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Schleichender Print-Rückzug von Condé Nast: US-Verlag verabschiedet sich von Glamour in gedruckter Form

Trotz Aus der gedruckten US-Ausgabe: Wolfgang Blau, President Condé Nast International, sieht die Entwicklung der deutschen Lizenz von Glamour “deutlich über Vorjahr”
Trotz Aus der gedruckten US-Ausgabe: Wolfgang Blau, President Condé Nast International, sieht die Entwicklung der deutschen Lizenz von Glamour "deutlich über Vorjahr"

Nach dem Modeblatt Teen Vogue fällt nun auch die renommierte Frauenzeitschrift Glamour in gedruckter Form dem Rotstift zum Opfer. Damit setzt das Medienunternehmen seinen Print-Rückzug in den USA und Europa fort. Ende 2017 hatte der Verlag bereits den Erscheinungstakt diverser Printausgaben in den USA - darunter GQ, Allure und Architectural Digest - gekappt. In Deutschland stampfte der Verlag die gedruckte Ausgabe des Technologietitels Wired ein, in Russland Allure.

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Das Aus der gedruckten Ausgabe von Glamour deutete sich bereits an. Ende 2017 kappte das amerikanische Verlagshaus Condé Nast die Erscheinungsweise des Frauenmagazins von zwölf auf elf Hefte. Jetzt zieht das Medienunternehmen endgültig den Schlussstrich unter die gedruckte Ausgabe. Wie die New York Times berichtet, ist das aktuell erschienene Heft die letzte Glamour-Ausgabe in gedruckter Form.

In Deutschland und Europa will das Unternehmen aber weiter an dem Titel in gedruckter Form festhalten. „Die Entscheidung von Condé Nast USA hat keine Relevanz für die Marke in Deutschland oder in anderen europäischen Märkten. Die Printausgabe ist zentral und unverzichtbar für den Erfolg der Marke Glamour in Deutschland“, erklärt eine Firmensprecherin von Condé Nast Deutschland gegenüber MEEDIA. Und sie fügt hinzu: „Bei Condé Nast wird individuell von Land zu Land über die jeweiligen Marken-Aktivitäten – abhängig von lokalen Marktdynamiken und kulturellen Besonderheiten entschieden“.

Wolfgang Blau, President Condé Nast International, hatte zuletzt in einem MEEDIA-Gespräch im September erklärt, dass sich die Umsätze von Glamour in Deutschland „deutlich über Vorjahr“ bewegten. Und dies, obwohl der Frauentitel hierzulande einen deutlichen Absatzrückgang verzeichnet. Im 3. Quartal 2018 lag die verkaufte Auflage bei 295.492 Exemplaren – das ist ein Minus gegenüber dem vergleichbaren Vorjahresquartal von mehr als neun Prozent.

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In den USA zieht das Medienhaus bei Print immer mehr den Stecker. Erst Ende 2017 hatte der Verlag den Erscheinungstakt der gedruckten Ausgaben von GQ, Allure und Architectural Digest von zwölf auf elf Hefte pro Jahr gekappt. Ebenso wurden bei Titeln wie W und Condé Nast Traveler die Zahl der jährlich publizierten Exemplare von zehn auf acht Hefte reduziert. Ganz will sich Condé Nast in den USA aber von Glamour in Print-Form nicht verabschieden. Gelegentlich soll es gedruckte Ausgaben der Frauenzeitschrift geben, beispielsweise bei der jährlichen Auszeichnung “Frauen des Jahres“. Laut NYT soll das Webangebot von Glamour vorerst kostenlos bleiben.

Auch in Europa zeigt das Unternehmen gedruckten Medien zunehmend die kalte Schulter. In Deutschland nahm Condé Nast in diesem Jahr die Print-Ausgabe des Technologietitels Wired vom Markt. Auch hier hatte sich der Rückzug von Print angedeutet. So drosselte der damalige Chefredakteur Nikolaus Röttger bereits 2016 die Erscheinungsfrequenz des Heftes von bislang zehn auf vier Ausgaben pro Jahr. Fast unbemerkt der Öffentlichkeit hatte der Medienkonzern zudem in Russland das Magazin Allure eingestellt.

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