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Quartalsbilanz: Die iPhone-Absätze stagnieren – Apple schweigt künftig über verkaufte Stückzahlen

Tim Cook in Macherpose – jetzt jubelt auch die Wall Street wieder
Tim Cook in Macherpose – jetzt jubelt auch die Wall Street wieder © Apple

Auch Apple muss an der Wall Street mal einen Rückschlag verkraften. Bei Vorlage der Geschäftszahlen für das dritte Kalenderquartal konnte der Kultkonzern als Cupertino nur teilweise die Analystenerwartungen übertreffen. Im traditionell letzten Quartal des Geschäftsjahres, in das bereits die ersten Verkäufe der neuen iPhones mit einfließt, setzte der iKonzern mit 46,9 Millionen iPhones praktisch so viele Smartphones wie vor einem Jahr ab, verdient aber wegen der hohen Preise des iPhone X und XS deutlich mehr. Die Aktie gibt nachbörslich trotzdem deutlich nach.

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Alle Augen auf Apple: Nach einer Quartalssaison zum Vergessen für Tech- und vor allem Internet-Unternehmen waren die Hoffnungen groß, dass der wertvollste Konzern der Welt für eine Trendwende würde sorgen können – doch auch Apple enttäuschte die Erwartungen der Wall Street.

In den 91 Tagen zwischen Anfang Juli und Ende Oktober entwickelten sich die Geschäfte nur teilweise besser als von Analysten vorausgesagt. Bei Umsätzen von 62,9 Milliarden Dollar (+ 20 Prozent) verdiente Apple einen Nettogewinn von 14,1 Milliarden Dollar (+ 32 Prozent) bzw. 2,91 Dollar je Aktie (+40 Prozent). Analysten hatten zuvor mit Erlösen von 61,6 Milliarden und einen Gewinn je Aktie von 2,78 Dollar je Anteilsschein gerechnet.

Treiber der Geschäftsentwicklung war einmal mehr das mit Abstand wichtigste Produkt der Konzerngeschichte: das iPhone. Angetrieben von den in den letzten zehn Tagen des Septembers gelaunchten neuen Hochpreis-Smartphones iPhone XS und iPhone XS Max konnte der Techpionier mit 46,88 Millionen Geräten lediglich 221.000 Einheiten mehr verkaufen als im Vorjahreszeitraum.

Die Wall Street-Schätzungen, die bei 48,5 Millionen Einheiten gelegen hatten, wurden damit wie schon im Vorquartal verfehlt. Die in Europa bis zu 1550 bzw. 1650 Euro teuren OLED-iPhones steigerten jedoch den Durchschnittsverkaufspreis rasant auf enorme 793 Dollar, der damit deutlich über den Konsensschätzungen von 750 Dollar lag. Die iPhone-Umsätze legten im Vergleich zum Vorjahresquartal entsprechend um 29 Prozent zu. Im abgelaufenen Geschäftsjahr haben Apples iPhone-Absätze damit nahezu stagniert.

iPad und Mac geben nach

Die iPad-Sparte, die vor einem Jahr nach 13 Quartalen mit sinkenden Absätzen wieder steigende Umsätze bei den verkauften Einheiten verzeichnen konnte, kippte schon wieder in einen Abwärtstrend. Nach 10,32 Millionen Einheiten im Vorjahreszeitraum konnte Apple zwölf Monate später nunmehr 9,7 Millionen iPads absetzen – 6 Prozent weniger.

Ebenfalls weiter nach unten zeigt dagegen der Trend der ältesten Konzernsparte. Nach 5,39 Millionen verkauften Macs im Vorjahres Zeitraum konnte der iKonzern im dritten Kalenderquartal 2018, das für Apple bereits das vierte des abgelaufenen Fiskaljahres ist, tatsächlich nur noch 5,3 Millionen Einheiten verkaufen – ein kleines Minus von 2 Prozent.

Servicesparte und Apple Watch-Absätze verlangsamen Wachstum
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Weiter nach oben zeigt dagegen die Entwicklung der Internet-Dienste. Die Service-Unit, die die Geschäfte von iTunes, des App Stores, der iCloud, Apple Pay und vor allem des vor drei Jahren gestarteten Streaming-Dienstes Apple Music bündelt, legte im abgelaufenen Quartal diesmal um 17 Prozent zu und wuchs damit deutlich langsamer als noch im Vorquartal (+31 Prozent).  Nach Umsätzen von 8,5 Milliarden im Vorjahresquartal konnte Apple nunmehr Erlöse von bereits 9,98 Milliarden Dollar verbuchen, verfehlte damit jedoch die Analystenerwartungen, die bei 10,2, Milliarden Dollar gelegen hatten.

Während Apple-CEO Tim Cook genaue Verkäufe der Apple Watch bis heute verschweigt und die Smartwatch weiter mit dem iPod, Accessoires, Apple TV und AirPods in der Kategorie „Andere Produkte“ versteckt, legt der Erlöszuwachs der Konzernsparte von einer Milliarde Dollar bzw. um 31 Prozent anhaltend starke Apple Watch-Absätze nahe.

Ausblick unter Erwartungen

Vor allem jedoch der Ausblick auf das Weihnachtsquartal fiel schwächer aus als von der Wall Street erwartet. Während die Konsensschätzungen der Analysten noch bei Umsätzen von 93,2 Milliarden Dollar gelegen hatten, stellte Tim Cook zwischen Anfang Oktober und Ende Dezember lediglich eine vage Erlösspanne von 89 bis 93 Milliarden Dollar in Aussicht, was auf einen eher verhaltenen Launch des iPhone XR hindeutet, auf den Analysten bereits hingewiesen hatten.

Für den eigentlichen Schocker-Moment in der Telefonkonferenz sorgte unterdessen Finanzchef Luca Maestri mit der Ankündigung, dass Apple ab sofort in seinen Quartalsbilanzen nicht mehr die Stückzahlenverkäufe seiner Hardware-Produkte (iPhone-, iPad- und Mac-Sparte) ausweisen wird.

Apple weist künftig keine Hardware-Verkäufe aus – Aktie wieder unter Billionen-Dollarmarke

Nach den seit einigen Quartalen rückläufigen Verkäufen der Mac- und iPad-Sparte und den 2018 stagnierenden iPhone-Absätzen sieht es nun so aus, als habe Apple etwas zu verstecken.

Die Botschaft kam jedoch an der Wall Street unmittelbar an: Anleger, die zunächst enttäuscht auf Apples neues Zahlenwerk reagiert hatten, zogen nachbörslich nach der Bilanzumstellung regelrecht die Reißleine und ließen die Aktie um mehr als 7 Prozent auf nur noch 206 Dollar fallen.

Die historische Bewertungsmarke von einer Billion Dollar, die Apple Anfang August durchbrochen und seitdem nicht mehr abgegeben hatte, ging damit zumindest im nachbörslichen Handel wieder verloren.

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