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Quartalszahlen: Microsoft übertrifft die Wall Street-Erwartungen deutlich, aber Cloud-Geschäft Azure verlangsamt Wachstum

Der Turnaround läuft auf Hochtouren: Microsoft-CEO Satya Nadella
Der Turnaround läuft auf Hochtouren: Microsoft-CEO Satya Nadella

Nachbörsliches Ausrufezeichen aus Redmond nach einem schwarzen Tag an der Technologiebörse: Microsoft übertraf mit seiner Bilanz zum ersten Quartal des neuen Fiskaljahres deutlich die Erwartungen der Wall Street. Die Umsätze zogen dynamisch um 19 Prozent an, während die Nettogewinne sogar um 34 Prozent zulegten. Treiber der Geschäftsdynamik war erneut das Cloud-Geschäft, das auf Jahressicht um 24 Prozent wuchs. Die zuvor zurückgefallene Microsoft-Aktie legte nach Handelsschluss wieder deutlich zu.

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Der heftige Ausverkauf an der Technologiebörse gewann am heutigen Handelstag abermals an Dynamik. Nach den schwersten Tagesverlusten seit 2011 stürzte der Leitindex der US-Techbörse auf den tiefsten Stand seit dem Frühjahr. Die hoch kapitalisierten Internetunternehmen Amazon, Google und Facebook verloren fünf Prozent und mehr ihres Wertes – genau wie Microsoft.

Allerdings hielt CEO Satya Nadella ein weiteres Ass im Ärmel, mit dem er wenige Minuten nach Handelsschluss auftrumpfen konnte: deutlich besser als erwartet Geschäftszahlen für das erste Quartal des neuen Geschäftsjahres. Das langjährige Dow Jones-Mitglied konnte für den Dreimonatszeitraum zwischen Anfang Juli und Ende September nach GAAP-Bilanzierungsstandard Umsätze von 29,08 Milliarden Dollar ausweisen und damit den Vorjahreswert um 19 Prozent übertreffen. Die Analystenschätzungen, die noch bei 27,90 Milliarden Dollar gelegen hatten, wurden damit deutlich übertroffen.

Gewinne explodieren um 34 Prozent

Das gilt auch für die Gewinnentwicklung. Nach Bilanzierungsstandard GAAP konnte der in Seattle ansässige Softwareriese seinen operativen Gewinn um stolze 29 Prozent auf bereits 10,00 Milliarden Dollar steigern. Netto fiel der Gewinnzuwachs sogar noch dynamischer aus: Microsofts Konzernergebnis zog im Startquartal des neuen Geschäftsjahres um satte 34 Prozent auf 8,8 Milliarden Dollar oder 1,14 Dollar je Aktie an.  Analysten hatten lediglich mit einem Ertrag von 0,96 Dollar je Anteilsschein gerechnet.

Maßgeblichen Anteil an der zweistelligen Wachstumsdynamik hatte Microsofts Productivity & Business Processes-Segment, das die Office-Sparte für Privatanwender und Geschäftskunden (inklusive der Online-Variante Office 365), die Enterprise-Lösung Dynamics 365 und das übernommene Online-Business-Netzwerk LinkedIn bündelt, mit einem Umsatzplus von 19 Prozent auf 9,8 Milliarden Dollar.  LinkedIn steuerte nach einem Umsatzsprung von 33 Prozent bereits Erlöse in Höhe von 1,5 Milliarden Dollar zur Bilanz bei.

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Auch das relativ junge Hardware-Segment Surface, in dem der 43 Jahre alte Techpionier aus Redmond seine Tablets, Laptops und Computer bündelt, befindet sich wieder  im Aufwind und legte im Vergleich zum Vorjahresquartal um 14 Prozent zu.

Microsoft macht Kursverluste nachbörslich wieder gut

Der eigentliche Treiber der Geschäftsdynamik bleibt unterdessen die Intelligent Cloud-Sparte, deren Umsätze um 23 Prozent auf 9,6 Milliarden Dollar stiegen. Das Cloud-Flaggschiff Azure, das mit Amazons AWS-Sparte wetteifert, konnte immer noch um 76 Prozent zulegen, verliert damit aber gegenüber dem Vorquartal, als die Zuwächse auf Jahresbasis noch 89 Prozent betragen hatten, erkennbar an Dynamik.

Anleger schickten die im Ausverkauf der letzten Wochen abgestürzte Microsoft-Aktie, die seit Jahresbeginn aber trotzdem noch um 20 Prozent vorne liegt, nachbörslich wieder um 4 Prozent auf 106,50 Dollar nach oben und egalisierten damit fast die Tagesverluste. Der Windows-Konzern ist mit einem Börsenwert von über 800 Milliarden Dollar damit weiterhin nach Apple und Amazon das drittwertvollste Unternehmen der Welt.

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