Partner von:
Anzeige

“Sagen, was ist”: Spiegel macht eigenes Fakegate um Relotius zum Cover-Thema und stellt Titelstory vorab gratis online

Im aktuellen Spiegel widmet sich das Medienhaus um Chefredakteur Steffen Klusmann dem Fall Relotius
Im aktuellen Spiegel widmet sich das Medienhaus um Chefredakteur Steffen Klusmann dem Fall Relotius

Der Spiegel macht mit seiner transparenten Aufarbeitung des Falls Relotius weiter und publiziert die Fälschungen als Titelthema der aktuellen Ausgabe, die am Samstag erscheint. "Sagen, was ist." heißt der Titel, getreu des Mottos von Spiegel-Gründer Rudolf Augstein. Neben einer Dokumentation der Ereignisse gibt es zudem ein Interview mit zwei Bewohnern aus Fergus Falls und dem Zeit-Chefredakteur Giovanni di Lorenzo.

Anzeige

Insgesamt 23 Seiten räumt die Chefredaktion des Spiegel dem Fall Claas Relotius in der am Samstag erscheinenden Ausgabe ein. In der Titelgeschichte “Sagen, was ist” versucht das Hamburger Magazin, die Manipulationen des 33-Jährigen aufarbeiten und in eigener Sache seine Leserinnen und Leser aufklären, wie ein Reporter seine Geschichten fälschen konnte und vor allem, warum er damit durchkam. Die gesamte Titelgeschichte ist bereits seit Freitagmittag als PDF frei verfügbar.

Neben einer Rekonstruktion der Ereignisse von Clemens Höges, die zur Aufdeckung der Fälschungen von Relotius geführt haben, wird ebenfalls der lange Offenlegungstext vom designierten Spiegel-Co-Chefredakteur Ullrich Fichtner abgedruckt, der bereits am Mittwoch online zu lesen war. Unter dem Titel “Es war ein Gefühl” beschreibt Spiegel-Mitarbeiter Juan Moreno, wie er den Betrug seines Kollegen Claas Relotius aufdecken konnte. Beide hatten für die Reportage “Jaegers Grenze vom November 2018 zusammengearbeitet, bereits im Vorfeld der Veröffentlichung war Moreno aufgrund diverser Ungereimtheiten misstrauisch geworden.

Giovanni di Lorenzos trockener Kommentar Richtung Spiegel: “In Ihrem Haus gibt es ja nicht nur einen Reporter, der gern Romane schreibt”

Ergänzt wird das Paket durch zwei Interviews: Zum einen mit Michele Anderson und Jake Krohn, zwei Bewohner der 13.000-Einwohner-Stadt Fergus Fall, über die Relotius in seinem Text “In einer kleinen Stadt” berichtet hatte. Das Duo hatte in einem Blogeintrag bei Medium.com zahlreiche Fehler und erfundene Passagen aufgedeckt. Zwei Reporterinnen haben nun mit den beiden über ihre Recherchen gesprochen und warum sie so lange niemanden beim Spiegel erreicht haben (MEEDIA berichtete).

Anzeige

Zum anderen gibt es ein lesenswertes Gespräch mit dem Zeit-Chefredakteur Giovanni di Lorenzo, der unter anderem erläutert, warum er die Art der Aufarbeitung von Fichtner zur Causa Relotius problematisch findet und eine “nüchterne Darstellung ohne Atmosphärisches passender gefunden” hätte. Zudem fragt er als “beruflich interessierter Laie”: “Warum gehen dann nicht irgendwann mal die Alarmglocken an?” Immerhin, betont er, vermerke die Spiegel-Dokumentation doch, wenn in einem Text gewisse Punkte nicht belegt werden können. Seine Schlussfolgerung: “Das muss doch bei Relotius-Geschichten nur so von Vermerken gewimmelt haben.” Di Lorenzo glaubt zudem, dass sich Reportagen mehr und mehr vom Journalismus hin zur Literatur entwickelt hätten. Er sagt:

Bei einigen Arbeiten, die für den Nannen-Preis eingereicht werden, frage ich mich: Ist das noch Journalismus oder schon ein Roman? Und in Ihrem Haus gibt es ja nicht nur einen Reporter, der gern Romane schreibt.

Ein klarer Seitenhieb des Zeit-Chefredakteurs gegen die Spiegel-Kollegen, die sich in diesen Tagen geschockt und völlig überrascht von den Fälschungen gaben und aus Sicht di Lorenzos wohl viel früher eine Ahnung hätten haben können. Und er weist elegant darauf hin, dass es mit dem einen Fall von Schwindeleien möglicherweise nicht getan ist – der Spiegel wäre sicher gut beraten, wenn er den Wink mit dem Zaunpfahl aus der benachbarten Zeit-Chefetage in Hamburg nicht ignorieren würde.

Abgeschlossen wird die ausführliche Aufmachergeschichte mit einer Sammlung der Reaktionen in der Presse, in den sozialen Medien und auch den Kommentaren zahlreicher Leser (MEEDIA berichtete).

Keine Neuigkeiten aus der Medien-Branche mehr verpassen: Abonnieren Sie kostenlos die MEEDIA-Newsletter und bleiben Sie über alle aktuellen Entwicklungen auf dem Laufenden.

Anzeige

Mehr zum Thema

Anzeige
Anzeige

Alle Kommentare

  1. Und bei der Zeit veröffentlicht man nicht gerne Geschichten mit wenig Substanz, die aber in die Blattlinie passen und mit der gewissen Dramatik gewürzt sind? Zitat:

    “Wenn sie in ihrer Berliner Wohnung von jenem Tag mit Wedel erzählt, zieht sie die langen Ärmel ihres Wollpullovers über ihre Hände, als sei ihr kalt. Sie ist jetzt 48 Jahre alt und hat lange dunkle Locken.”

    Was war am Ende übrig von diesem Artikel, seinerzeit von Fischer hier bei Meedia eloquent analysiert?

    Nichts wird sich ändern, solange Redaktionen vordringlich nach Bestätigung ihrer Wahrnehmung der Wirklichkeit handeln, anstatt die Realität distanziert in Augenschein zu nehmen.

  2. Fake, Fake, Fake-News zahlt sich aus!

    Da winken Preise und Preisgelder, wenn Journalisten das schreiben, was die Anderen (Zahlenden und Preisverleiher) gerne lesen möchte. Man bleibt praktisch in seinem Biotope. Mit einer Ausnahme: Dass die anderen Medien, über diese Preisverleihung berichten. So läuft das heute! Ob nebenbei die Geschichten stimmen oder der Wahrheit entsprechen, die dort prämiert werden, ist irrelevant. Es geht immer darum: Ist es einer von uns (politisch Gesehen)!

    Nun heißen die Schlagzeilen der anderen Medien: Spiegel Affäre, Spiegel Skandal und Spiegel Schwindel. Der Druck und die Widerstände innerhalb der Spiegelredaktion müssen enorm groß gewesen sein damit als erster herauszurücken zu müssen, weil sonst der eigenen Redakteur, Juan Moreno den Manipulationsskandal um den Star-Autoren Claas Relotius beim „Spiegel“ in einem anderen Medium aufgedeckt hätte.

    Wie sagte doch der Gründer vom Spiegel, Rudolf Augstein: „Sagen, was ist“ oder besser gesagt: „Schreiben , was ist!“ Aber nicht mehr heute beim Spiegel 2018!

  3. Kaum hat Augsteins Jakob seine Kolumne beendet (Im Zweifel links), trifft die Republik der nächste Schlag. Hatte man sich, wenn auch wenig erfolgreich mit der Verbreitung von Visionen versucht, so geht man jetzt direkt zur Vermarktung seiner Fälschungen über. Wird dies reichen, oder wird dieser Kassenschlager zum dead cat bounce werden ?

    So viele ungeschrieben gebliebenen Geschichten, so viele unbehandelte Themen, Ereignisse und Skandale, die durch Fiktionen weggeglättet wurden. Das Versagen unserer Medien besteht beileibe nicht darin, lediglich einem begabten Erzähler gefälliger Märchen aufgesessen zu sein.

    Eine zum Versinken bestimmte Republik verschaffte sich die dazu benötigten Medien, sie benötigt keinen Spiegel.

  4. Taufrischer Vorspann auf Spiegel Online:
    »Ein bisschen tricksen bei der Buchung des Bahntickets oder beim Einstieg in den Flieger – und schon hat man gute Chancen, nicht nur komfortabler, sondern auch günstiger unterwegs zu sein.«

    Ein bisschen tricksen, und dann läuft´s.
    Zwei Tage nach Relotius.
    Die merken nichts. Gar nichts.
    Sie sind einfach zu dumm.

    Eine Springflut sprachlicher Stümpereien kommt hinzu:
    »So einfach das Dortmunder Spiel nach vorne scheint, so einfach schien es in den vergangenen Spielen von Düsseldorf und Gladbach zu verteidigen zu sein.«

    Und eine unfassbare Inkompetenz:
    »Avicii begeisterte mit Musik, Stephen Hawking mit seinen Theorien.«
    Für Spon-Pfeifen sind diese „Toten des Jahres“ nämlich gleiche Größen.

    Dieser Laden ist hoffnungslos auf den Hund gekommen.
    Man wendet sich mit Grausen.

    1. Meine Rede, nicht erst seit Relotius, am Ende machen die Personen das Produkt.

      Aufgrund schlechter Personalpolitik über mehr als ein Jahrzehnt ist der Laden jetzt absolut verloren, von Innen nicht mehr reformfähig.

      Wahrscheinlich müssten mindestens 70% der Leute ausgetauscht werden.

  5. Ich geh jede Wette, dass sich schon sehr bald Herr Trump ex­pli­zit zu dem Spiegel-Skandal äussern wird.

    Das wird ein Spass

  6. Der “Spiegel” hat ein Problem, dass Mitarbeiter Geschichten erfinden.
    Die “Zeit” hat ein Problem damit, dass bei Geschichten gerne Details, die nicht zur gewünschten Aussage passen, weggelassen werden. Und/Oder eigentlich eher unwichtige Gegebenheiten zum Mittelpunkt ganzer Geschichten gemacht werden.
    Und damit vom eigentlichen Thema abgelenkt wird.
    Vergleiche von Artikeln auf “zeit.de” mit Artikeln etwa auf “nzz.ch” führen durch solche Maßnahmen teilweise zu geradezu gegensätzlichen Aussagen.
    Beide Varianten haben den Medien bzw. deren Glaubwürdigkeit in gleichem Umfang geschadet.
    (Und inzwischen so manche Haushaltskasse erheblich entlastet.)

  7. Hier ein Beispiel, wie gravierend die Informationen unterschlagen werden:

    Der WDR macht es möglich!

    Nach dem Pogrom an Frauen und Mädchen in der Silvester Nacht 2015/2016 schreib der WDR heute lapidar dazu: u.a.: “… Allerdings warnt NRW-Innenminister Herbert Reul auch vor falschen Erwartungen: „Es gibt keine hundertprozentige Sicherheit”, sagt er. “Aber die NRW-Polizei tut alles, damit sich so etwas wie die Kölner Silvesternacht nicht wiederholt.” An Silvester 2015/16 waren rund um den Kölner Hauptbahnhof zahlreiche Frauen sexuell bedrängt und bestohlen worden…”

    In einem Link wird wird darauf verwiesen: „Übergriffe in der Silvesternacht in Köln“ I mehr – Dann geht es weiter mit dem nächsten, Link den man anklicken muss: „Opfer und Täter der Kölner Silvester Nacht“ I multimedia Danach tut sich so etwas wie ein Video auf: Nach 4 mal runter scrollen kommt dann die Info, wer die Täter waren. Man kann es auch kurz machen: Wenn die Täter AfDler gewesen wären, würde sofort und ohne großen Aufwand, es im Bericht von heute stehen. So einfach werden die Menschen um die Infos genötigt. Ein Besserung ist nicht in Sicht!

  8. Ich fand bei der (sehr guten) Aufarbeitung durch die Welt interessant, dass man als Freier offenbar Artikel ohne jeden Nachweis anbieten kann, dass man auch im Land gewesen ist (da Spesen etc. dann natürlich auch wegfallen). Krass. Weil ich hätte jetzt z.B. auch kein Problem, mir so einen Artikel mit NYT, Wikipedia, Augenzeugen nur mit Vornamen zusammenzuerfinden, ohne hin zu müssen.

    Interessant auch, wie R. bei den Namen vorgegangen ist. Die Leute vor Ort, die ohnehin schon mit Journalisten Kontakt hatten, hat er überwiegend mit korrektem Klarnamen zitiert – das sind die, die sich jetzt an ihn “konkret” oft nicht erinnern können -, die Individualfiguren hat er sich dagegen wohl meist komplett ausgedacht, wie z.B. die Familie des Beerdigungsunternehmers in Juarez. Schlau, weil wenns die wirklich Namens-mäßig geben würde, könnte sich ja mal einer wehren.

    Scheint ihm nur zum Schluss entglitten zu sein, wie z.B. in Fergus Falls, wo ja offenbar die halbe Stadt wusste, dass da ein deutscher Journalist einen Fake-Artikel über sie geschrieben hat.

    1. Offen gesagt, so habe ich mein ganzes Journalistik-Studium finanziert. Ich war als Reporter schon rund um die Welt – mit Google Earth (hab’ mir aber per Street View immer ganz genau die Ortsschilder angeguckt und auch, ob man von der Kneipe wirklich unverstellten Blick zum Kraftwerk hat). Alles schon verjährt (ich gehe dabei von drei Jahren zum 31.12. aus).

  9. Aber, aber ! Hat der Mann nicht genau geschrieben, was sein rot-grün-Gender-Klima- Welcome – Publikum am liebsten liest: Verkitschte Märchen von den Guten (Frauen, Migranten, Klima-Warner, Anti Rechts- Aktivisten) mit dumpfen Trumpisten und allen Andersdenkenden hierzulande als Gegenpart ? Eben- ihr fordert- die liefern. Geschlossenes Weltbild bestätigt.Wie schon bei der Jesidin, die ihre Peiniger in Deutschland wieder trifft oder bei der Antifa-Heldin, der ein Hakenkreuz eingeritzt wurde. Auch aus der Gutmenschen- Märchenstunde…. Und jetzt : Überrascht ? Bedröppelt ? Nebbich – bloß erwischt halt. Doof eben – aber mehr doch nicht .

  10. “Manchmal, im Traum, erscheint ihnen Angela Merkel”

    Wer so einen Schmarren drucken lässt, sollte sich um die Chefredaktion der Bunten bemühen. Der hat im Spiegel nichts verloren.

    Das würde ich noch nicht einmal in einem Drehbuch für eine Vorabend-Soap durchkriegen.

  11. Der Kern des Problems, für jeden erkenntlich, seitdem die Bundesrepublik Deutschland Kriege führt und kriegerische Geopolitik betreibt, die einen glatten Verfassungsbruch (Artikel 26 (1) GG) bedeuten:

    Unsere in nur wenigen Konzernen konzentrierten Medien betreiben seit 1999 einen übel propagandistischen Agenda-Journalismus, der spätestens seit 2014 den Eindruck hinterlässt, als werde aus sämtlichen Kanonen für einen neuen Weltkrieg getrommelt.

    Dies haben in hundertausenden von entsetzten Post die Leser spätestens seit 2014 geschrieben – und die Chefredatktionen glaubten, dies durch gnadenlose Zensur und Diffamierung der Leser als vermeintlich russische Trolle entsorgen zu können.

    Dies entspricht den Studien und Analysen zahlreicher Wissenschaftler, die plötzlich in Summe ein Millionenpublikum fanden: ob der Medienwissenschaften Uwe Krüger (Meinungsmacht 2014), den die Sendung die Anstalt bekannt machte (investigativer Journalismus fand fast nur noch im Kabarett statt!), der Kieler Wahrnehmungspsychologe Rainer Mausfeld (Experte für weiße Folter der CIA), dessen Youtube-Vorträge Millionen sahen, aber auch Professor Meyen, Kritische Kommunikationswissenschaften, LMU-München; Prof. Ulrich Teusch (u.a. noch für den Hörfunk tätig), Professor Jörg Becker (Rolle von Journalismus und PR-Agenturen im Jugoslawienkriegen und bei der Zerlegung des Nahen Osten), der Medienwissenschaftler Thomas Meyer (Die Unbelangbaren, 2015), Uwe Krügers Doktorvater, Professor Lutzhachmeister mit seinem Forschungsschwerpunkt auf dem Berliner Hauptstadtjournalismus oder Jürgen Link, Siegfried Jäger u.a. vom Duisburger Institut zur Sprache und Sozialforschung über die Rolle des Journalismus zur Propagierung und Durchführung von Nato-Kriegen.

    Diese Forschungen aber glaubte der organisierte Leitmedienjournalismus totschweigen und aussitzen zu können – trotz massivem Rückgang an Abonnenten, Kunden und trotz der Entsprechung der Forschung zur offenen Kritik der Leser.

    Auch die Tatsache, dass Altpolitiker, zu deren Zeiten SPD und CDU noch über 80% der Stimmen bekamen, warnten, dass ein auf Feindpropaganda zielender Journalismus unverantwortlich sei und die Bürger ein Recht hätten, nicht durch mediale Eskalation in Kriege getrieben zu werden.

    Der folgende Aufruf von zahlreichen Altpolitikern und ehemaligen Bundespräsidenten sowie bedeutender Kulturschaffender der alten Bonner Republik erhielt zu Beginn der Ukraine-Kriese 1500 zu allermeist unterstützende und leidenschaftliche Leserkommentare – was aber Alphajournalisten nicht davon abhielt, diese Altpolitiker als sklerotische Volltrottel zu behandeln und Leser, die sich von ihnen vertreten fühlten, als Erfüllungsgehilfen der russischen Regierung zu denunzieren.
    https://www.zeit.de/politik/2014-12/aufruf-russland-dialog

    30% der Deutschen haben laut Umfragen Angst vor einem Weltkrieg! Und sie erachten eine permanent kriegshetzende Presse als Erfüllungsgehilfen bei unserer existenziellen Gefährdung und Rückverwandlung in nukleare Geiseln des politischen Apparats der USA.

    Das, was man diesen Medien vorwerfen muss, grenzt an einen Angriff auf unser Leben und das unserer Kinder.

    Und es war und ist diesen Medien, jeder Schmäh, jede Beleidigung nicht nur eines anderen Landes, sondern auch aller Deutschen, die keine Eskalation und keinen Krieg wollen, mehr als nur Recht.

    Faktisch ist jedes Narrativ innig umarmt worden, dass der von Nato und US-Elite gewollte Kriegs- und Hegemonialagenda mit einem Maximum an boulevardesken Emotionen dient!

    So auch im Fall Relotius. Dessen Reportagen waren nicht die Bohne anti-amerikanistisch, sondern dienten just – gegen die Altright – der anderen Kriegstreiberfraktion in den USA!

    Daran war erstens übel, dass überhaupt Agendajournalismus betrieben wurde. Denn es ist nicht Aufgabe von Medien, in einer Demokratie, die den Namen verdient, aggressiv Meinungshoheit durchsetzen zu sollen – denn wir, als Bürger, sollen ja nun uns souverän eine Meinung bilden, die Presse dafür nur faktische und sachliche Informationen bilden. Erst recht aber war übel, dass gegen die Interessen der Bevölkerung und gegen unser Grundgesetz (das eine Friedensverpflichtung kennt!), pro Krieg und pro Hegemonialpolitik getrommelt wurde – und das unentwegt, absolut homogen und in einem boulevardesken Stil, für den man sich als Staatsbürger nur schämen konnte.

    Diese Art des Journalismus ist beschämend, gefährlich und menschenverachtend. Es ist unglaublich, dass sie möglich ist, während äußerlich in diesem Land er Schein von Demokratie aufrechterhalten wird. Ohne korrekte Sachinformation, ohne neutrale Berichte und Meinungspluralität, aber da, wo Meinungen hingehören, nämlich nur in Kommentaren, funktioniert Demokratie nicht.

    Diese aggressiven Agendamedien haben aus unserer Demokratie eine Zombielandschaft gemacht – und dazu noch einen für uns lebensgefährlichen Eskalationskurs erst möglich gemacht.

    Eine Wende um 180 Grad ist nicht nur für den Journalismus, sondern auch für uns alle im wirklichen physischen Sinne überlebensnotwendig. Hört also endlich für immer mit medialer Hetze auf!

Die Kommentarfunktion für diesen Artikel ist deaktiviert.

Werben auf MEEDIA
 
Meedia

Meedia