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#trending: Filter für Räuchermännchen, Fake-Follower auf Instagram, Friedrich Merz und die CDU, “Once upon a Deadpool” und Jim Acosta

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Guten Morgen! Das war also die Gruppenphase der ersten UEFA Nations League. Mein Fazit: Es ist tatsächlich ein ziemlich überflüssiger Wettbewerb. Die Spannung war sehr überschaubar, die unzähligen Gruppen und Ligen von A bis D sind verwirrend, kaum jemand begreift, wofür das alles nun gut war und worum die Gruppensieger ab März spielen - und für alle anderen geht es ohnehin erst in zwei Jahren weiter. Ein künstlicher Wettbewerb, der hoffentlich keine große Zukunft hat.

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#trending // News & Themen

Das nachrichtliche Top-Thema in den sozialen Netzwerken war hierzulande am Montag ein Aufreger um das gute alte Räuchermännchen. Der Grund: Der Vorsitzende des Umweltvereins Grüne Liga Westsachsen (dessen Website übrigens so aussieht, als stamme sie noch aus der Geocities-Ära) denkt über Filter für die traditionsreichen Männchen nach. Denn: “Jeder schädliche Stoff, der nicht in die Umwelt kommt, ist gut. Vor allem in geschlossenen Räumen. Das Nachdenken über gesunde Raumluft und über bessere Räuchermänner schadet auch nicht der Tradition im Erzgebirge.” So weit, so unspektakulär. Eigentlich. Dass dennoch ein Social-Media-Aufreger draus wurde, hat zum einen etwas mit Boulevard-Journalismus zu tun, zum anderen mit der beschränkten Auffassungsgabe und Aufmerksamkeitsspanne vieler in den sozialen Netzwerken.

Veröffentlicht hat die Story Tag24, das Boulevard-Portal der Morgenpost Sachsen. Es zitierte den Satz des Umweltschützers, machte in der Headline allerdings “Wegen Feinstaub: Umweltschützer fordert Filter für Rauchermänner” draus. Obwohl im gesamten Text nichts von irgendeiner Forderung zu lesen ist. Natürlich wäre eine solche Forderung ziemlich absurd und albern. Aber wie gesagt: Es gibt sie nicht. Zumindest nicht im Tag24-Artikel mit der daher irrefrührenden Headline.

Auf Facebook, wo von vielen traditionell ohnehin nur Headlines gelesen werden, führte die Irreführung dann zu tausenden empörten Kommentaren wie “Wenn ich so viel scheiß am morgen lese kommt Mir alles hoch….” oder “Der hat offenbar wirklich zu viel Huflattich von den Bahngleisen gefressen, anders kann man sich’s echt nicht mehr erklären” oder “Wus in meinem Haus nabelt, nabelt weiterhin in 14 Toogn und zwar net bloss aus anem Raachermannl. Denen brennt wohl mittlerweile dr Helm oder wie….” 14.000 und 9.100 Interaktionen auf Facebook und Twitter sammelte der Artikel am Montag mit zwei unterschiedlichen URLs ein. Mit korrekter Headline, also ohne das “fordert” wäre sicher nur ein Bruchteil davon zusammen gekommen.

#trending // Social Media

In den kommenden Tagen könnte ein regelmäßiger Blick auf die Instagram-Follower-Zahlen von so genannten “Influencern” interessant werden. Wie u.a. Techcrunch berichtet, hat Instagram Anbietern von Services den Kampf angesagt, die gegen Zahlung einer Gebühr Fake-Follower, Fake-Likes und Fake-Kommentare generieren, damit das Account des Kunden erfolgreicher aussieht, als es eigentlich ist. Instagram wird diese Fakes löschen und die Nutzung solcher Dienste künftig bestrafen. Wenn also ein Instagrammer in den kommenden Tagen ein paar Tausend weniger Follower hat, könnte er Kunde eines solchen Tools gewesen sein.

#trending // Politik

Interessante Entwicklung in den Sonntagsfragen der deutschen Institute: Seitdem sich die CDU in einem kleinen Wahlkampf um den Vorsitz der Partei befindet, steigen ihre Umfragewerte wieder. Entweder die Wähler belohnen die Partei bereits für das Nicht-Antreten Angela Merkels, oder aber der Kampf dreier Kandidaten um die Gunst der CDU-Mitglieder macht die Partei in der Außenwirkung wieder attraktiver. Fakt ist: Seit Angela Merkel Ende Oktober angekündigt hat, nicht mehr als Vorsitzende weitermachen zu wollen, hat sich die CDU/CSU bei Emnid von 24% auf 26% gesteigert, bei Forsa von 26% auf 28%, bei Infratest Dimap von 25% auf 26% und bei INSA von 25% auf 25,5%. Einzig bei der Forschungsgruppe Wahlen ist noch kein Anstieg zu erkennen, allerdings liegt die jüngste Umfrage hier auch schon elf Tage zurück.

Friedrich Merz sammelt unterdessen fleißig Social-Media-Follower ein. Vor fünf Tagen startete er gleichzeitig eine Facebook-Seite und ein Twitter-Account, die beide mit nahezu identischen Inhalten befüllt werden. Auf Facebook hat er in der kurzen Zeit immerhin schon mehr als 5.000 Pagelikes erreicht, auf Twitter fast 14.900 Follower. Bis zu den Konkurrenten Jens Spahn (118.000 Pagelikes / 79.500 Follower) und Annegret Kramp-Karrenbauer (29.000 Pagelikes / 32.600 Follower) muss Merz allerdings noch zulegen. Sollte er tatsächlich CDU-Chef werden, dürften das Übertreffen dieser Zahlen aber nur eine Frage der Zeit sein.

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#trending // Entertainment

Am 12. Dezember kommt etwas Bizarres in die US-Kinos: eine jugendfreie Version von “Deadpool 2”. Schwer vorstellbar, lebt der Marvel-Film doch von viel Gewalt und drastischer Sprache. “Once upon a Deadpool” kommt als eine Art Remake daher, ausgestattet mit einer neuen Rahmenhandlung, in die der Schauspieler Fred Savage integriert wurde. Der Trailer, der am Montag veröffentlicht wurde und direkt 3,6 Millionen Views auf YouTube generierte, wird die Fans des Originals spalten: manche werden ihn (und das Remake insgesamt) lustig finden, viele andere werden Trailer und Film hassen.

#trending // Worldwide

Jim Acosta sorgte am Montag erneut für den nach Interaktionen erfolgreichsten Artikel im englischsprachigen Raum. Der CNN-Reporter, dem das Weiße Haus nach kritischen Fragen an Donalds Trump die Akkreditierung abnahm, hatte diese nach einem Gerichts-Entscheid wieder bekommen. Am Montag nun drohte das Weiße Haus erneut mit einem Entzug der Zugangsberechtigung nach Ablauf der vom Gericht festgesetzten Frist. Nach Protesten nahm man zwar Abstand davon, doch dafür wurden die Regeln für Pressekonferenzen im Weißen Haus massiv beschränkt. So darf jeder Reporter künftig nur eine Frage stellen und muss im Anschluss das Mikrofon direkt wieder abgeben. Nur wenn der Protagonist der Pressekonferenz, Donald Trump beispielsweise, eine weitere Frage zulässt, darf der Reporter sie stellen. Hält er sich nicht an die Regeln, wird die Akkreditierung entzogen.

Ob diese Regeln allerdings überhaupt in Kraft treten oder nur von der Niederlage des Weißen Hauses gegen Acosta ablenken sollen, ist fraglich: “The White House press corps, however, has not agreed to any new set of rules governing presidential press conferences. And Trump rarely holds press conferences anyway”, so CNN im erfolgreichsten Montags-Artikel zum Thema, der 103.000 Likes und Shares bei Facebook und Twitter einsammelte. Ebenfalls erfolgreich: Fox News, dass Acosta im Prozess gegen das Weiße Haus unterstützt hatte.

#trending // Deutsche Tops des Tages

Story nach Social-Media-Interaktionen: Tag24 – “Wegen Freinstaub: Umweltschützer fordert Filter für Räuchermänner” (14.000 Interaktionen bei Facebook und Twitter)

Story nach Likes & Shares bei Twitter: Buzzfeed – “Der Rechtsfluencer” (1.700 Retweets und Likes)

Story bei Blendle (nach Likes): Der Spiegel – “Mahl-Zeit

Google-SuchbegriffDeutschland Holland (200.000+ Suchen) [Länderspiel]

Wikipedia-SeiteJens Büchner (257.200 Abrufe am Sonntag)

Youtube-Video: rezo – “Wenn SCHULFÄCHER Rapper wären | mit Julia Beautx

Song (Spotify): Samra – “Cataleya” (378.700 Stream-Abrufe aus Deutschland am Sonntag)

Musik (Amazon): Mark Forster – “Liebe” (Audio CD)

DVD/Blu-ray (Amazon): “Ocean’s 8” (Blu-ray)

Game (Amazon): “FIFA 19 – Standard Edition” (PlayStation 4)

Buch (Amazon): Jeff Kinney – “Gregs Tagebuch 13 – Eiskalt erwischt!” (Gebundene Ausgabe)

#trending // Feedback und Teilen

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Alle Kommentare

  1. Zwei Anmerkungen: 1.) Natürlich “fordert” der Umweltschützer, alles andere ist Wortklauberei. Wobei nicht auszuschließen ist, dass die Forderung eigentlich vom Boulevard-Portal kommt und es dutzende Umweltschützer angeschrieben hat, in der Hoffnung, dass einer die Forderung übernimmt. Das Zitat klingt zumindest stark danach.

    2.) Es ist erstaunlich, wie unkritisch Sie Umfragewerte verwenden, wo Sie doch andernorts (siehe Punkt 1) sehr penibel sind. Zum einen ist es völlig normal, dass sich Umfragewerte nach einem starken Absturz wieder leicht erholen. Da ist dann bei dem einen oder anderen Stammwähler der aktuelle Ärger verraucht und er steht wieder zu seiner Partei.

    Zum anderen beträgt die übliche Fehlertoleranz bei großen Parteien +/-1,5 Prozentpunkte. Ein Anstieg von 25% auf 25,5% bedeutet also faktisch einen Anstieg von 23,5%-26,5% auf 24%-27%. Womöglich ist der tatsächliche Wert der CDU also von 26,5% auf 24% gesunken.

    Und schließlich taugen die Rohdaten von solchen Umfragen ziemlich wenig, weil es systematische Fehler gibt (Falschangaben, bestimmte Personengruppen, die schwer erreichbar sind, etc.). Deswegen haben alle Umfrageinstitute ein geheimes Procedere, mit dem Sie die Umfragedaten für ihre Prognose gewichten. Die Rohdaten selbst veröffentlicht meines Wissens nur die Forschungsgruppe Wahlen. Es ist also zumindest nicht ausgeschlossen, dass nicht die Werte der CDU wegen der Diskussion um den Parteisvorsitz steigen, sondern die Umfrageinstitute nur glauben, dass sie es tun müssten – und deswegen der CDU bei der Prognose entsprechende Zuschläge geben.

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