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“Haben erst in NYT davon gelesen”: Facebook-Chefs bestreiten Wissen über Schmutzkampagnen gegen Google und Apple

Unter Druck wie nie: Überstehen Sheryl Sandberg und Mark Zuckerberg 2019 in ihren bisherigen Positionen?
Unter Druck wie nie: Überstehen Sheryl Sandberg und Mark Zuckerberg 2019 in ihren bisherigen Positionen?

Einen Tag nach dem Enthüllungsbericht der New York Times weisen die Facebook-Chefs Mark Zuckerberg und Sheryl Sandberg die Verantwortung von sich. Zuckerberg habe laut eigenen Angaben erst aus dem Bericht erfahren, dass Facebook eine umstrittene PR-Firma beauftragt hat, um Kritiker zu diffamieren. Dem Skandal wolle der Facebook-Chef nun nachgehen.

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Die PR-Firma Definers Public Affairs soll laut der New York Times im Auftrag von Facebook negative Berichte über Konkurrenten verbreitet haben, darunter Google und Apple. Zudem habe die Firma Journalisten darauf hingewiesen, sich die Finanzierung der Facebook-kritischen Organisation “Freedom of Facebook” genauer anzuschauen, hinter der etwa der Investor George Soros stecken solle. Die NYT wertete das als Kampagne gegen den vor allem von Rechtspopulisten angefeindeten Milliardär.

Sowohl der Facebook-Chef Mark Zuckerberg als auch Geschäftsführerin Sherlyn Sandberg wussten laut eigenen Angaben nichts von einem Vertrag mit der Firma. “Jemand aus unserem Kommunikationsteam muss das Unternehmen eingestellt haben”, sagte Zuckerberg am Donnerstag in einer mehrstündigen Telefonkonferenz mit Journalisten. Er bekräftigte, nun alle Beziehungen mit fremden Firmen genauer anschauen zu wollen.

Sandberg postete ihrerseits eine Stellungnahme auf Facebook. Darin beteuert sie ebenfalls, nichts von der Firma gewusst zu haben, “obwohl ich es wissen müsste”. Das Unternehmen hat nach dem Bericht die Zusammenarbeit mit Definers Public Affairs gekündigt.

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Auch zu den Vorwürfen, Facebook hätte erste Hinweise auf Einflussnahme bei den US-Wahlen absichtlich zurückgehalten, äußerten sich die beiden Facebook-Chefs. Man habe zwar langsam auf erste Indizien reagiert. Die Aussage, Facebook sei nicht an der Wahrheit interessiert gewesen, sei aber “einfach falsch”.

Die NYT warf Facebook vor, Warnzeichen auf den Datenmissbrauch und die russische Einflussnahme bewusst ignoriert zu haben. Ein Sicherheitsexperte des Unternehmens habe schon im Frühjahr 2016 Anzeichen auf russische Hacker entdeckt und nicht – wie Facebook behauptet – erst nach der Wahl im Herbst.

(rt)

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