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Apple Pay: Vier Gründe, warum Verbraucher, Datenschützer und Medien den neuen Bezahldienst lieben sollten

LaterPay CEO Cosmin Ene
LaterPay CEO Cosmin Ene

In dieser Woche ist Apple Pay endlich auch in Deutschland gestartet, ganze vier Jahre nach der Einführung des Bezahldienstes in den USA. Apple Pay ermöglicht es, mit Hilfe eines iPhones oder einer Apple Watch zu bezahlen. In einem Gastbeitrag für MEEDIA beschreibt Cosmin Ene, Gründer und CEO des Bezahldienstleisters LaterPay, warum der Marktstart in Deutschland für Verbraucher, Datenschützer und Medien eine gute Nachricht ist.

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Ein Gastbeitrag von Cosmin Ene

Über vier Jahre nach dem US-Start und sogar erst zwei Wochen nach dem Launch in Belgien und Kasachstan hat der Apple endlich auch in Deutschland seinen Bezahldienst Apple Pay gestartet. Das ist eine gute Nachricht für Verbraucher, für Datenschützer – und auch für die Verlage und Medienhäuser. Warum? Darauf kann ich gleich vier Antworten geben:

1. Apple Pay ist einfach

Die Verbraucher werden Apple Pay lieben, weil es das Bezahlen für sie extrem vereinfacht. An der Kasse müssen Käufer ihr iPhone nur gegen das Bezahlterminal halten und die Transaktion mit ihrem Fingerabdruck oder FaceID autorisieren. Dank der NFC-Technik geht das heute zwar auch schon mit Kredit- und EC-Karten. Aber NFC ist zum einen technisch weniger sicher (inzwischen werden Brieftaschen produziert, die meine NFC-fähige Karte vor heimlichen Abbuchungen schützen sollten). Und gerade die jüngeren Zielgruppen werden es als wesentlich natürlicher empfinden, wenn sie künftig ihr Smartphone zücken und an ein Lesegerät halten können. Übrigens: Das sind Zielgruppen, die derzeit von den Verlagen noch viel zu wenig erreicht werden.

2. Apple Pay ist nutzerzentriert

Die Verbraucher werden Apple Pay auch deshalb lieben, weil die Entwickler das Bezahlsystem komplett aus einer userzentrierten Sicht erdachten und konzipierten. Apple dürfte mit dem Dienst keine großen Umsätze erzielen wollen. Apple Pay wird meiner Einschätzung nach vor allem dafür sorgen, dass das iPhone, immerhin das wichtigste Produkt des Tech-Konzerns, für die Kunden die Fernbedienung ihres elektronischen Lebens bleibt. Es geht darum, die Attraktivität des Smartphones zu erhalten und User an Apple zu binden.

3. Apple Pay sammelt keine Kundendaten
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Datenschützer sehen zurecht viele US-Angebote kritisch. Apple Pay aber werden sie lieben, weil beim Bezahlen weder Kreditkartendaten noch Kundendaten hin und her gehen. Eine herkömmliche Kreditkartenzahlung ist da erheblich gefährdeter, ausspioniert oder missbraucht zu werden. Denn bei Apple Pay kommt eine Geräteaccountnummer zum Einsatz, ein Token, das nur das eigentliche Finanzinstitut dem Bankkonto zuordnen kann. So weiß selbst Apple nicht, welches Konto es da belastet. Das ist wie beim Autokennzeichen: Jeder kann mein Kennzeichen sehen, wenn er sich dafür interessiert und hinschauen will, aber er weiß deshalb noch lange nicht, wer ich bin. Damit positioniert sich Apple ein weiteres Mal als datenschutzrechtlicher Gegenpart zu sammelwütigen Unternehmen wie Facebook.

4. Apple Pay funktioniert auch für Online-Inhalte

Auch die Verlage werden Apple Pay lieben, weil der Bezahldienst bei aller digitalen Modernität einen Hauch von der guten alten Zeit versprüht. Wie früher, als man einfach und spontan, weil einen das Cover ansprach oder die Headline geradezu ins Auge sprang, mit ein paar Münzen eine Zeitung kaufte, bringt der Bezahldienst das Kurzentschlossene zurück in die digitalen Journalismus-Angebote. Apple Pay funktioniert schließlich nicht nur im Supermarkt, sondern grundsätzlich auch für den Kauf von Online-Inhalten. In den USA kann man damit heute sehr einfach seine Inhalte bei der New York Times kaufen. Verbraucher werden deswegen nicht gleich 30 neue Abos kaufen, aber es öffnet die Tür zu neuen Verkaufsmodellen für digitale Inhalte.
Gefällt einem Leser die Headline eines Textes oder verspricht ein Artikel genau die Informationen, die ein Nutzer gerade sucht, dann kann er diesen in wenigen Sekunden ohne spürbare Unterbrechung seines Leseerlebnisses kaufen. So versetzt Apple Pay jeden Leser in die Lage, ganz unkompliziert Inhalte in den Paketierungen kaufen zu können, die seinem Leseverhalten entsprechen. Der neue Bezahldienst fördert also spontane Kaufentscheidungen – eine wertvolle Ergänzung für das Abo-Geschäft der Medienhäuser.

All die Verlage, die nicht bereit sind ihr Angebot jenseits des Abos zu differenzieren, werden an Apple Pay wenig Freude haben, Ebenfalls keine Freude werden Datenschutz-Feinde haben und Verbraucher, die es gerne maximal kompliziert haben allen wollen. Alle anderen – und das ist die riesige Mehrheit – dürften Apple Pay lieben. 

Über den Autor: Cosmin Ene ist Gründer und CEO des Bezahl-Dienstleisters LaterPay. Vor seiner Zeit bei LaterPay war er Mit-Gründer von Deluxe Television.

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