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Apple in der Absatzkrise: Das iPhone X soll wiederaufgelegt werden, das iPhone XR erhält Preisreduzierung in Japan

Apples Smartphone-Flaggschiff 2017: Nach dem neuen iPhone ist vor dem alten iPhone?
Apples Smartphone-Flaggschiff 2017: Nach dem neuen iPhone ist vor dem alten iPhone? © Apple

Die täglichen Hiobsbotschaften um Apples Absatzprobleme mit den neuen iPhones sind um ein weiteres Alarmsignal reicher. Nach zahlreichen Umsatzwarnungen aus der Zuliefererkette, schier unzähligen Analystenabstufungen und Massenentlassungen beim Auftragsfertiger Foxconn berichtet das Wall Street Journal nun von einer Reaktivierung des im September eingestellten iPhone X, um den Abwärtstrend zu stoppen. Mehr noch: In Japan will Apple offenbar über Mobilfunkbetreiber Preisnachlässe auf das gerade gestartete iPhone XR gewähren.

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Neuland bei Apple: So sehr hat sich Apple-CEO Tim Cook seit fünf Jahren nicht mehr verkalkuliert. Die neuen Smartphone-Flaggschiffe, die Luxusmodelle iPhone XS und iPhone XS Max, vor allem aber das etwas günstigere iPhone XR sollten Apple einen Smartphone-Superzyklus bescheren.

Unter Analysten galt der Aufbruch in neue Absatzstratosphären vor allem wegen des LCD-iPhones mit Randlos-Display als gesichert: Kunden würden in Scharen nach dem iPhone XR greifen , weil es wie ein iPhone XS / Max aussieht, aber für 300 Euro weniger zu haben ist als die  hochpreisigen OLED-iPhones.

Apple reduziert iPhone XR in Japan

Schnell wurde jedoch klar: bei potenziellen Kunden kommt das abgespeckte Randlos-iPhone längst nicht so gut an. Seit dem Verkaufsstart vor vier Wochen passen Analysten ihre  Einschätzungen immer wieder nach unten an und rasieren Apples Kursziele immer radikaler.

Nun reagiert auch der Kultkonzern aus Cupertino mit einer höchst ungewöhnlichen Maßnahme. Erstmals seit dem ersten iPhone, das rund zwei Monate nach dem Launch reduziert wurde, dreht Apple nun offenbar die Preisschraube nach unten, wie das Wall Street Journal berichtet.

iPhone XR verkauft sich deutlich schlechter als iPhone 8

Das allerdings nur in Japan und nicht direkt über Apple selbst: Wie das WSJ berichtet, will Apple Mobilfunkbetreiber beim Verkauf des iPhone XR bezuschussen. Japanische Mobilfunkanbieter wollen auf das iPhone XR bereits  ab nächster Woche Preisermäßigungen gewähren.

“Eine Preisreduzierung nur einen Monat nach dem Launch ist sehr selten – nicht nur für Apple, sondern für den Smartphone-Markt insgesamt”, stellte der Manager eines Mobilfunkbetreibers überrascht fest. Die Maßnahme ist eine Reaktion auf die enttäuschenden Verkäufe des iPhone XR in einem von Apples traditionell stärksten Absatzmärkten.

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Nach Erhebungen des japanischen Marktforschers BCN ist das iPhone XR mit einem Marktanteil von weniger als 13 Prozent nur das zweitbestverkaufte Smartphone in Nippon. Spitzenreiter ist ironischerweise das im Vorjahr gelaunchte iPhone 8, das beim Display weiter auf die seit einer Dekade bekannte Bezel-Optik setzt.

Apple reaktiviert offenbar das iPhone X

Noch frappierender im WSJ-Bericht ist allerdings die Meldung, dass Apple das iPhone X reaktivieren soll. Der iKonzern hatte das iPhone X im Vorjahr als erstes Smartphone mit randlosem OLED-Display auf den Markt gebracht, zum Verkaufsstart des iPhone XS und iPhone XS Max aber nach nur einem Jahr wieder eingestellt, um eine Kannibalisierung zu vermeiden.

Nun jedoch hat bei Konzernchef Tim Cook offenbar angesichts der Absatzschwäche der aktuellen Modelle ein Umdenken eingesetzt. Wie das WSJ berichtet, soll die Produktion des iPhone X wieder aufgenommen werden – nicht zuletzt, um die von Samsung bestellen OLED-Displays zu verbauen.

Apple-Aktie weiter unter Druck

In welchen Märkten das iPhone X wieder verkauft wird, ist ebenso offen wie die Frage zu welchem Preis – ansonsten würde das 2017er Modell mit dem kaum veränderten Nachfolger iPhone XS konkurrieren. Mit der Fokussierung auf nur ein Modell in einer Farbe und Speichergröße könnte Apple die Produktionskosten drücken und entsprechend Preisnachlass gewähren.

Die neuen Hiobsbotschaften kamen an den Kapitalmärkten erneut schlecht an. Während der Handel in den USA wegen des Erntedankfestes heute ausgesetzt ist, verlor die Apple-Aktie im europäischen Handel weiter deutlich an Boden. Anleger in Frankfurt bewilligen nur noch 152,50 Euro je Anteilsschein – ein Kursniveau, das einem weiteren Nachgeben an der Wall Street auf 174 Dollar entspricht.

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