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MedienGewichtungsStudie der Landesmedienanstalten: Fernsehen bleibt Informationsmedium Nummer 1, Radio und Internet holen auf

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Die neuste MedienGewichtungsStudie der Landesmesienanstalten bestätigt, dass das Fernsehen für die Meinungsbildung in Deutschland weiterhin das wichtigste Medium ist. Interessant: Neben dem Internet wächst auch die Nutzung des Radios als Informationsmedium. Aber: Der Hörfunk wird nicht als wichtige Informationsquelle erachtet.

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In ihrer MedienGewichtungsStudie untersuchen die Landemedienanstalten regelmäßig, wie die einzelnen Mediengattungen im Hinblick auf die Meinungsbildung genutzt werden. Das geschieht im Rahmen einer Befragung des Instituts Kantar TNS. In einem ersten Schritt wird untersucht, wie stark die einzelnen Mediengattungen als Informationsquelle genutzt werden, im zweiten Schritt wird gefragt, welche der Gattungen die wichtigsten Informationsmedien sind.

Informierende Mediennutzung gestern

Die Ausgabe 2018-I der MedienGewichtungsStudie kommt demnach zu dem Ergebnis, dass 58,1% der Personen ab 14 Jahren in Deutschland “gestern” das Fernsehen als Informationsmedium genutzt haben. Ein Wert, der sich seit einigen Jahren nicht grundlegend geändert hat. Der Aufsteiger im Langzeittrend ist erwartungsgemäß das Internet – mit einer informierenden Nutzung von inzwischen 40,1% der Befragten. Betrachtet man nur den Vergleich mit dem Vorjahr, so hat allerdings das Radio am deutlichsten zugelegt – von 47,6% auf 50,7%. Langfristig betrachtet bleiben die Zahlen des Radios aber eher stabil, während das Internet stetig als Informationsmedium zulegt.

An Relevanz als Quelle für Informationen verlieren hingegen Jahr für Jahr die Tageszeitungen. Lag die “informierende Nutzung gestern” hier 2011 noch bei 42,7% der Über-14-Jährigen, sind davon nun nur noch 32,7% übrig geblieben. Bei den Zeitschriften ging es im gleichen Zeitraum von 8,7% auf 5,0% herab.

Interessant sind die völlig unterschiedlichen Nutzungsgewohnheiten in den verschiedenen Altersgruppen: Die 14- bis 29-Jährigen nutzen das Internet als Hauptquelle, um sich zu informieren, bei den 30- bis 49-Jährigen liegt das Radio – wohl auch als Nebenbeimedium während der Arbeit – vorn und bei den Über-50-Jährigen mit großem Vorsprung das Fernsehen.

Wichtigkeit der Medien als Informationsquelle
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Befragt nach dem “wichtigsten” Informationsmedium fällt das Radio deutlich zurück. Nur 10,4% der Über-14-Jährigen sehen es als wichtigste Gattung an. Vorn liegt hier wiederum das Fernsehen, mit 34,1% aber nur noch knapp vor dem Internet (30,6%). Auch die Tageszeitungen liegen mit 18,9% klar vor dem Radio, die Zeitschriften kommen nur auf 1,8%. Während es für Fernsehen und Zeitungen hier in den vergangenen Jahren klar bergab geht, hat das Internet erstmals die Marke von 30% durchbrochen. 2011 lag die Zahl noch unter 20%. Als wichtigstes Informationsmedium sehen das Fernsehen übrigens nur noch die Über-50-Jährigen an – die allerdings mit deutlichem Abstand vor allen anderen Gattungen. Bei den 14- bis 29-Jährigen und den 30- bis 49-Jährigen hat das Internet bereits die größte Relevanz.

Relevanz der Medien für die lokale / regionale Meinungsbildung

Erstmals wurde auch die Nutzung der Gattungen für die Information über lokale und regionale Ereignisse untersucht. Hier zeigt sich ein völlig anderes Bild. So liegt das Radio hier bei der “informierenden Mediennutzung gestern” mit 40,0% der Befragten vorn. Erst mit Abstand und fast gleichauf folgen das Internet (29,9%) und die Tageszeitungen (29,1%). Das Fernsehen spielt trotz erfolgreicher lokaler und regionaler Infoprogramme vor allem in den Dritten der ARD nur eine untergeordnete Rolle: 24,9% nutzten es “gestern” als Quelle für lokale und regionale Informationen. Zeitschriften folgen schließlich mit 4,1%.

Als “wichtigstes Informationsmedium” werden im Hinblick auf Lokales und Regionales hingegen mit deutlichem Abstand die Tageszeitungen bezeichnet. 39,5% finden, sie seien hier die führende Gattung. Dahinter folgen Internet (26,3%), Radio (13,7%), Fernsehen (9,3%) und Zeitschriften (6,4%). Das Radio hat also eindeutig ein Imageproblem: Es wird als Informationsmedium genutzt, aber nicht als wichtig erachtet.

Top-Medien und -Medienkonzerne “am Meinungsmarkt”

Eher als Spielerei muss man den MedienVielfaltsmonitor betrachten, der aufbauend auf der MedienGewichtungsStudie und den einzelnen Nutzungszahlen der Sender, Websites, Apps, Zeitungen und Zeitschriften ermitteln möchte, welche Anbieter den größten “Anteil am Meinungsmarkt” haben. Da die zugrunde liegenden Nutzungszahlen von AGF/GfK, agma und Nielsen aber eine viel zu unterschiedliche Methodik aufweisen, handelt es sich bei dem Ranking eben nur um eine Spielerei. Auf den ersten Plätzen finden sich demnach das ZDF und Das Erste mit Meinungsmarktanteilen von 4,8% und 4,1%, dahinter folgen die Bild-Zeitung mit 4,0%, RTL, Sat.1, usw. Als Medienkonzern mit dem größten Meinungsmarktanteil bezeichnet die Studie die ARD mit ihren zahlreichen TV- und Radiosendern, sowie Internet-Angeboten: Mit 21,8% liegt sie vor Bertelsmann (RTL, G+J, etc.) mit 11,3%, dem ZDF mit 8,1% und Springer mit 7,7%.

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