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iPhone-Flop löst “Feueralarm”-Modus aus: Apples Marketing-Methoden werden immer verzweifelter

iPhone XR-Launch: Die Kunden greifen nicht wie erwartet zu
iPhone XR-Launch: Die Kunden greifen nicht wie erwartet zu © Apple

Ist das noch Apple oder ein x-beliebiger Smartphone-Hersteller, der mit Vertriebler-Tricks versucht, sein Weihnachtsgeschäft zu retten? In diesen Tagen ist nichts mehr vom einstigen Marketingglanz des stolzen iKonzerns zu spüren, dessen Produkte sich durch ihren Glanz von selbst verkauften. Wie Bloomberg berichtet, versucht Apple mit aggressiven Marketing-Maßnahmen und einem neuen Trade-In-Programm, bei dem die neuen iPhones durch den Aufkauf alter Modelle vergünstigt erstanden werden können, um Kunden zu buhlen.

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Das Bild, das Apple in diesen Tagen liefert, passt so gar nicht zum stolzen Techpionier aus Cupertino, der mit der Arroganz des wertvollsten Konzerns der Welt Jahr für Jahr dem Kunden seine Hochpreispolitik aufoktroyierte.

Bis zu 1030 Euro müssen Kunden in diesen Tagen für das aluminiumverarbeitete iPhone XR mit LCD-Display auf den Tisch legen,  1550 für das iPhone XS und gar 1650 Euro für ein neues iPhone XS Max – absurde Preise, die offenbar nicht annähernd so viele Kunden zu zahlen bereit sind wie erhofft, wie die täglich neuen Hiobsbotschaften aus der Zuliefererkette belegen.

“Ellen” und “jerks” pushen iPhones

Apple muss die Verweigerung seiner loyalen Käuferschaft schnell bemerkt haben, denn wie Bloomberg berichtet, wurden in Cupertino bereits im Oktober – und damit wenige Wochen nach dem Launch der iPhone XS und XS Max – hektische Maßnahmen in der Marketingabteilung des Techpioniers getroffen, um die Verkäufe anzukurbeln – ein Insider berichtet vom “Feueralarm”-Modus.

Die Folgen dieser Anstrengung sind inzwischen rund und den Globus zu besichtigen: In Japan erhielt das iPhone XR gerade einmal einen Monat nach dem Launch über Mobilfunkbetreiber einen Rabatt von 100 Dollar. In den USA spannt Apple Talkstar Ellen DeGeneres und Julia Roberts dafür ein, das iPhone XR werbewirksam an 300 Zuschauer der Talkshow  zu verschenken, während in Deutschland plötzlich “jerks”-Mime Christian Ulmen für die Telekom in einer großen Kampagne wirbt.

Apple legt neues Trade-In-Programm mit iPhone-Discount auf

Um Kunden in den USA kämpft Apple seit dem Wochenende nun noch auf eine Weise, wie man sie in der elfjährigen Geschichte des Kultsmartphones aus Cupertino noch nie gesehen hat: Mit einem 300 Dollar-Discount, der Kunden gewährt wird, die ihr altes iPhone 7 Plus oder iPhone 8 im Rahmen eines neuen Trade-In-Programms in Zahlung geben und dafür ein neues iPhone XR oder iPhone XS erwerben.

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Auch wer noch ein iPhone 6s Plus besitzt, kann es vor Weihnachten noch für immerhin 250 Dollar versilbern – selbst für das mehr als vier Jahre alte iPhone 6 gewährt Apple beim Kauf eines iPhone XR oder XS noch 150 Dollar.

Mit Amazon-Allianz gegen den Abwärtstrend

Auch der überraschende Verkaufsstart von Apple-Produkten bei Amazon vor wenigen Wochen kann als verzweifelte Marketingmaßnahme verstanden werden, nach wirklich jedem Dollar zu greifen. Die Allianz mit dem weltgrößten Online-Händler trägt sofort Früchte – für Kunden.

So sind auch die neuen Apple-Smartphones bei Amazon wenige Wochen nach dem Launch bereits mit deutlichen Preisnachlässen zu erstehen: Das iPhone XS Max etwa bereits für 10 Prozent weniger, iPhone XS und iPhone XR sind 8 oder 9 Prozent günstiger.

“Apple hat eine Premiumpreis-Grenze für das iPhone erreicht”

Apples Verzweiflungsaktion ist eine bemerkenswerte Abkehr von der Preisstabilität der vergangenen Dekade – plötzlich kommt der Kultkonzern aus Cupertino auch in den Sphären der normalsterblichen Smartphone-Produzenten an, die wenige Wochen nach dem Verkaufsstart mit Schnäppchenpeisen locken, die allerdings selten ohne Folgen bleiben.

“Es scheint, als habe auch Apple eine Premiumpreis-Grenze für das iPhone erreicht. Unsere Erfahrung im Mobilfunkmarkt ist: Wenn das Preismonopol fällt, neigen Verbraucherelektronik-Unternehmen dazu, entweder die Gewinnmarge, Marktanteile oder beides zu verlieren”, warnte vor zwei Wochen Goldman Sachs-Analyst Rod Hall vor Apples drohender Abwärtsspirale.

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