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Abschied vom Print-Primat: Springer-Chef Mathias Döpfner will Bild und Welt noch stärker digitalisieren

Axel-Springer-CEO Mathias Döpfner

Die Printkrise in Deutschland belastet Axel Springer. Der Medienkonzern erleidet bei seinen wichtigsten Angeboten, der Bild- und Welt-Gruppe, einen Ertragseinbruch. Dies soll sich ändern, indem der Digitalanteil der News-Angebote gesteigert werden soll – wohl deutlich zu Lasten von Print. Zudem schloss Vorstandschef Mathias Döpfner nicht aus, die Awin AG im nächsten Jahr an die Börse zu bringen.

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Bild und Welt sind die beiden wichtigsten Medienmarken beim Berliner Medienkonzern Axel Springer auf dem deutschen Markt. Doch das printlastige Geschäft mit den Nachrichten-Angeboten bereitet Vorstandschef Mathias Döpfner immer weniger Freude. In den ersten neun Monaten sank der nationale Umsatz im Bereich News Media, der im wesentlichen von den Angeboten der Bild- und Welt-Gruppe bestimmt wird, insgesamt um 3,4 Prozent auf 781,8 Millionen Euro gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Belastet wurde das Segment – wegen nachlassender Printauflagen – durch einen massiven Rückgang bei den Vertriebserlösen. Sie gingen im Berichtszeitraum um 6,8 Prozent zurück. Auch die Werbeerlöse im nationalen Geschäft gaben um 1,4 Prozent nach. Unter dem Strich mussten die Berliner daher bei News Media national einen Einbruch beim bereinigten EBITDA von 10,8 Prozent hinnehmen.
Doch dies soll sich ändern. Axel Springer plant, den Digitalanteil der Bild- und Welt-Angebote in den nächsten Jahren wohl kräftig zu steigern. Dazu gibt Finanzchef Julian Deutz die Richtung vor und verweist auf das internationale Geschäft. Hier bewegt sich der Digitalanteil inzwischen bei rund zwei Drittel, im nationalen Geschäft hingegen er bei rund 26 Prozent. Wenn im nationalen Geschäft der digitale Anteil „hoch genug“ sei, würde man wieder im „Wachstumsmodus bei Umsatz und Ergebnis“ kommen, betonte Deutz bei der Präsentation der Quartalszahlen. Welchen Digitalanteil Springer hier mittel- bis langfristig anstrebe, nannte er aber nicht. Doch damit wird klar: Axel Springer wird die Digitalisierung von Bild und Welt forcieren, um die Ertragslage der Medienmarken schnell zu verbessern. Getrieben wird das Medienhaus hierbei zusätzlich durch die Strukturkrise der Branche, die gedruckte Zeitungen immer stärker zurückdrängt.
Döpfner forderte zudem geeignete regulatorische Rahmenbedingungen, um tragfähige digitale Geschäftsmodelle zu etablieren.
„Hochwertiger Journalismus über alle Kanäle, das heißt auch ausdrücklich auf digitalen Vertriebswegen, ist nach wie vor keine Selbstverständlichkeit“, betont der Springer-Chef. Er begrüßt daher auch die Entscheidung für ein neues europäisches Urheberrecht.
Noch unklar ist, wann Springer den geplanten Börsengang der Awin AG umsetzt. Zwar wollte Vorstandschef Döpfner nicht ausschließen, dass der Konzern die Maßnahme bereits im nächsten Jahr umsetzt. Doch eine klare Aussage blieb er schuldig. Springer und United Internet hatten ihre Online-Marketing-Töchter fusioniert, um die Anteile an der Awin AG auf dem Aktienparkett zu platzieren. An der Gesellschaft, die 2016 mehr als 700 Millionen Euro umsetzte, hält Springer 80 Prozent, die restlichen Anteile besitzt United Internet. Investoren warten seit Längerem darauf, dass Döpfner die Tochter an die Börse bringt. Sie hoffen, dass dies den Kurs der Springer-Aktie beflügeln könnte. Der hatte in den vergangenen Monaten erheblich Federn gelassen. Auch heute gab die Notierung zunächst nach, obwohl Springer die Jahresprognose für 2018 anhob. Der Kurs sank kurz nach Eröffnung der Börse um 1,46 Prozent auf 57,45 Prozent.

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