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“Konzept passt” oder “nicht authentisch”: die konträren Ansichten zweier Media-Agenturen zum Frauenmagazin Guido

Media-Agenturköpfe Cora Laste (Mindshare, li.) und Petra Kruse (Pilot), G+J-Neustart Guido: “Markt total übersättigt”
Media-Agenturköpfe Cora Laste (Mindshare, li.) und Petra Kruse (Pilot), G+J-Neustart Guido: "Markt total übersättigt"

Nach Barbara und Dr. v. Hirschhausens stern Gesund Leben und JWD hat G+J mit Guido um den Designer Guido Maria Kretschmer ein neues Personality-Magazin ins Rennen um Leser und Anzeigen geschickt. Grund für MEEDIA, bei Agenturen das Marktpotenzial des Print-Newcomers im hart umkämpften Segment der Frauentitel abzuchecken. Die Urteile sind konträr und reichen von "Konzept passt" bis zu "zu brav".

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Knapp eine Woche liegt Guido am Kiosk. Und die nächste Ausgabe ist bereits in Vorbereitung. Dafür legt sich Shopping-Queen-Moderator Guido Maria Kretschmer ganz ins Zeug und will sogar bei seinen TV-Auftritten kürzertreten. “Ich habe dafür, dass ich die Guido jetzt mache, andere Sachen aufgegeben. Ich habe Moderationen aufgegeben und bestimmte Tätigkeiten beendet im letzten Jahr, ganz weise und geplant, weil ich jeden Monat in der Redaktion bin, Texte schreibe und auch die Modestrecken baue“, so der Modedesigner laut der Promi-Plattform vip.de.

Ob sich sein Einsatz lohnt, darüber sind die Mediaagenturen geteilter Meinung. Zu einer der prominentesten Vertreter der Branche gehört Petra Kruse, Geschäftsführerin der Hamburger Mediaagentur pilot. Sie bewertet die Marktaussichten für den G+J-Neuling eher kritisch: „Der Markt der Frauenmagazine ist bereits total übersättigt. Und es gibt viel Bewegung durch ständige Neustarts und Titelrelaunches. Hier noch Potenziale abgreifen zu wollen, ist ein Kraftakt“, erklärt die Spezialistin fürs Gedruckte.

Bei dem Frauentitel Barbara um den TV-Liebling Barbara Schöneberger habe es Gruner + Jahr vor zwei Jahren geschafft, „durch einen innovativen und modernen Ansatz sowie durch eine authentische und selbstironische Lebenshaltung frischen Wind in die doch sehr austauschbaren Titel im Frauensegment zu bringen. “Guido kommt dagegen eher brav daher“, meint Kruse. „Seine lustige, originelle und spezielle Art, die man aus  ‘Shopping Queen’ kennt und die die Fans lieben, kann das Printprodukt nicht wie beabsichtigt transportieren. Wer authentischen Guido sucht, der folgt ihm besser auf Instagram“, lautet ihr schonungsloses Urteil.

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In der Startphase hält sich laut Kruse das Risiko für die Werbungtreibenden in Grenzen. „Das Konzept trifft die Interessen zahlreicher Unternehmen aus dem Beauty- und Fashion-Bereich. Guido wird aufgrund seiner Prominenz und Beliebtheit zum Start viele neugierige Leser anlocken. Zudem bringt er schon seinen eigenen Fanclub mit. Das gibt Werbungtreibenden in der Startphase Sicherheit im Hinblick auf die Abverkaufszahlen am Kiosk“, betont sie. Dauerhaft könnte sich aber der Wind drehen. Kruse: „Das redaktionelle Konzept polarisiert nicht, ist damit massentauglich und birgt gutes Anzeigenpotenzial. Dennoch bin ich mir nicht sicher, ob das Auflagenniveau gehalten werden kann. Nach einiger Zeit dürfte es schwierig werden, das Heft immer wieder aufs Neue im Guido-Stil aufzuladen. Dafür sind die Inhalte zu austauschbar und heben sich nicht deutlich genug von der Konkurrenz ab.“

Cora Laste, Directorin für Print Planning bei der Media-Agentur Mindshare sowie ihr Kollege, Joachim Prein, Print Planning Group Head, sind da anderer Meinung. „Gruner + Jahr setzt seinen Weg, Magazine zusammen mit Promis zu entwickeln, weiter konsequent fort. Denn Barbara hat es gezeigt – mit einem guten Konzept hat man die Chance, neue Magazine erfolgreich im Markt zu etablieren. Und das Konzept passt auch hier. Themen, die Guido wie auf den Leib geschnitten sind: Styling, Liebe, Wohlfühlen und Zeit für sich selbst, aufbereitet in der für ihn typischen, sympathischen Art“, meint Laste. Es sei ein Magazin, das „zeigt was in und wichtig ist – ohne Vorschriften und erhobenen Zeigefinger“.

Ihr Kollege Prein sieht deshalb für den Titel gute Chancen auf dem Anzeigenmarkt. „Der Name zieht nicht nur die Leserinnen an, sondern auch viele Werbungtreibende. Das erste Heft ist voll gespickt mit Anzeigen aus unterschiedlichen Produktbereichen. Sofern die nächsten Magazine das inhaltliche Niveau halten und die Verkaufszahlen den Erwartungen entsprechen, sollte auch das Anzeigengeschäft laufen und so ein gutes wirtschaftliches Fundament liefern – wenn auch vielleicht nicht ganz auf dem Niveau der ersten Ausgabe.“

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