        na dann lag ich ja richtig. Vor allem auch im Falle von RuG, einer gespielten Supermanipulatorin, die ja zum Glück niemandem geschadet hat, sondern nur als lustiger Lockvogel eingesetzt wurde, lag ich richtig. Eiskaltes Kalkül. Ich hoffe, von denen nimmt nie wieder jemand das Wort Empathie in den Mund u schändet es.

        Gutes Neues Jahr!

      6. Lieber Herr Fischer,

        der Emke-Teil der Kolumne und Ihre weiteren Ausführungen hier waren ein wirklich interessanter Einblick in die Branche. Vielen Dank dafür.

    2. Das kennt jeder Rookie. Da muss man durch. Lehrjahre sind nun mal keine Herrenjahre. Und die Zeit-Redaktion ist nicht der BGH.

  26. Sehr geehrter Herr Fischer,

    dafür, daß und wie Sie* das „System des Schweigens” als ein System der Erniedrigung — hervorgerufen und am Laufen gehalten durch die Medien und DIE ZEIT selbst — hergeleitet haben, zauberte ein heiteres Lächeln in mein Gesicht. Es gab und gibt sie doch noch: eine glasklare Analyse struktureller Macht- und Abhängikeitsverhältnisse in bester klassischer linker Tradition.
    Dafür ein herzliches Dankeschön. Und einen guten Rutsch.

    * Ihre Kolumne Ende Januar hier bei meedia.de

  27. Köstlich

    Hervorragend wie T.F. die internen Abläufe bei der Zeit in der Wedelsache seziert. Man kann nur dankbar sein für diese Nähkästchen-Plaudereien, die man wahrscheinlich nie nicht erfahren würde, wäre T.F. noch Zeit-Kolumnist.
    Insofern: alles kommt, wie es soll.
    Der Vorwurf des “Frauenhassers” ist unsinnig. T.F. war/ist sich nur zu gut, um sich vor die Feministinnen-Karre und deren fragwürdiger Ideologie (Lebensleistung = Frau sein) spannen zu lassen. Er denkt unabhängig und souverän. Nicht umsonst wählte er den Beruf des Richters.
    Bitte weiter so in einem gesunden 2019.

    1. Agree. Außerdem kann man sich als aufrechter Mensch ja wohl nur gegen das Erfinden von Zahlen und Verbreiten von Lügen etwa über die Justiz stellen, wie es Feministinnen dreist versuchen. Das hat auch was mit Anstand zu tun. T.F. hat diese Praxis zurecht als Hetze bezeichnet.

  28. Der Kolumnist ist der seltene Glücksfall eines Menschen, der sich seine Unabhängigkeit in jeder Hinsicht erhalten/schaffen konnte, aber trotzdem wg. der eigenen Stellung und der damit verbundenen Erwartungshaltung des Gegenübers oder geschickter Mimikry gewisse Einblicke in eine bestimmte Schicht gewinnen konnte und uns nun schon zum wiederholten Male an der Verlogenheit dieser Kreise teilhaben lässt.

    Das erinnert an “Ein Abend in feiner Gesellschaft” (https://www.zeit.de/2017/49/uebersee-club-hamburg-g20-thomas-fischer) und ist fast so schön wie das in “Mit Rute und Peitsche durch Preußen-Deutschland” (https://www.textlog.de/tucholsky-rute-peitsche.html) besprochene Buch.

    Ich kann die Brandspuren in der ZEIT Redaktion und den besseren Wohnvierteln bis nach Hessisch-Sibirien riechen.

    Wahrscheinlich ist der Mann doch ein Agent Putins, die russische Enklave Baden-Baden ist sicherlich kein Zufall. 😉

  29. Eine Anregung zur aktuellen Presseschau:
    https://www.sueddeutsche.de/politik/2.220/bundesverfassungsgericht-afd-1.4265640

    Es stimmt, wenn das BVerfG die Abweisungen begründen muss, dann ist der Nebel um dieses Gericht weg und der Bürger kann dann begründet zum EGHMR gehen, das aber soll vermieden werden. Es soll auch vermieden werden, dass der Bürger versteht welche Verfahrenfehler er beging. Die BVerfG Richter wollen dieses Geheimwissen vor dem Untertan geheimhalten. Es könnte sein, dass dazu das Datenschutzgesetz bemüht wird und auch das Geschäftsgeheimnis des BVerfG nicht durchgelüftet werden soll.

    Man muss es sich mal vorstellen, sogar der unwissende Staat Dänemark will Nebelwände weghaben:
    https://www.tagesschau.de/wirtschaft/cum-ex-betrug-103.html

    Auch und dazu passt was vor wenigen Tagen in England geschah:
    Da hat die PM dem Parlament erklärt, das Rechtsgutachten im Hinblick auf den BREXIT enthalte Staatsgeheimnisse und dürfe darum nicht veröffentlicht werden. Das ist eine alternativlose Äußerung, bei der unsere BKin Merkel vorgesagt hat? Das englische Parlament stellte der PM ein Ultimatum und schon war das vollständige Rechtsgutachten auf dem Tisch. Zur Erinnerung, Herr Maaßen sagte dem Erdaty, auch das Auskunftsrecht des Bundestags hat Grenzen.

    Ich denke, das Ranking der Rechtsstaaten, mit Norwegen an der Spitze und Norkorea auf Platz 199, muss tatsachengemäß im Hinblick auf Deutschland korrigiert werden. Denn Deutschland versagt im Hinblick auf die Pflichten der Bundeskanzlerin aus der ‘Geschäftsordnung der Bundesregierung’ trotz Aufforderung und zwar um ungesetzliches Handeln von Bundesbehörden nicht zu beenden. Damit stimmt werden die Faktoren “Rechtsstaatlichkeit” und darum auch “Politik” und “Historie” sich nach unter drastisch verändern. ‘Historie’ ist an die KZ Handlungen & GESTAPO sowie an die Gründungsmitglieder unserer Geheimdienste zu messen, auch die Morde an der Grenze der DDR sind nie zulässig gewesen gemäß den Menschenrechten. Ob Deutschland dann einen Platz mit etwa der Nummer 100 erhält? Ob mit solch einem Platz der Verbleib in der EU zu rechtfertigen ist??

    Ein Maurer fragt zu Beginn seiner Arbeit jeden Tag ob genug Steine in ausreichender Qualität vorhanden sind und ich wende diese Grundlagenüberprüfung auf Rechtsstaatlichkeit an, Tatsachen ./. Märchen ?

    1. Es kommen auch zu viele runde Klammern drin vor. Die Zahl der Kommata ist sowieso menschenrechtswidrig.

      1. Sie könnten für all die armen Leser mit kurzer Aufmerksamkeitsspanne ein paar runde durch eckige Klammern ersetzen, möglichst wahllos, um die Spannung hochzuhalten!

  30. Bei aller Begeisterung für die Texte des Kolumnisten: Die Integrität des Dr. Wedel war in der Branche schon lange vor dem ZEIT-Tribunal ein totes Pferd, von dem der Bundesrichter a.D. langsam absteigen könnte.

    1. Warum soll man von einem Pferd absteigen, das noch im Galopp ist? Wir möchten gerne wissen, was die für Verbrechen zuständige Justiz von dem „System ZEIT“ hält. Die Staatsanwaltschaft ermittelt ja noch, wie sie lesen konnten. Und ist es nicht auch Herrn Wedel geschuldet zu wissen, was an den Vorwürfen Frau Tempels dran ist?

  31. Da steht ich nun als Zaungast, kann nur mit der Schulter zucken und sagen: „Hm …“

    Könnten Sie, sehr geehrter Herr Fischer, eventuell noch darüber berichten, warum Sie gewartet haben mit der Interna? Das ist jedenfalls neu. Ich hätte nicht gedacht, dass man sich verabredet, wenn man Kritik übt, aber lerne immer gerne dazu. Mensch bleibt Mensch, keine Heiligen in der weiten Welt …
    Die Sache (gleich welche Warte, Ihrer; der ZEIT), ist doch ziemlich abgestanden (in Bezug, dass ein großer Teil Ihres Textes in anderer Form mehr oder minder inhaltlich eine Wiederholung ist) und irgendwie fühlt es sich für mich (!) etwas aufgewärmt an …
    Nicht dass Sie mich falsch verstehen, ich liebe Wiederholungen, meine nur, es könnte wie so oft, falsch aufgenommen werden, frei dem Motto folgend, hier tritt jemand nach, „der es nicht nehmen kann wie ein Mann“ (ist sexistisch – ich weiß) … und nicht einfach „cool“ bleibt.
    Ich kann verstehen, dass es in der Rückschau schmerzt, wenn drei Jahre publizistischer Tätigkeit so enden müssen und eine direkte Aussprache nie statt fand und man einfach so vor die Tür gesetzt wurde und die eigene Wirkmächtigkeit jahrelang indirekt zu besseren kommerziellen Erfolg der ZEIT führte und man selbst als eine Marke geführt wurde.
    Unvergessen bleibt wie ich selbst auf Sie aufmerksam wurde, als in der Satiresendung „die Anstalt“ von Ihren Artikel mit den ertrunkenen Flüchtlingen und dem indirekt kannibalistischen Verzehr von Fisch aus dem Mittelmeer, vorgelesen wurde. Ab diesem Zeitpunkt, denke ich jedenfalls, sind Sie einem wirklich breiten Publikum vorgestellt worden. Vorher war „Bundesrichter“ und „wichtige Meinungen“, na ja, ich hatte nicht den Eindruck da gab es einen Zusammenhang in der Medienwelt … man schafft und wird geschaffen … daher fällt es mir immer wieder schwer, ihre Motive nachzuvollziehen wenn Sie Sendungen „der Anstalt“ als unerträglichen Humor kritisieren, wobei das Niveau nach unten ja keine Grenze kennt, aber das ist ein anderes Thema …
    Auf der anderen Seite hatten Sie selbst ja Ihre Zeit bei der ZEIT als Wirkungsmotor, deutlich zurückgefahren und daher war wohl der (eventuelle) „Verlust“ nicht mehr aus Sicht einer ZEIT nicht mehr so bedeutenden. Zwar macht es keinen Sinn zu spekulieren, aber hätten Sie den Streit während ihrer aktiven Kolumnistentätigkeit vom Zaum gebrochen, eventuell wäre der Wirkungskreis noch deutlich bedeutender gewesen …
    Allerdings könnte auch eine Perspektive sein, besser so schnell diese negative Erfahrung gemacht zu haben, als sich jahrelang in der wohligen Sphäre einer Trugatmosphäre hinzugeben.
    Wie unendliche viele menschliche Situationen sind von dem Aspekt getragen eines Scheins, welcher ausschließlich aus der Phase der Übereinstimmung und des Friedens entspringen. Ganze Ehen und Familien, Arbeitsbeziehungen, etc. gründen sich aus dem Irrglauben, alles sei in Butter, bis die Bewährung des Widerspruchs, des Streits erfolgt. Es ist sehr schade, dass wir gesellschaftlich nicht in der Lage sind, Streit, Widerspruch als etwas sehr sinnvolles zu erleben. Jeder Betriebsrat, jeder Gewerkschafter kann ein Lied davon singen, welche Antipathie einem entgegen schlägt, wenn Widerspruch eine Berufung ist. Anstelle die Vorteile zu erkennen, kurz bei dem Beispiel Betriebsrat geblieben, eine kostenfreie Unternehmensberatung indirekt zu erhalten, wo Potenzielle sind, ist der Wille nach fast religiöser, sektenartiger Harmonie, wie eine Sucht, die völlig verkennt, in welche selbstgenügsame Gefahren Mann/Frau sich begibt, wenn alles dem Schein untergeordnet wird.
    Daher mein wiederholter Respekt Ihnen Herr Fischer, für den Widerspruch, für den Streit (im humanen Sinne).

  32. schwere Kost, bewundernswert angerichtet.

    So was wie “Frauenhasser” kann man schlichtweg nicht geraderücken, nicht mal ansprechen. So jedenfalls meine Einschätzung. Vielleicht gedeihen gerade hinter dieser systemischen Sprachlosigkeit die in Gang gekommenen gesellschaftlichen Veränderungen, deren Resultate sich inzwischen einstellen.

    Wenigstens gibt es bis an die Schmerzgrenze gehend was zu lachen.

    Herr Fischer, vielen Dank dafür, mit den besten Wünschen für 2019

  33. Es ist ein trüber Tag, der Regen klopft an die Fester der Eiermann-Villa und zeichnet im Lichte der weihnachtlichen Kerzen teuflische Bilder des Jahres.
    Preise! Opfer! Frauenfreundschaft. Jahrestag. Höllensturz.
    Es muss raus.
    Das Dreifingersystem setzt sich in Bewegung.
    “Rache” tippt der Richter – hält nachdenklich inne und korrigiert: “Rechnung”.
    Nein, anders: “Relotius”!
    Das macht den Einstieg weicher.
    R. wie “Rückert”. Und wie “Risiko”.
    Und “R-edaktionelle Bearbeitung”.
    Es geht um R-echt! Und Unrecht.
    Zumindest: Gerechtigkeit.
    “Es ist aber, finde ich, ein bisschen ungerecht, dass der angebliche Autor dafür als sexistischer Drecksack beschimpft wird, dieweil sich die Urheberin über Preise für Frauen-Solidarität freut.”
    Zack – das sitzt!

    Und zur Weihnacht: “Santa Giovanni” (dt.: “Heiliger Bimbam”)!
    So nimmt die Offenbarung ihren Lauf…
    Der*ie Mastiff*inn schaut gierig auf “verhungerte Cliffhanger”, bekommt stattdessen ein feines Filet zu Weihnachten.
    Zum guten Ende: Ein großartiges Stück R-eportage ist vollbracht.
    Der Richter drückt auf “Senden”.

    Fröhlich, aber sehr leise, singt er die Strophe eines bekannten kleinen Volkslieds vor sich hin:
    “Der Krug, der geht so lang zu Wasser,
    Bis ihm sein Henkel bricht.”

    (Inspired by Relotius)

    Danke, Herr Fischer, für alle Kolumnen des Jahres, hier und auf SPON, und die Diskussionen darüber darunter!
    Ich freue mich auf weitere in 2019 und wünsche Ihnen einen fröhlichen Jahreswechsel und viel Erfolg im neuen Jahr!

    Fotobiene

    1. In Baden-Baden schien sowohl gestern wie heute die Sonne durch den Hochnebel. Sowohl tatsächlich als auch metaphorisch. Von “Rache” sind wir weit entfernt, denn Bernd Urichs heitere Botschaften erleuchten unseren Weg der publzistischen Nächstenliebe.

      Wir sind fehlsam, sündhaft, strauchelnd & wankend: Wir schreiben “oft”, wenn wir “manchmal”, “Scheiße”, wenn wir “Unrat”, und “Gaby Mayr”, wenn wir “eine berühmte Qualitäts-Feministin aus Bremen” sagen könnten. Wir schämen uns, erklären uns, rechtfertigen uns. Wir diskutieren.

      Aber alles in Maßen. Wir opfern keine Opfer um der eigenen Großartigkeit willen, und keine Freunde für die Fehler, die wir ihnen um der liebsten Freundschaft willen selbst empfohlen haben.

      Aber das ist natürlich nur ein sentimental- selbstgerechtes Gewäsch zum Jahresausklang.
      Bin gespannt auf die Abmahnung des Medienanwalts N. !

      1. Aaaah!
        Mein “Relotius” gefaktenfunden! 😱

        Der 219a wird uns allen noch in 2019 nicht nur gabyistisch gehänelt hinterhertröndeln. 🙄

        Freunde (?) zu “opfern” geht gar nicht.
        Ja, das geht tief, das verstehe ich.
        Das liegt an dem Fragezeichen.

        Die Pille ist sehr, sehr bitter, muß aber schließlich geschluckt und verdaut werden.

        Schießen Sie zum Jahreswechsel um 0:00 Uhr eine Rakete zum Mond und summen sie das Liedchen (s.o.).
        Ich denke an Sie.

      2. Die Zeit hat gerade einen Artikel, der sich auch mit dem Thema Wedel beschäftigt, veröffentlicht. Ich habe einen Link zu Ihrer Meedia-Kolumne in die Kommentare gestellt. Mal sehen, wie lange das stehen bleibt.

      3. Das Wort “Yoga” kommt 6 mal in einem Artikel vor, in dem es darum (eigentlich) gar nicht geht…

        Ihr Hinweis nach hier hat schon 24 Sternchen.

      4. Das ist bei der ZEIT mittlerweile eine beliebte Taktik, die ersten Kommentare abzuwarten, um dann den Artikel einschliesslich Kommentaren hiter der Schranke zu verstecken. Auch die müssen Geld verdienen; ich finde aber, dass es im Fall Wedel zu weit gegangen ist.
        Ich hätte gerne ein Umfeld, das die Dinge unabhängig von Geschlechtern beurteilt, und dass Anschuldigungen auch von der Presse nicht nach nur Klickpotential, sondern auch nach Gehalt und Beweisbarkeit bewertet werden.

    2. Hiermit überlasse ich zum Jahresende großzügig dem Fischer-Fanclub die Deutungshoheit seiner Verurteilungen…Amen!
      Und verweise leise auf die Studie der Uni Rostock und des Fraunhofer Instituts zum Thema “Frauen in Film und Fernsehen” und im besonderen
      beim Kartell “Öffentlicher-Rechtlicher Rundfunk plus Fernseh-Anstalten”. Solche gänzlich unwichtigen Diskriminierungsnachweise kann man doch abhaken.. Sind doch selbst schuld diese dummen Weiber, die in Hollywood und sogar im moralisch weltweit am höchsten stehenden Deutschland halbnackt über rote Teppiche laufen…Das “Bordell Europas” und vieles andere, geschaffen für schwerwiegende, patriarchale** Nöte übersehen wir und produzieren jetzt mega-geile Serien mit Frauenverstümmelungstendenz für Milliarden Gebührengelder.. von Frauen. Dafür kann man(n) ja eh nix,,,
      **von Männern geprägt, kontrolliert und repräsentiert
      http://www.ard.de/download/3841216/Gender_und_Fernsehfilm___Eine_Studie_im_Auftrag_von_ARD_und_ZDF.pdf

      1. Ich habe den von Ihnen verlinkten Text gelesen. Was er mit dem Thema der Kolumne zu tun haben könnte, ist mir dabei nicht klar geworden: Die “Studie” legt nahe, dass in der Film- und Ferbnsehproduktion die Anzahl der weiblichen (Führungs-)Positionen unterrepräsentiert ist. Weder diese Tatsache noch ihre Deutung – wie auch immer – ist von mir jemals kommentiert oder bestritten worden; zu allerletzt in der Kolumne, die Sie hier kommentieren.

        Auch der “Fischer-Fanclub”, den Sie offenbar zutiefst verachten, hat jemals irgendetwas gegen die von Ihnen wahllos ausgewählte “Studie” gesagt.

        Sie müssen doch gar nicht gegen einen imaginären “Fanclub” oder gar gegeh dessen noch viel imaginäreren Ansichten polemisieren! Sagen Sie doch einfach dem Fischer selbst, hier und direkt, welche schweren Fehler er Ihrer Ansicht nach begeht oder begangen hat. “der Fanclub” kann ja nicht lesen; der Autor aber liest selbst.

        Also probeweise: Hat sich der Fischer jemals zur Quote der Regisseurinnen oder Kamerafrauen in der deutschen Fernsehproduktion “antifemistisch” geäußert? Kritisierte er Regisseurinnen, Drehbuch-Autorinnen, Produzentinnen jemals in irgendeiner Weise “antifeministisch” oder gendermäßig ungerecht? (By the way, Eule: Wie viele deutsche Drehbuch-Autorinnen können Sie Film- und Feminismus-ExpertIn aus dem Gedächtnis nennen?)
        Könnte es sein, dass auch Ihr (erneuter) Furor allein auf Wahn und Missgunst beruht? Das ist natürlich nur eine unschuldige Frage. Ich zweifle nicht daran, dass ihr alsbald eine überzeugende Antwort folgt.

      2. Tilly!
        Dies ist eine Replik auf meinen Beitrag?!
        Glatteis?
        Verrutscht?
        Willy hat ein ähnliches Problem (s.u.).

        Guten Rutsch!

    3. Toller Beitrag, Fotobiene.

      Er fordert geradezu, daß ich nun – vorsichtig – den Beitrag von Herrn Fischer lesen werde.

      Guten Rutsch

      1. Ahhhh Herr Fischer, hatte leider keine Zeit bisher auf Ihren Text zu re-agieren. Hat sie der “Fanclub” (der hier ja fleissig schreibt, so geärgert? Klingt so hahaha).. Im übrigen: Sie haben viel über Frauen geschrieben in ihrem Text – ich fand das wirklich mies. Deshalb meine Replik in dieser Form. Und in Ihrer Antwort steckt schon wieder so ein Beleidigungs-Subtext. Ich könnte Ihnen – weil seit vielen Jahren in diesem Business und entsetzt, wie sich das ins negative entwickelt hat – hier vieles antworten – vor allem enorm viele Frauen nennen, die nach großem Auswahl-Gedöns studiert haben aber in Wirklichkeit nie ausreichende Chancen hatten – im Gegensatz zu den Männern. Wenn Sie die Studie gelesen haben, haben Sie das wohl überlesen? Sie selbst scheinen ja zu glauben, es gäbe gar keine Frauen in diesen Männer-dominierten Bereichen. Wahnsinn. Bei den Prozentzahlen in der Studie (85/15 % oder 80/20% usw.) ist mir jedenfalls der Gedanke gekommen, dass man dagegen vorgehen muss – permanent, ständig, nicht nachlassend. Das geht gar nicht in der heutigen Zeit, dass Gebühren-finanzierte Fernseh-Heinis die Frauen derartig ausgrenzen. Dass SIE auf “Wahn und Missgunst” kommen, wenn jemand pro diskriminierte Frauen spricht, finde ich interessant. Mich wundert auch nicht, dass ausgerechnet Sie mit Ihrem “Furor” nicht wissen, wie dick die Bretter sind, die man bohren muss, um etwas zu bewegen. Leise geht nix mehr in diesen Zeiten.

  34. Das kommt eben dabei raus, wenn man sich schmierigen Journalistinnen eines fragwürdigen Magazins, welches den Unterschied zwischen Skandal und Skandalisierung nicht mehr kennt, als “Opferzeugin” anbietet. Dann bleibt man u. U. eben auch erstmal auf 31.000 Euro Kosten sitzen und wird von hinten bis vorne verarscht. Hoffentlich war es eine Lehre.

    1. Das Problem ist eben hier, dass eine offensichtlich labile “Zeugin” von der ZEIT ob des Skandalisierungpotentials ausgequetscht und dann im Regen stehengelassen wurde.

  35. Puh, irgendwann sollte man mal überwunden haben, nicht mehr für die “Zeit” zu schreiben (was ich übrigens auch schon länger nicht mehr tue – wenn auch aus völlig anderen Gründen).

    1. Ach bitte schildern Sie doch “Ich”, und “aus völlig anderen Gründen” etwas näher! Sonst können die Leser das medienmäßig nicht richtig einordnen. Wir sind doch hier unter uns, und wer aus anderen Gründen für die ZEIT nicht mehr schreibt, muss doch gar keine Angst haben! Nur Mut, Kollege!

      Im Übrigen täuschen Sie sich: Das “Überwinden” ist für mich das Geringste. Wenn als Leuchttürme der Frauen-Solidarität sich Journalistinnen krönen lassen, deren Glanz aus dem geraden Gegenteil stammt, erscheint mir das aber bedenklich. Vor allem, falls es auf Kosten der Wahrhaftigkeit eigener Verantwortung gehen sollte.

      Einem Kritiker nachzurufen, er/sie sei vermutlich nur ein “persönlich beleidigter” Querulant, ist von allen ausgelutschtesten Argumenten des Gegenpressing übrigens das preisgünstigste. Das lernen eine Journalistin und ihr “Medienanwalt” schon in der 1. Klasse der “Journalistenschule”.

      1. Lieber Herr Fischer, das haben Sie völlig in den falschen Hals bekommen. Ich sehe Sie nicht als Querulanten, vieles an Ihrer Kritik kann ich nur, teilweise kopfschüttelnd, teilen. Ich meinte viel eher, Sie sollten sich das Leben ein wenig leichter machen und sich an wichtigeren Dingen reiben.

        Ich bin oder eher war freiberuflicher Kulturjournalist. Ich fand immer, die “Zeit” zahlt lausig schlecht, und fühlte mich anderswo (nicht nur finanziell) besser aufgehoben. So banal.

      2. Fischers Artikel waren neben dem Kreuzworträtsel das einzige in dem Wochenblatt, was ich noch nutzte. Danach war’s nur noch das (ausgedruckte) Rätsel.

    2. Ach was, die hier angedeuteten Hintergründe sind doch einigermassen interessant und beleuchten düstere Räume im Hintergrund der Qualitätspresse.
      Dass man nicht mehr für die ZEIT schreibt, ist die eine Sache. Die andere Sache ist es, auf diese Weise (meines Erachtens aus Verzweifelung bzw. der berechtigten Befürchtung, vom eigenen Kolumnisten zu Recht blossgestellt werden zu können) abserviert zu werden. Die Rechnung sollte zu unserer aller Erbauung voll beglichen werden.
      Abgesehen davon ist die Nummer mit der Verjährung schon ziemlich grob. Da hat man das “Opfer” gleich noch ein zweites Mal (das mutmassliche erste Mal scheint ja noch in Abklärung) auf dem Altar der Auflagen und Klicks geopfert.

      War es nicht der gute Her Di Lorenzo von der ZEIT, der sich hämisch über den Spiegel geäussert hatte? Herr Fischer, bitte mehr davon, den Jungs& Mädels von der Zeit soll die Heuchelei gerne intensiver vorgehalten werden…..

    3. @zeitlos
      Wenn es um sogenannte Frauensolidarität und feministische Männerhass- und Frauenhassaktivitäten und Familienhassaktionen geht, dann sind diejenigen, welche angeblich eh nur das Gute wollen und nur helfen wollen, die ersten, die kaltblütig agieren. Das ist das Gegenteil von Empathie. Davon können viele ein Lied singen.

    4. “Kollege”? Der Amateur-Kolumnist sieht sich offenbar als einen richtigen Journalisten. Superbia!

      Ob er sich auch von einem Jurastudenten als Kollegen adressieren lassen würde?

      1. @Ilse

        Wie Sie vielleicht wissen, ist “Journalist” keine geschützte Berufsbezeichnung. Ich bin mir auch nicht sicher, ob sie das Fass wirklich aufmachen wollen, welche qualitativen Merkmale konstitutiv sein könnten, um sich Journalist nennen zu dürfen und nicht bloß Amateur-Kolumnenschreiber. Egal wie Sie das anpacken würden, entweder wäre Herr Fischer dabei Journalist, oder 80% der Journalisten wären plötzlich keine mehr.

        Solange Sie das Fass zulassen ist es im Übrigen leider einfach so, dass jemand, der in verscheidenen großen Medien Beiträge verfasst (hat), ein Journalist ist.

      2. Sprechen Sie am Ende mit mir, Kollegin? Oder doch vielleicht wenigstens von mir?
        Mir ist nicht ganz klar, worauf sich Ihre Durchdringung stützt. Aber “superbia” ist schon mal gut und zeigt, dass Sie über hinreichende μεγαλοψυχία verfügen.
        Allerdings muss ich etwas vinum ins aquam gießen: “Kolumnist” ist kein Beruf, sondern (bestenfalls) eine Funktion, so ähnlich wie “Forist(in)”. Da kann man zwischen “Hobby” und “Profi” schwer unterscheiden. Erst recht, wenn man die bedeutende Kategorie des “Semiprofi” hinzunimmt, die für Menschen gemacht ist, die die jeweils teuersten Tennissocken oder Rennradpedale kaufen möchten.
        Ihr Beispiel mit dem Jura-Studenten ist übrigens – vermutlich zufällig – nicht ganz schlecht, denn die “Kollegial”-Gremien fanden sich ja früher bevorzugt an Hochschulen.
        Aber wurscht: Ich finde es jedenfalls bewunderswert, wieviel echte Hochachtung Sie sich in diesen rauen Zeiten für die hart arbeitende Profi-Volontärin aus der Lokal-Redaktion bewahrt haben, die von einem Hobby-Honorar als Freizeit-Forsitin nur träumen kann.

  36. “Die meines Wissens umfangreichsten, breitesten und lautesten Aufrufe zur Denunziation, zum Begleichen alter Rechnungen und zum „Schweigen-Brechen“, welche die deutsche Gesellschaft in den letzten Jahrzehnten hervorgebracht hat …. Über das Fallaufkommen bei der Opfer-Anlaufstelle der Bad Hersfelder Festspiele ist ebenfalls nichts bekannt … nicht immer weiter im Jammersound zu behaupten, es müsse das „Schweigen gebrochen“ werden, welches ersichtlich aus sich überbietendem Geschrei besteht.”

    Großartig, Herr Fischer. Vielen Dank für Ihre wohltuenden Analysen im Meer der Irrationalität. Guten Rutsch und ein erfolgreiches Jahre 2019!

  37. Also, ich bin jetzt 57, war nach dem Abi bei Greenpeace (1 Jahr) Mitglied, ernähre mit großteils Bio – auch Fleisch, bin aktiv katholisch, habe 6 Jahre studiert und arbeite in der Verwaltung Kunststoffindustrie. Aber so etwas geniales wie Herrn Fischer hab ich noch nie gelesen.
    a) Es ist immer extrem gut recherchiert. Die Fakten, Daten, Zahlen passen und werden auch korrekt und ausgeglichen gewertet! Wohl ein Relikt aus seiner Zeit als Richter.
    b) Er schreibt immer haarscharf an der plumpen Herabsetzung des Gegners vorbei, hat auch Verständnis für die Gegner und – zeigt deren Absichten und Beweggründe! Das allein ist schon selten heute. Sonst überall ist es immer der totale Kampf; alles erlaubt.
    c) Und mit Humor wird auch nicht gespart, der Anlaß meines Kommentars.
    “Die Staatsanwaltschaft München eröffnete ein Ermittlungsverfahren gegen Wedel, das … noch nicht abgeschlossen ist. Die Zeugin Tempel wurde … vernommen. Da sie kein Zeugnisverweigerungsrecht hat, musste sie auch alle von ihr bekannten Auskunftspersonen benennen, die anonym bleiben wollten. Alle dürfen sich seither, je nach Ausgang des Ermittlungsverfahrens, auf umfangreiche Vernehmungen in der Hauptverhandlungsschlacht einstellen. Dumm gelaufen!”
    Einfach nur perfekt! Lügen haben kurze Beine. Gott sei Dank.

    Das ist für mich Qualitätsjournalismus!

    1. “Für mich ist das Qualität…”
      .
      Für mich auch.
      Wo schreibt – wenn er’s noch tut – Herr Fischer sonst noch?

  38. Warum ist Schwarzfahren strafbar, nicht aber das gewerbsmaessige Verbreiten von Fake News? Weil die Nutzniesser im Parlament die Mehrheit haben?

    1. Fragen Sie das doch vlt besser Ihren Freund Julian Reichelt in dessen Schlagschatten Sie Guillotinen im Anschlag vorzubereiten scheinen?

      1. Weil wir keine wirkliches und deutliches Pressestrafrecht haben, aber dringend bräuchten. Stattdessen beten wir die Presse(narren)freiheit an wie die Inder ihre Kühe. Wenn beispielsweise solche Presseendprodukte wie die eines Pressekriminellen Reichelt hierzulande im Rahmen einer “Pressefreiheit” geschützt bleiben und nicht nahezu täglich Gegenstand eines erneuten staatsanwaltschaftlichen Verfahrens werden, dann hat sich die eigentliche Idee einer Pressefreiheit von hinten längst selbst überholt.

    1. Ich weiss ja nicht wie „überheblich schreiben“ geht angesichts Ihrer Einlassung. Gleichwie scheint ein Jurastudium nicht per se bereits Köpfe zu verkleben.

      Ich danke Herrn Fischer für die Feder, die er nutzt um zu Bessern.

      1. Der Zufallsleser hat Andre R. nicht verstanden. Das macht aber nichts, auch berechtigte 3, 2, 1 … -Kommentare nerven.

    2. Nichts für Ungut, doch das ist wirklich ein in sich dämliches Argument.

      Der Kolumnist möchte Themen mit besonderer Sorgfalt und Sachkunde aufklären. Genau damit wurde er aufgrund seiner Biografie und Kenntnisse beauftragt. Jeder möge selbst beurteilen, ob das gelingt oder nicht; doch das Vorhaben erfordert einen umfassenden und genauen Text.

      Wenn Sie anderes gewöhnt sind oder dem nicht gewachsen – nicht schlimm, für Sie gibt es an vielen anderen Stellen kürzere Texte. Aber schmähen Sie bitte keine Gedankengänge, bloß weil sie außerhalb Ihres Horizonts liegen.

      Im übrigen: Genau DAS ist Überheblichkeit.

      1. > “Die Kolumne ist [doof]” in 3, 2, 1
        ist eine sarkastische Anspielung auf zu erwartende Kommentare für die Ihre Kritik dann berechtigt wäre. Der Autor dieses Kommentars dürfte aber in etwa ihrer Meinung sein.

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