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Ausgerechnet: Klaus Brinkbäumer lässt Kanzlei Schertz eine Spiegel-Lösung aushandeln

Der Spiegel-Chefredakteur Klaus Brinkbäumer soll im Januar das Feld räumen
Der Spiegel-Chefredakteur Klaus Brinkbäumer soll im Januar das Feld räumen

Seit August ist klar, dass Klaus Brinkbäumer die Leitung des Spiegel abgeben wird. Seitdem diskutieren der scheidende Chefredakteur und Verlag über die Modalitäten – denn Brinkbäumer hat dank einer Klausel die Möglichkeit, in den USA weiter für den Spiegel zu arbeiten. Dass dies aber wohl nicht so kommen wird, darauf deutet die Mandatierung eines Anwalts von Klaus Brinkbäumer hin. Bei der Kanzlei handelt es sich ausgerechnet um die Promi- und Medienanwälte Schertz und Bergmann.

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Über die Mandatierung der Kanzlei Schertz Bergmann haben zuerst die Funke-Medien berichtet. Der Auftrag ist – vor allem aus Spiegel-Perspektive – nicht ohne Brisanz: Die Anwälte Christian Schertz und Simon Bergmann haben eine der bedeutsamsten Medienrechtskanzleien des Landes aufgebaut. Immer wieder, und zuletzt äußerst prominent, ging es dabei auch gegen den Spiegel und Recherchen, die unter Führung von Klaus Brinkbäumer durchgeführt worden waren. Auch aktuell.

Erst in der vergangenen Woche sah sich der Spiegel sogar dazu veranlasst, sein angestaubtes SpiegelBlog zu reaktivieren, um von einem Erfolg gegen Schertz-Mandant Peter Maffay zu berichten. Aktuell streitet die Kanzlei auch wegen Recherchen über Cristiano Ronaldo mit dem Spiegel. Innerhalb des Hauses dürfte die Mandatierung der Kanzlei für wenig Begeisterung sorgen.

Dass die Kanzlei für Brinkbäumer überhaupt infrage kommt, liegt daran, dass sie auch arbeitsrechtlich aktiv wird. In der Regel übernimmt nicht der deutlich präsentere Partner Christian Schertz solche Fälle, sondern sein Sozius Simon Bergmann. So ist Brinkbäumer auch nicht die erste Führungskraft aus der Medienszene, die Beratung bei den Berliner Anwälten sucht.

Konkret verhandeln sie für Brinkbäumer den Austritt aus der Spiegel-Chefredaktion und die Bedingungen für eine mögliche Zukunft oder ein komplettes Ausscheiden beim Spiegel. Brinkbäumer hat die vertraglich zugesicherte Option, im kommenden Jahr für den Spiegel in New York zu arbeiten.

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Dass der Noch-Chefredakteur diese Option ziehen wird, dürfte spätestens mit dem Einschalten der Anwälte unwahrscheinlicher geworden sein. Geht Brinkbäumer nicht nach Übersee, dürfte er den Spiegel inkl. stattlicher Abfindung verlassen. Dabei dürfte dies für wohl alle Seiten die klügere Entscheidung sein. Zwar heißt es aus Verlags- und Redaktionskreisen, man würde gerne mit Klaus Brinkbäumer weiterarbeiten – und auch er soll zumindest zu Beginn von der Sache überzeugt gewesen sein. Allerdings gilt das Verhältnis nach seiner Demontage mindestens als belastet. Wie bereits mehrfach geschrieben worden ist, kann oder konnte Brinkbäumer seine Abberufung nicht nachvollziehen.

Hinzu kommt: Für den Spiegel ist die Berufung Brinkbäumers als Korrespondent oder Autor in eine der teuersten Städte der Welt in Zeiten von Sparmaßnahmen, in denen der Verlag seine Ressourcen gezielt investieren will, nicht nur eine Frage der Effizienz, sondern auch der Glaubwürdigkeit.

Es spricht also vieles dafür, dass beide Seiten ein Interesse an der Vertragsauflösung haben. Nach MEEDIA-Informationen sollen die Vertragspartner kurz vor einer Einigung stehen.

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Alle Kommentare

  1. Ist doch schön, so springt wenigstens noch 1 Mitarbeiter mit dem goldenen Fallschirm ab, während sich das brennende Flugzeug schon im Sturzflug befindet.

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