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Späte Reue von Twitter-Mitgründer Ev Williams: “Followerzahlen sind ungesund”

Mitgründer Ev Williams: Reichlich Bedauern über die Entwicklung von Twitter
Mitgründer Ev Williams: Reichlich Bedauern über die Entwicklung von Twitter © Joi Ito / Wikipedia

Die große Social Media-Ernüchterung geht weiter. Nicht nur, dass Facebook, Twitter & Co. durch Fake Accounts und Datenskandale immer wieder für Negativschlagzeilen gesorgt haben – auch die Rolle von Social Media-Diensten für die psychische Gesundheit wird durch die neue Achtsamkeitsdebatte immer wieder erörtert. Twitter-Mitgründer Ev Williams zeigte sich auf einer Podiumsdiskussion in Lissabon selbstkritisch und räumte ein, dass der Ausweis der Followeranzahl "schädlich" sei.

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Beim Web Summit in Lissabon erneuerte Twitter-Mitgründer Ev Williams, der von 2007 bis 2010 als CEO des Kurznachrichtendienstes fungierte, sein Bedauern über Gründungsfehler des damaligen 140-Zeichen-Dienstes.”Wir haben eine Welt kreiert, in der Aufmerksamkeit in der Menge belohnt wird”, äußerte sich Williams selbstkritisch.

“Die Followerzahlen zu zeigen, war sicher absolut schädlich”, erklärt der 46-Jährige heute Nachmittag in der Podiumsdiskussion der Internetkonferenz in Portugals Hauptstadt. “Es hat sofort deutlich gemacht, dass alles um die Beliebtheit (von Nutzern – A.d.R.) ging”, äußerte Williams Bedauern.

Der heutige CEO der Bloggerplattform Medium gestand zudem ein, dass “Twitters schlechteste Produktentwicklung” die vorgeschlagenen Followerlisten für neue Nutzer waren, die Williams zu verantworten hatte. “Es war unauthentisch”, räumte der Seriengründer ein.

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Großes Bedauern über Rolle von Twitter bei Trump-Wahl

Es ist nicht das erste Mal, dass Ev Williams mit Bedauern auf die Entwicklung des 280-Zeichen-Dienstes zurückblickt. “Ich denke, das Internet ist kaputt”, beklagte Williams bereits vor eineinhalb Jahren in einem Interview mit der New York Times.

“Ich dachte, sobald sich jeder frei äußern und Ideen austauschen konnte, führt das zu einer besseren Welt. Ich lag falsch damit”, äußerte sich der 46-Jährige in Zeiten grassierender Fake News zerknirscht.

Vor allem die exzessive Twitter-Nutzung von Donald Trump setzt Williams zu. “Wenn es stimmt, dass Trump ohne Twitter nicht Präsident geworden wäre, dann tut mir das sehr leid”, bekannte Williams, der heute die Blogger-Plattform Medium.com betreibt. Twitters Rolle bei Trumps Wahl zum US-Präsidenten bezeichnete Williams als eine ” sehr schlimme Sache”.

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