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Twitter-Chef Jack Dorsey twittert stolz über Meditationstrip nach Myanmar – und erntet Shitstorm für fehlenden politischen Kontext

Twitter-CEO Jack Dorsey
Twitter-CEO Jack Dorsey

Wie hat der viereinhalbfache Dollar-Milliardär Jack Dorsey seinen 42. Geburtstag gefeiert? Nicht mit einer extravaganten Sause auf den Seychellen, sondern – im Gegenteil – mit einem spartanischen 10-Tages-Trip nach Myanmar. Über den Sinn seiner (Selbst-) Entdeckungsreise informierte der Chef von Twitter und Square Nutzer seines Kurznachrichtendienstes ausführlich. Womit Dorsey wohl nicht gerechnet hatte: Seine selbstreflexive Reisebeschreibung löste einen heftigen Shitstorm aus.

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Es klingt nach dem perfekten “Eat Pray Love”-Selbsterfahrungstrip gestresster Silicon Valley-Milliardäre: einfach mal nach Asien jetten, um dann meditativ abzuschalten. Zum 42. Geburtstag geleistet hat sich das Bilderbuchklischee ausgerechnet Social Media-Workaholic Jack Dorsey, der bekanntlich gleichzeitig CEO von zwei börsengelisteten Internet-/ Tech-Unternehmen ist: Twitter und Square.

Schon klar, dass man nach beständigen 15-Stunden-Arbeitstagen (Elon Musk lässt grüßen) zum Geburtstag mal abschalten muss, erst recht als bekennender Meditationsfan. Einmal im Jahr zieht der 42-Jährige deswegen komplett den Stecker, um die fortgeschrittene, buddhistische Meditationstechnik Vipassana zu zelebrieren.

Ende November war er wieder so weit: Anlässlich seines Geburtstags brach Dorsey nach Asien auf, um in einer Oase der Ruhe seinen spirituellen Frieden zu finden. Wie intensiv, spartanisch und bewusst schmerzvoll sein 10-Tagestrip verlief, teilte Dorsey nun mit dem Abstand von zwei Wochen seinen rund vier Millionen Followern mit. (Twitter-Aktionäre wären über das dehnbare Schmerzempfinden ihres CEOs vermutlich schon vor Jahren gerne informiert worden.)

Dorseys Follower lernen in den 16 Tweets allerlei über die 2500 Jahre alte Meditationstechnik, die spartanische Unterkunft des viereinhalbfachen Dollar-Milliardärs, seine Apple Watch-Nutzung und das Album, das nach zehn Tagen der Ruhe wieder in Dorseys Ohren strömt. (Auflösung: wie im Vorjahr Rapper Kendrick Lamar, der “Lieblingsdichter” des Twitter-Chefs.)

Was Dorseys Follower nach all der Twitterei  jedoch nicht lernen, ist eine geopolitische Einordnung seines Reiseziels Myanmar. So liest sich Dorseys Tweetstorm wie eine flammende Reiseberichterstattung über ein Land, in dem 2017 nach UN-Einschätzung Völkermord an der muslimischen Minderheit der Rohingya begangen wurde und noch wird.

Die vollkommene Ausklammerung des politischen Kontextes wird von Twitter-Nutzern entsprechend heftig kritisiert. re/code-Gründerin Kara Swisher drückt sich noch vorsichtig aus, als sie bemerkt, sie habe angesichts von Dorseys Tweets “sehr gemischte Gefühle”.

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