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Nielsen: Publikumszeitschriften büßen 3,7% ihrer Brutto-Werbeumsätze ein, Spiegel größter Verlierer

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Die deutschen Medien haben in den ersten drei Quartalen 2018 laut Nielsen brutto fast exakt so viel Geld mit Werbung umgesetzt wie 2017: 21,8 Mrd. Euro - ein Plus von 0,05%. Während Branchen wie Fernsehen, Radio und Mobile im Plus liegen, verloren Fach- und Publikumszeitschriften erneut Teile ihres Umsatzes. MEEDIA blickt auf die Gesamt-Entwicklung - und auf die der Magazine.

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Mit 10,18 Mrd. Euro geht der größte Teil des Werbegelder-Kuchens weiterhin an das Fernsehen: Unter den von Nielsen ausgewerteten Medien entspricht die Summe einem Marktanteil von 46,7%. Und: Gegenüber 2017 wächst das Fernsehen immerhin um zarte 0,25%. Wie immer sind hier allerdings Rabatte und andere Deals nicht einberechnet, die Brutto-Umsätze errechnet Nielsen nach Listenpreis. Tatsächliche Umsätze sehen also anders aus, doch Trends geben die Zahlen recht gut wieder.

Im Minus liegen im bisherigen Jahr 2018 die Umsätze der deutschen Internet-Vermarkter, das Kino, die Zeitungen, sowie die Fach- und Publikumszeitschriften. Das letztgenannte Medien-Segment büßte weitere 3,67% ihrer Brutto-Werbeumsätze ein:

Das Publikumszeitschriften-Ranking führt trotz überdurchschnittlicher Verluste von 4,6% weiter der Reichweiten-Gigant rtv an. Das TV-Supplement setzte laut Nielsen brutto 90,1 Mio. Euro mit Anzeigen um. Fast 20 Mio. Euro dahinter folgt das stärkste Kauf-Magazin: der stern, der sich mit einem Minus von 1,2% recht stabil hielt. Die Bild am Sonntag komplettiert die Top 3 und ist mit einem deutlichen Plus von 7,0% zudem einer der wenigen Gewinner im Vorderfeld der Tabelle.

Der große Verlierer des Monats heißt Spiegel: 8,68 Mio. Euro weniger landeten in der Brutto-Bilanz des Magazins – ein Minus von 13,0%. gegenüber dem Vorjahr fiel Der Spiegel damit hinter die Bild am Sonntag, die Brigitte und den Focus auf Platz 6 zurück. Ebenfalls mit einem Minus von mehr als 10% in der Top 25 vertreten: die Vogue und auto motor und sport.

Die Gewinner auf den ersten 25 Plätzen heißen neben Bild am Sonntag noch Die Zeit (die Wochenzeitung wird von PZ Online in der Publikumszeitschriften-Liste gezählt), die Bunte, die Bild der Frau, Sport Bild, tv14 und Glamour.

Nielsen-Anzeigenstatistik 2018: Top 50 Publikumszeitschriften*

    Umsatz brutto
Januar-September 2018
2018 vs. 2017
absolut
2018 vs. 2017
in %
1 rtv Plus 90,13 -4,30 -4,6
2 stern 70,55 -0,89 -1,2
3 Bild am Sonntag 64,41 4,19 7,0
4 Brigitte 59,50 -1,22 -2,0
5 Focus 59,30 -3,31 -5,3
6 Der Spiegel 58,34 -8,68 -13,0
7 prisma Gesamt Nord + Ost + West 58,03 -2,18 -3,6
8 Die Zeit 54,00 0,19 0,4
9 Bunte 52,01 3,64 7,5
10 Bild der Frau 45,47 1,20 2,7
11 freundin 39,09 -3,03 -7,2
12 Auto Bild 36,94 -1,21 -3,2
13 Gala 32,93 -2,18 -6,2
14 auto motor und sport 30,44 -4,13 -12,0
15 ADAC Motorwelt 29,26 -2,44 -7,7
16 Wirtschaftswoche 27,89 -0,30 -1,1
17 Sport Bild 27,78 0,71 2,6
18 TV Digital 27,52 -1,34 -4,6
19 InStyle 26,25 -1,71 -6,1
20 Hörzu 25,50 -1,06 -4,0
21 tv14 23,29 3,23 16,1
22 Glamour 22,05 0,54 2,5
23 Vogue 21,46 -2,64 -10,9
24 tina 20,34 -1,87 -8,4
25 Cosmopolitan 20,13 -1,70 -7,8
26 TV Spielfilm 20,09 -2,99 -13,0
27 Apotheken Umschau A 19,00 0,85 4,7
28 Elle 18,46 -1,73 -8,6
29 TV Movie 17,54 -0,86 -4,7
30 Für Sie 17,10 -0,46 -2,6
31 Schöner Wohnen 17,01 -0,75 -4,2
32 Zeitmagazin 16,98 -0,56 -3,2
33 Apotheken Umschau B 15,97 0,98 6,6
34 Grazia 15,91 -0,05 -0,3
35 tv Hören und Sehen 15,21 0,99 7,0
36 Superillu 14,73 -0,18 -1,2
37 Landlust 13,78 2,66 24,0
38 c't magazin für computer technik 13,29 0,41 3,2
39 kicker Montag 12,91 0,77 6,4
40 Freizeit Revue 12,06 -0,24 -2,0
41 Lisa 11,94 -0,25 -2,0
42 auf einen Blick 11,55 -0,20 -1,7
43 GQ 10,88 -0,79 -6,8
44 InTouch 10,68 -0,94 -8,1
45 Auto Zeitung 9,96 -0,05 -0,5
46 Eltern 9,92 -1,06 -9,7
47 Motorrad 9,87 0,11 1,1
48 Computer Bild 9,74 -1,14 -10,4
49 Geo 9,38 -0,31 -3,2
50 Funk Uhr 8,94 0,09 1,0
*und Wochenzeitungen / Brutto-Werbeumsatz in Mio. Euro /// Daten-Quelle: Nielsen, PZ-Online / Tabelle: MEEDIA

Auf den Rängen 26 bis 50 [zu sehen nach Klick auf “Weiter” rechts unter Tabelle] sticht die Landlust mit einem Plus von 24,0% hervor. Auch für die Apotheken Umschau A und B, tv Hören und Sehen, c’t, den Montags-kicker, Motorrad und Funk Uhr ging es nach oben. Deutliche Umsatz-Verluste verzeichnen hingegen TV Spielfilm, Computer Bild und Eltern.

Die größten Gewinner nach absoluten Zahlen heißen in den ersten drei Quartalen 2018 Bild am Sonntag, Bunte und tv14:

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Nielsen-Anzeigenstatistik 2018: Top Ten Gewinner*

    Umsatz brutto
Januar-September 2018
2018 vs. 2017
absolut
2018 vs. 2017
in %
1 Bild am Sonntag 64,41 4,19 7,0
2 Bunte 52,01 3,64 7,5
3 tv14 23,29 3,23 16,1
4 Landlust 13,78 2,66 24,0
5 Barbara 8,93 1,76 24,6
6 Bild der Frau 45,47 1,20 2,7
7 tv Hören und Sehen 15,21 0,99 7,0
8 Apotheken Umschau B 15,97 0,98 6,6
9 Brigitte woman 8,54 0,96 12,6
10 TV für mich 3,36 0,92 37,7
*Publikumszeitschriften + Wochenzeitungen / Brutto-Werbeumsatz in Mio. Euro /// Daten-Quelle: Nielsen, PZ-Online / Tabelle: MEEDIA

Das Feld der Verlierer führt Der Spiegel an, dahinter folgen rtv, auto motor und sport, der Focus und freundin:

Nielsen-Anzeigenstatistik 2018: Flop Ten Verlierer*

    Umsatz brutto
Januar-September 2018
2018 vs. 2017
absolut
2018 vs. 2017
in %
1 Der Spiegel 58,34 -8,68 -13,0
2 rtv Plus 90,13 -4,30 -4,6
3 auto motor und sport 30,44 -4,13 -12,0
4 Focus 59,30 -3,31 -5,3
5 freundin 39,09 -3,03 -7,2
6 TV Spielfilm 20,09 -2,99 -13,0
7 Vogue 21,46 -2,64 -10,9
8 ADAC Motorwelt 29,26 -2,44 -7,7
9 Neon 4,17 -2,21 -34,6
10 Gala 32,93 -2,18 -6,2
*Publikumszeitschriften + Wochenzeitungen / Brutto-Werbeumsatz in Mio. Euro /// Daten-Quelle: Nielsen, PZ-Online / Tabelle: MEEDIA

AnmerkungWie immer muss an dieser Stelle noch erwähnt werden, dass es sich bei den Nielsen-Zahlen um Brutto-Umsätze handelt. Eventuelle Rabatte, Austauschgeschäfte und Eigenanzeigen werden in diesen Zahlen nicht als solche, sondern als komplett nach Preisliste bezahlte Werbung gewertet. Über tatsächliche Umsätze geben die Nielsen-Zahlen also keine Auskunft. Ein wichtiges Indiz für die Entwicklung der einzelnen Titel bzw. Segmente und den Werbedruck sind sie dennoch.

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