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Ende einer Ära als Wochentitel: Werben & Verkaufen erscheint künftig nur noch 15 mal im Jahr

W&V-Geschäftsführer Christian Meitinger
W&V-Geschäftsführer Christian Meitinger

Nun ist es amtlich: Werben & Verkaufen, Marktführer unter den Print-Magazinen der Kommunikationsbranche, drosselt seine Erscheinungsweise drastisch. Der einstige Wochentitel soll ab 2019 nur noch 15 Mal im Jahr erscheinen. Vorangegangen war ein deutlicher Absatzrückgang. Künftig will das Münchener Verlagshaus stärker auf die digitalen Auftritte der Gruppe setzen.

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Die Gerüchte kursierten bereits seit Wochen, jetzt ist es amtlich: Die Fachzeitschrift, die zur Stuttgarter Südwestdeutsche Medien Holding GmbH (SWMH) gehört, ändert ihre Erscheinungsweise. Ab 2019 soll der Titel nur noch 15 mal im Jahr auf den Markt kommen. Dies teilte die Südwestdeutsche Medienholding mit. Das Fachmagazin soll sich “in opulenter Heftausstattung und mit deutlich erweitertem Umfang” präsentieren. “Lange Lesestrecken werden im Wechsel mit pointierten Highlights Branchenthemen aus überraschenden Perspektiven beleuchten. Das Heft soll inspirieren und wird klar Stellung beziehen. Magazin und Digital-Portfolio ergänzen sich somit ideal”, beschreibt die SWMH in einer knapp gehaltenen Pressemitteilung das Konzept.

Fraglich ist, zu welchem Copypreis die Fachzeitschrift künftig verkauft werden soll. In Branchenkreisen geht man davon aus, dass das Verlagshaus den Abgabepreis deutlich anheben wird, um einen größeren Umsatzeinbruch zu vermeiden. Dass der Verlag bei der wöchentlichen Erscheinungsweise die Reißleine zieht, liegt an dem jahrelangen Auflagenrückgang. Dieser hatte sich in der jüngsten Zeit noch verschärft. So war die verkaufte Auflage laut IVW im 2. Quartal 2018 um mehr als 17 Prozent auf 21.466 Exemplare gegenüber dem vergleichbaren Vorjahresquartal zurückgegangen. Auch die Zahl der Abonnenten schrumpfte um 4,9 Prozent auf 19.418 Stück.

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Der langjährige Chefredakteur Jochen Kalka hatte dem Fachblatt im Oktober 2014 einen umfassenden Relaunch und eine neue Struktur verpasst. Dazu holte er auch den früheren Business Punk-Macher Matthias Oden an Bord und macht ihn zum stellvertretenden Chefredakteur. Der Journalist sollte das Blatt durch eine opulente Optik – vor allem bei der Titelgestaltung – und durch mehr Hintergrund-Berichte über die Branche aufwerten. Doch die Strategie ging nicht auf.  Oden verließ das Blatt Mitte 2016. Jetzt will der Verlag erneut diesen Kurs einschlagen, allerdings mit einer deutlich geringeren Erscheinungsfrequenz. Ob dies gutgeht, ist fraglich. Denn die Wahrnehmbarkeit des Branchenmediums dürfte gegenüber dem Konkurrenten Horizont drastisch leiden, der weiterhin im wöchentlichen Rhythmus erscheint.

Die Fachzeitschriften-Gruppe Werben & Verkaufen hatte bei der Ertragslage in den vergangenen Jahren wenig geglänzt. Zuletzt meldete das Unternehmen für 2015 einen Jahresfehlbetrag von rund 1,3 Millionen Euro, 2014 waren es rund 1,8 Millionen Euro Miese, 2013 sogar rund 2,6 Millionen Euro. Aktuellere Angaben zur Ertragssituation von W&V liegen nicht vor. Im zuletzt veröffentlichten Geschäftsabschluss 2016 hatte das Printunternehmen im elektronischen Bundesanzeiger darauf verzichtet, die Gewinn- und Verlustrechnung extra auszuweisen.

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