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US-Staatsanwalt erhebt Anklage: Datenskandal-Drama kostet Facebook weitere 30 Milliarden Dollar Börsenwert

Facebook-CEO Mark Zuckerberg unter Druck: Jetzt fordert ein ehemaliger Mitstreiter drastische Maßnahmen gegen den Machtzuwachs des Konzerns
Facebook-CEO Mark Zuckerberg unter Druck: Jetzt fordert ein ehemaliger Mitstreiter drastische Maßnahmen gegen den Machtzuwachs des Konzerns

Facebooks Horrorjahr scheint kein Ende zu nehmen, bis nicht endlich der 31.12. abgelaufen ist. Der Mutterkonzern des weltgrößten Social Networks erlebte gestern nach den Enthüllungen der New York Times über die Weitergabe von sensiblen Daten an Tech- und Internetgiganten wie Netflix, Spotify und Microsoft und der Anklage eines US-Staatsanwalts wegen Datenmissbrauchs den schwersten Tag an der Wall Street seit fünf Monaten. Nachbörslich bemühte sich Facebook mit einem erklärenden Statement um Schadensbegrenzung.

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Facebooks Katastrophenjahr bietet immer noch neue Negativüberraschungen. Wie die New York Times gestern in einer aufwendigen Recherche aufdeckte, hat Facebook  Tech- und Internet-Giganten wie Microsoft, Spotify und Netflix in Daten-Deals, die bis ins Jahr 2010 zurückreichen, den Zugang zu sensiblen Nutzerdaten wie privaten Emails verschafft.

Facebook war gleich mehrfach um Schadensbegrenzung bemüht und erklärte in einem Blogeintrag, die Schnittstellen seien dazu gedacht gewesen, Nutzern den Kontakt zu ihren Facebook-Freunden auf den anderen Plattformen zu ermöglichen.

In einem zweiten Statement in der Nacht erklärte Partnerschaftsmanager Ime Archibong, man habe die Schnittstelle im Sinne der Nutzer eingerichtet – nämlich damit sich Nutzer der Internetdienste über den Facebook Messenger direkt Nachrichten wie Musik- oder Film-Empfehlungen via Spotify und Netflix schicken  könnten; die persönlichen Nachrichten der Nutzer habe Facebook natürlich nicht weitergeleitet.

Facebooks Glaubwürdigkeit ist erschüttert

Das Problem bei Facebooks Rechtfertigung: Nach einem Jahr, in dem praktisch jede Woche eine neue Enthüllung über einen neuen Datenskandal bekannt wurde, ist die Glaubwürdigkeit des weltgrößten Social Networks inzwischen komplett zerstört.

“Kann Facebook nicht einfach ein Statement herausgeben, das besagt: ‘Wir haben alles Erdenkliche falsch gemacht und Euch (Nutzer) wiederholt verkauft’?. Dann würde es keine neuen Enthüllungen mehr geben”,  bringt CNBC-Marktkommentator James Cramer sarkastisch die Stimmung der Wall Street auf den Punkt.

Tatsächlich scheint die Wall Street Facebook inzwischen aufgegeben zu haben. Die abgeschlagene Aktie erlebte nach den neuen Enthüllungen und der Anklage vom Washingtoner Staatsanwalt Karl Racine wegen des Datenskandals um Cambridge Analytica, der zu einer Milliardenstrafe führen könnte, den schwärzesten Tag seit der desaströsen Juni-Quartalsbilanz. Beim Sturz um mehr als 10 Dollar bzw. mehr als 7 Prozent wurden weitere 30 Milliarden Dollar Börsenwert vernichtet.

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“Die besten Tage liegen hinter Facebook”

Wie wohl kein zweites Führungsduo dürften sich Mark Zuckerberg und Sheryl Sandberg den 31.12. herbeisehnen, der endlich einen Schlussstrich unter Facebooks Horrorjahr zieht. Bleibt allein die Frage, wie der angeschlagene Social Media-Gigant einen weiteren Absturz im nächsten Jahr verhindern will?

Wagnisfinanzierer Gene Munster gibt Facebook keine Chance mehr: Die jüngsten Maßnahmen zur Schadensbegrenzung seien “zu wenig” und kämen “zu spät”, erklärte Munster bei CNBC. ” Die besten Tage liegen hinter Facebook”.

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