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An den „Bedürfnissen des Buchmarkts“ ausgerichtet: Spiegel reduziert Erscheinungstakt der Literatur-Beilage

Spiegel-Chefredakteur Steffen Klusmann: vier statt zehn Literatur -Beilagen pro Jahr
Spiegel-Chefredakteur Steffen Klusmann: vier statt zehn Literatur -Beilagen pro Jahr

Vom Lifestyle-Supplement S-Magazin bis zur Gesundheitsbeilage "wohl" - Print-Beiboote sind ein wichtiger Teil der Zukunftsstrategie des gedruckten Spiegel. Jetzt will der Verlag die Erscheinungsfrequenz für die Beilage Literatur Spiegel von zehn auf vier Ausgaben pro Jahr drosseln. Künftig richtet die neue Chefredaktion die Veröffentlichung des Supplements an die Großereignisse des deutschen Buchmarkts aus.

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Kaum wurde Klaus Brinkbäumer 2015 Chefredakteur des Spiegel, bahnten sich Änderungen im Portfolio an. Aus dem zuvor noch frisch relaunchten Kultur-Spiegel machte er im September den Literatur Spiegel. “Der Literatur Spiegel ist Teil unseres Vorhabens, unser Kulturangebot deutlich zu stärken”, erklärte Brinkbäumer damals. Und fügte hinzu. “Das politische Feuilleton des Spiegel werden wir durch eine umfassende Literaturkritik ergänzen. Denn unsere Leser wünschen sich Orientierung, Empfehlungen und Urteile – auch im Buchbereich.“ Buchrezensionen und Essays, aber auch Empfehlungen zu Themen Kino, Musik und Kunst – das bot der Print-Ableger seither zehn Mal im Jahr seinen Lesern.

Jetzt zeichnet sich mit der künftigen Spiegel-Chefredaktion unter Führung des früheren Manager Magazin-Chefs Steffen Klusmann ein tiefer Einschnitt für die gedruckte Beilage ab. Künftig soll der Literatur Spiegel nur noch vier Mal im Jahr auf dem Markt kommen. Als Erscheinungstermine lehnt sich das Medienunternehmen dabei an wichtige Ereignisse im Buchgeschäft an: der Leipziger sowie Frankfurter Buchmesse sowie dem Geschäft zu den Sommerferien und Weihnachten. Branchengerüchte, wonach sich die Literaturbeilage für die Spiegel-Gruppe zuletzt nicht gerechnet habe, weist eine Verlagssprecherin zurück. Vielmehr plane das Unternehmen, „die Erscheinungsfrequenz unserer Literaturbeilage – entsprechend den Bedürfnissen des Buchmarktes – voraussichtlich auf vier Ausgaben zu verringern, um damit auch deren Vermarktungspotenzial weiter auszubauen“, erklärt eine Spiegel-Sprecherin auf Anfrage von MEEDIA.

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Für den Spiegel sind Beilagen ein wichtiges Zubrot, um die Rentabilität des gedruckten Spiegel zu verbessern. Spiegel-Geschäftsführer Thomas Hass hatte deshalb die Gesundheits-Beilage “wohl” und das Lifestyle-Supplement S-Magazin als Teil einer Innovationsoffensive gestartet. Dabei nutzt er den gedruckten Spiegel als Trägermedium, um den Anzeigenkunden eine garantierte Auflage zu bieten. Entwicklung wie Spiegel Classic und Spiegel Fernsehen, die als eigenständige Magazine am Kiosk bestehen sollten, erwiesen sich hingegen als Flops.

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