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Nach 38 Jahren und 384 Ausgaben: Popkultur-Magazin spex wird zum Jahresende eingestellt

spex: die Erstausgabe 1980 und die aktuelle Nummer
spex: die Erstausgabe 1980 und die aktuelle Nummer

Wieder ein Print-Musikmagazin weniger: Nach dem Aus des intro wird Ende Dezember nun auch die letzte Ausgabe der legendären Zeitschrift spex in die Regale kommen. "Gegen langsam, aber doch stetig sinkende Verkaufs- und Abonnementzahlen haben wir ebenso wenig ein Mittel gefunden wie gegen die zunehmend prekäre Marktlage", so spex-Chefredakteur Daniel Gerhardt.

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“Heute leider schlechte Nachrichten in eigener Sache” – so beginnt der Text, den Daniel Gerhardt, erst seit diesem Jahr Chefredakteur von spex, online stellte. Die Zeitschrift, die im September 1980 erstmals erschien, wird Ende 2018 zum letzten Mal verkauft: “Am 27. Dezember erscheinen noch einmal 116 Seiten über den Pop, der unser Leben prägt, die Gesellschaft, die es uns vermiesen will und mögliche Wege, die aus diesem Dilemma herausführen könnten. Danach ist Schluss.”

Die Gründe sind wenig überraschend in den heutigen Zeiten: “Der Anzeigenmarkt befindet sich seit Jahren im Sinkflug. Immer mehr Unternehmen ziehen sich vollständig aus dem Printgeschäft zurück und investieren ihre Marketinggelder stattdessen vermehrt in Social-Media-Werbung – ein Trend, der sich 2018 nochmals verschärft hat”, so Gerhardt. Und: “Gegen langsam, aber doch stetig sinkende Verkaufs- und Abonnementzahlen haben wir ebenso wenig ein Mittel gefunden wie gegen die zunehmend prekäre Marktlage.” Öffentliche Verkaufszahlen des Magazins gibt es seit Jahren nicht mehr, zum vierten Quartal 2015 trat spex aus der IVW aus. Die Verkaufszahlen pendelten damals zwischen 8.000 und 18.000.

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spex wurde 1980 von einem Herausgeberkollektiv um Gerald Hündgen, Clara Drechsler, Dirk Scheuring, Wilfried Rütten und Peter Bömmels gegründet und bis zum Ende des Jahrtausends im Selbstverlag herausgegeben. Anschließend übernahm die Firma Piranha Media, bei der spex nun auch eingestellt wird. Im Laufe der Jahrzehnte haben viele große Autoren, Fotografen, etc. für das Magazin gearbeitet, u.a. Diedrich Diederichsen, Olaf Dante Marx, Hans Nieswandt, Jutt Koether, Rainald Goetz, Joachim Lottmann, Dietmar Dath, Wolfgang Tillmans, Marcel Beyer und viele mehr.

“Ein Heft wie spex wäre heute wichtiger denn je für die deutsche Medienlandschaft, davon sind wir überzeugt”, schreibt Daniel Gerhardt noch. Auch, “weil es eben doch noch ein paar Platten, Filme und Bücher zu entdecken gibt, von denen Ihnen kein Algorithmus der Welt erzählen wird.”

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