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Ernüchternde Social Media-Studie beweist: Zu viel Facebook-Nutzung macht einsam und depressiv

Das Unbehagen gegenüber Facebook wurde 2018 immer größer
Das Unbehagen gegenüber Facebook wurde 2018 immer größer

Der Grundverdacht besteht schon länger: Die ständigen Vergleiche mit den beneidenswertesten Bildern auf Facebook, Instagram, Snapchat & Co sind schlecht für die Psyche ihrer Nutzer. Den Nachweis, wie schädlich Social Media-Nutzung für die mentale Gesundheit sein kann, liefert nun die University of Pennsylvania. Eine Kurzstudie belegt, dass Nutzer, die die Verwendung von Facebook, Instagram oder Snapchat reduzieren, weniger anfällig dafür sind, sich einsam und depressiv zu fühlen.

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(Zu viel) Social Media-Nutzung ist ungesund: Geahnt hat man es immer, nun kommt die schockierende Bestätigung in Form der Studie “No More FOMO: Limiting Social Media Decreases Loneliness and Depression”, die Psychologen der University of Pennsylvania in der Dezember-Ausgabe des Journal of Social and Clinical Psychology veröffentlicht haben.

Die Studie, an der 143 Studenten über mehrere Wochen mitgewirkt haben, hat untersucht, wie sich   Dauer der Nutzung  von sozialen Netzwerken wie Facebook, Instagram oder Snapchat auf das psychische Wohlbefinden auswirkt.

Teufelskreis von Social Media und Depression

“Das Ergebnis war frappierend”, erklärt Melissa Hunt, Psychologieprofessorin der University of Pennsylvania, die die Studie geleitet hat, gegenüber dem Finanzportal Marketwatch. “Wir haben über den Zeitraum von drei Wochen herausgefunden, dass sich Anzeichen von Einsamkeit und Depression bei Nutzern signifikant verringert haben, die ihre Social Media-Nutzung reduziert haben.

Ergebnis: Probanden, die die Studie mit moderaten depressiven Symptomen begonnen und ihre Nutzung von Facebook, Instagram oder Snapchat pro Tag auf jeweils 10 Minuten reduziert haben, wiesen nach Beendigung der Untersuchung wesentlich mildere depressive Symptome auf.

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Weitere Erkenntnis, die den Teufelskreis von Social Media und Depression beschreibt: Menschen, die sich bereits einsam und depressiv fühlen, würden eher dazu neigen, Social Media-Dienste wie Facebook aufzurufen, um soziale Kontakte herzustellen. Dabei ernten sie dann jedoch oft genug Enttäuschung durch endlose Vergleiche mit Nutzern, denen es vermeintlich besser geht.

Social Media-Ernüchterung Thema des Jahres

Die große Social Media-Ernüchterung ist das beherrschende Thema des Internet-Jahres. “Social Media kreiert eine Gesellschaft, die Wahrheit mit Beliebtheit verwechselt”, warnte etwa der frühere Facebook-Topmanager Chamath Palihapitiya vor Jahresfrist. Spätestens seit der Datenaffäre um Cambridge Analytica steht das weltgrößte Social Network am Dauerpranger.

Die Quittung bekamen die großen Social Media-Anbieter inzwischen von ihren Nutzern mit Zeitverzögerung: Wie die jüngsten Quartalsbilanzen dokumentieren, ist das Wachstum im mit Abstand wichtigsten Absatzmarkt der Welt – den USA – nicht nur ausgereizt, die Nutzerzahlen entwickeln sich sogar in den meisten Fällen rückläufig. Sowohl Twitter als auch Snap mussten zuletzt sinkende Mitgliederzahlen vermelden. Branchenprimus Facebook steht kaum besser da: In den USA stagniert die Entwicklung, in Europa sinkt sie.

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