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“Freiwillige Rückkehr für unmoralische Politiker”: Künstlerkollektiv nimmt Seehofers Rückkehr-Kampagne für Flüchtlinge auf die Schippe

Horst Seehofer warb mit Prämien für die freiwillige Ausreise. Das ruft Künstler auf den Plan
Horst Seehofer warb mit Prämien für die freiwillige Ausreise. Das ruft Künstler auf den Plan

"Dein Land. Deine Zukunft. Jetzt" – so wirbt das Bundesinnenministerium um Horst Seehofer derzeit für eine Sonderprämie für Ausreisewillige. In ganz Deutschland hat das Ministerium Plakate in verschiedenen Sprachen aufgehängt, die Flüchtlinge dazu bringen sollen, freiwillig das Land zu verlassen. Eine PR-Aktion, die auf Widerstand stößt – und nun von Aktivisten ins Gegenteil verkehrt wird.

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Die Seehofer-Kampagne für die freiwillige Ausreise von Flüchtlingen hat nicht nur im Netz für Kritik gesorgt und eine landesweite Petition in Gang gesetzt, sie ruft nun auch kreative Gegenproteste auf den Plan.

Die Adbustergruppe Dies Irae (lat. “Tag des Zorns”) hat sich die aktuelle Kampagne des Ministeriums vorgenommen und zunächst in Dresden ein täuschend echt aussehendes Fake-Plakat montiert. Anstelle Flüchtlinge zur Ausreise zu bewegen, legt die modifizierte Kampagne unmoralischen Politikern den freiwilligen Rücktritt nahe.

Auf Facebook schreibt das Künstlerkollektiv: “Die neue Kampagne ‘Freiwillige Rückkehr’ des Bundesministerium für Heimat muss ein Schlag ins Gesicht für alle Menschen sein, die ihre Flucht mit dem Wunsch verbinden hier Schutz vor Krieg zu finden. Und nichts Geringeres als ihr Menschenrecht in einer humanen Gesellschaft verwirklichen möchten. Die CSU (Christlich-Soziale Union) fischt hier nicht nur am rechten Rand. Sie ist der Rechte Rand.”

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Das Fake-Plakat des “Bunten Ministeriums der Heimat für alle Menschen” gleicht dabei rein äußerlich dem Original. Der Titel jedoch: “Freiwilliger Rücktritt für unmoralische Politiker”. Wer bis zum 31.12. des Jahres zurücktritt, so wirbt das Plakat, bekommt Reisegutscheine ins “sonnige Ausland” wie “Syrien, Afghanistan oder Iran”.

Bislang ist die satirische Werbeaktion nur in Dresden zu sehen – möglich, dass sie schnell Nachahmer findet. Deutschlandweit stößt die Werbung für die Ausreiseprämie des Ministeriums auf Kritik. Etwa von den Grünen: „Die jüngste Kampagne des Bundesinnenministeriums hat den Charakter einer Winterschlussverkauf-Aktion und ist zynisch”, so der stellvertretende Fraktionsvorsitzende im Bundestag, Konstantin von Notz, gegenüber den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Die Kampagne lässt sich das Ministerium auch einiges kosten: Eine halbe Million Euro stark ist der Etat, wie das Jugendportal bento schreibt.

(rt)

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