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Quentin Tarantino doch kein “Kretin”? Morricone-Interview im deutschen Playboy laut Verlag “in Teilen nicht korrekt”

Playboy-Chef Boitin: “Bedauern, wenn Herr Morricone dadurch in ein falsches Licht gerückt worden sein sollte.”
Playboy-Chef Boitin: "Bedauern, wenn Herr Morricone dadurch in ein falsches Licht gerückt worden sein sollte."

Der deutsche Playboy-Chef Florian Boitin hat nun doch eingeräumt, dass ein Interview seines Magazins mit dem weltberühmten Filmmusik-Komponisten Ennio Morricone zumindest in Teilen möglicherweise „nicht korrekt wiedergegeben“ ist. In dem Text lästerte Morricone über den Regisseur Quentin Tarantino und die Oscars. Morricone bestritt, das Interview gegeben zu haben und kündigte an zu klagen. Der Playboy hatte die Vorwürfe des Komponisten zunächst zurückgewiesen und sich hinter seinen Autor gestellt.

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Das Interview mit Ennio Morricone erschien in der aktuell im Verkauf befindlichen Dezember-Ausgabe des deutschen Playboy. Der Filmkomponist zieht darin heftig über den Regisseur Quentin Tarantino her. Für die Musik zu dessen Film “The Hateful Eight” hat Morricone unlängst seinen zweiten Oscar erhalten. Die Aussagen, die der legendäre und hochbetagte Komponist nun gegenüber dem Playboy getroffen haben soll, hatten es in sich.

Tarantino sei “ein absoluter Chaot. Er redet, ohne zu überlegen, er macht alles auf den letzten Drücker, hat kein Konzept.” So wird der 89-jährige Morricone vom deutschen Playboy zitiert. Weiter heißt es, Tarantino sei ein “Kretin” und klaue nur bei anderen. Morricone möge dessen Filme nicht, die seien “Trash”. Auch die Oscars bekommen in dem Text ihr Fett weg. Die Verleihung, auf der er seinen zweiten Oscar erhielt, bezeichnet Morricone laut Playboy als “langweilige Veranstaltung”. Er habe „keine Lust mehr, in dieses fürchterliche Amerika zu reisen mit diesen aufgeblasenen Wichtigtuern, diesen Peinlichkeiten wie den Oscars und dem ganzen Firlefanz.“

Die aufmerksamkeitsstarken Aussagen wurden eifrig zitiert, auch in internationalen Medien. Morricone veröffentlichte auf seiner Website eine Stellungnahme zu dem Interview, in der er sich von den Aussagen distanziert und rechtliche Schritte gegen den deutschen Playboy ankündigt. Gegenüber US-Medien bestritt Morricone sogar, dem deutschen Playboy überhaupt ein Interview gegeben zu haben. Burda stellte am gestrigen Montag die Online-Version des Interviews zunächst offline, etwas später dann wieder online Ein Playboy-Sprecher wies dann auf Anfrage von MEEDIA die Vorwürfe Morricones zurück: „Wir wundern uns, dass Komponist Ennio Morricone bestreitet, dem deutschen Playboy ein Interview gegeben zu haben.” Das Gespräch habe am 30. Juni 2018 in seinem Anwesen in Rom stattgefunden. Das Interview sei über den Konzertveranstalter Semmel Concerts, der bei dem Gespräch anwesend war, für den deutschen Playboy vereinbart worden. Der Verlag zeigte sich “irritiert darüber”, dass Teile der veröffentlichten Aussagen so nicht getroffen worden sein sollen.

Einen Tag später nun rudert das Magazin zurück. Der deutsche Playboy-Chefredakteur Florian Boitin sagt:

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Der freie Autor, der das Interview mit Ennio Morricone für uns geführt hat, war uns bislang als renommierter Print- und Hörfunk-Journalist bekannt. Es gab für uns in der Vergangenheit keinen Anlass, an seiner journalistischen Integrität und seinen Fähigkeiten zu zweifeln. Nach jetzigem Kenntnisstand müssen wir jedoch leider davon ausgehen, dass das im Interview gesprochene Wort von ihm in Teilen nicht korrekt wiedergegeben wurde. Wir bedauern, wenn Herr Morricone dadurch in ein falsches Licht gerückt worden sein sollte. Wir arbeiten weiter an der Aufklärung des Sachverhalts und prüfen rechtliche Schritte.

Die Online-Version des Morricone-Interviews wurde dementsprechend erneut vom Netz genommen.

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Alle Kommentare

  1. Mein Gott, das ist doch völlig wurscht ob der das oder jenes gesagt hat oder nicht. Interessiert niemanden, das Sexheftl schaut Mann (und Frau) sich ja nur wegen der feschen, erotischen, nackten Frauen an.
    War nicht mal die Wörner auch im Playboy abgebildet?

    1. Doch, das interessiert mich sehr. Immerhin handelt es sich hier evtl. um ein gefälschtes Interview. Wenn Sie sich nur für die Bilder interessieren, ist das Ihre Sache aber schliessen Sie doch bitte nicht von sich auf andere Leser.

      1. @ Herr Herbert

        Sehr gut, endlich jemand mit eigener Meinung. Und der Darstellung des persönlichen Zugangs und der differenzierten Eigenverantwortung.

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