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RTL II vor Einschnitten? Medienhüter beraten über Vollprogramm-Status des Fernsehsenders

RTL-II-Programmchef Tom Zwiessler baute die Nachrichtensendung um
RTL-II-Programmchef Tom Zwiessler baute die Nachrichtensendung um

Bislang galt RTL II als Vollprogramm. Nachdem der Fernsehsender allerdings seine Nachrichtensendung RTL II News gekürzt und auf einen anderen Sendeplatz verlegt hat, prüfen die Medienhüter, ob der TV-Kanal diesen Status behalten kann. Nach MEEDIA-Informationen wollen sich die Landesmedienanstalten nun morgen auf einer turnusmäßigen Sitzung mit dem Fall beschäftigen. Dann könnte möglicherweise eine Entscheidung fallen.

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Es war nur eine kleine Programmänderung, die aber für den Sender RTL II große Auswirkungen haben könnte: Anfang September hatte der TV-Kanal den Sendeplatz für seine eigenproduzierten RTL II News von 20 Uhr auf den weniger attraktiven Platz um 17 Uhr verlegt. Zudem strich der Sender die täglichen News von 15 auf 10 Minuten zusammen und ließ die Wochenend-Ausgabe der Sendung ganz unter den Tisch fallen.

Dies löste heftige Kritik aus. So hatte Cornelia Holsten, Vorsitzende der Direktorenkonferenz der Landesmedienanstalten, das Vorgehen von RTL II gerügt: “In Zeiten von Desinformation und Falschmeldungen sind verlässliche und eigenproduzierte Nachrichten- und Informationssendungen wichtiger denn je. RTL II erreicht mit seinem Nachrichtenformat eine Zielgruppe, die sonst eher keine Nachrichtensendung und Politikberichterstattung anschauen würde. Ausgerechnet dieses Programmangebot zu beschneiden, bedeutet Sparen am falschen Ende“, erklärte sie.

Die Programmänderung rief die Medienhüter auf den Plan. Bereits im September hatte sich die Kommission für die Zulassung und Aufsicht der Landesmedienanstalten (ZAK) damit beschäftigt, ob der Sender durch die Maßnahme seinen Vollprogramm-Status verlieren könnte. Doch bislang ist nichts geschehen, obwohl eine schnelle Lösung vorgesehen war. Jetzt will sich die ZAK morgen auf ihrer turnusmäßigen Sitzung mit dem Thema beschäftigen, erklärt eine Sprecher der Medienanstalten gegenüber MEEDIA.

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Ob hier eine Entscheidung gefällt wird, konnte sie nicht sagen. Der Sender gibt sich hingegen gelassen: „RTL II bietet selbstverständlich auch weiterhin Nachrichten aus verschiedenen Themengebieten wie ‚Politik‘, ‚Inland‘, ‚Ausland‘, ‚Gesellschaft‘ und ‚Buntes‘ für eine junge Zielgruppe an. Dieses Nachrichtenangebot wird von einer der renommiertesten Nachrichtennetzwerke, der infoNetwork, die zur Mediengruppe RTL gehören, produziert“, erklärt ein Sendersprecher. Darüber hinaus böte der Sender auch weiterhin eine Vielzahl von Informationsangeboten an. Daher ist sich der TV-Kanal sicher: „Wir gehen davon aus, dass wir den Status eines Vollprogramm-Senders beibehalten“, so ein Unternehmenssprecher gegenüber MEEDIA. Hinter RTL II stehen namhafte Gesellschafter – darunter die RTL Group, die Hamburger Bauer Media Group sowie Tele München.

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Alle Kommentare

  1. Ein schwerer Fehler! Durch diese Entscheidung wird RTL2 massiv Marktanteile an Phoenix verlieren.

  2. Tattoo- und Ohren-Stecher laufen Sturm

    Redbull gibt Gewinnwarnung aus

    Spacken-Klamotten-Sweatshops in ganz Asien vor dem Aus?

    Hat sich Herr Überall schon geäussert??

    Unruhen in halb NRW und Barelyn

  3. Die wirklich interessante Information für den Leser wäre ja gewesen, was es ganz praktisch für RTLII bedeuten würden, wenn der Sender keinen Vollprogramm-Status mehr besäße. Was wären die Konsequenzen, wie würde das Programm aussehen etc?

    1. Genau das wollte ich auch gerade fragen!
      Die elementare Information fehlt in dem Artikel: Wenn nicht mehr “Vollprogramm”, was dann? Und welche Folgen hätte das?

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