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“Danke für Ihre Aufmerksamkeit”: Jakob Augstein beendet Spiegel-Kolumne “Im Zweifel links”

Spiegel- und SpOn-Kolumnist Jakob Augstein hat in dieser Woche seine (zunächst) letzten Stücke veröffentlicht
Spiegel- und SpOn-Kolumnist Jakob Augstein hat in dieser Woche seine (zunächst) letzten Stücke veröffentlicht

Der Rückzug Angela Merkels beschäftigte am Montag auch Jakob Augstein. In gewohnter Ausführlichkeit erklärte der Verleger in seiner SpOn-Kolumne, weshalb nur Anti-Demokraten Neuwahlen fürchten würden. Am Ende seines Textes folgte schließlich eine Erklärung in eigener Sache: "Danke für Ihre Aufmerksamkeit". Augstein sagt SpOn-Lesern auf Wiedersehen – die Zukunft seiner gleichnamigen Print-Kolumne scheint ungewiss.

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Die nur 15 Worte, mit denen sich Augstein in seinem Kolumnen-Text mit dem Titel “Am Ende” verabschiedet, könnten fast übersehen werden. Eingepfercht zwischen Anzeige und Umfrage schreibt er im Wortlaut: “Mit diesem Text verabschiedet sich der Autor vorerst von diesem Platz. Danke für Ihre Aufmerksamkeit.”

Augstein legt nach fast acht Jahren “Im Zweifel Links”-Kolumne den Stift nieder – für wie lange, und warum? “Ich mache einfach mal ein Jahr Pause, das ist alles”, so die Antwort auf MEEDIA-Nachfrage. Weitere Gründe nennt der Publizist, der Verleger seiner eigenen Zeitung Der Freitag und zudem Spiegel-Anteilseigner ist, nicht. Der Verlag erklärt auf Nachfrage: „Jakob Augstein legt auf eigenen Wunsch eine Pause von einem Jahr ein, um sich anderen Projekten zu widmen.” Er soll Spiegel Online aber als Autor erhalten bleiben.

Unklar ist unterdessen, was aus Augsteins gleichnamiger Kolumne im gedruckten Spiegel wird. Gegenüber MEEDIA bestätigt er, auch diese nicht fortzuführen. Auf Nachfrage, ob es sich hier ebenfalls um eine einjährige Pause handelt, lautet die Antwort: “Que sera sera. Keine Ahnung.”

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Keine Ahnung womöglich, weil der Spiegel in kommenden Jahr seine Transformation vorantreiben will. Gut möglich, dass Augstein nach einem Jahr sich nur noch für die Online-Kolumne entscheidet, sollte sie beispielsweise ins Programm von Spiegel Plus aufgenommen werden, könnte aus zwei gleichnamigen Kolumnen eine werden.

“Im Zweifel links” erschien im gedruckten Spiegel zuletzt im dreiwöchigen Rhythmus, neben Augstein publizieren auch Jan Fleischhauer und Michael Feldenkirchen Kolumnen. Der Kreis der SpOn-Kolumnisten war zuletzt erweitert worden. Im April stieg Ferda Ataman mit ihrer Kolumne “Heimatkunde” ein, die über ihr Leben als Deutsche mit türkischen Wurzeln schreibt, seit September schreibt auch der ehemalige Bundesrichter und MEEDIA-Kolumnist Thomas Fischer bei Spiegel Online. Im selben Zuge wurde die Kolumne “Der Kritiker” von Spiegel-Redakteur Georg Diez beendet. Diez schrieb wie Augstein seit Januar 2011.

 

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Alle Kommentare

  1. Ohje, Pausen und sogenannte Sabbaticals sind meistens der Anfang vom Ende.

    Erfreulich wäre wirklich gewesen, wenn die Stokowski aufhören würde. Aber den Gefallen tut man uns nicht.

  2. Eine Kolumne “Zweifel auch an links!” wäre besser und journalistischer für einen Einkommensmillionär wie Augstein junior.

  3. Im Zweifel hält Augstein einfach mal die Klappe. Auch nicht schlecht, nach so vielen schwachsinnigen Artikeln von ihm.

      1. Na Sie sind aber sehr fleißig. Und das zu Allerheiligen, wo man Friedhofsralleys und anschließende Heurigenbesuche zu absolvieren hat.

        Da hab ich jetzt aber ordentlich was zu schmökern.

        Ach so, ein Salonlinksgrüner? Was soll das denn sein? Bis jetzt kenn ich nur Salonsteirer (Qualtinger).

      2. Früher sagte man dazu “Salonbolschewist” oder “Salonkommunist”, im Englischen gibt es den Terminus “champagne socialist”, der eine ähnliche Bedeutung hat – und auf französisch sagt man “gauche caviar”.

        Also jemand, der aus idealistischen Gründen mit kollektivistischer Linksideologie sympathisiert, aber gleichzeitig in Reichtum und Überfluss lebt und nie in direktem Kontakt zur Arbeiterklasse stand.

        Das Interessante an dem verlinkten Augstein-Artikel ist, dass er zu ahnen scheint, dass unkontrollierte Masseneinwanderung den Sozialstaat zerstören wird. Er glaubt aber, man könne den Sozialstaat irgendwie “neu erfinden” und dann wären alle bunt und glücklich. Konkreter wird er nicht, typisches SPIEGEL-Leitartikel-Blabla, offensichtlich geschrieben von jemandem, der sich noch nie Sorgen um Geld machen musste, weder privat, noch geschäftlich, noch für eine ganze Volkswirtschaft.

      3. Also die Performance mit der PiefkeFahne finde ich zum Schreien, mir gefällt es.

        Der scheißt sich einfach nix. Super.

      4. Sollen wir ihn nach Österreich abschieben? Augstein findet sicher auch Gefallen daran, die österreichische Flagge mit seinen Körperflüssigkeiten zu tränken, schließlich ist Österreich das Geburtsland von Adolf Hitler. 😉

      5. Ja, wer seine Kolumne mit einem Satiregedichterl vom alten Heine beginnt, der hat vermutlich viele Flausen im Kopf.

        Ich schlage die Türkei vor…;-)

      6. Ohh, sehr schön!

        Ich würde nur zu gerne sehen, wie unser Präsident Erdogan reagiert, wenn Augstein auf die türkische Flagge säftelt.

      7. Ich weiß auch nicht was man mit einer türkischen Flagge alles machen darf, bis Herr Erdogan ausrastet, mit der österreichischen sollte man sich jedenfalls nicht blöd spielen, da sind wir bei Gelegenheit etwas empfindlich; aber dafür sind für gewöhnlich Rechtsexperten zuständig.

  4. Dass Augstein seine Kolumnenserie beendet, ist kein Verlust. Denn das Rubrum „Im Zweifel links“ ist hochgradig unjournalistisch. Wenn ich zweifle, verkneife ich mir lieber den Meinungsbeitrag. Zudem: Wer sagt, dass „links“ per se richtig sei? Man stelle sich vor, eine Kolumne stünde unter der Zeile „Im Zweifel rechts“. Proteste wären die Folge. Und das aus gutem Grund.

    1. Wenn eine Frau die “Im Zweifel rechts”-Kolumne schreibt, haben Sie aber ein Problem: Rechts ist ja bekannterweise böse – aber Frauen muss man doch grundsätzlich immer glauben, egal was sie sagen. #metoo

      1. Ach, und ich dachte die gesamten (Radikal–)FeministInnen schreiben ja nicht nur im Zweifel, sondern generell rechts. Etliche halt unter dem Deckmantel links, damit es nicht so blöd ausschaut.

        Natürlich muss man uns Frauen alles immer glauben, wir bekommen ja auch immer volle Zustimmung und voll Recht. Wir sind eben das bevorzugtere Geschlecht, das es sich richten kann bzw gerichtet bekommt. Wir sind ja auch andererseits völlig benachteiligt aufgrund unseres Soseins, also von Natur aus. Die Natur hat uns völlig ungleich geschaffen, uns fehlt der Wille zur Eigenverantwortung und zur Selbsterkenntnis.

        #metoo ist ein wunderbares Beispiel dafür, wie man die absolute und alleinige Schuld stets bei anderen, dem verhassten udn verhetzten männlichen Geschlecht sucht und es sich perfekt in der weiblichen Opfernische bequem machen kann.

  5. das “udn” heißt korrekterweise “und”

    Bin Opfer mangelnder Konzentration, Opfer des Vertauscherdilemmas. Wie bedauernswert.

  6. Dass er Gaulands Artikel durchaus gelobt hat, gab mir Hoffnung, dass dieser Mann vielleicht etwas objektiver wird. Nun ist er weg, auch egal…

    1. Jössas der Gauland, ja. Dass sich jemand überhaupt noch traut sich – inhaltlich- mit einem Artikel von dem auseinanderzusetzen, ist extrem mutig. Um nicht zu sagen geradezu waghalsig.

  7. Das Diez auch aufhört ist schade. Man konnte da immer nachlesen, was dem grün-linken Wohlstandsklüngel gerade gegen den Strich ging. Jetzt muss man wieder mehr Hofreiter und Kipping lesen.

  8. Wie beim Spiegel, gilt auch für den Walser-Sohn schon lange: “Im Zweifel stinkt`s “

  9. endlich weg… !

    den spiegel lese ich seit mehr als 50 jahren….
    aber AUGSTEIN NICHT…total daneben
    inkompetent

    1. Echt jetzt? Augstein ist inkompetent?

      Er hat seine fundierte, kritische, manchmal beinharte Meinung. Ist man deshalb inkompetent? Und ich nehm an, er akzeptiert andere Ansichten durchaus. Eine Wohltat, im Grunde – vielleicht etwas definitiv Wesentliches im Umgang mit anderen und sich selbst. Und ist man genau deshalb auch inkompetent Ihrer Ansicht nach?
      Jedenfalls auch kein Schleimer, kein Heuchler, kein Opportunist.

      1. Gangsterwally,

        demnach stimmen Sie seiner Prämisse: “im Zweifel links” zu.

        Was bedeutet diese?

        Vertreter von Ansichten, die am Ende immer in die gleiche Richtung weisen. Demnach einseitig. Sowas ist Ausdruck von Kompetenz ? Ein kompetenter Ideologie, der aber gleichzeitig frei von Opportunismus sei ?

        So habe ich das noch garnicht gesehen. Was es nicht alles gibt.

      2. Wieso sollte man als Journalist nicht Mitglied einer Partei sein und die wesentlichen Eckpunkte in seinen (gekennzeichneten) Schriften mittransportieren?
        Man muss und sollte ja deshalb kein Chefideologe sein.
        Solange es gekennzeichnet und transparent gemacht ist wo man steht, wie man denkt und dass dies die eigene Position ist, tut man anderen ja nichts zuleide. Blöd ist nur, wenn man mitregiert, und die medien zu politischen Zwecken missbraucht werden, anstatt wie es journalistisch üblich sein sollte, distanziert Kritik zu üben und zu hinterfragen. Sicher auch Positives herauszustreichen und dem Leser vorzukauen, womöglich etwas vorverdauen….;-)

        So ist das generell, ich habe mein Hirn und veräussere mich, der andere seines, und dann kann man sich gegenseitig befetzen und klugschwätzen. Oder sich auch durchaus annähern und Ähnlichkeiten sehen, Unterschiede hervorstreichen und gar auf Kompromisse zusteuern.

        Mir ist das wurscht, ob die Kolumne “Im Zweifel links” heißt/hieß oder “Ohne Zweifel links” oder “Ich zweifle weil ich links bin”, Augstein will ja nicht belehren und alle zu SPDWählern bekehren, sondern kritisieren, von seinem Standpunkt aus. Was ist daran falsch?

        Man kann ja seine Ansichten haben und muss trotzdem nicht hasserfüllt andere eliminieren, die das nicht so sehen, weil man sich für auserwählt hält. Das ist diese Hybris, die bedauerlich ist.

        Ja klar, eine Kolumne ist eine Kolumne ist eine Kolumne, es geht um die eigene Meinung eines Schreibers oder einer Schreiberin. Und deshalb braucht es dann auch Gegenkolumnen und ein Forum. Ich glaub, das nennt sich Meinungsvielfalt oder so ähnlich.

        Ja, was es nicht alles gibt, ich lass mich auch tagtäglich überraschen und staune wie ein Kind.

  10. Augstein ist geltungssüchtig und arrogant.
    Der wird schon bald wieder seine Meinung an seine treuen Leser verbreiten.

  11. Gangsterwally

    Ihre geäußerte Vorstellung von Meinungsvielfalt war bei Augstein nicht gut aufgehoben. Er hat, vielleicht durch die Erbschaft von Medien-Macht, unserer Republik eine andere Richtung gegeben, dadurch womöglich einen beträchtlich eigenen Beitrag zum Niedergang der Print-Medien geleistet, und wurde damit Mitverursacher eines (ich sage es mal möglichst neutral) sich vollziehenden Wechsels unseres Gemeinwesens.

    Als Herausgeber haben Sie nicht nur eine eigene politische Überzeugung, sondern sie haben als Herausgeber zusätzlich eine besondere Verantwortung für das Gemeinwesen, für welches Sie wirken. Da müssen also Abwägungen getroffen werden, wie weit das politische Sendungsbewußtsein im Vordergrund stehen kann.

    Eine konsensual herbeigeführte Vorgehensweise zwischen Politik und Herausgeber bei Rotwein in Meckpom (wichtige! Hintergrundgespräche! ) stellt keine empfehlenswerte Strategie insbesondere zur Lenkung von demokratischen Gemeinwesen dar. Es ist die aus Eitelkeit gespeiste Hintergehung der Demokratie, bei der alle zum Täter, als auch Opfer von nicht wirklich legitimierter, weil hinter dem Rücken stattfindenden Machtausübung werden. Demokratisch ?

    Ein ausgemusterter Herr Merz bringt sich nun als Netz gegen den freien Fall ins Gespräch und zeigt damit, wie diese Partei um Zukunft ringt.

    Links: das kommt erst noch.

    Augstein hat sich lediglich mit jenen befaßt, die nach einer unentwegt diffamierenden Filterung in dieser BRD noch übrig geblieben waren. Dabei wurde – und wird – die unterstellte Zugehörigkeit zu einem rechten Lager als Waffe der Stigmatisierung genutzt.

    Was dem linken Lakmustest standhielt, durfte sich im Falle immer noch verbliebener Zweifeln dann für politisch Links entscheiden. So lautete die Ansage von Augstein, das war die Botschaft seiner Kolumne. Dergleichen reicht weit über ledigliche Meinungsäußerung hinaus.

    Soviel also zur tatsächlich bei uns herrschenden Meinungsvielfalt und Bewertung durch jene, der für das Bestehen von Meinungsvielfalt eigentlich pflichtgemäß an vorderster Front hätte einstehen müssen, und zwar egal, auf welcher politischen Seite diese sich persönlich befinden.

    Solches Eintreten stellt für ausnahmslos alle Personen des öffentlichen Lebens eine unverzichtbare Grundvoraussetzung der Demokratie dar. Wer dies nicht leistet, weil er vielleicht gar keine Ahnung über das Wesen einer Demokratie erworben hat outet sich damit allenfalls als Verfechter einer Pseudo-Demokratie im Stile der DDR. Damit sind wir nun bei den Linken – also bei mittlerweile praktisch allen, die derzeit politisch sichtbar sind. (und damit leider auch bei der SPD-Führungsmannschaft).

    Versagen, wohin man schaut.

    1. Ich versteh schon was Sie schreiben. Aber das alles ist echt nicht lustig.

      Denn, was mir mehr zu denken gibt, ist, dass Augstein ein ganz furchtloser Zyniker sein muss, wenn er sich nun opfert.

      Ich dachte zu so viel Brutalität sind nur Geierwallis fähig. Aus tiefster Enttäuschung nämlich.

  12. Ich werde diesen Wichtigtuer garantiert nicht vermissen. Ohne seine ererbten Millionen würde kein Hahn nach ihm krähen, auch sein ganz persönliches “Projekt”, die Linkspostille “Freitag”, die keiner lesen will, könnte er sich ohne diese Millionen seines Ziehvaters nicht leisten.

    Im Übrigen frage ich, wird über jeden, der eine Kolumne einstellt extra berichtet? Dieser sich maßlos überschätzende Augstein ist im Gegensatz zu seinem Ziehvater nicht wichtig.

  13. Schade, dass wir die stramm linken Ansichten des Multimillionärs Augstein nicht mehr zu lesen bekommen. Oder hat er etwas gemerkt?

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