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So funktioniert die neue MEEDIA-Top-100 der journalistischen Medienmarken Deutschlands mit AGOF-Daten

Innovatives Ranking der erfolgreichsten Einzelmedien-Marken: die MEEDIA-Top-100
Innovatives Ranking der erfolgreichsten Einzelmedien-Marken: die MEEDIA-Top-100

Mit einem neuen Top-100-Ranking will MEEDIA die bestmögliche Transparenz in die Popularität deutscher journalistischer Onlinemedien bringen. Mit Hilfe des AGOF-Tools TOP werten wir künftig regelmäßig aus, welche Marken die meisten täglichen Nutzer erreichen. Wir rechnen offiziell mitgezählte fremde Medien heraus, entschlacken Konglomerate wie RND und DuMont Newsnet – und einiges mehr. Hier ein Überblick, wie das neue Ranking funktioniert.

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Seit vielen Jahren begleitet MEEDIA die Online-News-Branche mit monatlichen Top-50-Rankings aus IVW- und AGOF-Daten. Die komplette Transparenz und Fairness war dabei nie gegeben. Zu viele Medienmarken lassen Vermarktungs- und Kooperationspartner mitzählen oder weisen zahlreiche Websites und Apps verschiedenster Medien unter einem Dach aus. Neuestes Beispiel dafür ist das DuMont Newsnet, das bei IVW und AGOF die Einzeldaten der Marken Express, Hamburger Morgenpost, Kölner Stadt-Anzeiger, Mitteldeutsche Zeitung, Berliner Zeitung, Berliner Kurier und Kölnische Rundschau durch nur noch eine Visits- und Unique-User-Zahl ersetzt.

Die verloren gehende Transparenz will MEEDIA mit einem neuen Ranking bestmöglich (wieder) herstellen. Seit einigen Wochen haben wir mit Hilfe des AGOF-Tools TOP aus allen Angeboten, die ihre Unique-User-Daten veröffentlichen lassen, sämtliche publizistischen Einzelmarken identifiziert und erstellen daraus ab sofort eine monatliche Top 100. Wir erweitern diese Auswertung dabei ausgehend von reinen multithematischen News-Marken auf sämtliche journalistischen und publizistischen Marken, also auch Fachangebote, die sich nur um ein Thema kümmern – und nicht um Politik, Wirtschaft, etc.

Die Besonderheit bei TOP: Hier lassen sich Angebote in ihre Einzelteile zerlegen – sofern das Angebot bzw. dessen Publisher das durch die Aufteilung in einzelne Vermarktungs- bzw. “Belegungseinheiten” zulässt. So ist es mit TOP beispielsweise möglich, die vielen unter dem Dach des Redaktiossnetzwerks Deutschland zusammen gefassten Einzelmarken getrennt auszuwerten, ebenso die des DuMont Newsnets. Ebenso können fremde Bestandteile wie Neon, Geo und Nido aus den Zahlen des stern herausgerechnet werden oder Spektrum.de, ze.tt und brand eins bei Zeit Online. Das Ziel unserer neuen Top 100 war dabei die bestmögliche Transparenz, wie einzelne Medienmarken bei den Nutzern “performen”.

Für die insgesamt rund 650 von uns identifizierten einzelnen Medienmarken werten wir die Unique User, also unterschiedlichen Nutzer/Leser eines durchschnittlichen Tages des jeweiligen Monats aus. Im Vergleich zu den monatlichen Unique Usern sind die täglichen Zahlen der AGOF die wesentlich spannenderen Zahlen. Hier spielen Nutzer, die nur ein- oder zweimal pro Monat die Angebote einer bestimmten Marke besuchen, keine so große Rolle, stattdessen liegen Marken vorn, die viele Stammleser haben.

Die “bestmögliche Transparenz” ist natürlich nicht die “perfekte Transparenz”. Die lässt sich auch mit dem Tool TOP nicht herstellen. So wird unser Vorstoß mit dem neuen Top-100-Ranking bei dem einen oder anderen Verlag und Vermarkter für Diskussionen und Proteste sorgen. Warum wird bei uns Website XY und App YZ abgezogen, beim Konkurrenten aber alles mitgezählt? Auf solche Mails stellen wir uns ein und erklären auch gern noch detaillierter als an dieser Stelle unsere Vorgehensweise. Zudem greifen wir berechtigte Kritik oder Hinweise für noch bessere Transparenz gern auf und bessern unser Ranking in den kommenden Monaten nach.

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Um unsere Vorgehensweise an dieser Stelle auch im Detail bestmöglich offenzulegen, folgt hier eine Liste aller Beispiele aus der Oktober-Top-100, deren Zahlen in unserem Ranking nicht denen des Gesamt-Angebots entsprechen. Wir erläutern jeweils, was wir herausgerechnet, auseinandergerechnet oder auch hinzugezählt haben. Nutzer von TOP können so genau nachvollziehen, wie wir vorgegangen sind:

  • Wir haben die Einzelmarken Bild und Sport Bild getrennt. Für die Unique-User-Zahl der Bild haben wir in unserem Ranking alle Belegungseinheiten der Bild zu einer Medienkombi zusammen gefasst, außer denen der Sport Bild. Deren Belegungseinheiten haben wir zu einer gesonderten Medienkombi zusammen gefasst, sodass die Sport Bild, die seit Jahrzehnten eine eigene Marke ist, ebenfalls in unserem Ranking auftaucht.
  • Bei Spiegel Online rechnen wir das Ressort “Karriere Spiegel” hinzu, das offiziell seit jeher zum manager magazin hinzu gezählt wird, obwohl es ein Ressort auf spiegel.de ist. Leider lässt sich das Ressort aus den Zahlen des manager magazins nicht herausrechnen, sodass es auch in den Daten dort einberechnet ist.
  • Erstmals taucht auch T-Online in einem solchen Ranking auf. Mit Hilfe von TOP haben wir ausschließlich die Belegungseinheiten zusammengefasst, die mit journalistischen Inhalten zu tun haben – und lassen die Medien-fremden Teile wie das populäre E-Mail-Center, in dem die Besitzer einer T-Online-Mail-Adresse ihre Mails checken, außen vor.
  • Bei der Welt hätten wir gern die Marken Rolling Stone, Metal Hammer und musikexpress herausgerechnet, das ist aber nicht perfekt möglich, da die restlichen Belegungseinheiten der Welt nicht das komplette Angebot abdecken. Wir lassen die drei Musikmagzine, deren Zahlen offiziell bei der Welt mitgezählt werden, daher vorerst drin. Es handelt sich dabei aber ohnehin nur um einige zehntausend Nutzer pro Tag.
  • Ebenso lassen sich die Marken, bzw. Websites sport.de und Telebörse nicht auf zufrieden stellende Weise aus den Zahlen von ntv herausrechnen. Wir weisen sport.de und Telebörse dennoch als eigene Marken aus, auch wenn sie zusätzlich als Teil in den Daten von ntv stecken.
  • Bei der Süddeutschen Zeitung trennen wir die Marke jetzt heraus.
  • TV Spielfilm und TV Today weisen wir getrennt aus, denn es handelt sich um eigene Medienmarken mit unterschiedlichen Websites und Apps.
  • Bei Zeit Online kommen die Fremd-Bestandteile Spektrum.de, ze.tt und brand eins nicht mit in die Wertung, sondern werden gesondert gewertet (Anmerkung: Anders als Spiegel Online, das sein junges Portal bento seit jeher getrennt ausweist, weist Zeit Online ze.tt offiziell als Teil von Zeit Online aus).
  • Der stern muss in unserer Auswertung ohne die Nutzer von Neon, Geo und Nido auskommen.
  • Web.de und GMX kommen wie T-Online nur mit ihren redaktionellen Angeboten in die Wertung – nicht mit den Seiten, die mit dem jeweiligen E-Mail-Dienst zu tun haben.
  • Bei der Computer Bild lässt sich Idealo leider nicht herausrechnen. Er war im Oktober für ca. 25% der Computer-Bild-Page-Impressions verantwortlich. Wie vielen Unique Usern das entspricht, ist nicht bekannt.
  • Die Bestandteile des Konglomerats Funke Medien NRW trennen wir in ihre Einzelteile auf: DerWesten kommt als ein Teil in die Wertung, die Website(s) der Zeitungen WAZ, Westfalenpost, Westfälische Rundschau, NRZ und IKZ-online.de als ein weiterer, lokalkompass.de als dritter, RevierSport als vierter und westfunk als fünfter Teil.
  • Ebenso werten wir die sieben Marken, die unter dem Dach des DuMont Newsnets ausgewiesen werden, weiterhin getrennt: Express, Hamburger Morgenpost, Kölner Stadt-Anzeiger, Mitteldeutsche Zeitung, Berliner Zeitung, Berliner Kurier und Kölnische Rundschau
  • Bei RP online trennen wir die Zahlen der Saarbrücker Zeitung und vom volksfreund ab und werten diese als eigene Marken.
  • essen & trinken kommt ohne die offiziell mitgezählten Marken Living at Home und Dogs in die Wertung. Die beiden werten wir ebenfalls getrennt als eigenständige Marken.
  • Das Duo Stuttgarter Zeitung und StN.de lässt sich leider mit TOP nicht trennen, wird also in unserem Ranking gemeinsam auftauchen, auch wenn es sich um zwei unterschiedliche Marken und Websites handelt.
  • RTLs News- und Boulevard-Angebot RTL Next werten wir mit Hilfe der entsprechenden Belegungseinheiten ohne alle anderen Bestandteile von RTL.de als eigene publizistische Marke.
  • Die Marken GameStar, MeinMMO, GamePro und PietSmiet tauchen in unserer Tabelle nicht gemeinsam als Dachmarke GameStar auf, sondern getrennt als Einzelmarken.
  • Der HolidayCheck hat eine Rubrik mit journalistischen Inhalten, die wir ohne den Rest des Angebots (Reiseangebote, Bewertungen, etc.) als Medienmarke werten.
  • Die Angebote des Bayerischen Fußball-Verbands werden aus dem Vermarktungszusammenschluss Sportplatz Media Portalnetzwerk herausgetrennt und als Medienmarke gewertet.

Alle anderen Marken kommen mit ihrer als “Digitales Gesamtangebot” von der AGOF ausgewiesenen Zahl in die Wertung. Von den großen deutschen journalistischen Marken fehlen lediglich die der öffentlich-rechtlichen TV- und Radiosender, deren Zahlen nicht von der AGOF ausgewiesen werden, weil sie für die Werbevermarktung keine Rolle spielen. Wie gesagt: Hinweise für noch bessere Transparenz nehmen wir gern entgegen – zum Beispiel via Mail an Jens Schröder.

Nicht in unsere Auswertung aufgenommen haben wir Websites und Apps, die vornehmlich wegen von Computern generierten Inhalten genutzt werden, z.B. reine Wetterberichts-Angebote oder Services für Börsenkurse. Ein Grenzfall sind sicherlich auch manche Angebote, die das TV-Programm abbilden, jedoch steht hinter der Aufbereitung der Listings meist ja auch eine journalistische Leistung mit Film-Bewertungen, Inhaltsangaben, etc. Auch Angebote, deren Inhalte vornehmlich aus einer entsprechenden Community und nicht aus einer Redaktion stammen, nehmen wir nicht auf. Ein Beispiel dafür: Chefkoch.de.

Um es nochmal klar zu sagen: Bei unserem neuen Ranking ging es uns vornehmlich darum, die aus Nutzersicht populärsten Medienmarken Deutschlands aufzulisten, nicht Vermarktungsnetzwerke und Konglomerate. RND oder DuMont Newsnet mögen aus Vermarktersicht logische Einheiten sein. Ein Leser des Express hat aber nur in den seltensten Fällen etwas mit dem Leser der Berliner Zeitung zu tun. Wir hoffen durch unsere neue Top 100 einen großen Teil Transparenz in die Erfolgsbilanzen des deutschen Online-Journalismus zu bringen.

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Alle Kommentare

  1. Hut ab. Das war sicher viel Arbeit und wird auch in der weiteren Pflege noch viel Arbeit sein…

    1. Man merkt eben, dass sowas wie Herzblut, Arbeitsfreude, journalistisches Interesse und solide, gute Facharbeit dahintersteckt. Darum ist man auch sehr gewillt dies zu lesen und darüber nachzudenken.

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