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“Wutbürgermeister” aus “dörflichen Strukturen”: Boris Palmer lästert über Berlin und Politik und Presse flippen aus

Tübinger Hilfssheriff in Berlin: Boris Palmer
Tübinger Hilfssheriff in Berlin: Boris Palmer

Der Tübinger Oberbürgermeister Boris Palmer von den Grünen dürfte aktuell der deutsche Lokalpolitiker mit der größten Medienpräsenz sein. Kaum ein Tag vergeht, an dem Palmer nicht wieder für einen Aufreger sorgt. Aktuell übt er sich in der bewährten Disziplin des Berlin-Bashings. In einem Interview mit den Funke Zeitungen schimpfte er über die Hauptstadt, die er als "failing state" bezeichnet. Die Provo-Masche wirkt, die Hauptpresse kocht. Und nicht nur die.

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Berlin als “failing state” zu bezeichnen ist zwar nicht besonders originell, aber offensichtlich wirksam. Wobei: Normalerweise war in zahlreichen Berlin-Bashing-Beiträgen der zurückliegenden Jahre immer korrekterweise vom “failed state Berlin” die Rede. Palmer hat daraus nun einen “failing state” gemacht – auch wurscht. Außerdem gab der grüne “Wutbürgermeister” (Ricarda Lang von der Grünen Jugend, der Begriff ist aber auch nicht neu) in seinem Interview, u.a. veröffentlicht in der Berliner Morgenpost, zum Bestem: „Wenn ich dort ankomme, denke ich immer: Vorsicht, Sie verlassen den funktionierenden Teil Deutschlands. Und: „Ich komme mit dieser Mischung aus Kriminalität, Drogenhandel und bitterer Armut auf der Straße als spießbürgerliche baden-württembergische Grünen-Pflanze schlicht nicht klar. Ich will diese Verhältnisse in Tübingen nicht.“

Die Formulierung vom “Wutbürgermeister fand auch Jürgen Trittin gut, der im Tagesspiegel wie folgt zitiert wird: „Das Bild, das Boris Palmer von Berlin zeichnet, ist genauso falsch wie das Bild, das der Prenzlauer Berg von den Schwaben hat, nur weil es solch einen schwäbischen Wutbürgermeister gibt.“ Und Renate Künast meint: „Was hier anders werden muss, wissen wir selber. Immerhin wird man hier nicht nachts von hyperventilierenden Bürgermeistern angemacht. Das steigert das Sicherheitsgefühl erheblich.“

Dass die Berlin-Schelte in dem Interview nur wenige Zeilen einnimmt – geschenkt. Darüber wird nun mit großer Lust geredet. Berlins Bürgermeister, Müller oder Meier oder so ähnlich, verwies auf die Palmer’sche Kritik angesprochen darauf, dass dieser ja in “dörflichen Strukturen” arbeite, Eine “Vier-Millionen-Einwohner-Stadt” aber “besondere Probleme und Anforderungen“ habe. Noch so ein Klassiker: Berlin-Bashing mit Provinz-Schelte kontern. Ansonsten dominiert in den aufgekratzten Reaktion ein ebenso erwartbares, wie herzhaftes “Bleib doch weg, wenn’s Dir nicht passt”:

Sie darf natürlich nicht fehlen:

Der Seitenhieb der Berliner Wirtschaftssenatorin Pop (auch eine Grüne) mit dem “Hilfssheriff” zielt natürlich auf Palmers bis dato jüngste Eskapade, als er im dörflichen Tübingen einen Studenten verfolgt und unter Zuhilfenahme seines Dienstausweises zur Ordnung rufen wollten. Mittlerweile hat Palmer deswegen eine Anzeige am Hals. Außerdem saß er bei der Buchpräsentation von Claus Strunz auf der Bühne und vor kurzem sorgte er für Aufruhr, als er mal wieder bei Facebook eine seiner berüchtigten Hobby-Satiren veröffentlichte und mit dpa-Kürzel vermeldete, dass Angela Merkel und Horst Seehofer zurückgetreten seien.

In seinem Hausmedium Facebook legte Palmer in Sachen Berlin sogar nochmal nach:

Die Hauptstadtpresse ist heute jedenfalls voll mit Repliken und Reaktionen auf Palmers Berlin Bashing. Haupt-Erkenntnis: Als Oberbürger von Tübingen scheint man sehr viel Freizeit zu haben.

(swi)

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