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Streit um Gegendarstellung: Boris Becker scheitert vor Verfassungsgericht gegen die Bild

Boris Becker konnte sich in einem Streit um eine Gegendarstellung nicht gegen die Bild durchsetzen
Boris Becker konnte sich in einem Streit um eine Gegendarstellung nicht gegen die Bild durchsetzen

Tennis-Legende Boris Becker scheiterte vor dem Bundesverfassungsgericht in einem Streit mit der Bild-Zeitung um eine Gegendarstellung. Becker wollte wegen einer Schlagzeile, laut der er das Haus seiner Mutter verpfändet habe, eine Gegendarstellung durchsetzen. Das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe urteilte, dies würde das Grundrecht der Pressefreiheit verletzen.

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Der Fall ist nicht ganz unkompliziert. Die Bild hat vergangenes ein Interview mit einem ehemaligen Geschäftspartner von Boris Becker veröffentlicht, der von dem früheren Tennis-Star einen Millionenbetrag fordert. In England läuft ein Insolvenzverfahren gegen Becker. Die Zeile der Boulevardzeitung lautete: „Millionen-Gläubiger packt aus – Becker verpfändete auch das Haus seiner Mutter!“

Tatsächlich ließ Becker das Grundstück für das Haus, für das seine Mutter ein lebenslanges Wohnrecht hat, auf eine notariell beglaubigte Sicherheitenliste eintragen. Diese Sicherheitenliste verschafft aber kein Pfandrecht im Sinne des Bürgerlichen Gesetzbuchs. Becker erwirkte deshalb vor dem Landgericht Berlin eine einstweilige Verfügung mit der Verpflichtung zur Gegendarstellung mit dem Satz: „Ich habe das Haus meiner Mutter nicht verpfändet.“

Die Axel Springer SE wehrte sich dagegen und zog bis vors Verfassungsgericht. Das Medienhaus argumentierte, dass die Schlagzeile eine wertende Stellungnahme sei und darum nicht gegendarstellungsfähig. Eine Gegendarstellung kann nämlich nur gegen eine Tatsachenbehauptung erfolgen. Der Begriff „verpfänden“ sei zudem diffus und die geforderte Gegendarstellung sei unzulässig mehrdeutig, weil Becker ja tatsächlich eine schuldrechtliche Verpflichtung eingegangen sei, so die Springer-Seite.

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Das Bundesverfassungsgericht entschied, dass eine gegendarstellungsfähige Tatsachenbehauptung für juristische Laien in diesem Fall nicht erkennbar sei. Es sei nicht auszuschließen, dass der Begriff der „Verpfändung“ auch vom durchschnittlichen Leser als Beschreibung einer schuldrechtlichen Sicherungsbestellung verstanden werden könne. Außerdem sei die geforderte Gegendarstellung zu beanstanden, weil der Text interpretationsbedürftig sei.

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