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“Beherzter Sprung ins Ungewisse”: Popkultur-Magazin Spex macht nach Print-Aus ab Februar 2019 online weiter

Nr. 383, das aktuelle Cover der Zeitschrift Spex
Nr. 383, das aktuelle Cover der Zeitschrift Spex

Nach 38 Jahren und 384 Ausgaben ist Schluss: Spex wird zum Jahresende eingestellt, dies wurde Mitte Oktober bekannt gegeben. Nun ist klar: Das Popkultur-Magazin wird online weitergeführt. Ab dem 1. Februar 2019 sollen "die besten Seiten" des Heftes plus zahlreiche neue Formate im digitalen Raum erscheinen. Das dahinterstehende Geschäftsmodell wurde von den Machern ebenfalls in Ansätzen offenbart.

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“Wenige Wochen erst sind vergangen, seit wir den Exitus der gedruckten SPEX verkünden mussten, die Tinte der letzten Printausgabe ist kaum getrocknet, und schon brüten wir wieder über derselben Frage, die wir auf dem Titel von SPEX No. 384 auch Ihnen stellen: what‘s next?”, heißt in der nun veröffentlichten Ankündigung von Dennis Pohl, Redakteur beim Popkultur-Magazin. Es gebe zwei Möglichkeiten, auf den jüngsten Einschnitt zu reagieren, womit er die Mitte Oktober verkündete Entscheidung meint (MEEDIA berichtete), das Magazin nach 38 Jahren zum Jahresende einzustellen. Er schreibt:

Wir hätten uns bequem darüber beschweren können, dass das vermaledeite Internet uns die schönen Jobs wegfrisst, mit seiner Gleichzeitigkeit jegliche Pop-Kritik obsolet macht und überhaupt alles beschissen ist. Oder eben den neuen Vorzeichen entgegen zu treten, zum beherzten Sprung ins Ungewisse anzusetzen und einen Vorschlag zu formulieren, wie relevanter, unabhängiger Journalismus in Zeiten des Glasfaserkabels aussehen kann. Mit anderen Worten: betretene Stille oder mutiger Lärm?

Die Redaktion hat sich für Variante 2 entschieden und führt das Printprodukt nun in den digitalen Raum. Grund für diesen Schritt, schreibt Pohl, seien unter anderem zahlreiche Zuschriften der Leser gewesen. Konkrete Details zum Online-Produkt, das am 1. Februar 2019 startet, gibt es allerdings noch nicht. Pohl verrät lediglich: “Wir arbeiten bereits mit allen verfügbaren Köpfen an einer neuen Gestaltung, an frischen Audioinhalten, an mehr Raum für Tiefe und jeder Menge anderen Formaten, die die besten Seiten des Printmagazins ins Internet übertragen und erweitern werden.”

Abomodell: zwei Euro pro Monat
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Um in Zukunft unabhängig, kritisch und “frei von digitalem Massendenken” zu arbeiten zu können, wird es ein Abomodell geben. Danach erhalten Nutzer gegen eine Gebühr von zwei Euro im Monat alle Inhalte des Online-Produkts sowie das Heftarchiv aus 38 Jahren spex. “Was uns daran aber besonders gut gefällt: Im neuen Modell können Sie uns und unseren Journalismus ganz direkt unterstützen – und uns ohne Umwege an unserer Qualität messen”, betont Pohl.

Ende Dezember erscheint die letzte Ausgabe der Zeitschrift. “Gegen langsam, aber doch stetig sinkende Verkaufs- und Abonnementzahlen haben wir ebenso wenig ein Mittel gefunden wie gegen die zunehmend prekäre Marktlage”, sagte spex-Chefredakteur Daniel Gerhardt damals zur Entscheidung. Spex wurde 1980 von einem Herausgeberkollektiv um Gerald Hündgen, Clara Drechsler, Dirk Scheuring, Wilfried Rütten und Peter Bömmels gegründet und bis zum Ende des Jahrtausends im Selbstverlag herausgegeben. Anschließend übernahm die Firma Piranha Media, bei der Spex nun auch eingestellt wird. Im Laufe der Jahrzehnte haben viele große Autoren, Fotografen, etc. für das Magazin gearbeitet, darunter Diedrich Diederichsen, Olaf Dante Marx, Hans Nieswandt, Jutt Koether, Rainald Goetz, Joachim Lottmann, Dietmar Dath, Wolfgang Tillmans, Marcel Beyer und viele mehr.

tb

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