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Das Ende des Social Media-Booms: Kein Wachstum von Facebook, Twitter und Snapchat mehr in den USA

In der Social Media-Abwärtsspirale: Facebook, Twitter, Snap & Co
In der Social Media-Abwärtsspirale: Facebook, Twitter, Snap & Co

Die große Social Media-Ernüchterung zeigt Wirkung. Wie die jüngsten Quartalsbilanzen dokumentieren, ist das Wachstum im mit Abstand wichtigsten Absatzmarkt der Welt – den USA – nicht nur ausgereizt, die Nutzerzahlen entwickeln sich sogar in den meisten Fällen rückläufig. Sowohl Twitter als auch Snap mussten zuletzt sinkende Mitgliederzahlen vermelden. Branchenprimus Facebook steht kaum besser da: In den USA stagniert die Entwicklung, in Europa sinkt sie.

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Der Hype war schon länger vorbei, die Warnungen wurden dagegen immer lauter: “Social Media kreiert eine Gesellschaft, die Wahrheit mit Beliebtheit verwechselt”, warnte etwa der frühere Facebook-Topmanager Chamath Palihapitiya vor Jahresfrist. Spätestens seit der Datenaffäre um Cambridge Analytica steht das weltgrößte Social Network am Dauerpranger.

Die Quittung bekam Facebook mit Zeitverzögerung: Ende Juli vernichtete der drittwertvollste US-Internetkonzern nach Bilanzvorlage an nur einem Handelstag 120 Milliarden Dollar und damit so viel wie kein anderer Unternehmen zuvor. Die Reaktion auf die jüngsten Quartalszahlen fiel moderat besser aus, doch in beiden Fällen rümpften Analysten über ein Bilanzdetail die Nase: Der Zuwachs an täglich aktiven Nutzern auf dem amerikanischen Heimatmarkt liegt bei null. Weder im September- noch im Juni-Quartal konnte das Social Network neue Mitglieder hinzugewinnen; im vergangenen Weihnachtsquartal gingen sogar eine Million Nutzer verloren.

Facebook wächst in seinen mit Abstand profitabelsten Werbemärkten nicht mehr

Für Facebook ist das Problem größer als es auf den ersten Blick aussieht: Lediglich 185 Millionen der insgesamt 1,49 Milliarden täglich aktiven Nutzer kommen aus den USA oder Kanada. Allein: Ein US-Nutzer generiert mit 27,61 Dollar mit weitem Abstand den höchsten Umsatz, wie das Techportal re/code vorrechnet.

Der Abstand zum zweitabsatzstärksten Markt Europa ist mit einem Nutzerumsatz von 8,82 Dollar gigantisch – und Facebook verliert zudem Nutzer in Europa. Der Löwenanteil des Nutzerwachstums von 24 Millionen wird in Asien erzielt (+ 17 Millionen Mitglieder), doch hier erzielt Facebook gerade einmal einen Umsatz von 2,67 Dollar pro Nutzer. Entsprechend verstimmt reagiert die Wall Street auf das stagnierende Mitgliederwachstum in den Kernmärkten.

Twitter und Snap verlieren Nutzer in den USA
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Regelrecht alarmierend ist dagegen die Nutzerentwicklung bei der kleineren und jüngeren Social Media-Konkurrenz. Twitter büßte im Vorjahresvergleich im dritten Quartal vier Millionen monatlich aktive Nutzer ein, die Hälfte davon in den USA. Im Vergleich zum Vorquartal gingen gar 9 Millionen Nutzer weltweit verloren.

Auch beim lange Zeit hoch gewetteten Stories-Erfinder Snapchat zeigt der Trend seit einem halben Jahr nach unten: Gegenüber dem Juni-Quartal verbuchte Snapchat im abgelaufenen Dreimonatszeitraum einen Rückgang der täglich aktiven Nutzer um weitere zwei Millionen auf 186 Millionen; drei Monate zuvor verschwanden bereits drei Millionen Nutzer.  (US-Nutzer weist Snapchat nicht aus; Statista schätzt, dass 85 Millionen Amerikaner die App in diesem Jahr benutzen.)

Instagram Krisengewinner

Wie auch bei Facebook ist die Abhängigkeit vom US-Markt erdrückend: So setzte Twitter im vergangenen Quartal 5,19 Dollar je Nutzer in den USA um, aber nur 1,17 Dollar im Rest der Welt. Bei Snapchat fällt das Missverhältnis ähnlich aus: Entfielen im vergangenen Quartal noch auf einen Snapchatter in der USA Umsätze von 2,62 Dollar, wurden im Rest der Welt  lediglich 85 Cent pro Nutzer generiert, berichtet re/code.

Für die Social Media-Pioniere scheint das Wachstum damit zumindest fürs Erste ausgereizt. Lediglich Facebook besitzt über seine weiter boomende Tochter Instagram, für die Konzernchef Zuckerberg keine gesonderte Nutzerstatistik ausweist, einen  veritablen Wachstumstreiber, den Facebook entsprechend  mit Nachdruck monetarisiert.

 

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