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ProSiebenSat.1-Vorstandschef Conze und Aufsichtsrat kaufen Aktien der eigenen Sendergruppe

ProSiebenSat.1-CEO Max Conze
ProSiebenSat.1-CEO Max Conze

In den vergangenen Wochen haben CEO Max Conze sowie der gesamte Aufsichtsrat eigene Anteile des TV-Konzerns ProSiebenSat.1 erworben. Vor allem der Vorstandschef kaufte in großem Stil Anteile auf eigene Rechnung, um den Kurs zu beflügeln. Von solchen Maßnahmen ist bei der RTL Group bislang keine Spur. Das könnte sich aber nach einem mehrtägigen Management-Meeting Ende der Woche ändern. Dort will CEO Bert Habets seine Zukunftspläne konkretisieren.

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Es ist als klares Signal an Kapitalanleger gemeint: Kauft Aktien von ProSiebenSat.1! In den vergangenen Wochen hatte der gesamte Aufsichtsrat Anteile der Münchener TV-Sendergruppe erworben. Den höchsten Betrag der neun Kontrolleure investierte Ketan Mehta. Der Amerikaner erwarb Anteilsscheine im Volumen von umgerechnet rund 175.000 Euro.

Die Kontrolleure des im M-Dax notierten Unternehmens wollen die Botschaft aussenden, dass sie an dem neuen Firmenkurs von Vorstandschef Max Conze glauben. Der hatte Mitte November angekündigt, dass er den Umsatz und das Ergebnis der Sendergruppe in den nächsten fünf Jahren deutlich steigern will. Dazu plant der frühere Dyson-Manager in eigene, lokale Filme und Serien zu investieren. Zuvor hatte er selbst in den vergangenen Monaten P7S1-Aktien im Wert von rund 2 Millionen Euro gekauft – zuletzt Anfang November im Volumen von 1 Million Euro.

Bei der konkurrierenden RTL Group gibt es bislang keine solchen Aktionen. “Gemäß den RTL-Group-internen Richtlinien über Aktientransaktionen muss jedes Mitglied des Verwaltungsrats oder des Vorstands vor dem Handel mit RTL-Group-Aktien die Genehmigung des Clearance Committee der RTL Group oder des Vorsitzenden des Verwaltungsrats (für Verwaltungsratsmitglieder) einholen. Über eine Anfrage dieser Art wurden wir im Jahr 2018 nicht informiert“, erklärt ein RTL-Sprecher auf MEEDIA-Anfrage. Doch das könnte sich ändern. Am Donnerstag und Freitag findet ein großes Managementreffen statt. Dort will CEO Bert Habets über die künftige Strategie des TV-Gruppe sprechen. Vor allem im Video on Demand-Bereich will die Bertelsmann-Tochter mehr Dynamik entwickeln, um sich gegen die wachsende Konkurrenz der Streaming-Dienste wie Netflix, Amazon & Co. zu stemmen. Dazu soll auch Bernd Reichart beitragen. Der frühere Vox-Chef löst als Deutschland-Chef Anke Schäferkordt ab.

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In Zurückhaltung übt sich auch Axel Springer. Aktuell gibt es keine Anzeichen, dass sich die Vorstände und Aufsichtsräte, Aktien ihres Arbeitgebers ins Depot legen. Anfang März hatten die Vorstandsmitglieder Jan Bayer, Andreas Wiele, Stefanie Caspar und Julian Deutz zuletzt Springer-Anteile gekauft. Seither ist nichts geschehen. Ob sich dies ändert, dazu hält sich Springer bedeckt. „Der Erwerb von Aktien ist immer eine private Entscheidung der Vorstände, die ja, wie Sie wissen, bereits umfassend investiert haben in den letzten Jahren. Ob und wann und in welchem Umfang unsere fünf Vorstandsmitglieder in Zukunft Aktien erwerben oder veräußern, kann ich leider nicht sagen“, betont eine Firmensprecherin gegenüber MEEDIA.

Die Notierung der Springer-Aktie hat seit Mitte vergangenen Jahres kräftig Federn gelassen. Lag der Börsenkurs Ende Juli bei rund 66 Euro, bewegt er sich aktuell bei 57 Euro. Lediglich in den vergangenen zwei Wochen hatte die Aktie leicht an Boden gewonnen, nachdem Vorstandschef Mathias Döpfner die Jahresprognose anhob. Als Reaktion hatte Patricia Pare, Analystin bei der Schweizer Großbank UBS, zwar die Anteilsscheine von Verkaufen auf Halten hochgestuft, das Kursziel aber bei 58 Euro belassen. Das zeigt: An großer Kursfantasie fehlt es weiter bei der Springer-Aktie. Schub könnte ein Börsengang der Awin AG bringen. Doch Springer-Chef Döpfner will sich nicht festlegen, wann der nach eigenen Angaben weltweit führende Anbieter für Affiliate-Marketing den Gang aufs Börsenparkett plant. Vielleicht auch deswegen, weil die Börse angesichts vieler globaler Unsicherheiten an den Märkten sehr volatil ist.

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