Partner von:
Anzeige

Native Advertising im Check: Fakten und Zahlen, die den rasanten Aufstieg der Werbeform belegen

Native Advertising in Zahlen
Native Advertising in Zahlen

Native Advertising galt vor Jahren als das nächste große Ding der Werbebranche. Nun, im Jahr 2018, zeigen die Zahlen sehr deutlich, wohin es für diese Bereich gehen kann und welches Potenzial in der innovativen Werbeform steckt. Zahlreiche Studien belegen zudem, wie wirkungsvoll Werbung im natürlichen Umfeld ist und warum es sich deshalb von klassischen Methoden abhebt. Ein aktueller Überblick.

Anzeige

Rund 19,6 Milliarden US-Dollar. So hoch, prognostiziert das Unternehmen Adyoulike, könnten die Werbeinvestitionen im Native Advertising-Bereich bis 2020 in ganz Westeuropa liegen. In den Regionen Asien-Pazifik und Nordamerika liegen die Investitionen laut Vorhersage sogar um einiges höher. Auch in Deutschland wird das Werbeformat, bei dem das redaktionelle Umfeld imitiert wird und sich das Werbemittel darin integriert, immer wichtiger. Heute führe kein Weg mehr an Native Advertising vorbei, sagte Medienwissenschaftler Stephan Weichert im MEEDIA-Interview im Sommer 2017. “Es ist die einzige Monetarisierungsquelle, die überhaupt noch generisch aus dem Journalismus heraus funktioniert.” Ähnlich hat es Katharina Loukidis, Director Business Development DACH bei Plista, erst kürzlich gegenüber dem Portal Internet World festgehalten: “Native Advertising ist in der modernen Werbewelt angekommen und zählt mittlerweile zu einem wichtigen Bestandteil der Marketingstrategie von Unternehmen.” Im deutschen Raum sollen sich die Investitionen bis 2020 mehr als verdoppeln, wenn die Native Ad-Plattform Adyoulike in ihren Prognosen richtig liegt. Lag die Summe 2016 bei 2,08 Milliarden US-Dollar, können sie in nicht einmal zwei Jahren 4,43 Milliarden betragen.

Die sich ins redaktionelle Bild einfügende Werbung wird auch deshalb als besonders lukrativ angesehen, weil sie verschiedene Stärken hat. Das legt zumindest eine aktuelle Studie des Verbands deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ) vom Sommer dieses Jahres nahe. In einer Online-Umfrage unter 5.001 Teilnehmern wollte der VDZ herausfinden, wie native Werbeformate wirken und welche Relevanz sie haben. Vor allem konnten die Macher belegen, dass Werbemittel (zum Beispiel Videos, Bildergalerien, Listicles) zu hohem Engagement führen. Schaut man sich an, welcher Anteil der Nutzer auf die Werbung klickt, sticht das Video hervor. 75 Prozent klicken letztlich auf die Werbung, die Verweildauer ist dagegen bei Listicles am längsten. Dort verweilt ein Nutzer im Durchschnitt 2 Minuten und 31 Sekunden. Auch im Vergleich zu klassischen Display Ads punktet laut Umfrage das native Werbemittel deutlich. So heißt es in der Begründung für die längere Verweildauer: “Native Ads führen aufgrund der angebotenen Inhaltsmenge zu einer längeren Beschäftigung der Nutzer mit dem Content und damit mit der Marke des Werbungtreibenden.” Es gilt die Faustregel: Native Ads haben ihre Stärke durch die intensive Beschäftigung mit den Inhalten, während das klassische Format Aufmerksamkeit und Reichweite generiert.

“Bewusste Kaschierung des Werbecharakters”

Native Ads sind aus Sicht der Werber auch deshalb ein gutes Mittel im Vergleich zu klassischer Display-Werbung, weil sie wirken: Laut Umfrage wird die Marke “bekannter, relevanter und kann sich als Experte positionieren.” Sowohl die Markenbekanntheit (+27 Prozent), die Brand Expert (+44 Prozent) als auch das Relevant Set (+31 Prozent) sind im Umfeld nativer Werbemittel stark positiv beeinflusst. Eine Studie des Dentsu Aegis Network von Juni dieses Jahres bestätigt, dass gerade in mobiler Werbung und Online Video ein großes Potenzial gesehen wird, um die Kunden zu erreichen. Gemeinsam mit Social Media steigen die Investitionen in diese Bereichen im Vergleich zu anderen Werbeformen trotz sinkender Wachstumsraten weiterhin um fast 20 Prozent im Vergleich zu den Vorjahren. Und eben dort lassen sich native Werbemittel besonders gut einbinden, so die Strategie der Werbungtreibenden.

Anzeige

Ein Problem, das im Umfeld von Native Advertising immer wieder angesprochen wird, ist die Unterscheidbarkeit zu journalistischen Inhalten. Eine Studie des Instituts für Publizistikwissenschaft und Medienforschung in Zürich hat im Dezember 2017 herausgefunden, dass jugendliche Mediennutzer kaum zwischen redaktionellen Inhalten und Journalismus-ähnlichen Werbeformaten unterscheiden könnten. Obwohl die Fallzahl gering war, sehen die Wissenschaftler ein grundlegendes Problem bei der Medienkompetenz der Schüler vor dem Hintergrund von Native Advertising. Handelte es sich um klassische Werbemittel, konnten die meisten Schüler diese problemlos erkennen. “Die bewusste Kaschierung des Werbecharakters in Sprachstil und Layout wird immer professioneller betrieben”, erläuterte der Medienpsychologe Daniel Süss, Leiter des Psychologischen Instituts der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften, das Ergebnis. Allerdings schränkte er ein, dass es sicherlich auch viele Erwachsene gebe, die Probleme bei der Unterscheidung von Native Ads und unabhängigen journalistischen Beiträgen hätten.

 

Der Artikel ist Teil eines Specials zum Thema Native Advertising, in dem sich die MEEDIA-Redaktion mit diesem Bereich der Werbebranche und dessen vielfältigen Ausprägungen beschäftigt. Weitere Beiträge aus dieser Reihe gibt es hier.

Keine Neuigkeiten aus der Medien-Branche mehr verpassen: Abonnieren Sie kostenlos die MEEDIA-Newsletter und bleiben Sie über alle aktuellen Entwicklungen auf dem Laufenden.

Anzeige

Mehr zum Thema

Anzeige
Anzeige

Alle Kommentare

  1. “Fakten” habe ich jetzt in diesem Artikel jetzt eher wenige gefunden – Keine der genannten “Studien” und Zitate sind doch viel wert, wenn sie von Vermarkterseite stammen.

    Meine Gedanken dazu:
    “Native Advertising” ist (oft, nicht immer) einfach ein neuer Begriff für “Schleichwerbung”, was zumindest im letzten Teil des Artikels ja auch angedeutet wird.

    Was für verherende Auswirkungen diese für die Glaubwürdigkeit “der Medien” in Zeiten von “Fake News” und gesellschaftlicher Radikalisierung an beiden Rändern hat, lässt sich ja im Moment beobachten. Hierzu wäre es mal interesant, die eingangs zitierten Firmen mit der Züricher Studie zu konfrontieren und sie nach ihrer Interpretation von gesellschaftlicher Verantwortung zu fragen.

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Werben auf MEEDIA
 
Meedia

Meedia