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“War unbeabsichtigt zu sehen”: ARD entfernt Anti-AfD-Aufkleber aus dem “Polizeiruf 110” und erntet erneut Kritik

Unter anderem hatte sich die Junge Union auf Facebook über die Symbole aufgeregt
Unter anderem hatte sich die Junge Union auf Facebook über die Symbole aufgeregt

Der vergangene "Polizeiruf 110" zeigte für wenige Sekunden diverse Anti-AfD und -Nazi-Aufkleber im Hintergrund. Die AfD witterte "Propaganda" und kündigte Beschwerde beim Rundfunkrat an. Auch die Junge Union zeigt sich in Sozialen Netzen verärgert. Nun hat die ARD den Aufkleber in der Mediathek aus dem Film heraus retuschiert – und sieht sich danach neuer Kritik ausgesetzt, diesmal von der Linken.

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Online ist die Polizeiruf-Folge aus Rostock vom 11. November nur noch in einer bearbeiteten Fassung zu sehen. In der Beschreibung der Folge in der ARD-Mediathek findet sich eine Klarstellung: “Der NDR-Film ‘Für Janina’ aus der Reihe ‘Polizeiruf 110’ (…) ist für eine weitere Ausstrahlung einer digitalen Bildbearbeitung unterzogen worden. In einigen sehr kurzen Sequenzen war unbeabsichtigt im Hintergrund ein kleiner Anti-AfD-Aufkleber zu sehen.”

Der Anti-AfD-Sticker klebte im Büro der Kommissarin Katrin König, die in der Sendung ein linkes Weltbild besitzt. Ein Umstand, den die AfD im Netz sofort anprangerte. Die AfD-Hamburg schrieb auf Twitter: “Als der Polizeiruf noch im DDR-Staatsfernsehen lief, war die Propaganda subtiler”. Auf Facebook äußerte sich der Landessprecher der AfD Mecklenburg-Vorpommern zu Wort: “Offenbar gehört es bei den öffentlich-rechtlichen Sendern jetzt zum guten Ton, ganz offen Antifa-Propaganda zu verbreiten und gegen die AfD zu pöbeln”, schrieb Holm in einem Post. Und weiter: “Ich habe die Nase voll von selbsternannten ‚Kulturschaffenden‘, die den Bürgern ihre eigene politische Agenda aufzwingen wollen.” Die AfD hat zudem angekündigt, Beschwerde beim Rundfunkrat einlegen zu wollen.

Aber auch die Junge Union beschwerte sich auf Facebook über die Aufkleber:

Die Nachbearbeitung sei keine direkte Folge der Kritik, heißt es beim NDR auf Nachfrage der Neuen Westfälischen. Vielmehr habe eine Presseanfrage die Verantwortlichen auf den Aufkleber aufmerksam gemacht. Der Anti-AfD-Aufkleber habe in einem “fiktionalen Werk” nichts zu suchen.

Regisseur widerspricht

Wie der Aufkleber in den Film gekommen ist, ist derweil noch unklar. Außer der Formulierung “unbeabsichtigt” hat sich der Sender nicht weiter dazu geäußert. Regisseur und Drehbuchautor Eoin Moore macht gegenüber der HAZ klar, dass die Aufkleber zu der politischen Ausrichtung der Kommissarin im Polizeiruf dazugehören. „Ihre Büroeinrichtung mit Pinnwand und Notebook gibt es von Anfang an. Die Gesinnung von Frau König ist seit der ersten Folge an ihren Charakter gebunden“, sagt Moore. „Wie bei jedem anderen Menschen auch bildet ihr Arbeitsumfeld ihre Haltung ab.“

In den Sozialen Netzen macht sich nach der Bearbeitung des Film erneut Kritik breit. Der Linke-Vorsitzende Bernd Riexinger schreibt auf Twitter:

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Der Filmproduzent und Grünen-Politiker Peter Heilrath:

Auch ZDF-Korrespondent Johannes Hano äußert Kritik:

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