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Nach Tripadvisor-Prank: "Englands größter Troll" hat international Medien mit Doppelgängern ausgetrickst

Butler und seine Doppelgänger

Berühmtheit erlangte Oobah Butler mit seinem Tripadvisor-Fake vor rund einem Jahr. Innerhalb kürzester Zeit machte er ein Fake-Restaurant zum Hotspot der Stadt. Nun hat der Vice-Reporter gegenüber dem Guardian zugegeben, dass er den Streich auch danach weiterspielte. Die zahlreichen Interviews, die nach Offenlegung des Streichs mit ihm geführt wurden, ließ er von Doppelgängern machen.

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Eigentlich habe er es nur aus Langeweile getan. Von den zahlreichen Interview-Auftritten hatte Oobah Butler genug, gab er nun gegenüber dem Guardian zu, nachdem er im Dezember 2017 mit einem erfundenen Restaurant, dem Shed at Dulwich (seiner Gartenlaube), für viel Aufmerksamkeit gesorgt hatte. Der Vice-Reporter erzählte in seiner Geschichte, wie er mit einem vermeintlich exklusiven Restaurant und vielen Top-Bewertungen seiner Freunde innerhalb kürzester Zeit im Ranking von Tripadvisor aufstieg. Sein Geschäft wurde vom Bewertungsportal sogar zum besten in ganz London ausgezeichnet.
Nun hat er auf Anfrage des Guardian zugegeben, dass er seinen Tripadvisor-Prank auch danach weiterspielte. Statt selbst zu den Interviews zu gehen, hat er mit der Zeit einfach Leute entsendet, die ihm mehr oder weniger ähnlich sehen. Internationale Medien wie BBC Radio 2, lokale Sender und populäre australische TV-Sendungen sind auf diese Doppelgänger reingefallen sein. So schickte er unter anderem seinen Bruder in ein Interview mit der australischen Frühstückssendung „Sunrise“, bei dem es um einen Streich von Oobah Butler zur Pariser Fashion Week ging. Zuschauer zweifelten daran, ob es sich wirklich um den echten Butler handele, allerdings konnte dieser den Sender auf Anfrage überzeugen.
https://twitter.com/sunriseon7/status/1012849886998376448
Ein anderes Mal vertrat ein norwegischer Schauspieler den Reporter auf einer Preisverleihung, auf der Butler ausgezeichnet wurde. Sein Doppelgänger gab im Nachgang sogar ein Interview, das auf YouTube zu sehen ist.

Seine Schwindelei habe nichts mit Medienkritik zu tun gehabt, erläutert der Reporter, den Watson kurzerhand „Englands größter Troll“ taufte, gegenüber der britischen Tageszeitung. Er habe es vielmehr interessant gefunden, ob so etwas tatsächlich machbar sei. Letztlich habe es keine Rolle gespielt, ob es sich um die größte brasilianische Show oder eine japanische Dokumentation gehandelt habe. In den sozialen Medien haben Menschen multiple Persönlichkeiten und sein Streich zeige nun, dass das prinzipiell auch im echten Leben möglich sei. „Wenn ich jemanden überzeugen kann, dass ich ein norwegischer Schauspieler bin, kann buchstäblich jeder sein, was immer er oder sie will“, erklärte er gegenüber dem Guardian. Sein Vorgehen hat Butler in einem rund 14-minütigen Video für Vice dokumentiert:

tb

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