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Facebook-Medien-Report, Teil 5: Die Posts der Medien-Seiten verschwinden aus den Timelines, die Medien-Inhalte nicht

Der Facebook-Medien-Report von MEEDIA: Wie wirken sich die Algorithmusänderungen von Facebook auf Medienseiten aus?
Der Facebook-Medien-Report von MEEDIA: Wie wirken sich die Algorithmusänderungen von Facebook auf Medienseiten aus?

Die bisherigen Analysen von MEEDIAs Facebook-Medien-Reports haben aufgezeigt, wie sehr Facebook-Seiten deutschsprachiger Medien in den vergangenen anderthalb Jahren unter den Algorithmus-Änderungen des sozialen Netzwerks gelitten haben. In Teil 5 blicken wir nun auf Zahlen, die aufzeigen, dass die Inhalte der Medien dennoch nicht in diesem Ausmaß aus den Timelines der Nutzer verschwinden.

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Zwischen Oktober 2017 und Oktober 2018 büßten die 1.500 von MEEDIA analysierten Facebook-Seiten deutschsprachiger Medien 43,7% ihrer Likes, Reactions, Shares und Kommentare ein, die sie vor einem Jahr noch mit ihren Posts erzielten: Von 100,85 Mio. ging es auf 56,81 Mio. herab. Der Auftakt unserer Analyse-Reihe Facebook-Medien-Report enthält alle wichtigen Details zu dieser Entwicklung. Nur wenige Medien litten nicht unter den Auswirkungen der Algorithmus-Änderungen durch Facebook, wie Teil 2 aufgezeigt hat.

Daten des Social-Media-News-Tools 10000 Flies (Offenlegung: Ich bin Mitbetreiber) zeichnen allerdings ein etwas anderes und gerade deswegen hoch spannendes Bild. Denn: Die Posts der Facebook-Seiten verschwinden zwar in großem Ausmaß aus den Timelines der Nutzer, die Inhalte bzw. Artikel der Medien-Websites hingegen nicht. Wie die Zahlen von 10000 Flies zeigen, ging es im gleichen Zeitraum Oktober 2017 bis Oktober 2018 für die von dem Tool erfassten rund 3.400 publizistische Websites nur um 12,9% herab. Aus 51,8 Mio. Facebook-Interaktionen für die Artikel der entsprechenden Medien wurden 45,2 Mio. Ein deutlich weniger dramatischer Rückgang, der beim Blick auf die Verlaufskurve für sogar eher nach Stagnation als nach deutlichem Trend nach unten aussieht.

Zum besseren Verständnis: Die Daten, die wir mit Hilfe von Crowdtangle für die ersten vier Teile des Facebook-Medien-Reports ausgewertet haben, bezogen sich ausschließlich auf Posts, die von Facebook-Seiten der Medien selbst stammen. 10000 Flies hingegen wertet für sämtliche auf 3.400 Websites erscheinenden Artikel aus, wie viele Likes, Shares & Co. auf Facebook und Twitter zusammen kommen. Hier spielt es keine Rolle, ob ein Like durch einen Post der eigenen Facebook-Seite entstanden ist, oder eben über Accounts von Privatleuten, Gruppen, usw.

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Der Vergleich zwischen einem Minus von 43,7% und einem Minus von 12,9% zeigt deutlich – auch wenn die Schnittmenge der ausgewerteten Medien nicht komplett deckungsgleich ist – , dass die Inhalte der deutschsprachigen Medien bei den Facebook-Nutzern weiter eine große Rolle spielen. Ganz offensichtlich werden die fehlenden Posts der Facebook-Seiten von Medien in großen Teilen durch Posts mit Medien-Inhalten von Freunden, Familie oder abonnierten Gruppen ausgeglichen. Anders ist der große Unterschied der Entwicklungen kaum zu erklären.

Was aber auch zur Wahrheit gehört: Für die Medien ist das kleinere Minus bei den Interaktionen für ihre Artikel ein relativ schwacher Trost, denn es ist natürlich ein Unterschied, ob ich mit meinem eigenen Facebook-Post unter eigener Marke in den Timelines von Hunderttausenden auftauche – oder mit einem Post eines Privatmenschen, dessen Inhalt ich nicht beeinflussen kann, nur bei dessen Freunden. Daher können solche Privat-Likes und -Shares wohl auch die Traffic-Verluste nicht ausgleichen, unter denen die Medien leiden, weil ihre Artikel-Posts seltener bei den Nutzern auftauchen.

Im Hinblick auf die Entscheidung Facebooks, Medien-Posts gegenüber Beiträgen von Freunden, Familienmitgliedern und abonnierten Gruppen zu benachteiligen, ergibt sich aber eine weitere wichtige Frage: Wenn doch die Inhalte der Medien weiter in ähnlichem Maße in den Timelines auftauchen, zeigt das, dass sich die Menschen weiterhin extrem für diese Inhalte interessieren. Warum also will Facebook dann krampfhaft genau diese Inhalte in Form von Facebook-Posts der Medien vor den Nutzern fernhalten? War es nicht immer der Sinn des Facebook-Algorithmus, den Nutzern das auszuliefern, was sie am meisten interessiert? Von diesem Weg sind Mark Zuckerberg und Kollegen offenbar abgekommen.

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