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“Stehen auch in der Verantwortung”: Trump gibt Medien Mitschuld an den versuchten Bomben-Anschlägen

CNN-Moderator Anderson Cooper bei seiner Ansprache an die Zuschauer
CNN-Moderator Anderson Cooper bei seiner Ansprache an die Zuschauer

Mindestens sieben Rohr- und Briefbomben sind in den vergangenen Tagen an Kritiker des US-Präsidenten Donald Trump verschickten wurden - darunter an den Wohnsitz von Barack Obama, die Clintons und an CNN. US-Präsident Donald Trump gab in einer Rede den Medien eine Mitverantwortung an den versuchten Anschlägen.

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US-Präsident Donald Trump holte wenige Stunden nach den Anschlagsversuchen erneut zu einer Medienschelte aus. In der Stadt Mosinee wütete er vor seinen Anhänger: “Die Medien stehen auch in der Verantwortung, einen zivilisierten Ton zu setzen und die endlosen Anfeindungen sowie die ständigen negativen und oft falschen Angriffe und Geschichten zu stoppen.“ Bemerkenswert dabei: Dass eine der Briefbomben auch CNN erreichte, erwähnte Trump in seiner Rede gar nicht – er sagte nur, dass die Sprengsätze an Politiker verschickt wurden.

Mitlerweile hat CNN auf den Anschlagsversuch reagiert. “Was heute passierte war ein Akt des Terrors”, sagt CNN-Moderator Anderson Cooper in seiner Sendung AC360° am Mittwochabend, in der er werktags über die Nachrichten des Tages berichtet. “Dieser Terror soll morden, verstümmeln, einschüchtern oder zum Schweigen bringen”. Während Cooper diese Sätze spricht, steht er noch immer vor dem Time Warner Center in New York, dem Sitz des US-Nachrichtensenders. Wegen des Bombenalarms musste die komplette Redaktion und alle weiteren Mitarbeiter das Gebäude verlassen.

Adressiert war das Paket an den ehemaligen CIA-Direktor John Brennan, der häufiger als Kommentator für den Sender auftritt und auf dem Paket-Etikett falsch geschrieben wurde. Er gilt als großer Trump-Kritiker. Cooper weiter: “Wenn die Bombe dazu da war, zu töten, hat sie versagt. Wenn sie dazu da war, einzuschüchtern oder Reporter und Politiker zum Schweigen zu bringen, hat sie ebenfalls versagt.” Der Moderator dankte den “wachen Augen” der Männer, die die Redaktion tagtäglich bewachen und dadurch schlimmeres verhindern konnten.

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“Terror funktioniert nur, wenn er Angst produziert. Wir haben keine Angst. Wir sind hier und werden auch morgen da sein, und übermorgen, und den Tag danach. Denn wir haben einen Job zu machen”, so Cooper weiter.

Cooper war aber nicht der einzige, der bei CNN auf die Briefbombe an den TV-Sender reagiert. CNN-Chef Jeff Zucker hat US-Präsident Donald Trump vorgeworfen, die Folgen seiner Medienschelte vollkommen zu unterschätzen: „Es gibt einen totalen Mangel an Verständnis im Weißen Haus über die Schwere der fortgesetzten Angriffe auf die Medien“, sagte Zucker. „Der Präsident und insbesondere der Pressesprecher des Weißen Hauses, sollten verstehen, dass ihre Worte Folgen haben.“

(rt)

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Alle Kommentare

  1. Trump ist also für jeden Terror und Gewalt verantwortlich, wenn er diejenigen trifft, die mit Trump nicht können.

    Perfide. Die Nazis haben genauso argumentiert.
    Roter Faschismus trifft es schon ziemlich genau

  2. Schon die alten Griechen fragten, cui bono. Wem also nutzt es, wenn Trump-Kritiker kurz vor der Wahl bedroht werden. Zucken die zurück, wählen Trump-Gegner dann anders? Wohl kaum. Wem also nutzt es, wenn Trump in die Ecke mit den Bombenlegern gestellt wird? Diese Frage stellen sich die Medien hierzulande überhaupt nicht. Und dabei ist die unsägliche Vergewaltigungsvorwurfsgeschichte um den Trump-Richter erst wenige Wochen her. Wer nicht allzu blind ist, könnte hier ein Muster erkennen…

    1. Wenn Sie sich über den mutmaßlichen Versender der Bomben informieren, werden Sie erkennen, dass Ihr Französisch gegenüber der Tradierung haltloser Verschwörungstheorien das geringere Problem ist.

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