Partner von:
Anzeige

Rückzug vom IVW-Rückzug durch Spiegel & Co.: Burda “vom Kurswechsel der Hamburger Kollegen überrascht”

Burda-Vorstand Philipp Welte, IVW-Teilrückzug im Schulterschluss mit Spiegel, stern und Zeit: “Vom Kurswechsel der Hamburger Kollegen überrascht”
Burda-Vorstand Philipp Welte, IVW-Teilrückzug im Schulterschluss mit Spiegel, stern und Zeit: "Vom Kurswechsel der Hamburger Kollegen überrascht"

Nur zwei Tage nach ihrer Ankündigung, ab 2019 keine heftbezogenen Auflagen mehr bei der IVW auszuweisen, ruderten am Donnerstagmorgen Spiegel, stern und Die Zeit zurück. Die Für die drei Titel werden die Verlage weiterhin wöchentliche Leistungsdaten kommunizieren. Die Verantwortlichen reagierten damit auf die massive Kritik durch Werbebranche und Mediaagenturen. Der Burda-Verlag, der mit dem Focus ebenfalls keine Heftauflagen melden wollte, reagiert irritiert. Man sei, heißt es, "vom Kurswechsel der Hamburger Kollegen überrascht".

Anzeige

Eine Sprecherin des Münchner Medienhauses wies gegenüber MEEDIA darauf hin, dass die Hamburger Verlage treibende Kraft beim am Montag verkündeten IVW-Teilrückzug gewesen seien: “Es war ihr Wunsch, und wir sind der Initiative beigetreten, ab 2019 auf die quartalsbezogene IVW-Meldung zu setzen.” Ob Burda nun nachzieht und ebenfalls seine Entscheidung revidiert, ist indes unklar. Die Sprecherin: “Wir stehen auch weiterhin zu unserer gemeinsamen Beurteilung, nach der die quartalsbezogene Auflagenmeldung die relevante Auflagenstatistik ist. Die heftbezogenen Meldungen bringen in der retrospektiven Betrachtung für die Werbeträgerplanung keinen zusätzlichen Erkenntnisgewinn.”

Wie es heißt sei man am Allerheiligen-Feiertag in Bayern dabei, eine Position festzulegen: “Wir gehen nun erneut in die Abstimmung mit den Beteiligten.” Wann eine Entscheidung kommuniziert werde, sei noch offen. Es bleibt abzuwarten, ob Burdas Zeitschriften-Vorstand Philipp Welte sowie Geschäftsführer Burkhard Graßmann einen Alleingang riskieren. Dazu würde Mut gehören, denn die Kritik aus den Kreisen der  Anzeigenkunden und Planer war lautstark. Zudem würde die offenkundige Rechnung der Verlagsmanager nicht mehr aufgehen, dass ein solcher Schritt im Kollektiv leichter durchzusetzen sei.

Damit stünde Burda mit dem Focus in Sachen des teilweisen IVW-Verzicht ohne Rückendeckung von Wettbewerbern da und würde die Aufmerksamkeit der Branche nur noch mehr auf die gegenüber den Marktrivalen insgesamt schwache Einzelverkaufs-Performance des Focus lenken. Heißt: Alles andere, als ebenfalls von der IVW-Ankündigung zurückzutreten, erscheint angesichts der Gesamtlage unwahrscheinlich und für Burda mit unkalkulierbaren Risiken verbunden.

Anzeige

In einer gemeinsamen Pressemitteilung der drei Hamburger Medienunternehmen vom Donnerstagmorgen heißt es: „Spiegel, stern und Zeit werden über den 1. Januar 2019 hinaus heftbezogene IVW-Meldungen abgeben. Eine gegenteilige Entscheidung, die am Montag bekannt geworden war, nehmen wir hiermit zurück. Wir hören damit auf das laute und kritische Echo aus dem Markt und von unseren Kunden und entschuldigen uns für die Verwirrung.”

Die Werbebranche wie auch Mediendienste hatten die Pläne massiv unter Beschuss genommen. Verbände und Mediaagenturen sahen die Gefahr, der Gattung Print nachhaltig zu schaden. “Die Verlage tun sich mit dem Teil-Austritt aus der Auflagenmessung keinen Gefallen – sondern schaffen ein unheilvolles Anti-Transparenz-Kartell”, analysierte MEEDIA. Auch wenn die massive und dem Vernehmen nach unerwartete Kritik von allen Seiten die Verlage zum Einlenken bewogen hat, stellen diese klar, dass sie am Grundsatz der Transparenz ihrer Marktdaten nie hätten rütteln wollen. Die drei Hamburger teilen dazu mit: “Es stand für uns immer außer Frage, dass transparente und neutral gemessene Leistungswerte sehr wichtig sind.”

Und seitens Burda wird mit Blick auf die im Verbund geschlossene Entscheidung verlautbart: “Unabhängig davon stand und steht es in keinster Weise für uns zur Diskussion weiterhin vertrauensvoll mit der IVW zusammenzuarbeiten und unsere Auflagen auch weiterhin deren unabhängiger Prüfung zu unterziehen.”

Keine Neuigkeiten aus der Medien-Branche mehr verpassen: Abonnieren Sie kostenlos die MEEDIA-Newsletter und bleiben Sie über alle aktuellen Entwicklungen auf dem Laufenden.

Anzeige

Mehr zum Thema

Anzeige
Anzeige

Alle Kommentare

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Werben auf MEEDIA
 
Meedia

Meedia