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Auch Spendengelder für Waisenkinder veruntreut? Spiegel stellt Strafantrag gegen Lügen-Reporter Relotius

Spiegel-Chefredakteur Steffen Klusmann
Spiegel-Chefredakteur Steffen Klusmann

Der Betrugsskandal beim Nachrichtenmagazin Der Spiegel wird nun doch ein Fall für die Staatsanwaltschaft. Grund ist, dass der Autor Claas Relotius offenbar nicht nur dutzende Artikel verfälschte und Fakten wie handelnde Personen erfand, sondern möglicherweise auch Spendengelder vereinnahmte, die er auf sein Privatkonto überweisen ließ. Der Verlag kündigte deshalb an, nun Strafanzeige zu erstatten.

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In einem am Samstagabend um 20 Uhr veröffentlichten Beitrag auf Spiegel Online berichtet der Verlag von neuen Vorwürfen gegen den Reporter, der dem Nachrichtenmagazin in dieser Woche einen der größten Skandale der Mediengeschichte beschert hat. Der 33-Jährige mit Preisen überhäufte Claas Relotius steht im Verdacht, etliche, wenn nicht alle seiner mehr als 55 Artikel mit Fälschungen angreichert zu haben; teilweise waren ganze Stories oder deren Hauptdarsteller frei erfunden. Relotius hatte, mit erdrückenden Indizien konfrontiert, in der vergangenen Woche ein Teilgeständnis abgelegt und seinen Vertrag fristlos gekündigt.

Das war augenscheinlich aber noch nicht alles. Spiegel Online schreibt heute: “Wie Leser dem Spiegel mitgeteilt haben, hat Relotius von seinem privaten E-Mailkonto Lesern Spendenaufrufe geschickt, um Waisenkindern in der Türkei zu helfen. Das Geld sollte auf sein Privatkonto überwiesen werden.” Weiter heißt es: “Die Spenden wurden anlässlich der Geschichte “Königskinder” überwiesen, die in Ausgabe 28/2016 (9. Juli) im SPIEGEL erschien und von einem syrischen Geschwisterpaar handelte, das als Waisenkinder in der Türkei auf der Straße lebt. Inzwischen steht die Richtigkeit des Textes in Zweifel.”

Das ist noch diplomatisch formuliert, denn den inzwischen erlangten Kenntnisstand reportiert das Nachrichtenmagazin wie folgt:

(Einem Zeugen zufolge) habe Relotius die Biografie des Jungen gefälscht und stark dramatisiert. So hätte Ahmed nicht, wie in dem Relotius-Text angegeben, seine Mutter begraben. Diese lebe noch und arbeite in einem Möbelgeschäft in Gaziantep. Die von Relotius beschriebene Schwester Alin, die als Schwarzarbeiterin in einer Textilfabrik arbeiten soll, kennt Özmen nicht, Ahmed habe keine Schwester auf die die Beschreibung zutrifft. Womöglich ist die Person der Schwester komplett erfunden. Dies wird derzeit vom SPIEGEL geprüft.

Den Ausgang seiner Spendenaktion hat Relotius selbst in einem kürzlich erschienenen Reporter-Sammelband namens “Wellen schlagen” fortgeschrieben. Darin berichtet er, dass er in mühevoller, monatelanger Arbeit die Kinder zu einer Ärztefamilie nach Niedersachsen habe bringen können, die die beiden adoptiert habe. Dabei handelt es sich offenbar ebenfalls um eine Fiktion.

 

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Relotius sei derzeit für aktuelle Stellungnahmen nicht erreichbar, heißt es. Unklar ist demnach, wie viele Spender Geld an den Spiegel-Reporter überwiesen und welche Summe sich auf dessen privatem Konto anhäufte. Das Nachrichtenmagazin betont, dass die Spendenaktion der Redaktion nicht bekannt gewesen sei. Als Konsequenz kündigte der Verlag an: “Der Spiegel wird alle gesammelten Informationen der Staatsanwaltschaft im Rahmen einer Strafanzeige zur Verfügung stellen.”

Bei der ersten Veröffentlichung zu den Fälschungen am Mittwoch hatte es noch geheißen, eine Strafanzeige werde derzeit nicht erwogen, ebensowenig zivilrechtliche Schritte gegen Relotius. Die Staatsanwaltschaft Hamburg hatte auf Anfrage von MEEDIA erklärt, dass sie keinen Anlass sehe, von Amts wegen zu ermitteln und dies damit begründet, dass bislang “keine zureichenden tatsächlichen Anhaltspunkte für konkrete verfolgbare Straftaten” vorlägen. Das dürfte sich nun ändern.

Unterdessen hat der ab Januar amtierende Gesamt-Chefredakteur Steffen Klusmann in einem ebenfalls am Samstagabend veröffentlichten Beitrag deutliche Töne angeschlagen und nochmals angekündigt, dass Der Spiegel unter seiner Führung kompromisslos die Lehren aus dem Betrugsfall ziehen werde. Anders als seine Kollegen Ullrich Fichtner und Clemens Höges verzichtete Klusmann dabei komplett auf stilistische Ballett-Einlagen und setzte auf Klartext. Sein Fazit: “Einer Marke mit der Autorität des Spiegel darf ein solches Versagen nicht passieren, das ist hochnotpeinlich und dafür können wir uns nur schämen – egal wie genialisch Relotius das alles eingefädelt haben mag.”

 

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Alle Kommentare

  1. Endlich bekommt dieser arrogante Augstein mit seinen Exzentrikern Sascha Lobo, Stokowski ein Denkzettel. Relotius ist mit Sicherheit die Spitze des Eisbergs, die der linksverdrehte Augstein willigend in Kauf genommen hat. Hochmut kommt vor dem Fall. Der Spiegel wird in Zukunft ein vierblättlriges Umschlaggebilde zum einpacken fürs Butterbrot oder als Notlösung fürs Toilettenpapier (ganz im Stile der Taz).

  2. Es ist schon ziemlich durchschaubar und mehr als armselig den Lügenpressevorwurf auf die eine Person Relotius abzuwälzen. Der Fisch stinkt vom Kopf! Kampagnen- und Gesinnungsjournalismus sind allgegenwärtig im Mainstream, fake news und Märchen werden überall akzeptiert, wenn das Narrativ “passt”, das ist zum Selbstverständnis des sogenannten Qualitätsjournalismus geworden

  3. Der Spiegel ist schon lange irrelevant, weil dieser sich von einer neutralen Berichterstattung verabschiedet hat. Der Spiegel möchte dem Nazi Pöbel, also der normalen Bevölkerung, vorschreiben, was diese zu denken und zu fühlen hat. Das ist einfach falsch, aber die Journaille wird nicht verstehen. Das sind verblendete Ideologen. Frau Merkel und Ihre Globalisten Freunde danken für die positiven Flüchtlingsberichterstattung und das Land und der Kontinent versinken im Chaos. Der Niedergang des Spiegel ist nicht mehr aufzuhalten und unumkehrbar.

  4. Ein ohne Zweifel hochbegabter Mensch, der in die falschen Kreise gelangt ist und die ihn nun fallenlassen. Relotius wird mit seinen Fähigkeiten seine zweite Chance bekommen. Vielleicht nicht unter diesem Namen

    Er kann zu Papier bringen, was Menschen lesen wollen und ist damit prädestiniert, in allerengster Zusammenarbeit mit den führenden Eliten die Geschicke von Ländern, Kontinenten – ach was sage ich: der Welt zu bestimmen.

    Vielleicht an der Seite von Juncker, Soros, oder ab 2021 als Mitglied des engsten Stabes der Generalsekretärin der UNO, Frau Angela Merkel.

  5. Schlimm, dass man jetzt der Hetze und dem Hass der “Nazis“ nachgibt und dieses verdiente Mitglied des internationalen Qualitätsjournalismus mit der Strafverfolgung politisch verfolgt. Geld und Wahrheit kann wohl kaum so wichtig sein, dass man sich jetzt den Kampf gegen den demokratischen und kapitalistischen Konservatismus kaputt machen lässt. Pressefreiheit für Relotius!!

  6. Relotius hatte ja eine Spendenaktion gestartet und dies wohl privat über sein Email-Account..
    Jetzt muss man sich aber die Frage stellen,woher Relitous denn die ganzen Adressen der Spiegel-Leser bekam?`
    Diese liegen doch bei Autoren nicht auf dem Tisch,oder?

  7. Ich habe Relotius heute ganz alleine im Alster-Cliff gesehen. Er saß am Fenster und schaute auf das graue Wasser hinaus. Ich glaube, er hatte gerade geweint …

    1. … und aus seinen tränenfeuchten, mattgoldenen Beats-by-Dr.-Dre-solo-3-wireless-Kopfhörern drang gedämpft der brettharte, bohrende, verzweifelte Soundtrack dieser City voller Desperados und Loser, „White Xmas“ von Eminem, und erst als sein palästinensisch-parsischer Adoptivenkel, der hier als geduldeter Asylbewerber kellnerte, ihm unaufgefordert einen Magenbitter hinstellte, versiegte das Augenwasser langsam in seinen tiefen Sorgenfalten wie in einem dürstenden Canyon.

    2. Romanoff? Träumen Sie?

      Ein Künstler bewegt sich auf dünnem Eis; erschafft er Kunst oder baut er Scheiß? Ein Künstler rennt auf dunkler Bahn; trägt sie zu Ruhm, führt sie zum Wahn? Der Künstler fällt in freiem Fall; als Stein ins Nichts, als Stern ins All? Frei und unfrei nach Gernhardt Robert.

  8. Und wer zeigt den Spiegel für seinen Betrug an?

    Die Storys,wären sie merkelegimekritisch gewesen,wären bis ins kleinste Detail überprüft worden,hätte er sie überhaupt verkaufen können.

    Der Mainstream ist zu einer ungeheuerliche Systempropaganda geworden,die die der DDR um ein vielfaches übersteigt.

    Wer den letzten Warnschuss noch immer nicht kapiert hat,dem ist nicht mehr zu Helfen.

    Totalboykott dieser Journalismusverachtung.

    1. merkelkritische Artikel haben im ehemaligen Nachrichtenmagazin schon lange keinen Platz, außer vlt. wenn es um NorthStream2 geht.

  9. Spiegel ? Im Zweifel stinkt`s !
    Die Relotius-Affäre ist nur die Spitze des sattsam bekannten Eisbergs. Das Magazin ist nur noch ein Schatten seiner selbst, und genauso verkommen ist seine ach so tolle Dokumentationsabteilung. Die hätten dem Forger auf die Schliche kommen sollen. Aber diese ist genauso verfettet, selbstgefällig und träge, wie die Redaktion. Warum gibt es die ach so wichtige Mitarbeiter-KG ( außer für ein dickes Gehaltsplus der KG-GF), wo bleibt die Ankündigung einer Kurs-Änderung? Die Artikel aus dem Hauptstadtbüro kann man heutzutage auch bei FAZ, FAS, SZ, Welt und Zeit lesen. Die aufgeplusterten Reportagen aus der Fichtner-Abteilung sind meist abgestandene Ware, ondulierte Locken auf der Glatze. In TV-Dokus längst berichtet. Da brachte der Hochstapler Relotius doch wenigstens noch nie Dagewesenes. Und dabei log er so schön. Jetzt zittert “das Haus”, wie sich die Spiegel-Sekte nennt, weil sie weiß, daß die Causa den leck geschlagenen Tanker endgültig auf Grund gehen läßt. Vertrauen ist die Münze des Mediengeschäfts. Vertrauen ging unwiderbringlich verloren. Unter Chefredaktor Brinkbäumer war die verk. Auflage von 1 Mio auf die 700 000 abgesunken, die Werbeeinnahmen brachen um 20 % ein. Wetten, daß es so weiter geht ? 2020 sind sie unter den 500 000 pro Woche. RIP

    1. Er könnte noch zu den anonymen Wikipedikern gehen und dort Artikel ideologisch korrekt ‘bearbeiten’. Das subtile Hetzen gegen Andersdenkende und das Schönschreiben unerwünschter Realitätseinbrüche beherrscht er ja schon ganz gut.

  10. Bei allem Respekt:
    Der Autor Claas Relotius sollte schon ein bisschen mehr Demut zeigen, wenn die von ihm so gezielten “Fake-News-Schreihälse” zunehmend Recht haben.

    Lügengeschichten über edle und hilfreiche Migranten, Instrumentalisierung einer Holocaust-Überlebenden (!), erwiesenermaßen erlogene Gruselmärchen über “Hetzjagden” – Medien wie aus dem Reichspropagandaministerium, die sich für ihren volkserziehenden “Haltungsjournalismus” auch noch selbst Preise verleihen.

    Wenn ich die ÖR anschalte, weiß ich genau, wie zielgerichtet einseitig dort berichtet und kommentiert wird. Ich halte den Vertrauensverlust der Medien für einen irreparablen Schaden an der Demokratie.

    PS: Es kann natürlich sein, wenn sich die Nachrichtenlage um seine Person weiterhin so verdichten und verschlechtern sollte, dass er sich… na ja … zu einer Kurzschlusshandlung gezwungen sieht?

    1. Nein, zu einer Kurzschlusshandlung darf sich niemand gezwungen sehen, es lässt sich im Leben immer alles in Ruhe klären. Verstand besiegt Irraltionalität.

      1. Genau, nur nichts überstürzen ! Vielleicht hat der hochtalentierte Lügner – mithilfe seiner Förderer vom Spiegel, schon einen Anruf von Randomhouse & Co. erhalten – ob er wohl als Romanautor dort einsteigen wolle. Unter Pseudonym, versteht sich. Was Besseres gibts derzeit kaum am Markt.

  11. @Bart Simpsen: Es auch der Welt passiert, denn denen hat Relotiis auch einige Geschichten verkauft.
    Hätte auch nicht passieren dürfen, vor allem da Herr Poschardt ja von de SZ kam – nachdem er dort wegen des Skandals um erfundene Interviews von Tom Kummer gehen musste.

    Gerade zu lustig finde ich die hysterische Berichterstattung in der BILD, die ja als Flaggschiff für Qualitätsjournalismus bekannt ist.

    Und noch amüsanter die Einschätzung des Spiegel als links. Das war er zuletzt vielleicht Anfang der 90er. Spätestens mit Augstein ist das Blatt völlig unpolitisch geworden.
    Ach ja, der ist inzwischen ja auch bei Springer.

    1. Der, den Sie suchen, aber nicht gefunden haben, steckt in “Augstein” drin. Er ist nur (noch) kleiner.

  12. @Jesus: Haufenweise Skandale in der Finanz- und Bankenbranche, der Automobindustrie, auf dem Bau…
    Und da haben die Chefetagen teilweise noch selbst mit dran gedreht.
    Kann man beim Spiegel nun nicht sagen, da geht es eher um Kontrollversagen.

    Wie kommen Sie im Übrigen darauf, dass sich auch nur ein Medium durch die Werbung der Regierung kaufen ließe?
    Deren PR-Etat ist im Vergleich zu dem von Großkonzernen Pillepalle.

    Und unsere Rundfunkgebühren finanzieren zu einem nicht unerheblichen Teil die Betriebsrenten ehemaliger Mitarbeiter der Sendeanstalten.

  13. Spieglein, Spieglein an der Wand, wer lügt am meisten in diesem Land?

    Schreiben, was ist!

    Nun ist das Kind in den Brunnen gefallen und der linke Spiegel mach das was man von ihm erwartet: Er macht weiter so wie bisher! So heißt es in der Kolumne von Steffen Klusmann, designierter SPIEGEL-Chefredakteur als sei er vom Verfassungsschutz: „ …Wir als Macher des SPIEGEL müssen einräumen, dass wir in einem erheblichen Ausmaß versagt haben. Relotius ist es gelungen, sämtliche im Haus üblichen Sicherungsmechanismen zu umgehen und außer Kraft zu setzen….“ Ja, so ist das, wenn man einerseits sein Haus nicht mehr im Griff hat und anderseits, die Journalisten den größten Blödsinn und Unsinn schreiben lässt, ob von Claas Relotius, Jacob Augstein, Sascha Lobo und andere Edelfedern. Man muss seine Leser schon für ziemlich dumm halten, um einen solchen Murks zu verbreiten zu können.

    Unter der Kolumne Klusmann haben die lieben zahlenden Leser des Spiegels nicht einmal die Möglichkeit bekommen, um sich im Forum auszuweinen, sich zu übergeben oder ihr Beileid loszuwerden. Als Bewährungshelfer für den Spiegel haben sich bereits ARD und ZDF angeboten. Bei ARD heißt es ganz kurz: DER SPIEGEL – Kein Angst vor der Wahrheit

    Beim ZDF lautet die Geschiche so: Fälscher-Skandal beim Spiegel: Relotius forderte auch Spenden ein. Der zahlreicher Fälschungen überführte „Spiegel”-Journalist Claas Relotius soll Leser zu Spenden auf sein Konto aufgerufen haben. Das schilderten Leser der „Spiegel”, wie das Magazin berichtet. Demnach habe Relotius von seiner privaten E-Mail-Adresse aus Spendenaufrufe verschickt, um angeblich Waisenkindern in der Türkei zu helfen. Das Geld sollte auf sein Bankkonto überwiesen werden. Der “Spiegel” will diese Informationen im Rahmen einer Strafanzeige an die Staatsanwaltschaft übergeben.“

    Man kann es aus beschreiben bzw. erklären bei wem man Nachsicht gewährt und bei wem nicht. Wäre es dem Axel Springer Verlag (WELT) passiert, dann würde im Ö.R. nicht alle zwei Tage berichtet, sondern stündlich.

    Und das sind die neusten Überschriften bei Spiegle-Online:

    “Man kann mit dem Osten über den Osten reden” Hat Lukas Rietzschel mit Mitte 20 das Buch geschrieben, das erklärt, wie junge Sachsen zu rechten Gewalttätern werden?“

    „Israel erwägt, Einsatz in Syrien auszuweiten“

    “Gelbwesten”-Proteste in Paris Polizist richtet – Pistole auf Demonstranten

    “CDU-Minister als Problemfälle“

  14. Ein vorbildlicher Haltungs-Journalist:

    Die politische Überzeugung ist wichtiger als die Wahrheit!

    Einer wie viele… auch bei meedia.de

  15. Dachte ich es mir doch, er ist wohl ein Psychopath. Aber sicher nicht der Einzige oder Letzte in seinem Berufsumfeld. Nach dem Buch von Dutton (“Psychopathen: Was man von Heiligen, Anwälten und Serienmördern lernen kann”) gehören Medien- und Journalistenberufe mit zu den Top -10 der Berufen mit den meisten Psychopathen. Wenn sie einmal eine Grenze überschritten haben, können sie nicht mehr umkehren. Vielleicht sollte man die Medienpreisverleihungen oder Bundespressebälle dem Inhalt dieses Sachverhaltes nach entsprechend umbenennen?

    1. Was kann ein Psychopath denn sein?

      Sowas wie ein Ich-kritischer SelbstZerstörer?

      Was noch?

    2. Da könnten Sie durchaus Recht haben. Psychopathen kann man grob in zwei Sorten unterscheiden. Intelligente und weniger intelligente. Die weniger Intelligenten sind diejenigen welche sich bei ihren Straftaten erwischen lassen. Von denen liest man dann in der Zeitung(sic) wenn sie wieder mal ein bestialisches Verbrechen begangen haben und überführt wurden. Jedoch halte ich die andere Gruppe von Psychopathen für weitaus gefährlicher. Es sind nämlich hochintelligene Personen, welche für ihre Ziele sprichwörtlich über Leichen gehen, jedoch sich dermaßen gut tarnen und verstellen können, dass nur äußerst selten deren Vergehen auffliegen. Und genau diese Sorte von Psychopathen ist überproportional häufig in Machtpositionen vertreten. Egal ob Politik, Militär, Medien, oder andere Institutionen, Hierarchien und Macht ziehen diese Personen an. Und das macht diese Personen so gefährlich!

      https://www.zeit.de/karriere/beruf/2014-05/psychopathen-interview-psychologe-jens-hoffmann

      Oder ist das auch wieder Lügenpresse? Ich bin ganz durcheinander;-)!

      1. Vielen Dank für den Link auf den Zeit-Artikel. Ich habe mir das Buch von dem Profiler mal bestellt.
        Auch der Spiegel hat zu dem interessanten Thema 2013 mal einen informativen Artikel veröffentlich, der auch z.Z. noch (?) online ist: “Raubtiere ohne Kette” vom Technik- Redakteur Frank Thadeusz.

        http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-92079506.html

        Spannend wird es, wenn man die Lücken in Bezug auf die Liste der Top-Psychopathen- Berufe in dem Artikel schließt. Der Spiegel- Redakteur Frank Thadeusz nennt als TOP-Berufe für Psychopathen nur die Plätze 1. (Geschäftsführer / CEO.), 2. (Anwalt.), 5. (Chirurg.) und 8. (Geistlicher). Seine eigenen Berufsnester mag er wohl nicht als von Psychopathen durchsetzt „outen“, denn die landen auf dem 3. Platz (Medienbranche (Fernsehen / Radio)) und dem 6. Platz (Journalisten.). Der Spiegel ist hier wohl mal nur „Lückenpresse“, oder hat das Verschweigen durch den Autor einen tieferen psycholigischen Grund? Man weiss es nicht.

        Interessant ist auch der Hinweis in dem Artikel, dass die RAF unter Baader wohl von einem Psychopathen geführt wurde. Linke psychopathische Führer waren schon immer die übelsten in der neueren Geschichte der Menschheit. Sie hinterlassen immer eine Schneise der Verwüstung.

      2. Eine echte Gefahr, eine echte Bedrohung? na dann kann der Artikel aber nicht gefälscht sein.

      3. @ kein relotius:

        +++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++
        Spannend wird es, wenn man die Lücken in Bezug auf die Liste der Top-Psychopathen- Berufe in dem Artikel schließt. Der Spiegel- Redakteur Frank Thadeusz nennt als TOP-Berufe für Psychopathen nur die Plätze 1. (Geschäftsführer / CEO.), 2. (Anwalt.), 5. (Chirurg.) und 8. (Geistlicher). Seine eigenen Berufsnester mag er wohl nicht als von Psychopathen durchsetzt „outen“, denn die landen auf dem 3. Platz (Medienbranche (Fernsehen / Radio)) und dem 6. Platz (Journalisten.). Der Spiegel ist hier wohl mal nur „Lückenpresse“, oder hat das Verschweigen durch den Autor einen tieferen psycholigischen Grund? Man weiss es nicht.
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        VIELEN DANK! Dieser Spiegelbericht ist so selbstentlarvend!!!! dass man nicht weiß ob man lachen oder nur noch den Kopf schütteln soll! Von so einer Verlogenheit kann man sich nur noch angewidert abwenden!

        Mal schauen, ob mich Meedia wieder zensiert. Andere Kommentare waren wohl zu viel für die sensible Journalistenseele.

  16. Auch wenn ihn persönlich keine Schuld trifft und er völlig ahnungslos war:
    Ullrich Fichtner,
    Entdecker, engagierter Förderer und Vorgesetzter von Relotius trägt eine Mitverantwortung, dass der Fälscher im Hause so lange unentdeckt blieb.

    Es heißt doch sonst so immer schön, die Chefs verdienen so viel mehr, weil sie doch so wahnsinnig viel Verantwortung haben und gegebenenfalls übernehmen. In der Wirtschaft oder Politik treten die Verantwortlichen gemeinhin zurück, wenn einer ihrer Untergebenen derartigen Mist bauen. Ahnungslosigkeit schützt vor Verantwortung nicht.

    Ob der “Spiegel” gut beraten ist, ausgerechnet diesen Mann nun nächste Woche zum Co-Chefredakteur zu machen, halte ich für zweifelhaft. Man sollte den designierten Aufstieg an die Spitze zumindest ein Vierteljahr aussetzen und mal “sehen, was ist”.

  17. Die Diskussion wird leider derzeit ausschließlich IN den Medien ÜBER die Medien geführt. Am meisten profitiert der Spiegel selbst! Interessant wären mehr Stellungnahmen der Nutzer: Was macht das mit uns?
    Und der Spiegel hätte als Zeichen einfach 1woche Pause eingelegt (Denkpause) ? Stattdessen eine Lawine von (höchstprofitablen) Erklärungen.

    1. Bezeichnender Weise sind Öffentlich Rechtliche Sender und die Bundesregierung im aktuellen Heft für ca 2/3 der Anzeigenerlöse im Spiegel verantwortlich.

      Echte Freunde lässt man nicht hängen.

      1. @Jesus: Ziemlich billige und durchschaubare Masche, dem Spiegel eine ungesunde Nähe zur Regierung zu unterstellen.

        Es sind genau zwei Anzeigen: ‘2018 – Das Quiz’ von der ARD und eine des Bundesgesundheitsministeriums.
        Der Rest ist Wempe, Rügenwalder Mühle, SOS Kinderdorf, Ärzte ohne Grenzen, Harvard Business Manager, ein Aktien-Fonds, Reporter ohne Grenzen und sehr viele Eigenanzeigen. Was man halt so nach der Weihnachtskaufschlacht üblicherweise im Blatt hat.

        Und jetzt huschhusch zurück ins AfD-Körbchen trollen.

      2. @Exzenter

        Die Regierung nutzt gezielt Werbemillionen um Medien auf Linie zu halten bzw. für die richtige Haltung zu belohnen. Informationswert dieser Anzeigen ist Null.

        Gleiches gilt für die von der Politik gesteuerten Öffentlich Rechtlichen, die systematisch Zwangsgebühren an private Medien umverteilen, um strategisch Kritik am System abzumildern.

        Ärzte ohne Grenzen hatte ich schon vergessen, diese Schlepperorganisation will sich ebenfalls beim Spiegel für die Falsch-Berichterstattung bedanken (S. Relotius Bericht über die Seenotrettung)

        Harvard Business Manager zählt übrigens auch zu unbezahlter Eigenwerbung.

    2. Wie das Komitee für den Literatur-Nobelpreis: “Spiegel” einfach mal ein Jahr aussetzen?

    3. @Nomen: Da haben sie recht. Aber die Diskussion läuft ja in allen möglichen Foren und Leserbriefspalten. Im aktuellen Spiegel sind mehrere Seiten dazu abgedruckt.
      Ich persönlich denke, dass den Spiegel trotz der sonst sehr akribischen Qualitätssicherung genau das passiert ist, was in jeder anderen Branche auch ständig geschieht: Man hat einen Vorzeigemitarbeiter, der ständig tolle Geschichten anschleppt, die permanent ausgezeichnet werden – da schaut man dann auch mal über kleinere Ungenauigkeiten hinweg und winkt die am QM vorbei. Bis es zum GAU kommt.

    4. Ich glaube ja an Wunder. Auch an das Christkind u den Osterhasen. Und ja, ich darf das.
      Das macht das alles mit mir.

  18. Gut, dass es diesen tiefen Fall im abgehobenen Spiegel gibt: Denn es ist kein Einzelfall – Relotius zeigt, wie die Moral in weiten Teilen des linken Mainstreams aussieht. Ständig wollen sie die Menschen umerziehen mit ihrer sogenannten “Haltung” umerziehen.
    Aber privat sind sie Ich-AG’s: Solidarität predigen, Ellenbogen praktizieren. An Rücksicht, Mitgefühl appellieren sie nur. Denn auch Sie drängeln sich in der Schlange vor, holen Rabatte raus und stecken gerne die Kohle ein. Ihren Kindern wollen sie keinen Asylbewerber aus dem Orient anvertrauen. Sie verschanzen sich sicherheitshalber in Walldorf- und Privatschulen und christlichen Kindergärten.
    Relotius hat diese falsche Moral jetzt offenbart – und das ist gut so!

  19. “…egal wie genialisch Relotius das alles eingefädelt haben mag.””
    Der Spiegel als unschuldiges Opfer eines Einzeltäters.
    Bei anderen Firmen oder anderen Gelegenheiten wird erheblich weniger differenziert.
    Siehe VW-Affäre.
    Oder gar das Lieblingstheme des Spiegel: “Die Deutschen und ihre Geschichte.”
    Natürlich ohne die der deutschen Medien oder gar die der eigenen, Mitarbeiter in dieser Zeit etc…. Stichwort: Propagandakompanie…

  20. “Genialisch”? Bewunderung much? Wie wäre es mit perfide, kaltblütig, inhuman oder schllicht überlegen? Die auch hier durchscheinende Anbetung ist geradezu bizarr. Besitzt dieser kriminelle Schmierfink Psi-Kräfte, oder warum lecken sie ihm immer noch alle den Anus? Eklig.

    1. Damit versucht der Spiegel die Kritik abzuschwächen.

      Einen gewöhnlichen Betrüger hätten die Burschen natürlich sofort überführt, aber einen genialen Relotius, den hätte praktisch keiner sofort durchschaut.

      Natürlich alles Selbstschutz-Lügen, Relotius verfügt sich über eine sehr hohe soziale Intelligenz, aber das ist völlig irrelevant, denn ein Qualitätssicherungs-System hätte ihn sehr schnell überführt.

      Beim Spiegel gibt/gab es aber kein Qualitätssicherungs-System, die dreisten Fälschungen in den Relotius-Artikel sind dafür der Beweis.

      Der Skandal wird sich noch ausweiten, denn es gibt keinen Grund anzunehmen, dass nur Relotius-Artikel beim Spiegel nicht geprüft wurden.

  21. *ab Januar amtierende Gesamt-Chefredakteur Steffen Klusmann in einem ebenfalls am Samstagabend…

    Was mischt denn der da mit…, wenn sein Dienstbeginn erst im Januar 2019 ist, da sieht man wieder wie sich einige in den Vordergrund drängeln…

    Bitte Hr. Klusmann, erst äussern wenn man im ordentlichen Dienst ist…

  22. Was sollte der gute Herr Relotius auch tun, wenn nach seiner Geschichte plötzlich Leute mit ihm Kontakt aufnehmen und unbedingt für seine Romanfiguren spenden wollen?

    Die mangelnde bzw. nicht vorhandene Prüfung der Relotius Geschichte durch den Spiegel wir in diesem Fall allerdings wieder besonders deutlich.

  23. Das spricht, wenn es stimmt, allerdings eher dafür, dass ihm die Sache auch psychisch völlig entglitten ist.

    Ist allgemein gesagt für Hochstapler ja nicht untypisch. Wenn die Pathologie das Geschichten-Erzählen ist, wird immer mehr der Kick der Grenze der Enttarnung gesucht. Gerade auf den Stress, den das Zusammenhalten aller Fäden dann mit sich bringt, wird paradoxerweise noch mit der Erhöhung des Einsatzes reagiert.

  24. UNFASSBAR….da macht der Märchenonkel vom Spiegel auch noch Kohle mit seinen erfundenen rührenden Geschichten und ruft auch noch zu Spenden auf,um sich persönlich zu bereichern.
    Schlimmer geht es nicht mehr..Mir fehlen die Worte..

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