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Condé Nast bündelt Internationale Geschäfte, US-Chef Bob Sauerberg verlässt das Haus

Sagt Adieu zu Condé Nast: der bisherige US-Chef Bob Sauerberg
Sagt Adieu zu Condé Nast: der bisherige US-Chef Bob Sauerberg

Der amerikanische Zeitschriftenkonzern Condé Nast bekommt eine neue Struktur. Das Medienhaus will das US-Geschäft und das in Condé Nast International gebündelte sonstige Auslandsgeschäft verschmelzen. Opfer der neuen Struktur ist US-Chef Bob Sauerberg. Er will sich aus dem Unternehmen zurückziehen. Auch Auslandschef Jonathan Newhouse gibt seinen Posten auf und will in den Aufsichtsrat rücken.

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Bob Sauerberg, der das US-Geschäft des Magazinunternehmens Condé Nast (Vogue, Architectural Digest, Glamour) leitet, kehrt dem Unternehmen den Rücken. Grund hierfür ist, dass das Verlagshaus sein bislang getrennt geführtes US-Geschäft sowie die unter Condé Nast International (CNI) geführten sonstigen globalen Aktivitäten unter einem gemeinsamen Dach bündeln will. Dies teilt Condé Nast mit. Auch Jonathan Newhouse, der bislang CNI leitet, gibt seinen Posten auf und soll in den Aufsichtsrat rücken.

Künftig sollen die verschmolzenen Unternehmenseinheiten von einem neuen CEO geführt werden, heißt es. Dazu sucht das Unternehmen einen geeigneten Manager, der über entsprechende Erfahrungen verfügt. Unberührt von der Maßnahme ist der ehemalige Zeit-Online-Chef Wolfgang Blau. Er werde seinen Position als „Präsident der internationalen Division“ behalten. Fraglich ist auch, ob London als Sitz von CNI bleibt. Denn der Brexit dürfte auch an Conde Nast nicht spurlos vorbeiziehen. Wolfgang Blau hatte jedoch den Standort im Meedia-Interview vehement verteidigt: “Für die Hauptquartiere globaler Unternehmen im Kreativ-Sektor gibt es auch weiterhin wenige Alternativen zu London. Chanel beispielsweise hat gerade angekündigt, sein globales Hauptquartier von Paris nach London zu verlegen. Für Banken mögen da andere Standort-Kriterien gelten”, erklärt er.

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Condé Nast steckt seit längerem in einer Umbauphase. Immer mehr Print-Titel nimmt das Unternehmen in den USA vom Markt – zuletzt die gedruckte Ausgabe von Glamour. Damit zieht das Medienhaus in den USA bei Print immer mehr den Stecker. Erst Ende 2017 hatte der Verlag den Erscheinungstakt der gedruckten Ausgaben von GQ, Allure und Architectural Digest von zwölf auf elf Hefte pro Jahr gekappt. Ebenso wurden bei Titeln wie W und Condé Nast Traveler die Zahl der jährlich publizierten Exemplare von zehn auf acht Hefte reduziert. Auch in Europa zeigt das Unternehmen gedruckten Medien zunehmend die kalte Schulter. In Deutschland nahm Condé Nast in diesem Jahr die Print-Ausgabe des Technologietitels Wired vom Markt. Auch hier hatte sich der Rückzug von Print angedeutet. So drosselte der damalige Chefredakteur Nikolaus Röttger bereits 2016 die Erscheinungsfrequenz des Heftes von bislang zehn auf vier Ausgaben pro Jahr. Fast unbemerkt der Öffentlichkeit hatte der Medienkonzern auch in Russland das Magazin Allure eingestellt.

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