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“Werden die Suppe, die uns die Hamburger Kollegen eingebrockt haben, nicht alleine auslöffeln”: Auch Burda bleibt mit Focus in der Wochen-IVW

“Hysterische Diskussion”: Burda-Manager Burkhard Graßmann kann weder Aufregung noch das Einknicken der “Hamburger Kollegen” in Sachen Wochen-IVW nachvollziehen
"Hysterische Diskussion": Burda-Manager Burkhard Graßmann kann weder Aufregung noch das Einknicken der "Hamburger Kollegen" in Sachen Wochen-IVW nachvollziehen

Im latent bizarren Hin und Her um den Ausstieg und Wiedereinstieg in die Wochen-IVW hat sich nun auch Burda entschieden, für den Focus auch 2019 weiterhin heftbezogene Auflagen zu melden. Damit zieht das Münchner Medienhaus die Konsequenz aus der jüngsten Kehrtwende von Spiegel, stern und Zeit, die ihre Entscheidung nach massiven Protesten gestern revidiert hatten. Doch der Ärger schwelt weiter.

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Am Freitagnachmittag verbreitete Burda ein Statement von Burkhard Graßmann. Darin heißt es: „Focus hat sich auf ausdrücklichen Wunsch zunächst von Gruner + Jahr, dann der anderen beiden Verlage dazu entschlossen, der in Hamburg geborenen Initiative, künftig keine heftbezogenen IVW-Meldungen mehr auszuweisen, beizutreten. Umso überraschter waren wir vom Kurswechsel der Kollegen.”

Der schnelle Rückzug der norddeutschen Verlage vom IVW-Rückzug hatte die Münchner am Feiertag überrascht und auf dem falschen Fuß erwischt. Nach intensiver interner Diskussion fiel am Ende das Votum auf ein Einlenken. Graßmann dazu: “Wir werden die Suppe, die uns die Hamburger Kollegen eingebrockt haben, nicht alleine auslöffeln. Aus diesem Grund wird auch Focus über den 1. Januar 2019 hinaus heftbezogene IVW-Meldungen abgeben.”

Weder Graßmann noch seinem Chef, Publishing-Vorstand Philipp Welte, war die Entscheidung leicht gefallen. Denn die Burda-Manager sind nach wie vor überzeugt, dass der Teilverzicht auf die IVW-Meldungen für die aktuellen Wochenmagazine sinnvoll und angemessen sei. Graßmann: “Keine Gattung legt ihre tatsächlichen und mit hohem Aufwand gemessenen Leistungswerte so transparent offen wie die Zeitschriften. Die Zeitschriften veröffentlichen Reichweiten und legen unter Kontrolle der IVW ihre Verkäufe in allen Details vollständig offen. Selbstverständlich soll sich nichts daran ändern: Wir stehen auch in Zukunft zur härtesten Währung unserer Branche.”

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Graßmann sieht die Zeitschriftenverlage zu Unrecht an den Pranger gestellt, nachdem die Werbe- und Agenturbranche scharfe Kritik am Ausstieg geübt und den Print-Häusern mangelnde Transparenz vorgeworfen hatte. Denn, so Graßmann: “Zusätzlich zu diesen Informationen bieten wir eine gattungsübergreifende Markt-Media- und eine Werbewirkungsstudie und schaffen dadurch vollständige Transparenz über die tatsächlichen Effekte von Werbung in unseren Medien, und dies übrigens auch im Vergleich zu anderen Medien. Dies tun wir seit fünf Jahren, während die AGF ihre Quoten auf Basis eines Panels möglicher Zuschauer „hochrechnet“ und die GAFAs ihre Daten völlig unter Ausschluss der Öffentlichkeit würfeln.”

Die Debatte, in deren Verlauf auch Mediendienste wie Horizont und MEEDIA die Verlage für ihren Schritt kritisiert hatten, nennt Graßmann eine “hysterische Diskussion”, angesichts derer er “mit Verlaub” bitte, bei den Fakten zu bleiben.

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Alle Kommentare

  1. Nützt auch nichts mehr, boys. Es geht weiter bergab mit euch und eurer unkritischen, geistlosen Merkel Lobhudelei. Vielleicht wäre ein Umdenken in Sachen Migrationspakt geboten? Aber ach, darauf wird man umsonst warten bei Spiegel, Zeit, focus u.co.

  2. Schade. Eine Neuorientierung der Anzeigenschalter mit ihrem süßen Geld bleibt somit wohl aus und der Verfallsprozess der genannten geht weiter im Schneckentempo voran.

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